Börse aktuell

Hier erfahren Sie, was an der Börse aktuell geschieht. Unser Börsenexperte Ronald Gehrt beobachtet täglich das aktuelle Börsengeschehen und fasst die neuesten Börsendaten und Börsenberichte wöchentlich für Sie zusammen. Mit Börse aktuell bringen wir die wichtigsten Börsennachrichten auf den Punkt und kommentieren, was momentan an der Börse los ist.

Börse: Aktuelle Nachrichten der Woche

Neues von der Börse: Unsere aktuellen Börsennachrichten informieren Sie jede Woche über die derzeitige Börsenentwicklung. Was beschäftigt die Börse? Was steht diese Woche an? Diktieren Bullen oder Bären die Märkte? Sollten Sie Ihre Investitionen erhöhen oder lieber Gewinne mitnehmen? Wir geben Ihnen die Antworten auf diese Fragen, wagen einen Ausblick auf die kommende Börsenwoche und bewerten anstehende Ereignisse, die Auswirkungen auf den Börsenverlauf haben könnten.

Börse aktuell vom 02.-08.12.2019

Ach wie gut, dass niemand weiß … oder: Willkommen in Absurdistan

Wenn man sich mal in aller Ruhe, in einem stillen Moment, überlegt, warum die Aktienindizes in einem Umfeld wie diesem wie auf Schienen steigen, kommt man irgendwann zu der verblüffenden Erkenntnis: Der Motor dieser Aktienmarkt-Hausse ist Unwissenheit! Was nicht neu ist, aber doch immer wieder erschreckend. Überlegen wir mal: Was führt dazu, dass so viele Sparer immer weiter in einen Aktienmarkt investieren, der nichts anderes als ein wandelndes Pulverfass ist? Drei Dinge:

Erstens sehen die Anleger vor allem bei uns in Europa keine Alternative zur Börse aktuell. Anleihen bringen keine Zinsen mehr, sondern kosten Geld. Und Anleihen aus Euroländern, die noch eine positive Rendite aufweisen, haben ein höheres Risiko.

Zweitens wird die Teilhabe am Aktienmarkt immer einfacher. Man kann z.B. über ETFs jederzeit mal nebenher mit einem Mausklick kaufen, bildet so einen Index oder eine ganze Region ab, kann jederzeit aussteigen und zahlt weit weniger Gebühren als bei den im Vergleich zu ETFs behäbiger wirkenden Fonds.

Und drittens sind Risiken, denen man sich gar nicht bewusst ist, eben auch nichts, das einen vom Kauf abhalten würde. Und genau das ist der Punkt.

Wer ist denn heute an der Börse aktuell noch ein „erfahrener Investor“?

Die letzte Baisse liegt an der Börse aktuell über zehn Jahre zurück. Auch damals, vor dem Platzen der Subprime-Blase, hatte die Mehrheit nicht den Hauch einer Ahnung, was sich da unter dem rosa Teppich nonstop bullischer Prognosen verbarg. Ja, manche Fachleute warnten. Aber zwei Aspekte spielten zusammen, die dazu führten, dass man die Warnungen in den Wind schlug. Zwei Aspekte, die immer auftauchen. Auch heute.

Zum einen bewahrheiteten sich die Warnungen nicht umgehend. Was zwar logisch ist, denn was jahrelang gutgeht, geht nicht ausgerechnet in dem Moment schief, in dem ich darauf hinweise, dass der Baum brennt. Aber genau das wurde als „Beweis“ dafür genommen, dass die Warnungen Blödsinn seien. Schaut, der hat vor einem Monat vor x oder y gewarnt und wo stehen die Kurse heute: höher! Ja, das kommt einem bekannt vor. Nicht nur aus allen vergleichbaren Situationen der Börsengeschichte. Sondern auch in Bezug auf das Hier und Jetzt.

