Salzgitter Aktie Prognose Salzgitter und Thyssenkrupp: Explodierende Gewinne und sinkende Kurse

News: Aktuelle Analyse der Salzgitter Aktie

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Salzgitter
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Die Rahmenbedingungen sind derartig vorteilhaft, dass Salzgitter und Thyssen Rekordgewinne einfahren könnten. Warum sinken dann die Kurse?

Skepsis

Man sollte seine Anlageentscheidungen nicht aufgrund von Ratings treffen. In der Regel laufen die Kursziele den Kursen hinterher und nicht umgekehrt.

Auf der anderen Seite sind die jeweiligen Analysten in der Regel auch nicht auf den Kopf gefallen.
Den meisten unter ihnen dürfte vollkommen klar sein, dass die kurzfristige Ausrichtung von Ratings und Kurszielen nicht zielführend sind.
Den meisten dürfte auch vollkommen klar sein, wie es mittel- bis langfristig um die meisten Unternehmen stehen dürfte.

Es hagelt Downgrades

JPMorgan und Barclays äusserten sich letzten Freitag skeptisch zu den mittelfristigen Aussichten bei einer ganzen Reihe von Unternehmen, teilweise wurden die Kursziele deutlich reduziert.

In der am letzten Freitag vorgelegten Branchenstudie sehen die Analysten der US-Bank JPMorgan das „Risiko einer drohenden Gasrationierung in Europa“ für Voestalpine, Thyssenkrupp und Salzgitter die grössten Gefahren.

Barclays verwies in Bezug auf ThyssenKrupp und andere Rohstoffwerte auf einen „zunehmenden Margendruck bei steigenden Kosten“.

Ich nehme an, dass einige von Ihnen inzwischen schmunzeln werden. Womöglich, weil wir seit Jahren ganz speziell und immer wieder vor Thyssen oder Salzgitter gewarnt haben oder womöglich auch, weil wir in den letzten 6-8 Wochen mehrfach und explizit vor diesen Sektoren gewarnt haben.

Easy

Die Raison war simpel. Hier ein Auszug aus einer Analyse vom 10. Juni (Link):

Genau die Sektoren und Branchen, die die Mehrheit gerade nicht haben möchte, sind langfristig am interessantesten, dort findet man die Schnäppchen.

Denn die Sektoren, die gerade in Mode und beliebt sind, ändern sich ständig. Jeder Sektor steht mal an der Spitze und ist dann wieder Schlusslicht.

Auf Sicht von einem Jahr stehen Rohstoff- und Energiewerte sowie Versorger ganz oben. Diese Sektoren wurden also gekauft und Anleger haben sich hier positioniert.

Wer an der Börse ausserordentliche Erfolge feiern möchte, kann sich schlecht dort positionieren, wo bereits eine Rallye stattgefunden hat und worauf die Masse gerade ihre Aufmerksamkeit aufwendet.
Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Noch immer zu kurz gedacht

Am Ende des Tages sind die vorgebrachten Argumente gegen Thyssen oder Salzgitter aus meiner Sicht aber noch immer zu kurz gedacht.

Die angesprochenen Unternehmen dürften im Falle einer Gas-Rationierung vor enormen Herausforderungen stehen, aber das wären im Zweifelsfall nur ein vorübergehendes Problem.

Viel wichtiger ist zu erkennen, ob sich ein Unternehmen übergeordnet, also abseits von temporären Themen, im Aufwind befindet oder nicht.

Um das herauszufinden, gibt es keinen einfacheren, schnelleren und sicheren Weg als den Blick in den Trackrecord.
Beginnen wir mit Salzgitter.

Man muss nur die Augen öffnen

Der Umsatz ist heute niedriger als vor zehn Jahren. Bereits dieser erste Datenpunkt bringt also erhebliche Probleme mit sich.
Wie sollen die Kurse nachhaltig steigen, wenn keinerlei Wachstum stattfindet?

Aber machen wir weiter. Es wäre ja möglich, dass sich die Profitabilität erheblich verbessert hat, massive Buybacks stattgefunden haben oder etwas anderes.

