Eckert & Ziegler Aktie aktuell Eckert & Ziegler: Was soll man dazu noch sagen?

News: Aktuelle Analyse der Eckert & Ziegler Aktie

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Eckert & Ziegler
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Zur Eckert & Ziegler Aktie

Am Dienstag nach Handelsende hob Eckert & Ziegler seine Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Die Aktie, ohnehin seit Jahresbeginn fast nonstop im Steigflug, schoss weitere 6,23 Prozent auf einen neuen Rekordlevel nach oben. Aber wie solide ist diese Super-Rallye?

Der Strahlentechnik-Spezialist hob seine Gewinnprognose für das laufende Jahr am Dienstagabend um 20 Prozent an. In etwa dürften damit 1,60 Euro Gewinn pro Aktie erreicht werden, was aber nahezu ausschliesslich auf einer Steigerung der Gewinnmarge basiert, denn die Umsatzprognose bleibt bei den bislang genannten 180 Millionen Euro. Grundsätzlich natürlich gute Nachrichten, aber man muss da angesichts eines Aktienkurses, der seit Jahresanfang über 160 Prozent zugelegt hat, schon genauer hinsehen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Eckert & Ziegler Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Was als erstes ins Auge sticht, ist diese Umsatzprognose. Denn da fällt auf, dass seit 2018 kaum etwas vorangeht. Die Umsätze der vergangenen Jahre lagen 2018 bei 169, 2019 bei 178 und 2020 bei 176 Millionen Euro. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn es um die Perspektiven über das laufende Jahr hinausgeht. Denn ob derart deutlich gestiegene Gewinnmargen, die Spiegelbild einer derzeit äusserst hohen Nachfrage sind, in Stein gemeisselt sind, ist immer offen.

Der zweite Aspekt, den man sehen sollte, wenn es um die Frage Kaufen/Halten/Verkaufen geht, ist die Bewertung der Aktie. Unterstellt man einen Gewinnanstieg von 45 Prozent gegenüber 2020, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis etwa bei 73. Das wäre dann unproblematisch, wenn man erwarten darf, dass die Grössenordnung des Gewinnanstiegs auch 2022 und 2023 in etwa beibehalten wird. Ob es so kommen wird, ist aber unmöglich vorhersagbar. Und nur sehr wenige Analysten überwachen diese Aktie, so dass man hier ohne eine breit gefasste Expertenmeinung auskommen muss.

Eckert & Ziegler-Aktie: Chart vom 28.07.2021, Kurs 117,60 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX

Ob die Aktie also nicht längst zu teuer und damit anfällig für grössere Korrekturen ist, ist, kann man daher schwer einstufen, die Tendenz zu einem „Ja“ ist aber vorhanden. Daher wäre die Idee, dieser gewaltigen Kursrallye noch hinterherzulaufen, sprich jetzt erst einzusteigen, recht gewagt. Besser wäre es, hier absolut pragmatisch zu agieren und dem Trend zu folgen, solange dieser besteht. Was hiesse: Solange der derzeit entscheidende, doppelte Leitstrahl der Rallye hält, der aus der Mai-Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie im Bereich 102,50/104 Euro besteht, liesse es sich mit dieser Kaufwelle mitschwimmen. Sollte diese Zone indes fallen, könnte es allemal auch schnell abwärts gehen, denn auch, wenn Eckert & Ziegler mittlerweile Mitglied des TecDAX ist: Die Aktie ist eher markteng, so dass grössere Orders hier viel bewegen können, das sollte man im Hinterkopf behalten.

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Vorherige Analysen der Eckert & Ziegler Aktie

Als viele Favoriten des Jahres 2020 im Februar mehrheitlich in eine Korrektur übergingen, legte die Eckert & Ziegler-Aktie erst richtig los. Seit Ende 2020 hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Der Chart wirkt, als sei das noch lange nicht alles – aber kann das so weitergehen?

