Volkswagen Vz. Aktie aktuell Volkswagen: Endlich frei! Ziel 187 Euro?

News: Aktuelle Analyse der Volkswagen Vz. Aktie

von |
In diesem Artikel

Volkswagen Vz.
ISIN: DE0007664039
|
Ticker: VOW3 --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Volkswagen Vz. Aktie

Der Volkswagen-Konzern meldete am Freitag, dass der bereinigte operative Gewinn im abgelaufenen Jahr nach vorläufigen Berechnungen bei rund zehn Milliarden Euro liegen werde. Das ist kaum mehr als die Hälfte der 19,3 Milliarden Euro, die 2019 erreicht wurden. So klingt das ernüchternd, das ist es aber nicht. Denn ursprünglich hatten die Analysten – und wie die Reaktion der Aktie zeigt, auch die Anleger – ein deutlich schwächeres Ergebnis erwartet. Weitere Daten kamen zwar nicht, die will VW zusammen mit einem Ausblick auf 2021 dann Ende Februar vorlegen. Aber wichtig war der Hinweis, dass es vor allem das vierte Quartal gewesen ist, das für diese, relativ gesehen, starken Ergebnisse sorgte. Das klingt nach einem Schwung, den man womöglich ins neue Jahr mitnehmen könnte.

Dabei muss man dieses Ergebnis im Verhältnis zu den vorangegangenen Jahren sehen. Dass Daimler avisierte, 2020 in etwa auf demselben Gewinn-Level wie 2019 zu landen, klingt zwar, als habe man dort weitaus besser auf die Krise reagiert. Aber Daimlers Gewinn war 2018 und 2019 bereits deutlich in die Knie gegangen. Nimmt man das „Rekord-Autojahr“ 2017 als Referenz, hiesse das für Daimler, dass der Gewinn 2020 ca. 75 Prozent unter dem des Jahres 2017 hereinkäme, beim VW-Konzern sind es 2017 zu 2020 aber nur -40 Prozent, weil VW den Gewinn 2018 und 2019 weiter steigern konnte, Daimler nicht. Und diese relative Stärke kann die Basis sein, um in diesem und den kommenden Jahren richtig Schwung in die Gewinne zu bekommen. Das war es, was die Marktteilnehmer am Freitag honoriert hatten.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Volkswagen Vz. Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Und damit ist endlich gelungen, was zuvor wochenlang nicht funktionieren mochte: Der Ausbruch aus der Seitwärtsrange, in der die Aktie seit Juni gefangen war. Seit November wurde ein Ausbruchsversuch nach dem anderen abgewiesen. Es gelang nur, diese Widerstandszone 152,90/155,54 Euro minimal nach oben auf 152,90 zu 157,50 Euro zu erweitern. Doch bereits am Donnerstag gelang der Ausbruch. Da meldete der Konzern, dass man mit einem Anteil von 25 Prozent bei den vollelektrischen Fahrzeugen Marktführer in Europa sei. Jetzt sah die Aktie durch diese Vorab-Meldung des operativen Ergebnisses Anschlusskäufe. Dass der Kurs das Tageshoch nicht halten konnte, ist dabei eher kein böses Omen, denn dass einige nach einer derart starken Handelswoche, die VW jeden Tag einen Kursgewinn einbrachte, zum Wochenschluss ein paar Gewinne mitnehmen, ist nur normal.

Jetzt wäre der Weg aus charttechnischer Sicht bis an das 2020er-Verlaufshoch bei 186,84 Euro frei. Ob es gelingt, dieses Kursziel schnell und unmittelbar anzusteuern und womöglich sogar zu überwinden oder sich das eine Zeitlang hinzieht, lässt sich nicht vorab einschätzen. Was man aber klar festhalten kann ist: Für Short-Trades wäre die VW Vorzugsaktie jetzt erst einmal die völlig verkehrte Adresse. Und der vormalige, hartnäckige Widerstandsbereich 152,90/157,50 Euro hat sich durch den Befreiungsschlag in eine entscheidende Supportzone verwandelt. Ein Rücksetzer in diese Zone, d.h. ein Pullback an den Ausbruchslevel, wäre damit jederzeit denkbar, würde aber, solange diese in Kürze noch durch die heute bei 152 Euro ankommende 20-Tage-Linie verstärkte Zone hält, nur eine Bestätigung des Ausbruchs bedeuten.

