Lufthansa Aktie aktuell Lufthansa: Ist jetzt der Weg in Richtung des 2003er-Tiefs frei?

News: Aktuelle Analyse der Lufthansa Aktie

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Lufthansa
ISIN: DE0008232125
Ticker: LHA
Währung: EUR

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Zur Lufthansa Aktie

Das waren keine guten Nachrichten, die zum Ende des dritten Quartals von der Lufthansa kamen. Die Erholung des Luftverkehrs laufe deutlich langsamer, als man das noch im Sommer erwartet habe. Hinsichtlich der Flottengrösse ebenso wie beim Personal werden tiefere Einschnitte vorgenommen werden müssen, hiess es dazu am Montag. Was die Flotte angeht, plant die Airline, die Kapazität um 150 Maschinen zu verringern, konkret nannte man bereits insgesamt 18 Airbus A380 und A340-600, die aus der Planung genommen bzw. eingemottet werden.

Das ist Wasser auf die Mühlen der Bären. Die Lufthansa hatte ja bereits im Frühjahr ganz offen erklärt, dass es Jahre dauern würde, bis man an die frühere Profitabilität anknüpfen könnte. Zumal den Anlegern auch klar war, dass die Milliarden-Stütze der Bundesregierung nicht grundlos gewährt wurde. Die Erwartung dieser Unterstützung hatte zwar zwischen Mitte Mai und Anfang Juni zu einer Welle von Hoffnungskäufen geführt. Aber Ende Juli war die Aktie bereits wieder dort angekommen, wo diese Rallye begonnen hatte, weil klar wurde: Diese Milliarden dienen nicht als Zaubertank, sondern nur als lebenserhaltende Massnahme. Und zu Recht fragen sich manche Anleger im Angesicht der o.g. Nachrichten, warum der Boden, den die Aktie seit April zu bilden versucht, halten sollte.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Lufthansa Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dreimal ist die Aktie der Kranich-Airline in den Bereich 7,02/7,21 Euro abgerutscht, dreimal drehte sie wieder nach oben. Aber jetzt ist der Kurs erneut nahe an diesen Supportbereich gefallen. Und das ist für das bärische Lager eine äusserst verlockende Gemengelage. Zum einen können sie damit rechnen, dass knapp unterhalb dieses Bereich eine grosse Anzahl an Stop Loss-Verkaufsorders derer liegt, die die Aktie in diesem Bereich eingesammelt hatten und ihre Verluste eng begrenzen wollen. Zum anderen findet sich unterhalb dieser Zone nur noch eine einzige, wirklich markante Unterstützung: Das uralte Tief vom Frühjahr 2003 bei 6,28 Euro. Und damals war die Situation bei Weitem nicht so fatal wie heute.

2002 hatte die Lufthansa immerhin noch einen Gewinn erzielt, 2003 war das Ergebnis einigermassen ausgeglichen. Für 2020 schätzen die Analysten hingegen einen dramatischen Verlust von 8,40 Euro je Aktie für 2020 und ein immer noch kräftiges Minus von 1,35 Euro pro Aktie in 2021. Nahezu alle Experten haben auch jetzt noch, auf diesem tiefen Kursniveau, eine aktive „Verkaufen“-Empfehlung. Und das niedrigste Kursziel, das ein Analyst derzeit ausgegeben hat, liegt bei 0,50 Euro … was übersetzt heisst, dass dieser Experte fürchtet, dass die Airline die Krise nicht überstehen wird.

Das Bären-Lager ist also jetzt in einer „Matchball“-Situation. Wenn es gelingt, die Lufthansa-Aktie auf Schlusskursbasis durch diese Unterstützungszone 7,02/7,21 Euro zu drücken, wäre das Tief des Jahres 2003 bei 6,28 Euro ein durchaus mögliches Ziel eines erneuten Abwärtsschubes.

Chart vom 23.09.2020, Kurs 7,56 Euro, Kürzel LHA | Online Broker LYNX


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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Lufthansa Aktie

Eigentlich mutet es ja seltsam an, dass angeblich die grosse Mehrheit der Investoren fest an eine baldige Rückkehr des Wachstums und die effektive Eindämmung des Corona-Virus durch Impfstoffe und Medikamente glaubt, die Aktienmärkte deswegen so zugelegt haben und ihr Level jetzt halten … und ausgerechnet eine Aktie wie die Lufthansa am Boden bleibt. Wenn diese schnelle Rückkehr zum status quo Realität würde, würde doch die Lufthansa in der ersten Reihe der Aktien stehen, die wie ein Phönix aus der Asche steigen müssten. Aber hier nimmt niemand so etwas vorweg.