Die Aktie des Strahlen- und Medizintechnik-Spezialisten Eckert & Ziegler schaffte es erst im Januar, das Prä-Corona-Hoch von Anfang 2020 zu überwinden. Das hatten viele andere Aktien weit früher geschafft. Aber während der Gesamtmarkt seit Jahresbeginn volatiler wurde und seit Mitte April nicht mehr viel vorangeht, steigt diese Aktie wie auf Schienen. Mit 43,71 Euro ging die Eckert & Ziegler-Aktie aus dem Jahr 2020, jetzt hat sie die runde Marke von 100 Euro überboten und legt damit ein Rekordhoch nach dem anderen aufs Parkett. Aber wieso eigentlich? Explodieren die Unternehmensgewinne?

Bislang tun sie das nur im Berichtszeitraum des ersten Quartals. Der Umsatz von Januar bis März 2021 gegenüber dem Vorjahresquartal nicht zu. Was stieg, war der Gewinn … und das kräftig. Vor Steuern und Zinsen (EBIT) legte der Gewinn auf 20,6 Millionen Euro nach 8,3 Millionen im Vorjahr zu. Und dieser Gewinn des Vorjahresquartals war nicht durch die Corona-Problematik massiv gedrückt gewesen, 2019 wurden im ersten Quartal auch „nur“ 8,8 Millionen erreicht. Aber Eckert & Ziegler selbst hat den mit dem Jahresabschluss 2020 gelieferten Ausblick auf 2021 nach diesem Ergebnis des ersten Quartals nicht angehoben. Und da wird mit einem Gewinn pro Aktie von 1,40 Euro nach 1,11 Euro im Jahr 2020 gerechnet. Das wäre ein Gewinnanstieg um 26 Prozent. Respektabel, keine Frage, aber:

Expertenmeinung: Daraus errechnet sich ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2021 von über 70. Bis 2018 lag das KGV noch über Jahre hinweg unter 20, lag dann per Ende 2019 und 2020 auf um die 40. Und jetzt soll eine mit einem KGV von 70 um 75 Prozent höhere Bewertung gerechtfertigt sein? Wenn Eckert & Ziegler das Wachstumstempo der Unternehmensgewinne 2022 und 2023 beibehalten würde, ginge das gerade noch so an. Aber das kann man nicht absehen, schliesslich wagt nicht einmal das Unternehmen selbst eine Prognose über das laufende Jahr hinaus. Und die Analysten?

Da wird es dann bemerkenswert. Denn derzeit beobachten nur zwei Analysten diese marktenge Aktie. Bei Hauck & Aufhäuser sieht man derzeit ein Kursziel von 120,50 Euro, das Mitte Mai drastisch von 80 Euro nach oben genommen wurde. Doch bei der DZ Bank behielt man Mitte Juni das vorbestehende Kursziel von 74,60 Euro bei, nahm die Einschätzung aber folgerichtig von „Halten“ auf „Verkaufen“ herunter, weil die Aktie da schon deutlich über diesem Kursziel notierte. Es ist nicht verwunderlich, dass das bullische Lager diese bärische Einstufung ausblendet und sich nur auf das Kursziel 120,50 Euro fokussiert. Aber das heisst nicht, dass es auch erreicht werden muss.

Eckert & Ziegler-Aktie: Chart vom 12.07.2021, Kurs 100,90 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX

Das kann gelingen, aber man sollte da nicht zu sicher sein. Dass die Aktie beim Erreichen der runden 100 Euro-Marke nicht einfach durchmarschiert, sondern zumindest Ansätze von Gewinnmitnahmen auftauchen, mahnt ebenso dazu, sich mit Long-Trades konsequent abzusichern wie der Umstand, dass die Aufwärtstrendlinien immer steiler werden, wie im Chart zu sehen ist. Zwar würden Abgaben bis hinunter in den Bereich um 71 Euro auf eine ganze Phalanx an Unterstützungen treffen. Aber wer wollte auf aktuellem Niveau dabeibleiben, falls die Aktie derart weit korrigieren sollte? Im Bereich 95/96 Euro bilden die aktuelle, aus dem Mai stammende Aufwärtstrendlinie und die 20-Tage-Linie eine Kreuzunterstützung. Wer hier kurzfristig und aggressiv auf der Long-Seite agiert, könnte sich überlegen, knapp darunter einen gewinnsichernden Stop Loss zu platzieren.

