Börsenblick

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Aktienanalyse:
Aumann: Vorsicht, fallendes Messer

Von einem Rekordhoch bei 95,48 Euro auf das gestern durch einen Kurseinbruch von 18,54 Prozent verursachtes Rekordtief von 14,50 Euro in weniger als zwei Jahren, das ist ein dramatischer Abstieg. Und dass ausgerechnet bei einem Unternehmen, von dem man dachte, dass ihm die Zukunft gehört. Denn die Aumann AG baut Spezialmaschinen für den Bereich der Elektromobilität.

Ein potenziell riesiger Markt, mag sein. Aber ganz offensichtlich trifft die Schwäche am Automobilmarkt auch den Bereich der Elektrofahrzeuge. Denn Aumann meldete am Dienstagabend nach Handelsende einen enttäuschenden Auftragseingang von nur 85 Millionen Euro im ersten Halbjahr und senkte daraufhin die Gesamtjahresprognose. Die neue Prognose sieht den Umsatz für 2019 zwischen 240 und 260 Millionen Euro (Analystenprognose bisher im Schnitt bei 300 Millionen) und den Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) bei 22 Millionen (Konsensprognose zuvor 29 Millionen).

Vor weniger als zweieinhalb Jahren erst war die Aumann AG an die Börse gegangen, startete damals um 48 Euro. Heute ist, nachdem sich der Kurs zeitweise verdoppelt hatte, gerade noch ein Drittel dieser ersten Kurse übrig. Wie ist das möglich, in einer solchen Branche wie der Elektromobilität?

Expertenmeinung: Aumann trifft das Schicksal eines Zulieferbetriebs, der auch noch Investitionsgüter herstellt und keine Mengenverbrauchsgüter. Was übrigens dazu führte, dass ein vergleichbares Unternehmen in einer anderen Branche, der Chipindustrie-Zulieferer Aixtron, gleich mit in die Knie ging. Denn das Problem dieser Unternehmen ist, dass man dort Investitionsgüter für Unternehmen herstellt, die stark konjunkturabhängig sind.

Wenn bei den Autobauern oder den Chipherstellern die Umsätze wackeln oder auch nur die Gewinnmargen unter Druck kommen, werden die Bestellung bzw. der Kauf solcher Maschinen und Anlagen umgehend auf der Zeitachse verschoben, womöglich ganz storniert. Und natürlich wird als erstes versucht, den Preis zu drücken. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass Zulieferer wie Aumann eine Grippe bekommen, wenn die großen Automobilhersteller nur einen leichten Schnupfen kriegen.

Das bedeutet auch, dass eine moderate Erholung der Lage bei der Automobilbranche umgehend zu einer deutlichen Belebung des Auftragseingangs bei Aumann führen könnte. Aber solange es dafür noch keine Hinweise gibt, sollte man vorsichtig sein, denn es wäre nicht das erste Mal, dass Aktien des Maschinenbausektors lange und massive Abwärtstrends erleben würden. Unser Chart auf Wochenbasis, der die Aktie seit ihrem Börsendebüt zeigt, gibt noch keine Indikation für eine mögliche Einstiegschance. Es wäre unbedingt ratsam, nicht ins fallende Messer zu greifen, sondern eine solide Bodenbildung abzuwarten, so „billig“ Aumann nach diesem Abverkauf auch scheint.

Chart vom 11.07.2019, Kurs 14,50 Euro, Kürzel AAG | LYNX Aktienempfehlungen

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