Das zeigt dieser bewusst sehr langfristig gehaltene Chart auf Monatsbasis. Die Aktie der Kranich-Airline hatte zwar im Juni kurzzeitig einen Ausbruchsversuch nach oben unternommen. Aber als den Anlegern klar wurde, dass die Milliardenhilfen des Bundes nicht dafür sorgen würden, dass schnell alles ist wie zuvor, sondern nicht mehr erreichen können als den Kollaps zu verhindern, fiel die Aktie umgehend wieder zurück und rangiert seither im Bereich der langfristigen Unterstützungszone 7,73/7,88 Euro.

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Expertenmeinung: Bemerkenswert ist, dass sich sogar die Airbus-Aktie weiter von ihrem März-Tief entfernen konnte, obwohl man gerade dort noch härter getroffen würde, wenn es den Airlines schlechtgeht. Es wirkt, als wäre die Lufthansa-Aktie derzeit kategorisch vom Prinzip Hoffnung ausgenommen. Vielleicht auch, weil man im Unternehmen keinen Optimismus schüren will, den man danach womöglich enttäuschen müsste. Wenn der Lufthansa-Chef Anfang August hervorhob, dass man für das kommende Jahr mit zwei Dritteln der Kapazitäten des Jahres 2019 plane, wird eben deutlich, dass die Wende zum Guten nicht gerade um die Ecke wartet. Was tut man mit einer solchen Aktie? Die übergeordnete, bereits Anfang 2018 etablierte Abwärtstrendlinie würde im kommenden Monat bei ca. 13,15 Euro verlaufen. Das läge damit relativ nahe am Hoch der im Juni „abgeschossenen“ Rallye, das bei 12,60 Euro liegt.

Würde die Aktie diese Zone nach oben durchbrechen, wäre das ein massives Kaufsignal. Und angesichts des derzeit hier so stark ausgeprägten Pessimismus würde ein solches Signal wohl nur entstehen, wenn entsprechend positive Nachrichten eine solche Wende unterfüttern würden. Bis dahin bleibt die Aktie indes eher etwas für Daytrader. Denn die relative Schwäche der Lufthansa-Aktie zum Gesamtmarkt muss kein Argument sein, hier gezielt weiter Short zu gehen. So finster die Aussichten hier auch sind: Das sind sie für manche anderen Unternehmen, deren Aktien aber schon meilenweit über den März-Tiefs liegen, auch. Wenn, dann wären Aktien mit einer nicht nachvollziehbaren Hoffnungsrallye in den kommenden Monaten potenzielle Short-Kandidaten, aber nicht die Aktie der Kranich-Airline, in der so wenig Hoffnung steckt.

Chart vom 24.08.2020, Kurs 8,74 Euro, Kürzel LHA | Online Broker LYNX

Lufthansa ist einer der weltweit operierender Luftfahrtkonzerne mit knapp 129.000 Mitarbeitern sowie 550 Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften.

Das Unternehmen ist in die Geschäftsfelder Passage Airline, Logistik, Technik, Catering und Sonstige organisiert. Zum Konzern gehören auch Eurowings sowie Swiss und Austrian Airlines.

Im Endeffekt

Die Lufthansa leidet massiv unter der Corona-Krise, doch im Endeffekt lief es schon zuvor nicht rund.

Ich möchte mich nicht wiederholen, ausführliche Informationen finden Sie hier.

Boombranche²

Tourismus gehörte vor der Krise über eine lange Zeit zu den Boombranchen. Viele Akteure im Sektor verzeichneten enormes Wachstum, die Gewinne sprudelten.

Bei der Lufthansa war das nie der Fall. Der Umsatz entwickelte sich schleppend, die Margen waren miserabel, der Cashflow schwach.

Den Boom nutzen andere für sich, bei der Kranich-Airline hat es in der Krise aber auch bumm gemacht.

Kollaps

Vor wenigen Stunden hat die Lufthansa Zahlen vorgelegt und die haben es in sich.

