Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
DAX: Trügt der schöne Schein?

Angenommen, Sie wären in einer ausweglosen Situation, würden versuchen, diese zu lösen und scheitern, so dass Ihnen Zeit und Lösungen gleichzeitig ausgehen: Würde Ihnen da nicht angst und bange?

Was die deutschen Investoren angeht, scheinen die gegen solche Empfindungen immun zu sein, denn obwohl die Abstimmung zum EU-Austrittsvertrag wie erwartet im britischen Unterhaus scheiterte, legte der DAX zu, statt zu fallen. Oder liegt der entscheidende Punkt beim Wörtchen „erwartet“?

Das könnte man so interpretieren und die Mehrzahl der Kommentatoren tut es auch. Denn es ist die einfachste Antwort darauf, wieso der Aktienmarkt nicht reagierte. Aber die einfachste Antwort muss nicht die richtige sein. Richtig ist schon, dass die zunehmende Bedrohungslage durch Handelskrieg, BrExit und jetzt den Shutdown, kombiniert mit den Problemen der Automobilindustrie, durchweg nichts Neues ist und Basis des steten Abstiegs des Jahres 2018 war.

Ob man daraus aber schließen darf, dass das negativste Szenario damit längst in den Kursen enthalten ist und jede positive Überraschung zu einer Rallye führen wird?

Hinterfragt man diesen grundsätzlich verlockenden Gedanken, kommt sofort die Frage: Wie will man etwas einpreisen, das man nicht eingrenzen kann? Immerhin ist überhaupt nicht absehbar, welche der vorgenannten Faktoren eskalieren und welche Konsequenzen das dann für die Unternehmensgewinne hierzulande hätte. Man könnte unterstellen, dass viele Marktteilnehmer ihre Positionierung angesichts dieser Risiken heruntergefahren haben, nicht wenige auch Short gegangen sind. Aber dass man damit eine nicht eingrenzbare Gefahr als „abgedeckt“ ansehen könnte, ist nicht logisch. Und immerhin sind wir gerade auf dem Weg, auf dem es schlimmer kommen könnte als gedacht:

Der Handelskrieg der USA mit China macht keine nennenswerten Fortschritte. Und selbst wenn er bald vorüber wäre: Es müssten für alle Beteiligten vorteilhafte Lösungen entstehen, womit man nicht unbedingt rechnen kann. Erst danach wird man sich in Washington gezielt der EU zuwenden. Und dass das unproblematisch abliefe oder gar für die hiesige Wirtschaft ein Gewinn wird, ist illusorisch. Und natürlich ist da dieser BrExit, bei dem die große Mehrheit der Anleger (und Politiker) erst jetzt realisiert, welche extrem kritischen Konsequenzen ein ungeregelter Ausstieg haben würde, zu dem es aber derzeit keine glaubhafte Alternative zu geben scheint. In einem solchen Umfeld nach einer Gegenreaktion nach oben die Spur zu halten, ist keineswegs etwas, womit man rechnen müsste. Gibt es also einen anderen Grund?

Den gibt es in Form des morgen anstehenden Options-Abrechnungstermins an den Terminmärkten. Diese Abrechnung dürfte viel zu dieser wundersamen Stabilität beitragen, Und das nicht nur beim DAX, sondern bei allen großen Indizes weltweit. Der Grund:

Die kapitalkräftigere Seite am Terminmarkt findet sich in der Regel auf der Seite derer, die Optionen an andere verkaufen, das sind die sogenannten „Stillhalter“. Sie machen dann einen optimalen Gewinn, wenn so viele wie möglich der von ihnen verkauften Optionen zum Abrechnungstermin wertlos auslaufen. Und das ist in der derzeitigen DAX-Konstellation dann zu erwarten, wenn der Index auf höchstmöglichem Niveau in die Abrechnung geht. Grund:

Der DAX sah sein bisheriges Tief am 27. Dezember bei 10.279 Punkten. Das war feiertagsbedingt der nächste Handelstag nach dem letzten Abrechnungstermin, der am 21. Dezember stattfand. Nicht wenige dürften da auf der Short-Seite gestanden haben und ihre Put-Optionen in die nächste Laufzeit gerollt, die Position also auf Januar verlängert haben. Müssten die Stillhalter für diese Puts nichts auszahlen, wäre das für sie perfekt.

Chart auf Wochenbasis vom 16.01.2019, Kurs 10.931,24 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Online Broker

Und solange andere Indizes ebenso laufen und das vielen Anlegern das Gefühl gibt, es sei ja nichts passiert und es würde reichen auszusteigen, wenn die anderen es auch tun, kann es in der Tat dazu kommen, dass die Lage negativer wird, die Kurse sich aber halten. Nur:

Was passiert, wenn das Interesse der Stillhalter an einem höchstmöglichen DAX-Stand wegfällt, also ab kommender Woche, wenn der morgige Abrechnungstermin Geschichte ist? Dann könnte durchaus eintreten, was viele jetzt als „vom Tisch“ wähnen: Eine Verkaufswelle, die der zusehends negativeren Gemengelage Rechnung trägt.

Einen solchen Richtungswechsel kurz nach einem Verfalltermin sieht man ja nicht selten: Außer im Dezember war das auch nach dem Abrechnungstermin des 21. September der Fall gewesen. Vorsicht daher vor voreiligen Long-Trades, zumal der DAX, Sie sehen es im Chart auf Tagesbasis, jetzt neben dem überkauften Stochastik-Oszillator auch noch die Widerstandszone 11.000/11.050 Punkte als Hemmschuh vor sich hätte.

Chart auf Tagesbasis vom 16.01.2019, Kurs 10.931,24 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Online Broker

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