Zum anderen war die Problematik kompliziert. Das damalige Vorgehen, wacklige Hypothekenkredite in einen Topf zu werfen, den schön zu verpacken und en bloc zu verhökern, war ja sogar für die meisten Banken, die darauf hereinfielen, nicht durchschaubar. Wie also hätten es die normalen Anleger erkennen können? Ich erinnere mich, wie damals Beiträge dazu aussahen. Schaubilder, Vektorgrafiken, Datenreihen und Tabellen, die sich ewig hinzogen. Da steigt auch manch intelligenter Anleger vor der Ziellinie aus. Gerade weil diese Geschichte mit den Subprime-Paketen relativ komplex war, dauerte es lange, bis das alles in sich zusammenfiel und, natürlich, alles mit sich riss.

Man musste ein wirklich erfahrener Investor sein, um zu erkennen, wie dünn das scheinbar massive Eis damals war. Und heute ist es nicht anders. Zugleich ist die Zahl der erfahrenen und fachlich versierten Marktteilnehmer seither nicht gewachsen. Im Gegenteil, die niedrigen Zinsen haben so viele „Rookies“ an den Aktienmarkt gespült, dass man glatt behaupten könne: Insgesamt gesehen ist man am Aktienmarkt heute so ahnungslos wie seit 1929 nicht mehr.

Natürlich weiß um die Gefahr, wer sich genau mit der Materie befasst, das nötige Wissen mitbringt oder es sich aneignet. Aber die Zahl derer, die hinter den Vorhang schauen wollen und auch noch verstehen, was sie dort sehen, ist eben viel, viel kleiner als die Zahl derer, die sich darauf beschränken, die steigenden Kurse als scheinbaren Beweis dafür zu sehen, dass a) alles bestens ist und es sich b) weiter zu kaufen lohnt. Wie kann das sein?

Die Entscheidungen „outsourcen“, die Risiken behalten

Wie ist es möglich, dass Leute, die beim Kauf eines Fahrrads alles peinlich genau untersuchen und wegen zehn Euro eine Stunde herumfeilschen, beim Anlegen des Ersparten eines ganzen Arbeitslebens völlig sorglos vorgehen? Wobei ich mit diesem Satz die Börsenlegende André Kostolany zitiere, der das bereits in den Siebzigerjahren perfekt auf den Punkt brachte. Was zeigt, dass die aktuelle Börse kein Novum in der Geschichte ist. Also? Es liegt daran, dass eine komplexe Herausforderung in drei Verhaltensweisen münden kann. Die da wären?

Eine Möglichkeit ist, dass jemand, der erkennt, dass die Sache ziemlich kompliziert und zugleich riskant ist, sich sagt: Da lasse ich lieber die Finger weg. Was damals wie heute die meisten Bürger tun. Doch diejenigen, die wegbleiben, fallen ja nicht ins Gewicht, wenn es um die Frage geht, welche Risiken sich für den Aktienmarkt daraus ergeben bzw. um die Antwort auf die Frage, wieso die Kurse immer weiter steigen.

Die zweite Gruppe erkennt die Komplexität der Materie und sucht nach einem Weg, das Problem zu lösen. Ein kleiner Teil tut das, indem er sich kundig macht, erst einmal auf dem Papier investiert und dann behutsam, unter stetigem Dazulernen, vorangeht. Recht so, sage ich … zu einer verschwindenden Minderheit. Der Rest dieser Gruppe aber wählt einen anderen Weg:

Die suchen sich jemanden, dem sie vertrauen können oder wollen, damit die bzw. der das in die Hand nimmt. Man vertraut sein Erspartes also Leuten an, die umso besser leben, je mehr man als ihr Kunde investiert. Nüchtern betrachtet darf man sich da fragen, ob diese Klientel, nennen wir sie über den Kamm geschoren Finanzindustrie, dem Sparer wirklich sagen würde: Ich glaube, jetzt wird es zu gefährlich, zieh dein Geld ab und nimm mir damit die Verdienstgrundlage? Ich für meinen Teil habe noch nie VOR einer größeren Baisse erlebt, dass das in nennenswertem Umfang passiert wäre. Mit diesem Vorgehen lässt man andere die Entscheidungen fällen und auch aktiv mit dem ersparten Geld agieren, behält aber das Risiko bei sich. Gewagt.