Die Neueinstufung der Eckert & Ziegler-Aktie von „Halten“ auf „Verkaufen“ durch einen Analysten sorgte am Mittwoch für Verkaufsdruck. Doch noch ist charttechnisch nichts angebrannt. Welche Linien müssen halten, damit das auch so bleibt?

Obwohl die Aktie des Strahlen- und Medizintechnikunternehmens Eckert & Ziegler im TecDAX gelistet ist, überwachen sie derzeit nur zwei Analysten. Eine geringe Zahl an Einstufungen und Kurszielen ist immer problematisch, weil es an der entsprechenden Meinungsvielfalt fehlt und eine Neueinstufung mehr bewegt, als würden 20 oder mehr Experten regelmässig ein Auge auf die Lage werfen. Und speziell bei Eckert & Ziegler ist das besonders markant, denn:

Nach den Quartalszahlen des Unternehmens im Mai hoben Hauck & Aufhäuser ihr Kursziel für die Aktie massiv von 80 auf 120,50 Euro an und blieben bei ihrer Einschätzung „Kaufen“. Die DZ Bank hingegen reagierte nur mit einer mässigen Anhebung des Kursziels, von zuvor 69,1 auf 74,60 Euro. Damals lautete das Urteil der DZ Bank noch „Halten“. Gestern nun veränderte man diese Einstufung auf „Verkaufen“. Was angesichts der Tatsache, dass der Kurs weit am ausgewiesenen Kursziel vorbeigelaufen war, nur folgerichtig ist. Die Frage ist jetzt, wie die Marktteilnehmer reagieren.

Expertenmeinung: Die erste Reaktion war negativ, das sehen Sie im Chart. In der Spitze gab die Eckert & Ziegler-Aktie am Mittwoch fast elf Prozent nach. Aber dass die Reaktion auf eine unerwartet negative Meldung hier relativ stark ausfällt, ist nicht überraschend, denn die Aktie ist eher markteng, grössere Orders können in beide Richtungen viel bewegen. Was auch der Grund war, wieso diese Aktie derart rasant und weit nach oben gelaufen war. Gerechnet vom Tief Ende Oktober hatte der Kurs in der Spitze beinahe 150 Prozent zugelegt. Und deshalb rät man bei der DZ Bank jetzt auch zum Ausstieg, denn:

Der Gewinn des Unternehmens stieg nicht vergleichbar mit. Der Gewinn pro Aktie hatte 2019 bei 1,07 und 2020 bei 1,11 Euro gelegen, für 2021 erwartet das Unternehmen selbst derzeit etwa 1,40 Euro pro Aktie. Wie es 2022 weitergeht, ist offen, daher kann man eine Bewertung nur auf Basis dieser Prognose für das laufende Jahr vornehmen – und da hätte sich beim am 10. Juni erreichten, bisherigen Verlaufsrekord von 97,15 Euro ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von knapp 70 ergeben. Was für den erwarteten Gewinnanstieg von 26 Prozent in diesem Jahr ungewöhnlich teuer ist. Das Doppelte des prozentualen Gewinnanstiegs als KGV zu sehen, wäre normal, also ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um 52 … und das ergäbe einen fairen Wert von knapp 73 Euro, also relativ genau dort, wo die DZ Bank auch ihr Kursziel verortet.