Die Realität sieht aber so aus, dass Salzgitter in der letzten Dekade in 5 von 10 Jahren unprofitabel war und in Summe kein Geld verdient hat. Spätestens an diesem Punkt sollte klar sein, dass das Unternehmen strukturelle Probleme hat.

Chart vom 11.07.2022 - Kurs: 22,80 Kürzel: SZG - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 11.07.2022 – Kurs: 22,80 Kürzel: SZG – Wochenkerzen

An diesem Punkt bleibt einem als Anleger wohl nur die Hoffnung, dass Salzgitter in der aktuellen Ausnahmesituation so viel Geld verdient, dass man all die Löcher stopfen kann.

Als langfristiger Investor stellt sich aber selbst dann die Frage: Was kommt danach?

Darf man den zuvor zitierten Analysten Glauben schenken, dürfte der Gegenwind in der zweiten Jahreshälfte wieder zunehmen.
Den Prognosen zufolge soll der Gewinn spätestens im kommenden Jahr regelrecht implodieren (um etwa 60% sinken).

Warum sollte der Kurs mit Blick auf diese negativen Vorzeichen nachhaltig steigen?

Wir könnten uns noch eingehend mit Thyssen beschäftigen, aber unter dem Strich ist die Situation ähnlich.
Übergeordnet rückläufige Umsätze und Probleme mit der Profitabilität. Der Gewinn dürfte im kommenden Jahr wieder deutlich sinken. Obendrein sind die Prognosen wahrscheinlich zu optimistisch.

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Stabilität in stürmischen Zeiten. Bei LYNX selbstverständlich.

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Vorherige Analysen der Salzgitter Aktie

Am Donnerstag machte die Aktie des Stahlkonzerns Salzgitter einen Riesensatz nach oben und steuerte auf das bisherige Jahreshoch zu. Am Freitag jedoch ging es nach kurzzeitigem Plus kräftig abwärts. Bemerkenswert war, welche Nachrichten zeitgleich hereinkamen.

Die Rallye der Salzgitter-Aktie am Donnerstag hing mit der Meldung über die deutsche Rohstahlproduktion im März zusammen. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl meldete einen Produktionsrückgang um knapp 12 Prozent gegenüber März 2021. Das wurde deswegen positiv gewertet, weil das in diesem wirtschaftlich kritischen Umfeld und der dramatischen Lage am Energiemarkt immer noch als gut angesehen werden könnte, zumal das Minus durch massiv höhere Preise kompensiert wird. Wobei China im März laut zehn Tage zuvor hereingekommenen Meldungen im März 5,4 Prozent mehr Stahl produziert hat.

Doch der Kurssprung des Donnerstags um 6,9 Prozent wurde am Freitag fast komplett zurückgenommen. Die Aktie sackte, nachdem sie zeitweise über das Vortageshoch gestiegen war, um 6,4 Prozent weg. Und das als Reaktion auf die am Freitag unangekündigt vorgelegten, vorläufigen Ergebnisse des ersten Quartals, die auf den ersten Blick herausragend wirkten und auch noch mit einer Anhebung der Gewinnprognose einhergingen. Seltsam?

Expertenmeinung: Nicht unbedingt, denn da konnte man durchaus Haare in der Suppe finden. Salzgitter meldete für das erste Quartal einen gegenüber dem Vorjahresquartal (117 Millionen) drastisch gestiegenen Vorsteuergewinn (EBT) von 465 Millionen Euro. Der Umsatz stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2021 um 60 Prozent. Was aber nicht an einer massiv gestiegenen Produktion, sondern den massiv gestiegenen Preisen lag. Was einem als Anleger eigentlich egal sein könnte, aber:

Für das Gesamtjahr hob Salzgitter die EBT-Prognose nur auf eine Spanne zwischen 750 und 900 Millionen Euro an. Und das, obwohl schon im ersten Quartal die „halbe Miete“ zur Obergrenze der Gesamtjahresprognose erzielt wurde? Ja, weil die Energiekosten seit Jahresbeginn massiv gestiegen sind und man nicht absehen kann, wie es mit der Energieversorgung und möglichen Sanktionsfolgen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt weitergehen wird. Salzgitter goss da selbst Wasser in den Wein, indem man darauf hinwies, dass die Vorsteuergewinn-Prognose auf Basis der aktuell geltenden Rohstoff- und Energiekosten und Stahlpreise erstellt wurde und voraussetzt, dass Erdgas als Energieträger der Produktion weiterhin uneingeschränkt verfügbar bleibt.