Und der dritte Weg? Das sind die Selfmade-Fachleute. Diejenigen, die z.B. auch grundsätzlich keine Bedienungsanleitungen lesen. Die glauben, dass sie die Sache locker im Griff haben, nur, weil bislang noch nichts schiefging und es deswegen auch nicht nötig haben, sich wirklich zu informieren. Um hierzu einen Chart einzustreuen: Das sind z.B. Diejenigen, die trotz der Warnungen vieler Fachleute, dass die Bewertung der Aktie hanebüchen hoch ist, zu irrwitzigen Kursen bei Aktien wie Beyond Meat eingestiegen sind. Die einem dann mitteilten, wie dämlich man doch sei, mit Zahlen herum zu hampeln, die keiner wissen will und deswegen die Aktie nicht gekauft zu haben, mit der sie soeben 20, 30, 40 Prozent „verdient haben“. Und die jetzt, siehe der Chart von Beyond Meat, diesem im Frühjahr an die Börse gegangenen US-Fleischersatz-Hersteller, auf einmal ganz leise sind.

Das Beispiel des Hypes bei dieser Aktie und des Platzens dieser Blase ist absolut auf die Risiken und Verhaltensweisen am Gesamtmarkt übertragbar. Mit dem Unterschied, dass die „Phase II“ solcher Verhaltensweisen, die Zeit der langen Gesichter, am Gesamtmarkt an der Börse aktuell noch nicht begonnen hat. Den Grund für die „Phase II“, den haben wir jedoch jetzt schon auf dem Teller: Entweder fahrlässige oder grob fahrlässige Unwissenheit.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß …

Wobei man in der Regel einfache Fahrlässigkeit bei den späteren Leidtragenden, sprich den Anlegern, unterstellen darf, aber grobe Fahrlässigkeit bzw. sogar Vorsatz dort, wo man dafür sorgt, dass sich die Sparer sicher fühlen. Denn eines darf man nicht vergessen:

Die Berichterstattung bzw. die Analysen sind meist tendenziös … und natürlich in bullische Richtung. Das schale Argument dafür: Die Anleger „wollen“ positive Nachrichten. Mag sein. Aber vor allem wollen die Anleger ihr Geld nicht verlieren. Es wäre Aufgabe der Medien, dem Rechnung zu tragen. Aber wie gesagt: Nicht wenige in der Finanzindustrie und in deren Schlepptau auch viele Medien, für die die Finanzbranche ein wichtiger Werbekunde ist, sind nicht daran interessiert, dass weniger investiert wird. Je mehr Anleger kaufen, je mehr neue Anleger hinzukommen, desto besser. Und das erreicht man nicht mit negativen Nachrichten. Ein Beispiel:

Der Chef der regionalen US-Notenbank von Dallas erklärte am Dienstag, dass das laufende vierte Quartal mit Blick auf das Wachstum schwach werde und er im kommenden Jahr mit einem Wachstum um zwei Prozent rechne. Ich las dazu in einem Bericht, dass er mit „einer starken Entwicklung im nächsten Jahr rechnet“. Wie belieben? Davon abgesehen, dass dieser „Bericht“ keinen Ton von den zwei Prozent erwähnte, wären diese zwei Prozent nicht stark, sondern mager. Zwischen 1945 und 2019 lag das Wachstum des US-Bruttoinlandsprodukts im Durchschnitt bei drei Prozent. Aber „starkes Wachstum“ klingt eben gut. Also werden die Aussagen entsprechend „aufgehübscht“.

Und so funktioniert es meistens. Wenn der Anleger die tatsächlichen Daten und Zusammenhänge gar nicht zu sehen bekommt, wie soll er da unruhig werden? Es ist doch alles „great“ an der Oberfläche. Und wenn „great“ genau das ist, was ich hören will, schaue ich dann noch unter den Teppich, ob wirklich alles passt? Natürlich nicht.

Die Mehrheit ist nicht imstande, volkswirtschaftliche Zusammenhänge zu analysieren. Die Mehrheit kommt ja nicht einmal an die nötigen Daten oder müsste sich zumindest ein wenig bemühen, sie zu finden. Die einen glauben daher denen, von denen sie glauben, dass ihr Geld bei ihnen in guten Händen ist (was man immer gerne glaubt, solange die Kurse steigen). Die anderen glauben, all das eh nicht wissen zu müssen, weil sie, ahnungslos wie sonst was, denken, sie hätten ein Händchen für Aktien und alles im Griff, nur, weil es bislang gutgegangen ist. Und ein großer Teil der Finanzindustrie ist nicht daran interessiert, die Anleger aus ihrer Passivität und/oder Unwissenheit heraus zu führen.

