Kion Group Aktie Prognose KION Group: Short gehen? Vermutlich deutlich zu spät!

News: Aktuelle Analyse der Kion Group Aktie

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Kion Group
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Die am Dienstagabend veröffentlichte Gewinnwarnung der KION Group war ebenso überraschend wie erheblich. Die Anleger liessen die Aktie am Mittwoch fallen wie eine heisse Kartoffel. Dadurch ist der Kurs an eine bemerkenswerte Unterstützung gerutscht.

Diese Anpassung der Prognose für das in Kürze endende dritte Quartal hatte es in sich. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) wird keiner. Statt der 228,9 Millionen Euro, die der Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnik im dritten Quartal 2021 erreichte, rechnet man jetzt mit einem Verlust zwischen 100 und 140 Millionen Euro. Der Auftragseingang werde deutlich unter dem Vorjahresniveau liegen, der Umsatz in etwa auf dem Level des dritten Quartals 2021, als 2,57 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Die Gründe lieferte KION gleich mit:

Weiterhin instabile Lieferketten und deutlich gestiegene Kosten haben diese Misere ausgelöst. Wobei das nicht alles ist, denn der Hinweis, dass der Auftragseingang niedriger als im Vorjahr liegen werde, und zwar deutlich, lässt erkennen: Die Rezession ist da, die Kunden halten sich gezielt bedeckt. Dies in Kombination mit den gestiegenen Kosten und den Materialengpässen lässt erwarten, dass das vierte Quartal wohl kaum besser laufen wird.

Man wolle umgehend konsequente Massnahmen ergreifen, um das Unternehmen wieder zu profitablem Wachstum zu führen, hiess es dazu in der Meldung. Aber das hat, wie das dramatische Minus des Mittwochs in Höhe von 29,65 Prozent unterstreicht, niemanden beruhigt. Denn das klingt fast, als sei die KION Group von dieser Entwicklung überrascht worden, was natürlich nicht gerade ein Argument ist, jetzt auf die Wende zu setzen. Aber:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Kion Group Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Jetzt noch auf den Gedanken zu kommen, hier auf die Short-Seite zu setzen, ist nicht nur wegen der Dimension der gestrigen Abgaben eher keine gute Idee. Das zeigt unser Chart, der die gesamte Historie dieser 2013 an die Börse gekommenen Aktie abbildet: Der Kurs ist jetzt in die Zone zurückgefallen, in der der Handel im Sommer 2013 begann. Alles, was seither an Gewinnen aufgelaufen war, ist also dahin, gut drei Viertel seit dem Rekordhoch vom Herbst 2021 verloren. Da noch Short zu gehen, wäre verwegen.

Was zu der Frage führt, ob das nicht jetzt ein Level sein könnte, um die Hand aufzuhalten. Denn wenn das Abwärtspotenzial durch diese historische Supportzone 23,33/25,27 Euro, bestehend aus den Tiefs der Jahre 2013 und 2014, begrenzt sein könnte, liesse sich ja argumentieren: Wenn nicht mehr viel Luft nach unten wäre, muss es doch zwangsläufig nach oben gehen?

Das muss es nicht. Davon abgesehen, dass das Erreichen dieser massiven Unterstützungszone keine Garantie dafür ist, dass die Aktie nicht auch dort hindurchrutschen könnte, müssen ausbleibende Anschlussverkäufe nicht bedeuten, dass eine Rallye ansteht. Wahrscheinlicher wäre jetzt eine volatile Seitwärtsbewegung, die sich unterhalb der Seitwärts-Range zwischen 37,55 und 47,25 Euro abspielt, aus welcher die KION-Aktie durch diese Gewinnwarnung sang- und klanglos herausgefallen ist. Hier wäre es daher eher angebracht, die kommenden Tage und Wochen erst einmal abzuwarten!

KION Group-Aktie:Chart vom 14.09.2022, Kurs 23,77 Euro, Kürzel KGX | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Kion Group Aktie

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An der Börse wird es niemals langweilig. Würde eine Rezession Kion besonders hart treffen? Ist der Abverkauf daher gerechtfertigt?

