Cancom Aktie aktuell CANCOM: Chance vertan – sind jetzt die Bären dran?

News: Aktuelle Analyse der Cancom Aktie

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Cancom
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Zur Cancom Aktie

Die gestern vorgelegte 2020er-Bilanz konnte sich sehen lassen, der Ausblick versprühte Optimismus. Doch die anfangs positive Reaktion der Anleger verpuffte. Werden sich jetzt die Bären auf CANCOM stürzen?

Wenn eine Aktie auf Unternehmensdaten hin zuerst einen Satz nach oben macht, dies aber sofort Abgabedruck auslöst, ist das immer ein Warnsignal. Einige sehen die Informationen als gut genug an, um einzusteigen, noch mehr aber sind nicht überzeugt genug, um die Chance, in höhere Notierungen hinein auszusteigen, verstreichen zu lassen. Wenn so etwas passiert, spielen die Ergebnisse selbst schnell nur noch eine nachrangige Rolle.

Dabei war das Zahlenwerk solide. Getragen von einem besonders gut gelaufenen vierten Quartal schaffte der IT-Dienstleister 2020 bei Umsatz und Gewinn ein kleines Plus. Es mag der Ausblick gewesen sein, der Gewinnmitnahmen auslöste, denn man rechnet bei CANCOM mit einer „deutlichen“ Steigerung von Umsatz und Gewinn … das ist vielen wohl ein wenig zu vage gewesen, denn das können fünf ebenso wie fünfzig Prozent sein. Und am Ende des ersten Quartals könnte/sollte man bereits genug an Fakten haben, um präziser zu sein. Aber das ist jetzt eben Schnee von gestern:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Cancom Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Zahlen liegen auf dem Tisch, die Chance, darauf positiv zu reagieren, ist vertan … warum sollten Marktteilnehmer erst einen oder mehrere Tage später einsteigen, wenn sie es nicht sofort tun? Was als Chance für das bullische Lager bliebe, wären als Reaktion auf die Zahlen angehobene Kursziele der Analysten. Unbedingt darauf wetten, dass da etwas kommt, das weitere Gewinnmitnahmen aufhalten könnte, sollte man indes nicht. Die Zahl der Experten, die die CANCOM-Aktie beobachten, ist überschaubar und man war dort bereits im Vorfeld der Bilanz sehr optimistisch: Bei bestehenden Kurszielen zwischen 52 und 70 Euro liegt die Aktie derzeit am unteren Ende der Erwartungen – geholfen hat ihr das gestern nicht.

Damit kommt es auf die kommenden Tage an. Sollte die CANCOM Aktie das Vorwochen-Verlaufstief bei 50,95 Euro auf Schlusskursbasis unterschreiten, steigt das Risiko, dass die Akteure weiter aussteigen, deutlich, zumal dadurch die mittelfristige Aufwärtstrendlinie signifikant gebrochen würde. Eine Gelegenheit für einen Short-Trade?

Das wäre eher gewagt, denn das Zahlenwerk an sich war ja durchaus manierlich. Ob sich da allzu viele Leerverkäufer ausgerechnet an CANCOM versuchen, ist zumindest fraglich. Vor allem, weil die Aktie zwar dabei ist, die Chance zu vergeben, wieder bullisch zu sein, aber sie ist dadurch zunächst einmal nur als neutral anzusehen.

Bärisch würde sie erst, wenn die markante Unterstützungszone 46,40/47,22 Euro gebrochen würde. Dass das in den kommenden Wochen passiert, ist zwar nicht auszuschliessen, aber dafür war das, was CANCOM da am Dienstag vorgelegt hat, eigentlich zu gut!

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Cancom Aktie

Der IT-Dienstleister CANCOM überzeugte zuletzt mit kräftig steigenden Umsätzen und Gewinnen. 2020 war ein gutes Jahr … und die gestern eingelaufene Meldung über einen neuen Grossauftrag unterstützt die Erwartung der Analysten, dass die Gewinne konstant weiter wachsen werden. Wäre bei dieser Aktie ein neues Rekordhoch drin? Durchaus möglich!

Am Mittwoch meldete CANCOM, dass es gelungen sei, einen Rahmenvertrag mit der EU-Institution eu-LISA abzuschliessen, dessen Volumen bei einer Laufzeit von maximal sechs Jahren bei bis zu 440 Millionen Euro beträgt. Angesichts des geschätzten 2020er-Umsatzes von etwa 1,7 Milliarden Euro durchaus eine bemerkenswerte Grössenordnung.