Beispiel: Der Trick mit den „billigen Aktien“

Aber dass die Finanzbranche im Zweifel aus Eigeninteresse optimistisch ist, ist an der Börse aktuell indes nicht das eigentliche Risiko. Das wissen durchaus viele, zumal es ja auch nachvollziehbar ist. Aber diesmal kommt noch etwas hinzu, das zumindest nicht wenige US-Anleger davon abhält, Warnsignale wie z.B. dem Umstand, dass die Dow Jones-Aktien ziemlich teuer bewertet sind, zur Kenntnis zu nehmen: Es wird ihnen noch von höchster Stelle, sprich vom US-Präsidenten, permanent bestätigt, dass diese Hausse a) völlig berechtigt ist und b) weitergehen wird! Sehen wir uns dieses Beispiel mit dem scheinbar „billigen“ Dow Jones mal an:

Dieser Chart zeigt die Entwicklung des Kurs/Gewinn-Verhältnisses (KGV) des US-Flaggschiffs Dow Jones seit 2011. Derzeit wird allgemein behauptet, dass US-Aktien an der Börse aktuell wirklich „billig“ seien. Gut, wer schon ein paar Jahre dabei ist weiß: Aktien sind, wenn man den Dauerwerbesprüchen glauben wollte, immer billig. Das hört man nach einer Baisse ebenso wie kurz vor einem langfristigen Hoch. Aber es geht ja nicht darum, die Erfahrenen zu überzeugen. Es geht darum, die Unerfahrenen bei der Stange zu halten bzw. sie zum Einstieg oder Zukauf zu verleiten. Und die merken eben nicht, dass an diesen Aussagen etwas faul ist.

Der Chart weist ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von derzeit knapp 21 für die Dow Jones-Aktien aus. Dargestellt wird der Durchschnitt der KGVs der 30 im Index gelisteten Aktien. Wenn man sich den Chart insgesamt ansieht, ist das nicht gerade billig. Immerhin lag das KGV zwischen 2011 und 2016 jahrelang im Bereich zwischen 13 und 17. Aber Sie dürfen sicher sein: Das erwähnt niemand. Der normale Anleger bekommt, wenn es um einen „billigen“ Aktienmarkt geht, Charts wie diesen nicht zu Gesicht. Im Gegenteil:

Da werden dann nicht KGVs von knapp 21 erwähnt, sondern von 16 oder 17. Wie das? Ganz einfach: Die Damen und Herren Experten, die dergleichen in den Medien verbreiten, nehmen einfach eine Anleihe in einer rosigen Zukunft und nennen das ehrfurchtgebietend „Forward PE“ … ein in die Zukunft blickendes Kurs/Gewinn-Verhältnis. Da wird dann einfach „gewusst“, dass die Gewinne der Dow Jones-Unternehmen in den kommenden zwei Jahren um jährlich 15 Prozent steigen werden und schwupp ist der Index ein Schnäppchen. Das alleine ist ein Witz. Aber er wird geglaubt. Aber das alleine reicht nicht, man überzeugt auch damit, indem man in den Medien, wenn man eine Grafik dazu liefert, einfach nur die Zeitspanne seit Anfang 2018 zeigt, so dass es wirkt, als sei das KGV unlängst ja viel höher gewesen. Was aber die Wahrheit verzerrt, denn:

