Lufthansa Aktie aktuell Lufthansa: Der Test der alten Tiefs ist wohl unausweichlich – aber was dann?

Aktuelle Analyse der Lufthansa Aktie

In diesem Artikel

Lufthansa
ISIN: DE0008232125
Ticker: LHA
Währung: EUR

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Chartanalyse
Basis 6 Monate bearish
Zur Lufthansa Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es war lediglich ein kurzer Ausflug in Richtung Norden, welchen sich die Aktie der Deutschen Lufthansa von Mai auf Juni gönnte. Das war auch der Zeitpunkt, als wir dem Titel noch positive Aussichten mit auf den Weg gegeben hatten. Short-Seller wurden attackiert, es kam zu heftigen Leerverkaufseindeckungen und zahlreiche Anleger witterten das grosse Geld. Der Anstieg verlief heftig und die Kurse konnten innerhalb weniger Tage fast 80 Prozent an Wert zulegen. Gleichzeitig war es aber auch die Pflicht der Anleger, etwaige rasche Gewinne auch abzusichern, denn die Bäume wachsen bekanntlich nicht in den Himmel und gerade parabolische Anstiege sind selten von langer Dauer. Der anschliessende Pullback zeigte dann, ob die Erholung von Nachhaltigkeit geprägt war. Doch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 sind gefallen und wurden mittlerweile nachhaltig nach unten verletzt. Vor allem die grossen roten Kerzen von Ende Juni zeigten nochmals, dass Anleger hier vorerst das Weite suchten.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Lufthansa Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Mit dem Bruch des Bodens bei 8.50 EUR ist weiterer Verkaufsdruck aufgekommen und so ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Tiefs von April abermals getestet werden. Die Luft ist quasi raus und es sieht derzeit nicht nach einer nachhaltigen Erholung aus. Solange uns der Chart vorerst keine positiven Signale gibt, müssen wir daher unsere Erwartungen auf die Aktie wieder senken. Vorsicht! Sollte zudem der Boden bei rund 7.00 EUR verletzt werden, könnte der Abverkauf sogar noch dramatische Züge annehmen.

Aussicht: NEUTRAL

Lufthansa Aktie Chart vom 28.07.2020 Kurs: 7.92 Kürzel: LHA | Online Broker LYNX

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Vorherige Analysen der Lufthansa Aktie

Lufthansa ist einer der weltweit operierender Luftfahrtkonzerne mit insgesamt mehr als 124.000 Mitarbeitern sowie 550 Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften.

Das Unternehmen ist in die Geschäftsfelder Passage Airline, Logistik, Technik, Catering und Sonstige organisiert. Zum Konzern gehören auch Eurowings sowie Swiss und Austrian Airlines.

Schon davor

Das ist zumindest in der Theorie der Fall. Durch die Pandemie kam der Flugbetrieb der Airline aber quasi zum Erliegen.
In dieser Branche ist das fatal und keiner kann mit Gewissheit sagen, wie lange die Probleme noch anhalten werden.

Wirklich Rund lief es aber auch zuvor schon nicht. Die Airline-Industrie ist ein schwieriges Geschäft, notorisch kapitalintensiv. Gleichzeitig sieht man sich der Konkurrenz der internationalen Billig-Anbieter ausgesetzt, hat mit gut organisierten Gewerkschaften zu kämpfen und kauft Flugzeuge bei einem Duopol.

Kein Wunder also, dass der Umsatz in den letzten zehn Jahren zwar von 27,3 auf 36,4 Mrd. Euro gestiegen ist, der Gewinn aber weitgehend stagniert.
Darüber ist der Cashflow schwach, die Margen sind gering.

Sinkt die Auslastung auch nur einige Zehntel Prozentpunkte, bricht der Gewinn ein.

Ist die Rettung eine Katastrophe?

Man kann sich also ungefähr vorstellen, was in den letzten Monaten bei der Lufthansa los war – auch ohne die Unternehmensberichte zu lesen.

Binnen kürzester Zeit stand man mit dem Rücken zur Wand und benötigte Kapital. Investoren liessen sich nicht finden, also musste der Staat einspringen.

Als Bürger muss man es zwar begrüssen, wenn sich Bund und Länder in solchen Situationen Aktienpakete sichern, für die Lufthansa war der Deal allerdings äusserst bitter.

