Börse aktuell

Hier erfahren Sie, was an der Börse aktuell geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet täglich das aktuelle Börsengeschehen und fasst die neuesten Börsendaten und Börsenberichte wöchentlich für Sie zusammen. Mit Börse aktuell bringen wir die wichtigsten Börsennachrichten auf den Punkt und kommentieren, was momentan an der Börse los ist.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie jede Woche über die derzeitige Börsenentwicklung. Was beschäftigt die Börse? Was steht diese Woche an? Diktieren Bullen oder Bären die Märkte? Sollten Sie Ihre Investitionen erhöhen oder lieber Gewinne mitnehmen? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese Fragen, wagen einen Ausblick auf die kommende Börsenwoche und bewerten anstehende Ereignisse, die Auswirkungen auf den Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 13.-19.01.2020

An der Börse gibt es keine Wahrheit

Ob man ein Glas als halb leer ansieht oder als halb voll, liegt im Auge des Betrachters. Das gilt für alle Lebensbereiche, aber ganz besonders für die Börse. Eigentlich scheint der Vergleich zu hinken, denn wenn das Glas vorher randvoll war, ist „halb leer“ richtig, weil es gerade geleert wird. War es vorher leer, ist es „halb voll“, weil es gerade gefüllt wird. Aber so verkehrt ist dieser Vergleich keineswegs, denn entscheidend ist, ob man überhaupt bereit wäre, die Frage zu stellen, in welche Richtung sich die Füllmenge gerade entwickelt. Gerade am Aktienmarkt gibt es Akteure, für die grundsätzlich alles bullisch ist und andere, die permanent jeden Moment den großen Knall sehen. Die Wahrheit liegt immer dazwischen … aber die nimmt kaum jemand zur Kenntnis.

Warum an der Börse kaum jemand wirklich flexibel ist

Es ist gar nicht so verwunderlich, dass es diese beiden Lager der Bullen und Bären gibt. Zwar bleibt kaum jemand, wie vor zwei Wochen an dieser Stelle ausgeführt, auf Dauer entweder bullisch oder bärisch. Aber geht es Ihnen nicht auch so: Wenn Sie Long sind, wollen Sie schließlich, dass die Kurse steigen und sind damit automatisch empfänglicher für bullische Markt-Statements. Bei einem Short-Trade gilt das vice versa. Wer an der Börse aktuell nicht investiert ist, ist imstande, die Lage deutlich objektiver wahrzunehmen. Aber die Neutralen bewegen die Kurse ja nicht.

Hinzu kommt, dass vor allem viele kurzfristige Trader ziemlich lange und stur in einem der beiden Lager bleiben, weil eine volatile Börsenphase wie derzeit es erschwert, permanent die Seiten zu wechseln. Mehrmals täglich zwischen Long und Short hin und her zu wechseln, ist nervenaufreibend und führt zu diesen kleinen Fehlern, die für Trader leicht große Konsequenzen haben. Also agieren viele an der Börse aktuell ausschließlich mit dem Trend und sind damit, obgleich sie das als Trader nicht sein sollten, „parteiisch“.

Das führt dazu, dass Trends oft länger vorhalten, als selbst Fachleute das für möglich hielten. Und dass solche Trends, ob bei Devisen, Rohstoffen oder Aktien, lange gegen eine Veränderung des Umfelds laufen können, weil die einfach ausgeblendet wird. Nun ließe sich argumentieren, dass die Marktteilnehmer doch bloß auf die Charts schauen müssten, um rechtzeitig zu erkennen, dass es angebracht wäre, die Positionen zu drehen. Wirklich?