Die Frage ist, ob die Marktteilnehmer dieser Sichtweise folgen oder sich an das weit höhere Kursziel von 120,50 Euro von Hauck & Aufhäuser klammern. Bislang besteht die Chance zu Letzterem, denn es gelang, das Minus deutlich einzugrenzen und die Aktie über der nächstgelegenen Unterstützung bei 85,60 Euro ins Handelsende zu bringen. Damit ist klar: Solange diese Linie auf Schlusskursbasis hält, könnte Eckert & Ziegler wieder nach oben drehen. Aber würde das gestrige Tagestief (83,95 Euro) doch noch unterboten, wäre diese Chance für die Bullen vertan. Da knapp darunter einen Stoppkurs Long zu platzieren, wäre daher in jedem Fall zu überlegen, zumal das nächste charttechnische Kursziel im Fall erneuter Abgaben dann mit 71/72 Euro schon dort läge, wo die DZ-Banker die Aktie sehen.

Eckert & Ziegler-Aktie: Chart vom 16.06.2021, Kurs 88,05 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX

Zeitweise hatte die Eckert & Ziegler-Aktie als Reaktion auf die gestern vorgelegte Bilanz zwar ordentlich zugelegt, aber zum Handelsende wurde aus einem grossen Plus ein kleines. Kein Wunder, denn das aktuelle Kursniveau ist für die Aktie dünnes Eis.

Den Gewinn konnte der Strahlen- und Medizintechnikspezialist Eckert & Ziegler im ersten Quartal 2021 deutlich steigern. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg der Gewinn markant von 11 Millionen Euro im ersten Quartal 2020 auf jetzt 23 Millionen. Der Überschuss nach Steuern lag bei 13,7 nach 5,0 Millionen. Das basierte indes nur auf einer deutlichen Steigerung der Gewinnmarge, denn der Umsatz legte nicht zu. Im ersten Quartal 2020 waren es 44,5 Millionen Euro gewesen, diesmal 44,2 Millionen. Und das ist nicht unproblematisch, zumal:

Eckert & Ziegler sieht da derzeit keine Änderung; der Ausblick auf 2021, der Ende März zusammen mit der 2020er-Bilanz vorgelegt und gestern bestätigt wurde, sieht einen Umsatz auf Vorjahresniveau. Und schon 2020 hatte sich der Umsatz zum Jahr 2019 kaum verändert. Das Problem dabei: Man kann den Gewinn zwar trotzdem steigern, wenn die Gewinnmarge wächst. Aber auf Dauer ist das nicht durchzuhalten; nur, wenn auch der Umsatz zulegt, wäre auch mittelfristig nennenswertes Wachstum realistisch. Dass man am Markt nur verhalten positiv reagierte, ist aus dieser Warte heraus verständlich.

Expertenmeinung: Zudem ist die Aktie jetzt in Relation zum Gewinnwachstum recht teuer. Für das Gesamtjahr erwartet Eckert & Ziegler einen Anstieg des Gewinns pro Aktie von 1,11 Euro im Jahr 2020 auf 1,40 Euro. Das entspräche einen Anstieg um ca. 26 Prozent, das Kurs/Gewinn-Verhältnis liegt aber auf Basis dieser Gewinnschätzung schon jetzt bei 55. Gerade noch normal, wenn das Wachstum der Gewinne dynamisch fortgesetzt würde. Aber dazu müsste eben auch die Perspektive eines spürbar ansteigenden Umsatzes da sein. Und die fehlt, zumindest für das laufende Jahr.

Was auch kein Problem wäre, hätte diese Aktie nicht seit Januar dermassen stark zugelegt. Nur, weil der Kurs zwischen Mitte Januar und Mitte April über 90 Prozent zugelegt hat, ist das Eis so dünn. Mitte Januar hätte die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis auf Basis der aktuellen, unternehmenseigenen Gewinnperspektive noch bei 32 gelegen, das wäre angemessen. So aber sind mit dem Aktienkurs wie immer auch die Bewertungen und die Erwartungen der Anleger gestiegen. Und da die Bilanz die Aktie auch noch inmitten einer Korrekturphase erwischt hat, wird es jetzt schwieriger, das Ruder hin zu neuen Rekordhochs herumzureissen.