Der Stabilisierungsfonds des Bundes hat sich über eine Kapitalerhöhung 20% des Unternehmens gesichert. Der Bezugspreis lag mit 2,56 Euro bei weniger als einem Drittel des damaligen Kurses.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) stellte 5,7 Mrd. Euro zur Verfügung, der Zinssatz steigt von anfänglich 4% auf bis zu 9,5% im Jahr 2027.

Das war vorerst die Rettung, man sollte sich aber auch die Frage stellen, was das alles bedeutet. Die Zinskosten sind bereits jetzt enorm

Warnung

Hier ein Auszug aus der letzten Analyse:

Unter dem Strich bedeutet die Kapitalerhöhung dasselbe wie der Kredit: Der Gewinn je Aktie sinkt.

Lassen Sie uns kurz nachrechnen, über welches Ausmass wir sprechen. Der WSF-Kredit wird den Konzern anfänglich 228 Mio. Euro an jährlichen Zinsen kosten. Perspektivisch könnten es 541 Mio. Euro werden.

Die Zahl der ausstehenden Aktien steigt durch die Kapitalerhöhung von 476 auf 595 Millionen Stück.

Im Vorjahr hat die Lufthansa ein Konzernergebnis von 1,21 Mrd. Euro erzielt. Das entsprach einem Ergebnis von 2,55 Euro je Aktie.

Nehmen wir hypothetisch an, dass man im kommenden Jahr ebenso profitabel wäre. Durch die Zinskosten und die höhere Aktienzahl, läge das Ergebnis selbst dann nur noch bei 1,68 Euro je Aktie.

Da die Lufthansa auch gerne Mal zu einem KGV von 5 gehandelt wird, wäre also bereits jetzt kein Kurspotenzial mehr vorhanden.

Zum Zeitpunkt der damaligen Analyse notierte die Aktie bei 9,13 Euro. Danach ging es recht zügig auf 7,00 Euro. Es sieht nicht gut aus.

Verzehrend

Perspektivisch könnte der Kredit den halben Unternehmensgewinn aufzehren. Aktuell erscheint 2027 noch weit entfernt, doch wie soll man bis dahin einen nennenswerten Teil des Kredits tilgen?
Der freie Cashflow tendierte bereits vor Corona gegen null und Branchenexperten gehen davon aus, dass das Flugaufkommen erst 2023 wieder das Vorkrisen-Niveau erreichen wird.

Der Kranich-Airline stehen also magere Zeiten bevor, in einer Branche in der Auslastung der Schlüssel ist.
Gleichzeitig wird man von Schulden erdrückt. Traurige Realität.

Daher bleibe ich dabei: Die Aktie könnte in den kommenden Jahren ein ebenso schlechtes Investment sein, wie in der Vergangenheit.
Heute notiert die Lufthansa-Aktie übrigens auf demselben Niveau wie 1995.

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Chart

Wer trotz all dieser Tatsachen investieren will: Seit 25 Jahren dreht die Aktie immer wieder nahe 8 Euro. Vielleicht wird es auch dieses Mal wieder der Fall sein.

Zuvor könnten aber auch noch die Tiefs von 2003 oder dem Corona-Crash angesteuert werden. Sie liegen bei 7,12 und 6,80 Euro.

Lange sollte der Kurs aber nicht unter 8,00 Euro notieren, sonst kippt der Chart komplett. In diesem Szenario drohen Kursverluste in Richtung 6,00 und 5,00 Euro. Und weniger.

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Chart vom 27.07.2020 Kurs: 7,80 Kürzel: LHA - Wochenkerzen | LYNX Online BrokerChart vom 27.07.2020 Kurs: 7,80 Kürzel: LHA - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

Hätte die Lufthansa-Aktie das alte Rekordtief bei 6,29 Euro, das Anfang 2003 markiert wurde, in den letzten Wochen erreicht, hätte sich wohl niemand gewundert. Immerhin hatte der Vorstand der Kranich-Airline schon von Anfang an deutlich gemacht, dass der Reisestopp eine Scharte in die Kasse schlagen würde, die auszuwetzen Jahre dauern werde. Trotzdem bildete die Aktie im April und Mai knapp über sieben Euro einen Boden aus und zog rasant auf in der Spitze 12,59 Euro davon. Das war genau der Kurslevel, der im Sommer 2019 ein Zwischentief bedeutete. Zu einer Zeit also, als man von Corona noch nicht einmal etwas ahnte.