Der Umsatz ist im zweiten Quartal von 9,6 auf 1,9 Mrd. Euro eingebrochen. Ich wiederhole es nochmal für Sie: Der Umsatz ist von neunkommasechs auf einskommaneun Milliarden Euro eingebrochen.
Eigentlich läuft nur noch die Cargo- und Techniksparte. Die Passagierzahlen sind um 96% gefallen.

Unter dem Strich musste man in nur einem Quartal einen Verlust von 1,5 Mrd. Euro schlucken. Das entspricht einem Drittel des Börsenwerts.

Die verfügbare Liquidität ist von 4,2 auf 2,8 Mrd. Euro gesunken. Die Nettoschulden sind um 10% auf 7,3 Mrd. Euro gestiegen.

Man darf sich fragen, wie lange man noch durchhalten kann.

(K)eine Perspektive

Ich hatte es in der letzten Analyse bereits für Sie durchgerechnet, wie sich Kapitalerhöhung und Hilfskredite des Wirtschaftsstabilisierungsfonds auf das Ergebnis auswirken werden.

Hier ab dem Absatz: Ist die Rettung eine Katastrophe?

Unter dem Strich bedeutet die Kapitalerhöhung dasselbe wie der Kredit: Der Gewinn je Aktie sinkt.

Selbst wenn das Geschäft ab morgen wieder normal laufen würde, würde der Gewinn je Aktie massiv einbrechen

Die Realität ist aber eine andere, der Geschäftsbetrieb liegt am Boden.

Im dritten Quartal soll die Kapazität auf der Kurz- und Mittelstrecke durchschnittlich auf rund 40%, auf der Langstrecke auf rund 20% des Vorjahreswerts gesteigert werden.
Im vierten Quartal soll die Kapazität bei durchschnittlich rund 55% (Kurz- und Mittelstrecke) bzw. rund 50% (Langstrecke) liegen.

Das Vorkrisenniveau wird man wahrscheinlich erst 2024 (!) wieder erreichen.
Die Flotte soll dauerhaft um 100 Flugzeuge reduziert werden, also um mehr als ein Zehntel.
Darüber hinaus sollen 22.000 Mitarbeiter gehen.

Berichten zufolge dürften im kommenden Jahr 300 der 760 Maschinen am Boden bleiben. Im Folgejahr könnten es noch 200 sein.

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Zwei Hälften

Eins sollte mehr als offensichtlich sein: Wenn sich die Kapazität nahezu halbiert, kann man auch nur den halben Umsatz und im utopischen Idealfall den halben Gewinn erzielen.

In Wirklichkeit ist es aber fraglich, ob die Lufthansa vor 2024 überhaupt wieder einen Gewinn erwirtschaftet.

An die Rückzahlung der Hilfskredite ist daher nicht zu denken. Die Zinsen werden dennoch fällig und kosten den Konzern das letzte bisschen Cashflow.

Wer die zuvor verlinkte Analyse gelesen hat, dürfte sich jetzt eine ziemlich offensichtliche Frage stellen:
Die Kredite fressen perspektivisch die Hälfte eines normalen Jahresgewinns auf und durch die verringerte Kapazität sinkt der Gewinn um mindestens die Hälfte.

Was bleibt da noch? Richtig, gar nichts. Die Deutsche Lufthansa kämpft ums Überleben.

Die Aktie wird nach der Quartalsmeldung dennoch gekauft, es wird eben gezockt. Eine Erholung ist auch möglich, wie nachhaltig sie allerdings sein wird, ist eine andere Frage.

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Chart vom 06.08.2020 Kurs: 8,46 Kürzel: LHA - Wochenkerzen | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Kurse der Deutschen Lufthansa Aktie gingen im gestrigen Handel regelrecht durch die Decke. Die Aktie konnte mehr als sieben Prozent an Wert zulegen, nachdem der Konzern ein umfangreiches Umstrukturierungsprogramm vorgestellt hatte. So sollen rund 22.000 Stellen abgebaut werden. Auch die Prämien für den Vorstand und die Geschäftsführung sollen gekürzt werden. Aktionäre zeigten sich erfreut über diese Meldung und einige Leeverkäufer dürften wohl kalte Füsse bekommen haben. Die Frage stellt sich jetzt, ob dies nur ein kurzes Strohfeuer war, oder ob die Kurse sich nachhaltig erholen werden.