Die unmittelbare Reaktion der Marktteilnehmer war klar positiv, die Aktie lief am Vormittag gut 4,6 Prozent nach oben. Dass der Kurs dann bis zum Handelsende einen Teil des Gewinns einbüsste, lag eher nicht daran, dass den Anlegern Zweifel gekommen wären, sondern an dem am Mittwoch für den Technologiesektor allgemein schwierigen Umfeld eines abverkauften Befreiungsschlags, der Nasdaq und TecDAX unter Druck setzte. Da werden gerade Aktien, die zuletzt starke Gewinne verbuchen konnten, gerne gegeben. Aber das muss die Ambitionen auf neue Allzeithochs bei CANCOM nicht nachhaltig stoppen – die Chance ist da.

Expertenmeinung: Was ist nötig, um eine Aktie auf neue Hochs zu tragen? Erstens eine positive Perspektive bei den Unternehmensgewinnen – die ist vorhanden. Und zweitens ein bullisches Chartbild – das ist aktuell ebenfalls gegeben. Wir sehen hier eine Aktie, die in einem intakten Aufwärtstrendkanal an entscheidende Hürden klopft … und das recht hartnäckig.

Die obere Begrenzung des im November etablierten Aufwärtstrendkanals konnte im Februar nicht erreicht werden, weil der Weg dieser Linie von der Widerstandszone zwischen 56,60 und 59,05 Euro gekreuzt wurde. Seit anderthalb Jahren bedeutet diese Zone für die Bullen das Ende der Fahnenstange. Aber statt nach diesem erneuten, vergeblichen Anrennen im Februar deutlicher nach unten abzudrehen, wurde CANCOM präzise auf Höhe der nächstgelegenen Unterstützung, dem Hoch vom August 2020 bei 52,15 Euro, abgefangen, was deutlich macht:

Die Bullen dominieren das Geschehen weiterhin. Aber ein Ausbruch sollte jetzt relativ zeitnah gelingen. Auf die Bilanz des Gesamtjahres 2020 wird man da nicht warten können, die steht erst am 30. März an … und diese Chartkonstellation fordert eine Entscheidung ein. Die Vorgaben sind klar:

CANCOM muss über dem bisherigen Verlaufsrekord von 59,05 Euro schliessen, um die bullische Tendenz zu bestätigen. Solange die Aktie nicht unter die zuletzt gehaltene Supportlinie bei 52,15 Euro fällt, bleibt diese Chance greifbar. Fiele allerdings dieses jüngste Korrekturtief, wird es kritisch. Zwar wäre der Unterstützungsbereich zwischen der 200-Tage-Linie bei aktuell 47,35 Euro und der unteren Begrenzung des Aufwärtstrendkanals bei 49,10 Euro eine Zone, die angesichts der positiven Umsatz- und Gewinnperspektive des Unternehmens tendenziell halten sollte. Aber natürlich möchte man nicht bis dorthin auf der falschen Seite mitlaufen müssen, daher wäre ein Stoppkurs knapp unter dieser kurzfristig entscheidenden Linie von 52,15 Euro auf jeden Fall ratsam.

Das IT-Unternehmen legte am Donnerstagmorgen die vorläufigen Ergebnisse für das vierte Quartal sowie für das gesamte Geschäftsjahr 2020 vor. Und die fielen gut genug aus, die CANCOM-Aktie in der Spitze um 11,69 Prozent nach oben zu katapultieren. Am Ende blieb indes „nur“ ein Plus von 4,88 Prozent übrig. Warum fiel die Aktie so weit zurück? War in den Ergebnissen ein Haken verborgen?

Durchaus nicht. Das vierte Quartal fiel hervorragend aus. So stieg der Umsatz (jeweils zum vierten Quartal 2019) um 10,6 Prozent, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) aber weit stärker, um 41,9 Prozent, geschuldet der deutlichen Steigerung der Vorsteuer-Marge von 7,6 Prozent vor einem Jahr auf jetzt 9,7 Prozent. Hinzu kam, dass dadurch auch im schwierigen Jahr 2020 insgesamt eine Gewinnsteigerung gelang. Das EBITDA liegt nach diesen noch ungeprüften Berechnungen 3,2 Prozent über dem des Jahres 2019 und damit höher als man dies seitens des Unternehmens in der letzten Prognose Ende Oktober noch avisiert hatte.