Volkswagen AG: Vz-Aktie: Chart vom 22.01.2021, Kurs 165,08 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Sie möchten vor Börsenstart über spannende Aktien informiert werden?

Wir beobachten für Sie regelmässig die interessantesten Aktien am Markt. Die Besten stellen wir Ihnen jeden Morgen kostenfrei im LYNX Börsenblick vor. Aktuell ermöglichen wir so über 30.000 Lesern täglich einen schnellen Überblick über die spannendsten Aktien.

Machen Sie sich selbst ein Bild und abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter Börsenblick oder einen anderen auf unserer Seite Börsennews.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Volkswagen Vz. Aktie

Das wäre eine Chance für die Bullen gewesen, Flagge zu zeigen. Wenn die Zahlen, die der Volkswagen-Konzern am Mittwochmorgen vorlegte, gut genug gewesen wären, wäre es wohl auch zu kräftigen Käufen gekommen, womöglich hätte es auch für einen charttechnischen Befreiungsschlag gereicht, indem die Aktie endlich die so oft vergebens belagerte Widerstandszone 153/157,50 Euro überwunden hätte. Aber die Zahlen waren eben nicht gut.

Der Konzern legte die Auslieferungen für das Jahr 2020 vor. Konzernweit wurden 2020 15,2 Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahr. Von den 9,31 Millionen Fahrzeugen wurden sagenhafte 3,85 Millionen in China ausgeliefert, daran sieht man, wie unendlich entscheidend dieser Markt für Volkswagen geworden ist. Nur auf China bezogen lag das Minus bei 9,1 Prozent, obwohl das Thema Corona in China ja längst vom Tisch sein soll. Das ist eine erhebliche Scharte, die da im Jahr 2020 geschlagen wurde.

Und auch, wenn die Lage im Dezember besser war als auf das Gesamtjahr gesehen, gut ist sie bei weitem noch nicht. Konzernweit lagen die Auslieferungen im Dezember um 3,2 Prozent unter denen des Vorjahresmonats. Aber gerade in China sah es im Dezember mit einem Minus von 9,5 Prozent besonders düster aus. Angesichts dieser Zahlen ist es schon als eine Leistung zu betrachten, dass die Aktie am Mittwoch nur 0,66 Prozent nachgab, aber:

Expertenmeinung: Jetzt müsste das bullische Lager zusehen, dass sich der Kurs stabilisiert. Die Chance wäre deswegen gegeben, weil damit noch keine Indikation vorliegt, wie sich die Gewinne gestalten. Schliesslich hat auch VW im Zuge der Corona-Krise schnell umfassende Massnahmen ergriffen, damit der Umsatzrückgang nicht voll auf die Rendite des konzerns durchschlägt. Daimler hat es nach eigenen Angaben geschafft, den Gewinn trotz eines Rückgangs beim Absatz auf Vorjahresniveau zu halten. Denkbar ist durchaus, dass VW ähnliches gelingt, wobei man hoffen muss, dass die Anleger die Ergebnisse auch richtig einordnen, denn:

Man darf nicht übersehen, dass der Gewinn bei Daimler vor 2020 bereits zwei Jahre deutlich gefallen war, bei VW hingegen 2018 und 2019 gestiegen ist. Daimler hat also den Gewinnlevel eines schlechten Jahres gehalten. VW kann ein solches Kunststück nicht schaffen, weil sich der Gewinn auf viel höherem Niveau bewegte. Man darf vermuten, dass das Unternehmen Vorab-Bilanzdaten liefern wird, sobald diese vorliegen. Aber bis dahin müssten die Bullen eben durchhalten, um zu verhindern, dass das jüngste Scheitern an der Widerstandszone 153/157,50 Euro zusammen diesen ernüchternden Daten zu den Auslieferungen dazu führt, dass die Aktie an das untere Ende der Handelsspanne der vergangenen acht Monate im Bereich 123/125 Euro abrutscht.

Solange es gelingt, die Vorzugsaktie nahe der Zone 153/157,50 Euro zu halten, könnten überzeugende Vorab-Zahlen zum vierten Quartal die Bullen wieder in Marsch setzen. Und wenn dieser hartnäckige Widerstand auf Basis ermutigender Ergebnisse und einer optimistischen Perspektive erst genommen wäre, wäre nach oben sicherlich einiges möglich. Der Haken ist das zu oft auftauchende Wörtchen „wenn“. Daher wäre es ratsam, erst dann auf der Long-Seite einen Gang höher zu schalten, wenn aus bullischen Hoffnungen bullische Fakten geworden sind, indem die Aktie die Zone 153/157,50 Euro wirklich bezwungen hat.

