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Indexanalyse:
DAX: Eigentlich kommt es auf die EZB-Entscheidung gar nicht an

Aktuelle Analyse des DAX Index

Würde man sich ansehen, wie weit der DAX in kurzer Zeit gelaufen ist … würde man die überkaufte Markttechnik und die massiven charttechnischen Hürden erkennen, auf die der Index jetzt zusteuert … realisieren, dass Hoffnungen und Realität derzeit sehr weit auseinander klaffen und die EZB beileibe keine Wunder bewirken kann, würde man zu dem Schluss kommen, dass es heute abwärts gehen muss. Aber so läuft es nicht, wenn eine EZB-Entscheidung ansteht.

In dem Moment, in dem um 13:45 Uhr die Entscheidung der EZB veröffentlicht wird, wird unter den kurzfristigen Tradern ein wildes Hauen und Stechen einsetzen, das sich intensiviert, sobald die Pressekonferenz um 14:30 Uhr beginnt. Die Umsätze werden explodieren, die Volatilität ebenso. Und am Ende des Tages kann der DAX in die Richtung gelaufen sein, die man logisch begründen kann. Aber er muss nicht.

An solchen Tagen entscheidet (nicht anders ist es nach US-Notenbank-Entscheidungen und besonders wichtigen Konjunkturdaten) die Seite, die mit mehr Kapital und Entschlossenheit in diesen Kampf um die kurzfristige Tendenz gegangen ist. Die Antwort auf die Frage, wie man die Maßnahmen der EZB zu werten hat, wird dann von der Kursrichtung zurechtgebogen, nicht von der Ratio. Und wenn, wie in solchen Situationen, die Kurse die Nachrichten machen statt umgekehrt, pflegen die Medien dergleichen bisweilen groteske Begründungen des Kursgeschehens gerne willenlos zu übernehmen. Was bedeutet das für den Trader?

Nüchtern betrachtet kann die EZB ja nicht einfach heilen, was über Jahre hinweg verpfuscht wurde. Dass das Wachstum wegbricht und die Inflation so natürlich nicht an den EZB-Zielkorridor herankommt, obwohl die Zinsen am Anleihemarkt längst Extremtiefs erreicht haben, ist nicht nur die Schuld von BrExit-Chaos und Trumps Handelskrieg. Es ist die Quittung für eine in der Subprime-Krise, der Euro-Krise ebenso wie heute untätige europäische Politik.

Die EZB musste es jedes Mal alleine richten. Und EZB-Chef Mario Draghi konnte über all die Jahre immer wieder politische Unterstützung einfordern wie er wollte, sie blieb aus. Noch negativere Zinsen können nicht richten, was die jetzt schon extremen Zinslevels nicht vermögen. Aber würde man das am Aktienmarkt wirklich wahrnehmen wollen, wäre der DAX nicht seit Ende August in einem rasanten Steigflug begriffen. Und das ist der Punkt:

Am besten würde man heute fahren, wenn man die EZB-Phase am Nachmittag einfach ausblendet und allein auf das reagiert, was nach diesem unumgänglichen, hektischen Auf und Ab dann am Abend unter dem Strich steht. Wenn es die Realität wiedergeben würde, gut. Wenn nicht, ändert das nichts, denn schließlich blenden die meisten Aktienmarkt-Akteure die Risiken und negativen Nachrichten seit Wochen und Monaten aus. Das kann daher auch noch Wochen und Monate so weitergehen. Es bleibt also eigentlich nur eines: Der nüchterne Blick auf das Chartbild.

Und das sieht zwar bullisch aus, aber es ist mit einem großen „ABER“ versehen. Was besonders ins Auge fällt ist der Umstand, dass seit Anfang des Monats nur zwei Handelstage Käufe innerhalb der Handelssitzung vorweisen können. Es ging zwar regelmäßig höher mit dem Index, aber das kam durch Kurssprünge gleich zum Handelsstart zustande.

Chart auf Wochenbasis vom 11.09.2019, Kurs 12.359,07 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker Aktienempfehlungen

Der DAX setzte also immer wieder höher ein, dann aber blieben die Anschlusskäufe aus, sogenannte „Dojis“ entstanden im Chart. Das hieße zwar, dass viele Akteure immer noch nicht dabei sind und die Rallye intensivieren würden, wenn der Index nach der EZB-Entscheidung steigt, aber:

Es hieße eben auch, dass diejenigen, die den DAX gezielt mit massiven vorbörslichen Kauforders in Kurslücken gedrängt haben, mit Zitronen gehandelt hätten, wenn die erhofften Käufe der Akteure nach der EZB-Entscheidung ausbleiben. Da der DAX auf Tagesbasis bereits überkauft ist und im Bereich 12.450/12.650 Punkte einiges an charttechnischen Widerständen wartet, wird dieser Tag für die Bullen damit zu einem Schlüsselmoment.

Gelingt es, die Rallye aufrechtzuerhalten, stehen die Chancen gut, den Index auf dem dann höheren Niveau zu halten oder es sogar auszubauen, bis morgen in einer Woche der Abrechnungstermin für Futures und Optionen an der Terminbörse ansteht. Sollte das indes schiefgehen, könnte der DAX sehr schnell die Nackenlinie der inversen Schulter-Kopf-Schulter-Formation bei 11.865 Punkten wiedersehen!

Chart auf Tagesbasis vom 11.09.2019, Kurs 12.359,07 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker Aktienempfehlungen

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