Expertenmeinung: Bereits in meiner letzten Analyse von Ende Juli wurde ein möglicher Abverkauf auf bis zu 7.00 EUR in Aussicht gestellt. Das Kursziel konnte mittlerweile so gut wie erreicht werden. Der aktuelle Anstieg sieht aus technischer Sicht eher nach einer typischen Bärenmarktrallye aus. Häufig enden diese entweder am 20- oder in Folge am 50-Tage-Durchschnitt. Danach wird der Verkaufsdruck üblicherweise höher und die Kurse drehen erneut nach unten weg. Sollte die Aktie also die gleitenden Durchschnitte und in Folge das letzte Zwischenhoch bei 9.28 EUR tatsächlich brechen, wäre mit einer nachhaltigen Erholung zu rechnen. Alles darunter bleibt jedoch weiterhin in den Händen der Bären.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 05.08.2020 Kurs: 237.30 Kürzel: LHA| Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es war lediglich ein kurzer Ausflug in Richtung Norden, welchen sich die Aktie der Deutschen Lufthansa von Mai auf Juni gönnte. Das war auch der Zeitpunkt, als wir dem Titel noch positive Aussichten mit auf den Weg gegeben hatten. Short-Seller wurden attackiert, es kam zu heftigen Leerverkaufseindeckungen und zahlreiche Anleger witterten das grosse Geld. Der Anstieg verlief heftig und die Kurse konnten innerhalb weniger Tage fast 80 Prozent an Wert zulegen. Gleichzeitig war es aber auch die Pflicht der Anleger, etwaige rasche Gewinne auch abzusichern, denn die Bäume wachsen bekanntlich nicht in den Himmel und gerade parabolische Anstiege sind selten von langer Dauer. Der anschliessende Pullback zeigte dann, ob die Erholung von Nachhaltigkeit geprägt war. Doch die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 sind gefallen und wurden mittlerweile nachhaltig nach unten verletzt. Vor allem die grossen roten Kerzen von Ende Juni zeigten nochmals, dass Anleger hier vorerst das Weite suchten.

Expertenmeinung: Mit dem Bruch des Bodens bei 8.50 EUR ist weiterer Verkaufsdruck aufgekommen und so ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die Tiefs von April abermals getestet werden. Die Luft ist quasi raus und es sieht derzeit nicht nach einer nachhaltigen Erholung aus. Solange uns der Chart vorerst keine positiven Signale gibt, müssen wir daher unsere Erwartungen auf die Aktie wieder senken. Vorsicht! Sollte zudem der Boden bei rund 7.00 EUR verletzt werden, könnte der Abverkauf sogar noch dramatische Züge annehmen.

Aussicht: NEUTRAL

Lufthansa Aktie Chart vom 28.07.2020 Kurs: 7.92 Kürzel: LHA | Online Broker LYNX

Lufthansa ist einer der weltweit operierender Luftfahrtkonzerne mit insgesamt mehr als 124.000 Mitarbeitern sowie 550 Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften.

Das Unternehmen ist in die Geschäftsfelder Passage Airline, Logistik, Technik, Catering und Sonstige organisiert. Zum Konzern gehören auch Eurowings sowie Swiss und Austrian Airlines.

Schon davor

Das ist zumindest in der Theorie der Fall. Durch die Pandemie kam der Flugbetrieb der Airline aber quasi zum Erliegen.
In dieser Branche ist das fatal und keiner kann mit Gewissheit sagen, wie lange die Probleme noch anhalten werden.

Wirklich Rund lief es aber auch zuvor schon nicht. Die Airline-Industrie ist ein schwieriges Geschäft, notorisch kapitalintensiv. Gleichzeitig sieht man sich der Konkurrenz der internationalen Billig-Anbieter ausgesetzt, hat mit gut organisierten Gewerkschaften zu kämpfen und kauft Flugzeuge bei einem Duopol.

Kein Wunder also, dass der Umsatz in den letzten zehn Jahren zwar von 27,3 auf 36,4 Mrd. Euro gestiegen ist, der Gewinn aber weitgehend stagniert.
Darüber ist der Cashflow schwach, die Margen sind gering.

Sinkt die Auslastung auch nur einige Zehntel Prozentpunkte, bricht der Gewinn ein.