Das brachte offenbar einige dazu, die Gewinne des Vortages zu nutzen, um hier zu guten Kursen Gewinne mitzunehmen. Und das ist angesichts der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, denen die Gewinnperspektive unterliegt, auch nachvollziehbar. Da die Aktie dadurch einen Anlauf an das bisherige, Ende März bei 48,76 Euro erreichte Jahreshoch abgebrochen hat und damit ein tieferes Zwischenhoch entstanden ist, ist die Chance, dass die Käufer umgehend zurückkommen, nicht allzu hoch. Vor allem, nachdem jetzt potenziell kurstreibende Nachrichten auf dem Tisch sind und erst einmal nichts Neues nachkommt. Sollte die Salzgitter-Aktie daraufhin weiter nachgeben und mit Schlusskursen unter 37,60 Euro die Kreuzunterstützung aus dem April-Verlaufstief und der Januar-Aufwärtstrendlinie brechen, sollte man daher unbedingt erwägen, die Reissleine zu ziehen.

Salzgitter-Aktie: Chart vom 22.04.2022, Kurs 42,14 Euro, Kürzel SZG | Online Broker LYNX

Der Kurs von Salzgitter hat sich seit dem Corona-Crash vervielfacht. Wer diese Rallye mitgemacht hat, kann sich freuen.
Aus technischer Sicht trübt sich die Lage aber zunehmend ein. Es wäre gut möglich, dass die Rallye ein Ende gefunden hat.

Wir haben es bereits mit einer Reihe von fallenden Hochs zu tun. Den Bullen ist also eindeutig die Puste ausgegangen.
Helfen würde nur ein Ausbruch über 32,50 Euro.

Chart vom 10.11.2021 Kurs: 30,30 Kürzel: SZG - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.11.2021 Kurs: 30,30 Kürzel: SZG – Tageskerzen

Fällt die Aktie hingegen unter 30,00 Euro, kommt es zu einem Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 29,20 und 28,00 Euro.
Rutscht Salzgitter unter 27,50 Euro, trübt sich das Chartbild zunehmend ein.

Wäre die Aktie ein langfristiger Outperformer, müsste man nun nicht gleich den Notausgang suchen. Das ist aber nicht der Fall.

Salzgitter hat seit Jahren anhaltende Probleme. In der letzten Dekade ist es sukzessive abwärts gegangen.
Der Umsatz ist von 10,09 auf 7,09 Mrd. Euro eingebrochen. Die operative Marge tendiert selbst in guten Zeiten in Richtung null.

Daher war man in sechs der letzten zehn Jahre unprofitabel.

Das zeigt eindeutig, dass die Probleme im Vorjahr nicht auf Corona zurückzuführen waren. Tatsächlich war der Verlust mit -277 Mio. Euro kaum grösser in den zwölf Monaten zuvor. Damals hatte man einen Verlust von -241 Mio. Euro eingefahren.

Gleiches gilt auch für die zuletzt wieder deutlich besseren Geschäftszahlen. Sie sind nach den Worten von Salzigtter selbst auf die “anhaltend gute Preis- und Nachfrageentwicklung” zurückzuführen. Hausgemacht ist der Erfolg also nicht. Man entwickelt sich gemeinsam mit dem Markt, aber auch nicht mehr.

Früher oder später wird das geschäftliche Umfeld wieder zum Normalbetrieb zurückkehren und das gilt dann auch für die Zahlen und den Kurs von Salzgitter. Die Aktie wird sich so entwickeln, wie sie es auch in der Vergangenheit getan hat. Der übergeordnete Trend ist klar.

Chart vom 10.11.2021 Kurs: 30,30 Kürzel: SZG - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.11.2021 Kurs: 30,30 Kürzel: SZG – Wochenkerzen