Dass diese Zahlen überzeugen konnten, sahen auch die Analysten so: Die DZ-Bank hob ihr Kursziel von 48 auf 62 Euro an und stufte die Aktie mit „Kaufen“ ein. Warburg aktualisierte das Kursziel von 46 auf 55 Euro und urteil ebenso mit „Kaufen“. Wo also liegt das Problem, das die Gewinnmitnahmen auslöste?

Expertenmeinung: Das dürfte sich hinter der Bewertung der Aktie über das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) einerseits und dem Chartbild andererseits verbergen. Auf Basis der jetzt für 2020 greifbaren Gewinne liegt das KGV über 40. Würde die durchschnittliche Gewinnprognose der Analysten für 2021 eintreffen, läge dieses KGV zwar nur bei 33, das ist aber immer noch am oberen Ende dessen, was bei CANCOM in den vergangenen Jahren üblich war. Das alleine mag kaum jemanden dazu bewegt haben, auszusteigen, nicht unmittelbar nach solchen Zahlen und im Angesicht einer Rallye. Aber dann wäre da eben noch der Chart:

Sie sehen, dass sich die Handelsspanne der Aktie über die vergangenen anderthalb Jahre in zwei Hälften teilt, quasi in eine bullische und eine bärische Zone. Die Scheidemarke zwischen diesen beiden Bereichen liegt bei 45,90/47,00 Euro. Die hatte CANCOM vor zweieinhalb Wochen nach oben durchbrochen. Danach lief alles absolut nach Plan, die Aktie zog nach einem kurzen Rücksetzer, der den Ausbruch bestätigte, weiter an. Aber dieser massive Schub als Reaktion auf die Bilanz führte so weit nach oben, dass die obere Begrenzung dieser bullischen Zone in Reichweite kam. Die befindet sich im Bereich 56,60/59,05 Euro, letzteres ist zugleich der bisherige Verlaufsrekord. Bis 55,80 Euro war die Aktie gestern gelaufen, es überrascht daher nicht, dass einige Akteure die Gunst der Stunde nutzten, um auch mal Kasse zu machen. Aber:

Bevor CANCOM mit Schlusskursen unter 45,50 Euro nicht wieder klar in die bärische Hälfte der Handelsspanne und unter die November-Aufwärtstrendlinie fällt, bleibt das Gesamtbild bullisch und die Chance gegeben, dass die Gewinnmitnahmen abgearbeitet werden und sich die Aktie erneut, diesmal aber langsamer, wieder in Richtung der Widerstandszone   56,60/59,05 Euro vortastet.

Seit Sommer 2019 taucht die Zone zwischen 45,90 und 47,00 Euro immer wieder als Wendemarke für den CANCOM-Aktienkurs auf. Bis Februar 2020 fungierte diese Zone als Unterstützung, im Sommer 2020 erneut, nachdem die Aktie diesen Bereich zurückerobern konnte. Seit August 2020 ist sie ein Widerstand, der bereits mehrfach angegangen, aber bislang nicht nachhaltig bezwungen werden konnte. Sollte sich das gerade ändern?

Immerhin hat sich der Kurs am Dienstag leicht über diesen Widerstandsbereich geschoben. Und nicht nur das: Diese Zone wird derzeit durch die wichtige 200-Tage-Linie (im Chart schwarz) verstärkt. An diese 200-Tage-Linie war die Aktie seit Mitte November mehrfach angerannt, hatte sie aber nie auf Schlusskursbasis überbieten können. Das ist jetzt in einem Aufwasch mit dem Break über den Bereich 45,90/47,00 Euro gelungen. Und sollte dieser Ausbruch sich verstetigen, wäre nach oben einiges drin, zumindest aus charttechnischer Sicht. Denn Sie sehen im Chart, dass diese Zone die Handelsspanne der Aktie in zwei Hälften teilt. Und gelänge es, sich wieder in der oberen, der bullischen Hälfte festzusetzen, fände sich die nächst grössere Hürde erst um 52 Euro. Aber:

Expertenmeinung: Wäre ein Anstieg in Richtung der oberen Wendepunkte der Handelsspanne im Bereich 56 bis 59 Euro auch fundamental unterfüttert? Denn wenn das nicht der Fall wäre, würde das Risiko grösserer Gewinnmitnahmen, die den Kurs wieder in die „bärische Hälfte“ zurückwerfen, mit jedem Euro, den die Aktie zulegt, grösser. Und so ganz überraschend wäre das nicht, denn die letzten entscheidenden Zahlen vom Unternehmen stammen vom 27. Oktober nach Handelsende … und waren unerfreulich.