Aber diese Rallye ist bereits wieder Geschichte, die Aktie hat fast zwei Drittel dieser Distanz zwischen 7,02 und 12,59 Euro wieder abgegeben. Und gerade das deutet an, dass jetzt noch mehr Luft nach unten vorhanden wäre. Denn es ist bezeichnend, dass die Aktie nach oben schoss als klar wurde, dass das Neun-Milliarden-Rettungspaket geschnürt wurde und wohl durchgehen wird, dann aber nachgab, als es soweit war. Selling on good news … und zwar, weil man sehr genau weiss, dass die Phase der guten Nachrichten erst einmal vorbei ist.

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Expertenmeinung: Jetzt muss die Lufthansa sich erst einmal stabilisieren und langsam versuchen, eine Art von „new normal“ zu etablieren. Erst am Wochenende betonte der Grossaktionär Thiele, dass die Sanierung des Konzerns fünf bis sechs Jahre dauern könne und niemand heute schon absehen könnte, wie hart dieser Weg werden würde. Diese Rallye, die fast wieder an das „Prä Corona“-Level führte, war eine emotional getriebene Kaufwelle, auch angeschoben durch panisch eindeckende Leerverkäufer. Sie traf auf diejenigen, die am Zwischenhoch Anfang Juni erkannten, welche grandiose Chance sie da bekamen, auf wieder weit höherem Niveau weitere Positionen abzubauen oder gar Short zu gehen. Es bleibt eine Aktie, die mehrere harte Jahre vor sich haben dürfte und darüber hinaus auch noch aus dem DAX abgestiegen ist.

Besonders interessant ist die Reaktion der Aktie auf das Plazet der EU und der Aktionäre am vergangenen Donnerstag. Diese Nachrichten führten zwar dazu, dass die Aktie mit einem immensen Gap nach oben startete, dieses Plus traf aber sofort auf Abgabedruck. Und der Versuch am Freitag, den Kurs wieder höher zu ziehen, wurde ebenfalls sofort mit Verkäufen beantwortet. Diese zwei langen, roten Kerzen indizieren, dass sich die Bullen „leergeschossen“ haben und das bärische Lager jetzt seine Chance bekommt, im Vorgriff auf wohl viele ernüchternde Quartalsbilanzen Druck auf den Kurs auszuüben. Dass die Aktie am Montag trotz eines insgesamt anziehenden deutschen Aktienmarkts kaum vorankam, unterstreicht, dass man momentan in ein fallendes Messer greifen würde, wollte man hier auf der Long-Seite einsteigen. Im Gegenzug wäre ein Test, ggf. sogar ein Unterschreiten des jüngsten Tiefs von 7,02 Euro zwar nicht sicher, ist aber derzeit die wahrscheinlichere Variante.

Lufthansa Aktie Chart vom 29.06.2020, Kurs 9,01 Euro, Kürzel LHA | Online Broker LYNX

Drei wichtige Nachrichten gab es in Bezug auf die Lufthansa-Aktie seit Ende Mai. Zunächst wurde mitgeteilt, dass die Lufthansa-Chefetage den Auflagen für die Neun-Milliarden-Unterstützung der Regierung zustimmt. Dann kamen Mitte letzter Woche die Ergebnisse des ersten Quartals und zum Wochenschluss dann die Meldung, dass die Aktie der Kranich-Airline aus dem DAX fliegt und in den MDAX absteigt. Welche dieser Nachrichten kann dazu geführt haben, dass die Aktie am Montag den vierten Handelstag in Folge stieg und das Tempo zum Wochenstart noch äusserst zulegte?

Das dürften sich auch viele Analysten fragen. Denn seit das Unternehmen am vergangenen Mittwoch die wie erwartet gruselige Bilanz der ersten drei Monate des Jahres vorlegte, haben gleich drei Analysten ihre Einschätzungen und/oder Kursziele gesenkt. Und die drei da genannten, aktuellen Analysten-Kursziele lauten 6,75, 7,00 und 10,00 Euro, liegen also allesamt deutlich unter dem derzeitigen Kursniveau. Alle diese Experten hatten die aktuellen Fakten auf dem Tisch, ausgenommen die Analysten von Bernstein, die ihr Kursziel von 10,00 Euro bestätigten, bevor die Meldung kam, dass das Unternehmen den DAX im laufenden Monat verlassen muss. Die gleichen Fakten also, die die Marktteilnehmer offenbar so begeistern, dass sie die Aktie zum Wochenstart um gute neun Prozent nach oben trieben. Kann das gutgehen? Oder ist das so etwas wie ein Steigflug à la Ikarus, bei dem man leichtsinnig zu schnell zu hoch fliegt und der Absturz vorprogrammiert ist?