Weil am 1.1.2018 die US-Steuerreform in Kraft trat, die vor allem große US-Unternehmen begünstigte, buchten fast alle Unternehmen negative Elemente in das vierte Quartal 2017, um so viel Gewinn wie möglich erst nach der Reform versteuern zu müssen. Dadurch schoss das KGV mit der Präsentation der Bilanzen des vierten Quartals 2017 im Januar/Februar 2018 in die Höhe. Und fiel ebenso rasant, als die vorgetragenen Gewinne im April/Mai 2018 ausgewiesen wurden. Hinzu kam, dass die gesparten Steuern der Steuerreform nicht, wie angeblich von der Regierung erhofft bzw. erwartet, in mehr Arbeitsplätze gesteckt wurden, sondern in Aktienrückkäufe. Viele große US-Unternehmen kauften massiv eigene Aktien zurück. Dadurch verteilte sich der Gewinn auf weniger Aktien. Selbst ein nominal gar nicht steigender Gewinn bedeutete dadurch, dass der Markt so immer billiger wirkte, weil die Berechnung des KGV auf dem Gewinn pro Aktie aufgebaut wird.

Im Grunde ist der Markt also keineswegs billig, wird aber so dargestellt. In einer Zeit, in der „alternative Fakten“ auf höchster Ebene zur Regel werden, muss man sich da nicht wundern. Wobei wir wieder bei dem Sonderfaktor sind, dass man den Eindruck haben könnte, die US-Regierung sei ein Garant für weiter steigende Kurse.

Die ewige Hausse, vom US-Präsidenten „amtlich bestätigt“

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich Politiker nicht zur Börse äußern sollten, weil das die Gefahr birgt, dass sie den Markt dadurch beeinflussen. Und das gilt für Präsidenten natürlich erst recht. Aber auch, wenn es ein „geschriebenes“ Gesetz wäre, einen Donald Trump interessiert das nicht. Er sagt seine Meinung. Oder besser: Er gibt das von sich, von dem man glauben soll, er sei davon überzeugt. Was seine Fans als „herrlich unkonventionell“ ansehen, ist eine klare Beeinflussung der Märkte. Wobei Trump nie vergisst, sich abzusichern, indem er immer wieder betont, dass, würde es zu einem Crash kommen, die anderen Schuld wären: die Demokraten, die Medien, die Chinesen, die EU.

Aber warum redet Trump den Aktienmarkt überhaupt hoch? Weil er genau weiß, dass sehr, sehr viele, die derzeit am Aktienmarkt herumtoben, keine Ahnung haben, was sie da eigentlich tun. Und diese Klientel, die oft nicht mal versteht, dass es da überhaupt große Risiken gibt, macht es sich eben einfach: Sie glauben denen, die scheinbar Ahnung haben und denen man vertrauen kann bzw. vertrauen will. Diese Marktteilnehmer schauen nicht auf Konjunkturdaten oder lesen seitenlange Analysen. Sie nehmen einfach den omnipräsenten Dow Jones-Index als „Barometer“. Sprich:

Erzählen ihnen diejenigen, denen man scheinbar trauen kann, dass alles gut ist und immer besser wird und der Dow Jones steigt, so ist das der Beweis, dass diese bullischen Aussagen wahr sind. Also bleibt man dabei bzw. kauft immer mehr.

Jawohl, das ist blanker Wahnsinn. Aber es funktioniert, seit Trump am Ruder steht. Und gerade weil er weiß, wie simpel viele US-Anleger ticken, weiß er auch: Solange der Aktienmarkt läuft, glauben die meisten (sogar manche seiner Gegner), dass die Wirtschaft gut läuft. Weil doch der Dow Jones steigt. Dass das eine mit dem anderen nicht zwingend zusammenhängt, gerade wegen dieses irrwitzigen Verhaltens vieler Ahnungsloser, sehen sie nicht oder wollen es nicht sehen. Und Trump weiß:

Wenn die Wirtschaft brummt, gewinnt man als amtierender Präsident fast immer die Wahl. Und solange so viele den Dow Jones als Abbild der Lage ansehen, muss er dafür sorgen, dass die Hausse es durch sein verbales „Anschieben“ bis zur Wahl in elf Monaten schafft! Fazit:

Willkommen in Absurdistan!