Es ist vollkommen klar, dass wir mehr als genug Probleme haben und wir haben sie hier bei LYNX auch bereits vor Monaten thematisiert.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an all die Artikel in denen Formulierungen wie „dunkle Wolken am Horizont“ vorkamen und das lange bevor der Markt eingeknickt ist.

Was seitdem passiert ist, ist dennoch erstaunlich. Bisher läuft es bei den allermeisten Unternehmen gut, die Quartalszahlen der letzten Monate stimmten eher Hoffnungsvoll.
Die Inflation ist zwar hoch, die Verbraucherstimmung gedämpft, die Zinsen steigen, aber bisher ist die Wirtschaft trotzdem erstaunlich Robust.

Eine massive Rezession haben wir allerdings (noch) nicht. Der Markt hat aber bereits so reagiert, als ob es bereits zu einer Rezession gekommen ist oder mit absoluter Sicherheit kommen wird.

Immerhin hat der S&P500 fast ein Viertel an Wert verloren, der Nasdaq 100 sogar fast ein Drittel.
Statistisch gesehen kommen derartige Abverkäufe im S&P500 nur alle vier Jahre vor, beim Nasdaq sogar noch seltener.

Das sollte man sich immer wieder vergegenwärtigen. Die Wegstrecke, die wir zur Unterseite bereits zurückgelegt haben, ist erheblich.

Wegstrecke

Das gilt umso mehr für Kion. Die Aktie ist von über 100 auf derzeit 41,30 Euro eingebrochen.
Der Kurs befindet sich nahezu wieder am Tief von 2020.

Es fällt mir schwer, die Geschehnisse in Worte zu fassen. Aber wer im März 2020 dabei war, der erinnert sich, welche Panik und Weltuntergangsstimmung damals geherrscht hat.

Wie bringt das mit der aktuellen Situation zusammen. Bisher halten sich die Realwirtschaftlichen Probleme in Grenzen.
Um den Absturz zu rechtfertigen, müsste die Lage wieder so dramatisch werden wie damals.

Damit kann man zwar rechnen, aber wie wahrscheinlich ist das? Manch ein Crashprophet predigt derzeit zwar den Untergang des Abendlandes, aber das tun sie immer.

Selbst, wenn…

Das interessante daran ist aber: Selbst, wenn es zu einem erheblichen wirtschaftlichen Einbruch kommt, er ist bereits eingepreist, zumindest bei Kion.

Das zeigt schon die Tatsache, dass die Aktie nicht viel höher steht als am Tief des 2020-Crashs.
Oder aber auch die Tatsache, dass sich der Kurs jetzt wieder auf dem Niveau von 2015 befindet.

Entweder lag die Börse also über Jahre hinweg mit ihrer Bewertung von Kion falsch, oder sie liegt jetzt falsch.
Und was passiert eigentlich, wenn sich all die Krisenszenarien als falsch herausstellen und alles nur halb so schlimm kommt, wie angenommen?

Schauen Sie mal aus dem Fenster. Wenn Ihnen die Medien nicht eintrichtern würden, wie „schlimm“ die Lage doch sei, wären sie selbst darauf gekommen?

An der Börse werden positive Entwicklungen vollkommen überbewertet, was zu rational nicht mehr erklärbaren Booms führt.
Aber es wird eben auch überdramatisiert.

Schauen Sie mal aus dem Fenster. Weltuntergang sichtbar? Bei mir nicht.

Chart vom 21.06.2022 - Kurs: 41,41 Kürzel: KGX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.06.2022 – Kurs: 41,41 Kürzel: KGX – Wochenkerzen

Kion ist an dem zentralen Unterstützungsband des letzten sieben Jahre angekommen. Womöglich wird die Aktie auf diesem Niveau wieder ein tief ausbilden.

Irgendwann trifft es alle und derzeit scheint Kion mal wieder an der Reihe zu sein. Der Kurs ist in kürzester Zeit von über 100 auf 60 Euro abgestürzt.

Gabelstapler und andere profane Dinge

In Gesprächen mit Anlegern habe ich immer wieder festgestellt, dass Kion gemeinhin unterschätzt und als Gabelstapler-Hersteller bezeichnet wird. Die Realität sieht aus meiner Sicht anders aus.