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Expertenmeinung: Es ist denkbar. Denn die Lufthansa-Aktie stand ja nicht erst durch die Corona-Krise unter Druck. Der Wettbewerb war äusserst, die Margen gerieten unter Druck, im Bereich Fracht gingen die Umsätze zurück. Die Folge war ein Abwärtstrend, der bereits im Januar 2018 seinen Anfang nahm. Und jetzt hat der Kurs durch diese aktuelle Kaufwelle bereits um die zwei Drittel des Absturzes aufgeholt, dem man dem allgemeinen Kurseinbruch durch die Pandemie zuordnen kann. Hilfspaket hin oder her, das ist allemal ein optimistischer Vorgriff auf eine Zukunft, in der bei der Airline wieder solide Gewinne erzielt werden. Und das, obwohl der Lufthansa-Vorstand immer wieder darauf hinweist, dass diese Scharte keinesfalls binnen ein paar Monaten ausgewetzt sein kann.

So gesehen stellt sich natürlich die Frage, wie viel Luft da noch wäre, bis den Käufern, der Sagengestalt Ikarus gleich, die Flügel schmelzen. Und wenn man sich den Chart ansieht, kommt der Gedanke auf: Es wird schon jetzt langsam eng. Denn der Kurs nähert sich einem markanten, doppelten Widerstand aus der 200-Tage-Linie und der im Frühjahr 2019 etablierten Abwärtstrendlinie im Bereich 13,15/13,40 Euro. Ginge die Aktie dort hindurch, wäre zwar Luft bis an die übergeordnete 2018er-Baissegerade bei derzeit 15 Euro. Aber nachdem die Analysten skeptisch bleiben, die Datenlage vorerst wacklig bleibt und die Aktie bereits so weit in so kurzer Zeit gestiegen ist, wäre es verwegen, das einfach vorauszusetzen. Hier über Gewinnmitnahmen zumindest nachzudenken, wäre sicherlich kein Fehler.

Lufthansa Aktie Chart vom 08.06.2020, Kurs 11,85 Euro, Kürzel LHA | Online Broker LYNX

Die Lufthansa wurde von den Pandemie-Beschränkungen hart getroffen. Passagierflüge waren nahezu nicht mehr vorhanden, bei den Frachtfliegern kam es zu immensen Einbussen. Natürlich brauchte die Airline dadurch unbedingt Geld – und sie wird es bekommen. Aber das Rettungspaket der Bundesregierung in Höhe von neun Milliarden Euro ist, vor allem auf Betreiben aus Brüssel, an Auflagen gebunden, die den Anlegern nicht allzu sehr gefallen. Im Gegenzug für diese Milliarden wird sich der Bund zu 25 Prozent am Unternehmen beteiligen. Und an den Flughäfen Frankfurt und München muss die Airline einige Start- und Landerechte an Wettbewerber abtreten. Das Ziel soll sein zu verhindern, dass die Lufthansa, durch die zugeflossenen Milliarden mehr gestärkt als andere Airlines, einen Wettbewerbsvorteil erlangt. Aber die Reaktion der Aktie am Dienstag zeigt, dass einige Anleger fürchten, dass sich die Bedingungen in einen nicht unwesentlichen Nachteil verwandeln könnten.

Nachdem der Lufthansa-Aufsichtsrat am Montag den Bedingungen des Rettungspakets zugestimmt hat, kann man erwarten, dass diese Regelung fix ist. Den Anlegern empfahl der Aufsichtsrat, diesen Bedingungen zuzustimmen. Und dass die EU-Wettbewerbshüter zustimmen ist zu erwarten, immerhin kamen die Restriktionen, die mit dem Kredit verbunden sind, aus Brüssel. Wirklich glücklich war man damit am Aktienmarkt aber nicht, auch, wenn zu erwarten war, dass es so läuft, denn letztlich blieb der Chefetage keine andere Wahl, als die Bedingungen zu akzeptieren. Da man das seitens der Anleger wissen konnte, hätte die Aktie am Dienstag kräftig zulegen müssen. Sie stieg zwar auch, aber wenn man sich diesen Handelstag genauer ansieht, wird klar, dass man die Aktie unter Beobachtung setzen sollte.