Sie sehen, dass der Kurs gestern nicht an der nächstgelegenen Charthürde in Form der 20-Tage-Linie vorbeikam. Sollte das in den kommenden Tagen doch noch gelingen, wäre der Weg für einen Anlauf an und im Idealfall über das bisherige Rekordhoch von 85,60 Euro grundsätzlich frei. Aber in einer solchen Gesamtsituation blind darauf zu vertrauen, dass es so kommt, wäre riskant. Momentan wäre die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Eckert & Ziegler-Aktie weiter korrigiert, nachdem der Schub nach der Bilanz ausblieb, und dabei als nächstes Kursziel die Januar-Aufwärtstrendlinie bei aktuell 67 Euro anvisiert.

Eckert & Ziegler-Aktie: Chart vom 17.05.2021, Kurs 76,85 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX

Der Strahlentechnik-Spezialist Eckert & Ziegler hat sich bei seiner 2020er-Gewinnprognose vertan. Aber das gestrige, neue Rekordhoch macht klar: Man hat zu tief geschätzt. Zieht die Aktie jetzt davon?

Aus rein charttechnischer Sicht wäre der Weg nach oben durchaus frei. Aber dieser Kurssprung um satte 9,42 Prozent ist eigentlich einer unter Vorbehalt. Denn Eckert & Ziegler hatte zwar gestern gemeldet, dass der Gewinn auf Basis noch ungeprüfter Daten nicht wie im Vorfeld avisiert bei 1,00 Euro, sondern bei 1,11 Euro pro Aktie liegen werde, was auch recht solide über der durchschnittlichen Prognose der Analysten von 1,04 Euro liegt. Aber mehr erfuhr man noch nicht. Die vollständigen Bilanzdaten und vor allem ein Ausblick auf 2021 kommen erst nach der Aufsichtsratssitzung am 25. März.

Expertenmeinung: Sollte das Unternehmen dann eine solide umsatz- und Gewinnsteigerung nebst überzeugenden Auftragseingängen melden, wäre eindeutig mehr Luft nach oben. So aber ist die Sache noch in der Schwebe, denn ohne einen kräftigen Gewinnanstieg im laufenden Jahr wäre Eckert & Ziegler mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 60 auf Basis dieser gemeldeten 2020er-Gewinne eher teuer bewertet.

Der Kurssprung war die Folge einer Mixtur aus positiver Überraschung, einem charttechnischen Kaufsignal durch den Anstieg über das bisherige Rekordhoch von 64,95 Euro und der relativen Marktenge der Aktie. Letztere hat zur Folge, dass grössere Kauf- und Verkaufsorders ungewöhnlich starke Kursveränderungen nach sich ziehen. Und gestern lagen die Umsätze sehr hoch.

Das heisst nicht, dass die Aktie dieses neue Rekordhoch nicht ausbauen könnte, aber man sollte eben ein wenig auf der Hut sein. Erst in einer Woche weiss man wirklich, wie man die Lage einschätzen sollte, bis dahin hat man nur einen, wenngleich positiven, Splitter des Ganzen in der Hand. Sich sicherheitshalber mit einem Stoppkurs knapp unter der aus der Bodenbildung der vergangenen Wochen hervorgegangenen, neuen Aufwärtstrendlinie bei aktuell 56,60 Euro abzusichern, kann da kein Fehler sein.

