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Indexanalyse:
DAX: Folgt jetzt das Quartal der Ernüchterung?

Aktuelle Analyse des DAX Index

Der Aktienmarkt jagte im zweiten Quartal einer Utopie hinterher. Die Hoffnung, die Weltwirtschaft würde die v-förmige Bewegung der Aktien unterfüttern, indem sie sich mit Hilfe der gewaltigen Geldspritzen der Regierungen und Notenbanken schnell wieder auf alte Levels zurück rettet und die Corona-Krise schnell vergessen macht, dürfte viele im April und Mai bewogen haben, ebenso hektisch wieder einzusteigen, wie man im Vorfeld verkauft hatte. Doch mit dem Ende des zweiten Quartals ist die Bilanz in dieser Hinsicht ernüchternd:

Richtig ist, dass die Pandemie in Europa vorerst eingedämmt scheint, aber das gilt nicht für die Welt insgesamt. Lagen die registrierten Neuinfektionen im April und Mai zwischen 80.000 und 100.000 pro Tag, bewegt sich diese Zahl seit Mitte Juni im Bereich zwischen 150.000 und 200.000. Und erst, wenn die Weltwirtschaft an sich wieder zur Normalität zurückgekehrt ist, wäre das für eine Exportnation wie Deutschland das Signal zum effektiven Neustart. Und auch das nur, wenn die derzeit noch sehr zurückhaltenden Verbraucher wieder Geld für größere Anschaffungen haben … und es auch ausgeben.

Der DAX ist dieser Entwicklung vorausgelaufen. Vor wenigen Wochen hätte man das noch mit „ein gutes Stück“ eingeordnet. Jetzt müsste man eher die Bezeichnung „sehr weit“ wählen. Damit wäre zu vermuten, dass die Tage dieses Mitte März losgetretenen Aufwärtstrends gezählt sind, jetzt im Sommer die Phase der Ernüchterung folgt … und damit die einer erneuten Abwärtsbewegung, die den deutschen Leitindex zurück auf einen Level drückt, welcher der Lage angemessen ist. Kommt es so?

Es ist gut möglich. Aber es ist (noch) nicht sicher. Solange der Trend an sich noch aufwärts weist, werden die technisch orientierten Trader mit Masse nicht die Seiten wechseln. Und diejenigen, die getrieben von der Hoffnung oder auch nur aus Angst, den Zug zu verpassen, in zuvor verkaufte Investments wieder eingestiegen sind, dürften erst dann in größerer Zahl wieder aussteigen, wenn es weht tut, wenn erneut Verluste zu verbuchen sind. Es mag zwar bei so manchem DAX-Titel zutreffend sein, dass man jetzt eine zweite Chance bekäme, zu tadellosen Kursen auszusteigen. Und diesmal auch noch ohne Zeitdruck und angesichts einer Gemengelage, die heute überschaubarer ist als Anfang März. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass viele Investoren solche Chancen nicht nutzen.

Man könnte daher erwarten, dass der DAX nicht kippt, solange sich nicht entweder die Rahmenbedingungen weiter zuspitzen oder aber die ersten Bären gezielte und erfolgreiche Attacken fahren. Was dann denkbar wäre, wenn sie rechnen, damit auch durchzukommen. Ersteres lässt sich nicht vorhersagen, Letzteres aber wäre jetzt durchaus denkbar. Denn in den vergangenen Wochen war auffällig, wie stur der DAX Rücksetzer wieder aufholte. Und die Käufe wirkten nicht, als könnten sie alleine auf der verbissenen Hoffnung einfacher Anleger beruhen.

Da dürfte zuletzt der „dreifache Hexensabbat“, die Abrechnung der Optionen und Futures am Terminmarkt, eine tragende Rolle gespielt und den Staffelstab an das „Window Dressing“ der institutionellen Investoren zum Halbjahresultimo weitergegeben haben. Unter „Window Dressing“ versteht man die werbewirksame Optimierung der Portfolios und Performances zu einem Quartalsende, die laufende Trends meist intensiviert. Aber nicht nur der „Hexensabbat“ ist jetzt vorüber, heute endet auch dieses erste Halbjahr. Werden die Anleger wirklich auf diesen Zug aufspringen und weiter kaufen, weil der DAX suggeriert, dass die Krise und damit das Risiko einer erneuten Verkaufswelle vorbei sind?

DAX Chart auf Monatsbasis vom 29.06.2020, Kurs 12.232,12 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Das werden die kommenden Tage zeigen. Gerade die ersten zwei, drei Handelstage eines neuen Quartals sind da richtungweisend. Denn wenn den großen Fonds, Pensionskassen und Versicherungen zur Halbjahreswende viel Geld seitens der Sparer zugeflossen ist, wird das gerne zeitnah investiert. Sollte der DAX in der zweiten Wochenhälfte nicht deutlich vorankommen, womöglich sogar unter Druck geraten, wäre das „Window Dressing“ verpufft und für das bärische Lager eine Basis geschaffen, um aktiv zu werden.

Eine bärische Attacke, auf die man als Trader reagieren müsste, wäre dann gegeben, wenn der Index sein derzeitiges Ringen um die im Chart auf Tagesbasis dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie verliert und mit Schlusskursen unter 11.596 Punkten nicht nur aus seinem März-Aufwärtstrendkanal herausfallen, sondern auch noch das Verlaufstief des Junis unterbieten sollte. Käme es so, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das dritte Quartal 2020 in der Tat zu einem Quartal der Ernüchterung wird.

DAX Chart auf Tagesbasis vom 29.06.2020, Kurs 12.232,12 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

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