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Expertenmeinung: Die Aktie startete zwar mit einem Aufwärts-Gap von fast acht Prozent, gab dann aber vom Start weg nach. Gewinnmitnahmen statt Anschlusskäufen, das ist immer etwas, das man im Auge behalten sollte. Selbst, wenn diejenigen, die in diese Kurslücke hinein Gewinne mitnahmen, nur die Motivation hatten, dass dieses Plus ein wenig zu hoch gegriffen sei, sollte man eine Augenbraue heben. Immerhin war die Lufthansa-Aktie gegenüber dem Gesamtmarkt deutlich zurückgeblieben. Und nicht nur hier würden weitere Käufe einen markanten Vorgriff auf eine möglicherweise noch weit entfernte Rückkehr zu alter Profitabilität bedeuten, das gälte auch für andere Unternehmen, deren Aktien aber besser laufen. Wenn man hier ausgerechnet jetzt zaudert, ist es fraglich, ob die Akteure in den kommenden Tagen und Wochen wieder mutiger werden, jetzt, nachdem die „good news“ auf dem Tisch liegen.

Ob die Käufer wieder zugreifen, diese Gewinnmitnahmen womöglich als Chance sehen, noch etwas billiger in die Aktie hinein zu kommen, wird dabei auch von der Charttechnik abhängen. Für den Moment ist durch diese Abgaben in steigende Kurse hinein noch nichts angebrannt, denn die nächstgelegene Unterstützungszone, die sich aus den Zwischenhochs vom April bei 9,22/9,40 Euro zusammensetzt, hielt erst einmal. Bleibt das so und gelingt es, das Vorwochen-Verlaufshoch bei 10,09 Euro auf Schlusskursbasis zu überwinden, wäre das Risiko einer Bullenfalle vom Tisch. Sollte die Aktie aber diese Zone 9,22/9,40 Euro „reissen“, würde das Szenario eines langen Weges zurück in die schwarzen Zahlen unter dem Joch harter Kreditbedingungen in den Vordergrund treten und wohl auch die ersten Short-Seller wieder auf den Plan treten.

Lufthansa Aktie Chart vom 02.06.2020, Kurs 9,45 Euro, Kürzel LHA | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Erstmals seit über einem halben Jahr können sich Lufthansa Aktionäre beim Blick auf den Chart der Aktie wieder Hoffnung auf steigende Kurse machen – bislang sah dies anders aus. Seit Dezember des vorigen Jahres ist eine klare Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs erkennbar. Des Weiteren kam erschwerend hinzu, dass sich die 50-Tage-Linie nachhaltig in einer Fallbewegung befand, und somit negatives Momentum aufzeigte. Jeglicher Versuch diesen Indikator zu brechen, war bislang zum Scheitern verurteilt. Doch nun hat sich dies erstmals geändert. Sowohl der 20- als auch der 50-Tage-Durchschnitt konnten im Laufe der vorigen Woche zurückerobert werden. Je länger sich nun die Kurse oberhalb der Marke von 8.50 bis 9.00 EUR halten können, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass dies der Start einer Rallye mit Nachhaltigkeit sein könnte.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Lufthansa Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der Trend ist mittlerweile von einer bärischen Phase in eine neutrale Kaufphase übergegangen. Dies ist der Grundpfeiler einer möglichen nachhaltigen Erholung. Wichtig wäre nun, dass die Kurse sich noch einige Tage über dem 50-Tage-Durchschnitt halten, um danach eventuell ein weiteres höheres Hoch zu generieren. Dies würde die gesamte Lage noch weiter ins positive Licht rücken. Erstmals seit einem halben Jahr erhöhen wir unsere Aussichten auf die Aktie wieder auf die oberste Ebene. Mal sehen, ob die Bullen nun ihre Chance auch wirklich nutzen werden.

Aussicht: BULLISCH

Lufthansa Aktie Chart vom 29.05.2020 Kurs: 9.14 Kürzel: LHA | Online Broker LYNX