Charttechnik ist „Ansichtssache“

Davon abgesehen, dass die Kurse ja die Summe der auf den eigenen subjektiven Entscheidungen und Sichtweisen basierenden Handlungen der Anleger in ihrer Gesamtheit sind und dementsprechend nicht „objektiv“ sein können, ist es ein Kindespiel, eigentlich unübersehbare Warnsignale nicht zu sehen. Denn die Charttechnik ist nun einmal keine exakte Wissenschaft, sondern „Ansichtssache“. Beispielhaft dafür, dass man ein und denselben Kursverlauf völlig gegensätzlich interpretieren könnte, hier der Dow Jones … zunächst in der optimistischen, bullischen Variante:

Wenn man sich diese charttechnische Interpretation ansieht, kann man eigentlich nur guter Dinge sein, dass der Index nach dem ersten Touchieren der runden Marke von 29.000 Punkten auch die „magische“ 30.000 umgehend in Angriff nehmen und diese auch deutlich überwinden wird, denn der mittelfristige Aufwärtstrendkanal würde sogar schon jetzt Spielraum bis 30.800 Punkte bieten. Zumal die Markttechnik mitspielt, der unten mit eingeblendete Trendfolgeindikator MACD bleibt bullisch.

Man muss nur ausblenden, was man sehen könnte, aber nicht muss: Beide Trendkanäle, der vom Dezember 2018 ebenso wie der von Anfang Oktober, sind auf der für Aufwärtstrends relevanten Unterseite nur durch zwei Punkte definiert, also noch nie bestätigt worden. Außerdem hat der Dow Jones die obere Begrenzungslinie bei beiden Kanälen schon längere Zeit nicht mehr angelaufen, die letzten Wendepunkte lagen, ob im mittelfristigen oder im kurzfristigeren Trendkanal, klar unterhalb der oberen Begrenzungslinien. Dass der Dow an der Börse aktuell bis 30.800 Punkte laufen kann, glaubt man daher nicht auf Basis zwingender charttechnischer Fakten, sondern weil man es glauben will.

Was gutgeht, solange genug andere das nicht nur denken, sondern auch entsprechend handeln und den Index dadurch höher tragen. Aber wenn nicht, wenn man sich plötzlich in einem bullischen Lager wiederfindet, dem die Truppen davonlaufen, wird es ungemütlich. Jetzt der Blick auf denselben Dow Jones, nur mit einer anderen charttechnischen Gestaltung:

Zeichnet man den Aufwärtstrendkanal auf diese Weise, hat er nicht nur auf der Unterseite einen dritten Kontaktpunkt und darüber hinaus mehrere obere Berührungspunkte. Man sähe auch, dass die obere Begrenzung des Trendkanals ausgerechnet an der runden Marke von 29.000 liegt. Also da, wo er am Freitag ins Minus drehte und dabei auch noch ein Warnsignal im Candlestick-Chart generierte, indem dadurch ein „bearish engulfing pattern“ entstand. Man würde als Skeptiker auch nicht den Trendfolgeindikator MACD als markttechnischen „Sidekick“ wählen, sondern den schneller reagierenden, oft Warnsignale aussendenden RSI. Und der hat zum Index negative Divergenzen ausgebildet, wie wir im Chart sehen können.

Wer diesen Chart betrachtet, würde die Sache schon deutlich weniger bullisch sehen und eher fürchten, dass der Index an der Börse aktuell die bei derzeit 26.600 Punkten liegende, untere Begrenzung dieses Trendkanals ansteuern könnte. Sie sehen: Auch die Charttechnik ist „korrupt“, weil sie sich dem beugt, der sie anwendet. An der Börse gibt es somit keine objektive „Wahrheit“. Was auch für die angeblich objektiven Konjunkturdaten oder interne Daten gilt. Beispiel gefällig?