Chart vom 13.01.2021, Kurs 144,80 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Der Chart zeigt es: Die VW-Vorzugsaktie ist auf dem Sprung, sich aus dem monatelangen Seitwärtstrend zwischen 123/125 Euro auf der Unterseite und der Widerstandszone 153/156 Euro nach oben abzusetzen. Und der Chart zeigt ebenso, dass darüber erst einmal keine zwingenden Widerstandslinien warten würden. Eigentlich könnten die bullischen Trader also gleich das Jahreshoch von 186,84 Euro anpeilen, welches die Aktie am 10. Januar markiert hatte.

Falls dieser Ausbruch gelingt, das sollte besser erst einmal auf Schlusskursbasis und signifikant vollzogen sein, immerhin ist die Aktie jetzt an der entscheidenden Hürde dran, aber noch nicht drüber … und die Markttechnik, hier im Chart der Stochastik-Oszillator, ist derzeit überkauft. Aber was, wenn es gelingt? Was ist dann nach oben drin? Dieses bisherige Jahreshoch? Oder womöglich noch mehr? Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt zwar momentan „nur“ bei 170 Euro, das höchste jedoch bei 195 Euro. Und wenn eine Aktie erst einmal genug Aufwärts-Momentum aufgebaut hat, warum nicht gleich am höchsten Kursziel orientieren?

Expertenmeinung: Eine solche Denkweise wäre ja keineswegs ungewöhnlich. Und ein signifikanter Ausbruch aus dieser Handelsspanne dürfte neue Käufer anlocken und so manchen dann geschlagenen Leerverkäufer motivieren, die Seiten zu wechseln. Aber das wird schwierig, wenn die Unternehmensgewinne nicht mitspielen. Kurzfristig gegen rückläufige Gewinne „anzukaufen“, das kann funktionieren. Aber nicht, wenn sich die Akteure ein, zwei oder mehr Jahre gedulden müssten, bis sich bei der Aktie wieder ein attraktives Verhältnis zwischen Kurs und Gewinn pro Aktie einstellen würde. Und denkbar ist es eben sehr wohl, dass das bei Volkswagen länger dauern wird.

Derzeit erwartet man nicht, dass die Gewinne des Konzerns 2021 an die des Jahres 2019 heranreichen werden. 2022 wäre das für einige Experten drin, vorher würde es zumindest schwierig. Denn ob ein Ende der Pandemie-Einschränkungen durch flächendeckende Impfungen automatisch dazu führt, dass die Konsumenten umgehend wieder grössere Anschaffungen tätigen, ist zumindest offen. Die hohe Verschuldung in Kombination mit der grösseren Unsicherheit seitens der Arbeitsplätze könnten die Menschen vorsichtiger stimmen, was ein Unternehmen wie Volkswagen auf dem Weg zurück zu alter Ertragsstärke bremsen würde.

Sollte die Aktie jetzt nach oben davonziehen, wäre das daher eine recht grosse Hypothek auf die Zukunft. Was kein zwingender Hinderungsgrund wäre, dass die Bullen nicht trotzdem kräftig zulangen, aber es würde bedeuten, dass das Enttäuschungs- und damit das Rückschlagpotenzial grösser wäre, als würde eine solche Rallye von einer günstigen Bewertung und solide steigenden Umsätzen und Gewinnen begleitet.

Volkswagen Vorzugsaktie: Chart vom 24.11.2020, Kurs 156,00 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die beiden deutschen Automobilwerte Daimler und BMW befinden sich schon seit geraumer Zeit wieder im Rallyemodus und weisen jeweils klare Aufwärtstrends aus. Bei Volkswagen scheint noch etwas Sand im Getriebe vorhanden zu sein, denn von einem Aufwärtstrend sind wir vorläufig noch ein gutes Stück entfernt. Hierzu müsste die Aktie das Pivot-Hoch von September brechen, welches gut zehn Prozent höher notiert. Doch die Bullen haben bereits jetzt eine gute Chance, um das Ruder zu übernehmen. Bei 140 EUR hat sich ein recht hartnäckiger Widerstand gebildet, welcher darauf wartet, gebrochen zu werden. Schlusskurse über diesem Niveau würden frische Kaufsignale mit sich bringen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Ebene noch diese Woche gebrochen werden kann.