Chart vom 18.03.2021, Kurs 66,20 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX

Die Eckert & Ziegler-Aktie beendete das Börsenjahr 2019 bei 47,65 Euro, das Jahr 2020 bei 44,84 Euro. En hochvolatiles Jahr endete somit kaum verändert. Und das entspricht auch den Erwartungen der Analysten, denn die sehen für das jetzt beendete Geschäftsjahr 2020 einen knapp behaupteten bis unveränderten Gewinn. Ob sich diese Prognose erfüllt, werden wir wohl in der zweiten Hälfte des Februars sehen. Denn die Ergebnisse des Strahlentechnologie-Spezialisten aus dem vierten Quartals stehen noch aus und würden planmässig erst Ende März kommen, aber zumindest 2020 hatte das Unternehmen bereits Ende Februar vorläufige Zahlen gemeldet.

Das wäre schon einmal ein wichtiger Aspekt, wobei Eckert & Ziegler zumindest Ende Februar 2020 nicht zugleich mit einer Prognose für das angelaufene Jahr aufwartete. Sollte das auch diesmal der Fall sein, würden die Marktteilnehmer somit noch bis Ende März auf Antworten zu den entscheidenden Fragen warten müssen: Wie geht es mit dem Auftragseingang, dem Umsatz, der Gewinnmarge und dem Gewinn voraussichtlich weiter? Die Antwort ist gerade hier deswegen so bedeutsam, weil die Aktie mit dem Beginn des neuen Jahres beeindruckend durchgestartet ist. In den letzten vier Wochen legte der Kurs um die 40 Prozent zu. Spannend, aber nicht ohne Risiko, denn:

Expertenmeinung: Mit dieser Kaufwelle nehmen die Akteure ein starkes Jahr 2021 bzw. mittelfristig anhaltendes, kräftiges Wachstum vorweg, für das es bislang noch keine Belege gibt. Momentan schätzen die Experten im Schnitt, dass der Gewinn des Unternehmens 2021 ebenso wie 2022 zwischen 15 und 20 Prozent zulegen kann. Wenn man dann im Vorfeld erster Tendenzen zum Jahr 2021 ganze 40 Prozent auf den Aktienkurs aufsattelt, braucht es schon positiver Überraschungen, um erwarten zu dürfen, dass die Aktie über diesen Sprung hinaus noch weiter zulegt. Was nicht auszuschliessen ist. Aber sich darauf einfach zu verlassen, wäre verwegen.

Auffällig ist, dass das Unternehmen eine aktivere Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben scheint, neue Aufträge werden umgehend mitgeteilt. Grundsätzlich sehr sinnvoll, aber wenn man, wie gestern hinsichtlich eines Auftrags in den Niederlanden, diesen nur vage mit einem Volumen von „mehreren Millionen Euro“ umschreibt, bleibt eben offen, wie sich solche Neuaufträge ins Gesamtbild einordnen lassen.

Rein charttechnisch betrachtet passt bislang alles. Im Zuge der laufenden Rallye hatte der Kurs das vormalige Rekordhoch der Aktie, im Dezember 2019 bei 51,50 Euro markiert, mit Schwung überboten und dann im Zuge eines Rücksetzers Ende Januar perfekt verteidigt. Damit ist der Ausbruch auf neue Hochs tadellos bestätigt worden. Nur hat sich die Aktie von dieser wichtigen Unterstützung schon sehr weit entfernt, von der Oktober-Aufwärtstrendlinie sowieso. Als Leitstrahlen der Bullen dienen zum einen eine ganz kurzfristige Aufwärtstrendlinie bei aktuell 55,60 Euro und die 20-Tage-Linie bei 54,30 Euro. Wenn man sich erinnert, dass es sich hier um eine ungewöhnlich kräftige Rallye handelt, die bislang nur auf der Hoffnung auf in einigen Wochen anstehende, positive Überraschungen basiert, kann es nicht schaden, diese beiden kurzfristigen, zügig nach oben mitlaufenden Chartmarken als Orientierung für einen konsequenten Stoppkurs zu wählen.

Chart vom 08.02.2021, Kurs 62,60 Euro, Kürzel EUZ | Online Broker LYNX