Kion ist der weltweit zweitgrösste Anbieter von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten. Darüber hinaus ist man führend in der Optimierung von Materialflüssen durch Supply-Chain- und Automatisierungslösungen. Stichwort Intralogistik 4.0.

Der Trend in Richtung automatisierter Logistikprozesse ist offensichtlich und dürfte sich auf unabsehbare Zeit fortsetzen.
Für Kion bedeutet das: Rückenwind.

Harte Fakten finde ich besser

Doch genug der schönen Worte, lassen wir die Zahlen sprechen. Am Ende kommt es ohnehin nur darauf an.

Kion ist es gelungen, den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 4,73 auf 10,29 Mrd. Euro mehr als zu verdoppeln.
Der Gewinn legte von 2,50 auf 4,33 Euro je Aktie zu. Wobei die beiden Vergleichsjahre beim Gewinn jeweils sehr gut waren.

Seit 2014 zahlt man konstant eine Dividende, hatte sie im Zuge der Corona-Krise aber gekürzt. Zwischenzeitlich hatte man bereits 1,19 Euro je Aktie ausgeschüttet, derzeit sind es 0,41 Euro je Aktie.

Da man 2021 ein Rekordjahr hingelegt hat, dürfte die Ausschüttung aber zeitnah wieder deutlich steigen.
Kion hat das auch dementsprechend kommuniziert, daher wird eine Erhöhung auf 1,45 Euro je Aktie erwartet.

Bergab

Kion ist mal wieder deutlich eingebrochen und das hat allerlei Gründe. Es handelt sich um eine zyklische Branche, Rezessionsängste, Krieg, steigende Materialkosten. All das möchte ich nicht kleinreden, aber am Ende sind das temporäre Probleme.

Und das alles ist auch nicht neu. Jedes Unternehmen sieht sich von Zeit zu Zeit mit Herausforderungen konfrontiert.
Der Markt reagiert in diesen Situationen oft mit Kursausschlägen, als würden diese Probleme ewig anhalten.

Dabei geht es meist nur um ein paar belastete Quartale. Und eigentlich sollte doch jedem bewusst sein, dass der Wert eines Unternehmens davon abhängt, was es in den kommenden x Jahren erwirtschaften wird, nicht in einigen Quartalen.

Bei Kion ist es gar nicht so lange her, dass man zuletzt Probleme hatte. In den Jahren 2018 und 2019 hatte man grössere Schwierigkeiten mit Zulieferern.
Die Auftragsbücher waren prall gefüllt, aber es fehlten Teile.

Pain today, gain tomorrow

Obwohl abzusehen war, dass Kion kerngesund und die Nachfrage vorhanden war, stürzte die Aktie von 80 auf 40 Euro ab.

Damals hatte ich mehrfach auf die Situation hingewiesen (Link und Link). Es sind nur noch die einleitenden Worte online. Aber darum geht es auch gar nicht.

Es zeigt, wie erfolgreiches Investieren an der Börse funktioniert und wie hart das sein kann. Wer damals eingestiegen ist, konnte problemlos sein Geld verdoppeln und mehr.
Jedoch nicht von heute auf morgen. Man musste zuerst den Schmerz aushalten, denn über Monate hinweg kam es eben nicht zu nachhaltig steigenden Kursen.
Durch den Corona-Crash ging es zeitweise sogar noch unter das Tief von 2019.

Wer antizyklisch investiert wird eben selten sofort dafür belohnt. Daher ist es für die meisten Anleger auch schwierig das wirklich „durchzuziehen“.

Das erinnert mich an ein Zitat von Charlie Munger: „Almost all good businesses engage in pain today, gain tomorrow activities.“

Für Investoren gilt dasselbe.

Chart vom 29.03.2022 Kurs: 60 Kürzel: KGX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 29.03.2022 Kurs: 60 Kürzel: KGX – Wochenkerzen

Ob wir den Boden schon gesehen haben, ist keine ausgemachte Sache. Vermutlich ist es noch zu früh, um sich in grösserem Umfang zu engagieren.

Wer hier aber einen Fuss in die Türe stellt und dann bei sinkenden Kursen langsam weiter aufstockt, dem dürfte ein ähnliches Schicksal blühen, wie den Anlegern von 2019: Pain today, gain tomorrow.