Expertenmeinung: Unsere Aussichten auf Volkswagen bleiben vorläufig auf der bullischen Seite. Die Chancen auf einen Ausbruch in Richtung Norden stehen gut. Besonders attraktiv ist der Washout zum Ende der vorigen Woche. Hier wurden zahlreiche schwache Hände aus dem Markt geschüttelt. Häufig sehen wir solche kurzen und heftigen Bewegungen nach unten, kurz bevor neue Rallyes gestartet werden können. Eine Eigenschaft des Marktes, welche wir recht häufig beobachten können. Als nächstes wäre dann wohl eine Rückkehr zu den jüngsten Zwischenhochs im Bereich von 153 bis 155 EUR anzuvisieren. Eine wichtige Unterstützung befindet sich bei 130 EUR, welche nicht nach unten gebrochen werden sollte.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 20.10.2020 Kurs: 138.42 Kürzel: VOW3 | Online Broker LYNX

In wenigen Tagen dürften die Absatzzahlen des VW-Konzerns für den September eintreffen. Ende des Monats stehen dann zudem die Quartalsergebnisse an. Das werden Nagelproben für die hier ohnehin schon langsam unruhig werdenden Bullen. Denn bisher zeigen die Zahlen noch nichts davon, dass sich die Lage schnell wieder normalisieren würde. So lagen die Konzern-Auslieferungen im August 6,6 Prozent unter denen des Vorjahresmonats. Und gerechnet auf die ersten acht Monate 2020 insgesamt belief sich das Minus bei den ausgelieferten Fahrzeugen zum Vergleichszeitraum 2019 auf satte 21,5 Prozent.

VW strebt zwar trotzdem an, das Gesamtjahr in der Gewinnzone abzuschliessen. Aber ob es für die von den Analysten im Schnitt prognostizierten 8,30 Euro (nach 28,28 Euro im Jahr 2019) reichen wird, ist völlig offen. Zumal: Die ohnehin vage Prognose des VW-Konzerns ist, das wurde in Wolfsburg selbst so kommuniziert, unverändert mit erheblichen Unsicherheiten belastet. Grundsätzlich sind die meisten Analysten zwar für die Aktie optimistisch. Aber die Anleger ziehen bislang nicht mit. Sie wollen positive Fakten sehen, keine positiven Erwartungen. Und so wundert es nicht, dass die Schweizer UBS zwar ihr Kursziel für die VW-Vorzugsaktie am Donnerstagmorgen von 180 auf 190 Euro anhob, was nahezu das obere Ende der Spanne der Analysten-Kursziele markiert, die Aktie aber trotzdem zu den grossen Tagesverlieren im DAX gehörte.

Expertenmeinung: Diese Schere zwischen optimistischen Analysten und eher skeptischen Investoren dürfte auch darauf basieren, dass die Hoffnung, die Bundesregierung würde die Autobauer gezielter und umfassender durch eine Prämie auf Neufahrzeuge mit Benzin- und Dieselantrieb unterstützen, immer geringer wird. Auf der VW-Aktie mag zudem lasten, dass sich Daimler unlängst sehr optimistisch geäussert hatte, man beim VW-Konzern bislang aber sehr vorsichtig bleibt. Das hat dazu geführt, dass die VW-Vorzugsaktie, die bis Januar noch sehr stark gelaufen war, ihre Erholung vom März-Tief weit unterhalb der Januar-Hochs beendete und in eine Seitwärts-Range einschwenkte, die zu einem Topp würde, sollte der Kurs nach unten aus dieser Handelsspanne zwischen 125 und 155 Euro herausrutschen.  

Die zunehmende Skepsis war am Donnerstag mit Händen zu greifen … und das Minus des Tages trieb den Kurs näher an die untere Begrenzung der monatelangen Handelsspanne heran. Trotzdem sollte man die Bullen nicht abschreiben, bevor der Ausbruch nach unten eindeutig vollzogen wurde. Denn immerhin kriegte man auch im Juni und August wieder die Kurve nach oben. Es ist zwar kein unbedingt gutes Zeichen für die bullischen Akteure, dass die Aktie jetzt bereits weit unterhalb der oberen Begrenzung der Handelsspanne, konkret auf Höhe des Kreuzwiderstands aus 20-Tage- und 200-Tage-Linie, nach unten abgewiesen wurde. Aber sollte VW in der kommenden Woche ermutigende September-Verkaufszahlen liefern, könnte das per heute negativer gewordene Bild schnell wieder ins Positive umschlagen.