Ist die Rettung eine Katastrophe?

Man kann sich also ungefähr vorstellen, was in den letzten Monaten bei der Lufthansa los war – auch ohne die Unternehmensberichte zu lesen.

Binnen kürzester Zeit stand man mit dem Rücken zur Wand und benötigte Kapital. Investoren liessen sich nicht finden, also musste der Staat einspringen.

Als Bürger muss man es zwar begrüssen, wenn sich Bund und Länder in solchen Situationen Aktienpakete sichern, für die Lufthansa war der Deal allerdings äusserst bitter.

Der Stabilisierungsfonds des Bundes hat sich über eine Kapitalerhöhung 20% des Unternehmens gesichert. Der Bezugspreis lag mit 2,56 Euro bei weniger als einem Drittel des damaligen Kurses.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) stellte 5,7 Mrd. Euro zur Verfügung, der Zinssatz steigt von anfänglich 4% auf bis zu 9,5% im Jahr 2027.

Das war vorerst die Rettung, man sollte sich aber auch die Frage stellen, was das alles bedeutet. Die Zinskosten sind bereits jetzt enorm

Warnung

Hier ein Auszug aus der letzten Analyse:

Unter dem Strich bedeutet die Kapitalerhöhung dasselbe wie der Kredit: Der Gewinn je Aktie sinkt.

Lassen Sie uns kurz nachrechnen, über welches Ausmass wir sprechen. Der WSF-Kredit wird den Konzern anfänglich 228 Mio. Euro an jährlichen Zinsen kosten. Perspektivisch könnten es 541 Mio. Euro werden.

Die Zahl der ausstehenden Aktien steigt durch die Kapitalerhöhung von 476 auf 595 Millionen Stück.

Im Vorjahr hat die Lufthansa ein Konzernergebnis von 1,21 Mrd. Euro erzielt. Das entsprach einem Ergebnis von 2,55 Euro je Aktie.

Nehmen wir hypothetisch an, dass man im kommenden Jahr ebenso profitabel wäre. Durch die Zinskosten und die höhere Aktienzahl, läge das Ergebnis selbst dann nur noch bei 1,68 Euro je Aktie.

Da die Lufthansa auch gerne Mal zu einem KGV von 5 gehandelt wird, wäre also bereits jetzt kein Kurspotenzial mehr vorhanden.

Zum Zeitpunkt der damaligen Analyse notierte die Aktie bei 9,13 Euro. Danach ging es recht zügig auf 7,00 Euro. Es sieht nicht gut aus.

Verzehrend

Perspektivisch könnte der Kredit den halben Unternehmensgewinn aufzehren. Aktuell erscheint 2027 noch weit entfernt, doch wie soll man bis dahin einen nennenswerten Teil des Kredits tilgen?
Der freie Cashflow tendierte bereits vor Corona gegen null und Branchenexperten gehen davon aus, dass das Flugaufkommen erst 2023 wieder das Vorkrisen-Niveau erreichen wird.

Der Kranich-Airline stehen also magere Zeiten bevor, in einer Branche in der Auslastung der Schlüssel ist.
Gleichzeitig wird man von Schulden erdrückt. Traurige Realität.

Daher bleibe ich dabei: Die Aktie könnte in den kommenden Jahren ein ebenso schlechtes Investment sein, wie in der Vergangenheit.
Heute notiert die Lufthansa-Aktie übrigens auf demselben Niveau wie 1995.

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Chart

Wer trotz all dieser Tatsachen investieren will: Seit 25 Jahren dreht die Aktie immer wieder nahe 8 Euro. Vielleicht wird es auch dieses Mal wieder der Fall sein.

Zuvor könnten aber auch noch die Tiefs von 2003 oder dem Corona-Crash angesteuert werden. Sie liegen bei 7,12 und 6,80 Euro.

Lange sollte der Kurs aber nicht unter 8,00 Euro notieren, sonst kippt der Chart komplett. In diesem Szenario drohen Kursverluste in Richtung 6,00 und 5,00 Euro. Und weniger.

Mehr als 10.400 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Chart vom 27.07.2020 Kurs: 7,80 Kürzel: LHA - Wochenkerzen | LYNX Online BrokerChart vom 27.07.2020 Kurs: 7,80 Kürzel: LHA - Wochenkerzen | LYNX Online Broker