Da legte CANCOM die vorläufigen und per Anfang November dann bestätigten Ergebnisse des dritten Quartals vor und gab eine Prognose für das jetzt beendete Gesamtjahr ab. Deutlich mehr Umsatz, dafür aber weniger Gewinn als 2019, so kann man diese Prognose kurz zusammenfassen. Und was die Anleger davon hielten, sehen Sie im Chart. Die Reaktion folgte gleich am Morgen des 28. Oktober: Das war die grosse Abwärts-Kurslücke, der ein Abverkauf der Aktie bis hinunter auf knapp 33 Euro folgte. Dadurch fiel CANCOM fast wieder auf das März-Tief zurück. Und neuere Daten und Ergebnisse gibt es von diesem IT-Dienstleister bislang nicht, was bedeutet:

Aus fundamentaler Sicht ist der jüngste Stand der Dinge der, welcher Ende Oktober zu einem Abverkauf führte und die Aktie meilenweit unter die Widerstandszone drückte, die sie jetzt zu überwinden versucht. Wenn diese ambitionierte Rallye einen nachhaltigen Wechsel in die „bullische Hälfte“ nach sich ziehen soll, müssten zeitnah positive Nachrichten nachgereicht werden. Aber die Ergebnisse des vierten Quartals werden, sofern keine vorläufigen Zahlen mitgeteilt werden, erst im März erwartet. Daher: Sofern man hier bereits Long ist oder über den Long-Einstieg nachdenkt, wäre zu überlegen, eine Absicherung solcher Positionen so zu platzieren, dass man zügig aus dem Markt wäre, sollte die Aktie mit Schlusskursen unter 44,50 Euro nicht nur die Zone 45,90/47,00 Euro, sondern auch noch die Kreuzunterstützung aus dem kurzfristigen Aufwärtstrend und der 20-Tage-Linie brechen.

Cancom ist ein herstellerunabhängiges IT-Systemhaus mit einem breiten Produkt- und Dienstleistungsspektrum im Bereich IT-Infrastruktur und Professional Services.

Corona beschleunigt

Zielgruppe des IT-Dienstleisters sind grosse und mittelständische Unternehmen. Das Produkt- und Dienstleistungsangebot erstreckt sich über das gesamte Spektrum von Beratung, Erstellung von IT-Konzepten, über die Beschaffung bis hin zur Integration und dem Betrieb der Systeme.

Als Partner von HP, Microsoft, IBM, SAP, Symantec, Citrix, Apple und Adobe verfügt Cancom über Kernkompetenzen in richtungsweisenden IT-Zukunftsthemen wie etwa Cloud Computing.

Bisher haben viele Mittelständler die Digitalisierung verschlafen, das hat die Krise schmerzhaft gezeigt. Daher sollte das Geschäft von Cancom mittelfristig sogar von der Pandemie profitieren. Der Nachholbedarf ist gross.

Das grosse Bild

Langfristig ist die Aktie ohnehin ein Outperformer. In den letzten zehn Jahren konnte der Umsatz von 553 Mio. auf 1,55 Mrd. Euro gesteigert werden.
Gleichzeitig haben sich die Margen verbessert.
Das Ergebnis kletterte in dieser Zeit von 0,38 auf 1,04 Euro je Aktie.

Grössere Kapitalerhöhungen hat man schon länger nicht mehr durchgeführt, nennenswerte Schulden hat man nicht.

Daher hatte ich mich in der Vergangenheit mehrfach positiv zur Aktie geäussert. Während des Crashs hatte es Cancom sogar in meine Kaufliste geschafft und glücklicherweise lag das Tief auch direkt in der genannten Kaufzone:

Börsencrash: Das ist meine Kaufliste

Wo kann man zugreifen?

Anschliessend legte die Aktie um 80% zu und kehrte zum Allzeithoch zurück. Derzeit befinden wir uns aber wieder im Rückwärtsgang, die Halbjahreszahlen am vergangenen Donnerstag kamen nicht sonderlich gut an.

Die Wachstumsdynamik hat zwar spürbar nachgelassen, der Umsatz konnte aber um 8,2% auf 826 Mio. Euro gesteigert werden.
Im Vergleich zum gesamten IT-Markt, der um 5,6% eingebrochen ist, ist das eine gute Entwicklung.