Chart vom 15.10.2020, Kurs 134,92 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX

In Sachen Performance-Optimierung zum Quartalsende (Window Dressing) bestand bei der VW-Vorzugsaktie diesmal kein Handlungsbedarf, denn dieses jetzt beendete dritte Quartal war für die Aktie eine absolute Nullnummer. Bei 134,94 Euro endete das zweite Quartal, bei 137,40 Euro das dritte … das war zu wenig, um die institutionellen Anleger zu motivieren, hier gezielt noch ein wenig zu „ziehen“. Was auch daran gelegen haben dürfte, dass die Aktie im ganz kurzfristigen Zeitfenster eine relative Schwäche zum DAX zeigte.

Denn der Kurs war zwar am Montag vergangener Woche mitsamt dem DAX kräftig unter die Räder gekommen, doch die Aufholbewegung des Index ging an der Volkswagen-Aktie dann vorbei. Was am Mittwoch auch daran gelegen haben mochte, dass VW zwar die bisherige 2020er-Prognose (massiv gedrückter Gewinn, aber zumindest schwarze Zahlen) bestätigte, das ifo-Institut aber Wasser in den Wein goss. Dort hiess es, dass sich die deutsche Automobilindustrie sehr langsam erholen würde. Die Verbesserung bestehe bislang nur darin, dass die Lage jetzt schlecht und nicht mehr katastrophal sei. Nicht gerade eine Motivation, um ausgerechnet an einem solchen Tag bei den Auto-Titeln zuzugreifen. Aber wie geht es weiter? Charttechnisch betrachtet ist die Ausgangslage durchaus spannend:

Expertenmeinung: In einem Seitwärtstrend wie diesem, der bereits über vier Monate anhält, baut sich Druck auf. Kurzfristige Trader positionieren sich, je stabiler die Handelsspanne wird, gerne antizyklisch und platzieren die Stop Loss solcher Positionen knapp ausserhalb der Handelsspanne, um den Verlust im Fall eines Ausbruchs eng zu begrenzen. Das führt dazu, dass ein solcher Ausbruch sehr stark und schnell vonstattengehen kann, weil diese Stop Loss-Orders die Bewegung noch intensivieren. Und natürlich werden dann auch diejenigen, die sich bei der VW-Aktie eben wegen dieser auf mittelfristiger Ebene fruchtlosen Seitwärtsbewegung herausgehalten haben, dann auf den Zug aufspringen, egal, ob es die Ober- oder die Unterseite der Range ist, durch die der Kurs hindurchgeht.

Die Ankerpunkte, deren Kreuzen endlich wieder eine mittelfristige Trendbewegung initiieren würde, lassen sich gut umreissen. Auf der Oberseite ist es die Zone 148,88/155,54 Euro, die es auf Schlusskursbasis zu bezwingen gälte. In diese Zone war die Aktie in der ersten Septemberhälfte hineingelaufen, „verhungerte“ dort aber und fiel in die Handelsspanne zurück. Dass dabei die 200-Tage-Linie ebenso unterboten wurde wie die 20-Tage-Linie, ist in einer Seitwärtsbewegung wie dieser, in der die gleitenden Durchschnitte sukzessiv in eine stabile Seitwärtslage übergehen, kein Vorteil für die Bären. Zumal der aus der überverkauften Zone heraus kurz vor einem Kaufsignal stehende Stochastik-Oszillator ein entsprechendes Gegengewicht bietet. Erst, wenn die untere Begrenzung dieser Handelsspanne, die Zwischentiefs von Ende Mai, Ende Juni und Ende Juli mit Schlusskursen klar unter 125 Euro durchschlagen wäre, hätte das Bären-Lager dieses monatelange Ringen für sich entschieden. Eine Konstellation, die man auf jeden Fall im Auge behalten sollte.

Chart vom 30.09.2020, Kurs 137,40 Euro, Kürzel VOW3 | Online Broker LYNX