Lässt man sich all das durch den Kopf gehen, kann man nur konstatieren: Willkommen in „Absurdistan“. Das alles kann eigentlich nicht sein, ist aber doch so:

Würden mehr Anleger als nur eine kleine Gruppe erkennen, wie groß die Risiken an der Börse aktuell sind, wäre diese Super-Hausse wohl längst Vergangenheit. Aber die einen haben keine Ahnung von der Materie und glauben einfach denen, die ihnen erzählen, was sie hören wollen. Die anderen glauben, dass sie ohnehin keinen Rat brauchen und genial geboren wurden, weil es bislang immer unter dem Strich nach oben ging. Und mit dem Nonstop-Getrommel des US-Präsidenten, der ja von vielen als genialer Geschäftsmann angesehen wird, hat man dann auch noch das Gefühl, dass, solange der „Chef“ sagt, dass alles passt, nichts passieren kann.

Ach wie gut, dass niemand weiß, dass das Eis so dünn ist … das dürften alle konstatieren, die zwar um die Gefahr wissen, dieses Wissen aber nicht weitergeben oder rosa einfärben. Die Realität kommt in diesem Reigen aus „Weismachen“ und „glauben wollen“ schlicht nicht vor.

Das geht am Ende schief, klar. Aber: Lügen haben derzeit lange Beine. Das kann morgen schiefgehen oder in einer Woche. Aber auch erst in einem Jahr, wenn die US-Wahl vorbei ist, oder gar noch später. Da wir uns seit Jahren und immer massiver in einem Umfeld ohne Bodenhaftung bewegen, warum sollte nicht vorerst weiter funktionieren, was nicht funktionieren dürfte und trotzdem seit Jahren klappt? Eben.

Es ist entscheidend, die Gefahr zu kennen, das ist unstrittig. Denn wer weiß, dass er auf einem Pulverfass tanzt, ist entsprechend vorsichtig, wo andere immer leichtsinniger werden. Aber wer heute erkennt, dass dieses Pulverfass existiert, muss realisieren, dass es auch schon vor einem Jahr und vor zwei Jahren da war. Ohne entsprechende Signale in den Kursen selbst auf Verdacht auf Baisse zu setzen, kann daher bedeuten, von der Herde der Ahnungslosen einfach überrannt zu werden. So geht’s halt zu in Absurdistan!

Mit den besten Wünschen für eine erfolgreiche Börsenwoche

Ihr

Ronald Gehrt

* Chartquelle marketmaker pp4

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

Börse aktuell: DAX, Dow Jones und Co.

Die heutigen Top-News und Börsenmeldungen zum DAX und der Börse USA mit dem Dow Jones, dem Nasdaq und dem S&P 500 als weltweit einflussreiche Indizes bilden einen Schwerpunkt unserer aktuellen Berichterstattung von der Börse. Auch gute Aktien, die momentan sehr stark im Fokus der Anleger stehen und steigende Börsenkurse prophezeien, werden wir Ihnen hier vorstellen. So bekommen Sie einen umfassenden Börsenausblick und können Ihre eigenen Börsenprognosen verifizieren oder falsifizieren..

Börse: Aktuelle Entwicklung und Trends

Die aktuelle Entwicklung und der aktuelle Trend an der Börse werden maßgeblich von Wirtschaftsnachrichten, Konjunkturdaten und Neuigkeiten von börsennotierten Unternehmen bestimmt. Diese wirken sich nicht nur auf Aktienkurse aus, sondern auch auf andere Assetklassen wie börsengehandelte Fonds, Optionen und Futures. Des Weiteren werden durch Börsennachrichten auch die Anleihemärkte und Rohstoffmärkte in Bewegung versetzt. Daher haben wir auch die Zinsen, den Ölpreis und Goldpreis immer im Blick.

Börse: Aktuelle Tipps zum Marktgeschehen

Neben Börsennews bekommen Sie auch hilfreiche Tipps, um das gegenwärtige Marktgeschehen besser zu interpretieren. Der Börsenmarkt setzt sich aus vielen verschiedenen Märkten zusammen. Jedes Land, jede Branche und jedes Finanzprodukt wird von individuellen Faktoren beeinflusst, sodass es schwierig ist, alle Märkte mit ihren jetzigen Chancen und Risiken zu verfolgen und zu analysieren. Mit Börse aktuell liefert Ihnen unser Börsenprofi die Börseninformationen, die wirklich wichtig sind, und zugleich eine kompakte Börsenvorschau der Woche.

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