Statistiken, Konjunkturdaten, Internals: Alles beugt sich der eigenen Meinung

Am Freitag sah ich auf dem Börsensender „Bloomberg“ ein Interview mit einem Analysten, der erklärte, dass US-Aktien „billig“ seien. Wie will man so etwas mit Fakten unterlegen, nach einem derartigen Sturmlauf der US-Indizes an der Börse aktuell auf immer neue Rekorde? Ganz einfach: Man nehme zum Beispiel das Kurs/Gewinn-Verhältnis der Dow Jones-Aktien und präsentiert, wie niedrig das im Vergleich zu den vergangenen Jahren geworden ist, siehe der folgende Chart:

Zugegeben, das sieht günstig aus. Und wenn dieses durchschnittliche Kurs/Gewinn-Verhältnis der 30 im Dow Jones gelisteten Aktien wieder auf das alte Hoch Anfang 2018 laufen würde, würde der Dow Jones bei sagenhaften 36.000 Punkten notieren. Und das auch nur, wenn die Unternehmensgewinne nicht steigen. Steigen die, kann er noch viel höher laufen. Na, da kann man doch nur bullisch sein. Es sei denn … man schaut sich genau diese Daten in einem anderen Zeitraster an:

Gleicher Chart, anderer Zeitrahmen. Wenn man sich die letzten zehn Jahre ansieht und gleichzeitig noch erwähnt, wodurch dieser Sprung des KGV Anfang 2018 zustande kam, sieht das alles schon ganz anders aus. Vor Trumps Wahlsieg lag der Schnitt für das Kurs/Gewinn-Verhältnis jahrelang um 16. Dann kam zuerst die Trump-Hausse in der Erwartung massiv steigenden Wirtschaftswachstums (was sich derzeit schon wieder erledigt hat). Es folgte die US-Steuerreform, die die Gewinne deutlich steigen ließ, ohne dass das auf organischem Wachstum der Unternehmen basierte. Den Level knapp über 28 erreichte das KGV damals nur, weil die meisten Unternehmen ihre Gewinne Ende 2017 so gut als möglich auf Anfang 2018 verlagerten, um weniger versteuern zu müssen. Dadurch waren die Gewinne für das vierte Quartal 2017 erbärmlich und das KGV schoss in die Höhe.

Der dann folgende Abstieg basierte neben den durch geringere Steuern gestiegenen Gewinnen auf den massiven Aktienrückkäufen, die als Nebeneffekt der Steuerreform einsetzen und dazu führten, dass der Gewinn pro Aktie vieler Unternehmen stieg, weil der Gesamtgewinn sich auf weniger Aktien verteilte. Ein Prozess, der an der Börse aktuell immer noch anhält. Auf natürlichem Weg wurde diese KGV-Spitze bei 28 also nie erreicht und kann daher nicht als Ziel gelten. Wenn man es so sieht, sind die US-Aktien des Dow Jones nicht billig, sondern tendenziell eher teuer. Sie sehen:

Fazit: Wer weiß, dass er/sie subjektiv urteilt, hat einen großen Vorteil

Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters. Man kann sich Fakten immer so zurechtbiegen, dass sie zur aktuellen Ausrichtung der eigenen Trades passen. Am Ende zählt, was die Mehrheit derer, die aktiv am Markt agieren, als „wahr“ sehen wollen. Ob das auch nur ansatzweise objektiv ist, spielt dann keine Rolle, denn nicht die Fakten, sondern diejenigen, die sie interpretieren, bewegen an der Börse aktuell die Kurse. Wichtig ist aber, dass man sich dessen bewusst ist. Wer weiß, dass er/sie nie wirklich objektiv urteilt und handelt, ist weitaus leichter imstande, seine Meinung zu überdenken und schnell und ohne vorherigen monetären Blutzoll ins vorher gegnerische Lager zu wechseln.

Ob das wohl diese Woche nötig wird? In dieser Woche soll der ominöse „Phase I-Deal“ unterzeichnet werden. Spätestens dann wird man wohl nicht darum herumkommen offenzulegen, was diese Vereinbarung wirklich umfasst. Wird es ein Feuerwerk großer Fortschritte? Oder tut sich da der Abgrund eines ewigen Konflikts auf, wenn die Anleger nur dünne, vage, für die Börse nicht entscheidende Fortschritte vorfinden? Das kann und wird die Märkte bewegen. Nicht nur die Wall Street, sondern alle Märkte!

 

Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Börsenwoche!

Ihr

Ronald Gehrt

Charts vom 10.01.2020, Chartquelle marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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