Dass der Gewinn um 42% eingebrochen ist, ist zwar nicht erfreulich, es handelt sich aber nicht um hausgemachte Probleme.

Der Wachstumstreiber im Konzern, der Bereich Cloud Solutions, konnte die positive Entwicklung in nahezu ungebremstem Tempo fortsetzen. Im ersten Halbjahr legte der Umsatz um 27% auf 168,6 Mio. Euro zu.

Der Anteil an planbaren und wiederkehrenden Einnahmen durch langlaufende Verträge hat weiter zugenommen und erreichte 191,4 Mio. Euro, nach 145,4 Mio. Euro zuvor.

Wenn man sich die Zahlen also etwas genauer ansieht, erkennt man, dass es bei Cancom vergleichsweise gut läuft.
Im laufenden Jahr sollen Umsatz und Gewinn trotz Corona moderat steigen.

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Chart

Die Aktie ist übergeordnet klar bullisch, der Aufwärtstrend ist intakt. Auf dem aktuellen Niveau ergibt sich für antizyklische Anleger die erste Möglichkeit.

Weitere Unterstützungen liegen bei 39-40 Euro sowie nahe 34 Euro.

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Man bemühte sich, das Ergebnis des zweiten Quartals positiv darzustellen, indem der IT-Dienstleister CANCOM betonte, man habe den Umsatz im ersten Halbjahr 2020 insgesamt trotz schwieriger Rahmenbedingungen um 8,2 Prozent gesteigert. Zudem sei die Profitabilität von einmaligen Sondereffekten belastet gewesen. Die Anleger liessen sich indes nicht beeindrucken. Als die Zahlen am Donnerstag vorgelegt wurden, gelang es zwar noch, einen Teil der Verluste wieder aufzukaufen und so ein markantes, charttechnisches Verkaufssignal zu verhindern. Aber am Freitag brach der Deich dann doch. Was nicht unbedingt wundert, denn:

Abseits der Hervorhebung der positiven Aspekte des Zahlenwerks waren die Ergebnisse des zweiten Quartals eben unerfreulich. Der Umsatz fiel gegenüber dem zweiten Quartal 2019 um 8,6 Prozent, der Gewinn, gerechnet als EBITDA (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) fiel überproportional um 29 Prozent, einer deutlich von 7,0 im Vorjahr auf jetzt 5,4 Prozent zusammengeschmolzenen Gewinnmarge geschuldet. Die Anleger stimmten mit den Füssen ab und stiegen aus. Und mit dem Minus von gut sieben Prozent am Freitag wurde das am Donnerstag noch verhinderte Abwärts-Signal der Charttechnik dann eben doch generiert.

Expertenmeinung: Das Problem der Marktteilnehmer dürfte vor allem sein, dass andere IT-Dienstleister besser durch das zweite Quartal kamen, so z.B. Bechtle, die ihre Ergebnisse am Mittwoch auf den Tisch legten. Zudem lief die Aktie, nachdem die Hand in Hand mit dem Gesamtmarkt Mitte März losgetretene Hoffnungs-Rallye Anfang Juni endete, in einem Abwärtstrend und damit insgesamt schwächer als der Gesamtmarkt, das alleine dürfte die Käuferseite bereits im Vorfeld der Zahlen eher vorsichtig gestimmt haben.

Genau an dieser Juni-Abwärtstrendlinie drehte CANCOM am Donnerstag als Reaktion auf die Quartalbilanz nach unten. Dabei gelang es am Donnerstag zwar noch, die bis in den Sommer 2019 zurückreichende Unterstützungszone zwischen 45,90 und 47,00 Euro auf Schlusskursbasis zu halten. Aber diese Rettungsaktion des Donnerstags zog keine Käufe nach sich, der Abgabedruck setzte am Freitag sofort wieder ein. Und das war für die Marktteilnehmer das Signal, hier besser nicht in ein fallendes Messer zu greifen. Diese Unterstützungszone wurde zum Wochenschluss klar gebrochen, so dass der Weg nach unten aus rein charttechnischer Sicht jetzt erst einmal frei wäre. Und die Bären dürfte es freuen, dass sich in unmittelbarer Nähe erst einmal keine charttechnische Unterstützung findet, die sich als Basis für Käufe des bullischen Lagers aufdrängen würde.