Als Reaktion auf die gestern vorgelegte Bilanz 2021 und den Ausblick auf das laufende Jahr machte die Aktie der KION Group zur Eröffnung einen Riesensatz von fast 13 Prozent. Doch dann setzten Abgaben ein, die das Plus deutlich zusammenstauchten. Was steckt dahinter?

Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres konnte sich wirklich sehen lassen. Der Spezialist für Gabelstapler, weitere Logistik-Tools und Logistik-Lösungen steigerte seinen Umsatz um 23,4 Prozent, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) legte aufgrund einer gestiegenen Gewinnmarge überproportional um 53,9 Prozent zu. Damit wurde die durchschnittliche Analystenprognose klar überboten, vor allem beim Nettogewinn, der mit 568 Millionen Euro statt der im Schnitt zuvor erwarteten 508 Millionen hereinkam. Die „Corona-Delle“ des Jahres 2020 wurde damit mehr als ausgeglichen. Und, und das ist für die Anleger jetzt wichtiger, es soll weiter vorangehen:

Für 2022 sieht die KION Group eine Ausweitung des Umsatzes in den Bereich 11 bis 12 Milliarden Euro (bisherige Expertenprognose im Schnitt 11,1 Milliarden) und einen Anstieg des EBIT auf 1,01 bis 1,15 Milliarden Euro. Letzteres wäre ein Anstieg zwischen 20 und 35 Prozent. Kein Wunder, dass die Aktie zum Handelsstart einen Satz nach oben machte. Aber warum hielten diese Käufe nicht vor, warum kam es daraufhin zu Abgaben?

Expertenmeinung: Weil der Ausblick jetzt wichtiger ist als das, was 2021 erreicht wurde. Und weil die Investoren in dem derzeit immens unsicheren Umfeld, das aktuell mehr Luft hin zum Negativen hat, zweifeln, ob diese Ziele wirklich erreichbar sind. Immense Lieferausfälle und explodierende Erzeugerpreise treffen jetzt auch noch auf Sanktionen, die auch Unternehmen der Länder ausbremsen, die sie verhängen – mit unabsehbarer Dauer und Reichweite. Verschobene und womöglich stornierte Aufträge, Produktionsverzögerungen, Kostendruck: All das kann diesen 2022er-Ausblick der KION Group leicht zur Makulatur machen.

Ob es so kommt, ist zwar offen, ebenso das Ausmass, in dem KION betroffen sein könnte. Aber das ist eben der Punkt: Man ist momentan von Unsicherheit umgeben. Und wenn dann eine Aktie derart nach oben springt, die auf kurz- und mittelfristiger Ebene nicht bullisch ist, wundert es nicht, dass einige diese Gelegenheit nutzen, um Positionen abzubauen. Ob sie damit richtig liegen, wird sich zeigen. Aber um das zu erkennen, muss man nicht raten: Das Chartbild der KION-Aktie auf Wochenbasis zeigt klar, um welche Ankerpunkte es jetzt gehen wird.

Sie sehen da, dass die KION Group-Aktie im Wochenverlauf auf dem oberen Rand der Unterstützungszone 61,30/66,64 Euro aufgesetzt hatte. Der Kurssprung zum gestrigen Handelsstart trug sie dann am Tageshoch an die wochenlang verteidigte, dann aber doch gebrochene Supportzone 77,58/81,95 Euro, die jetzt als Widerstand fungiert. In einem Umfeld, in dem die Perspektiven derart offen sind, dass ein Ausbruch nach oben genauso argumentativ unterfüttert werden könnte wie der Bruch der jetzt verteidigten Supportzone, spielt die Charttechnik mangels anderer, verlässlicher Orientierungsmöglichkeiten eine entscheidende Rolle, so dass das Queren der jeweiligen Zone entsprechende Anschlusskäufe bzw., auf der Unterseite, Anschlussverkäufe auslösen dürfte. Ob die von der Realität bestätigt werden, wird sich dann erst weisen müssen … aber wann da neue Fakten kommen, ist eben offen, daher wäre man hier am besten beraten, pragmatisch entlang charttechnischer Signale vorzugehen.

KION Group: Chart vom 03.03.2022, Kurs 73,04 Euro, Kürzel KGX | Online Broker LYNX