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Aktienanalyse:
K+S: Droht eine Insolvenz?

Aktuelle Analyse der K+S Aktie

K+S, ehemals Kali und Salz ist einer der weltweit führenden Bergbau- und Chemiekonzerne im Bereich mineralische Rohstoffe und ihrer Förderung und Veredelung.

Schlimmer geht immer

Ich hatte bereits vor einigen Monaten auf die schwerwiegenden Probleme von K+S hingewiesen und eine umfassende Analyse zum Unternehmen erstellt. Folgendes Zitat fasst die Lage meines Erachtens zusammen:

„Wie wir gesehen haben, hat K+S ernsthafte strukturelle Probleme, wächst langfristig nicht und hat in der jüngeren Vergangenheit einen erdrückenden Schuldenberg angehäuft.
Daher erfüllt das Unternehmen die Grundbedingungen für ein Investment nicht.“

Seitdem ist die Aktie von 16,15 auf unter 10 Euro eingebrochen.
Die Aktie ist auf den tiefsten Stand seit 2005 gesunken, das sagt eigentlich schon alles.

Dennoch fühle ich mich verpflichtet vor weiteren Gefahren zu warnen, die im letzten Artikel nicht angesprochen wurden.

Droht eine Insolvenz?

Das grundlegende Problem an K+S ist das fehlende Wachstum. Der Umsatz schwankt von Jahr zu Jahr, ein Aufwärtstrend ist beim besten Willen nicht zu erkennen.
Die Margen sind niedrig und übergeordnet rückläufig. Der Gewinn ist seit 2012 fast jedes Jahr gesunken und einen positiven Cashflow hat man seit 2013 nicht mehr erzielt.

Dadurch sind die Schulden in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Zuletzt hatte man 3,03 Mrd. Euro an Nettoschulden. Die Zinsen zehren inzwischen einen Großteil der erwirtschafteten Mittel auf.
Die Rechnung ist relativ einfach. Der Umsatz liegt nahe 4,0 Mrd. Euro und die operative Marge bei wenigen Prozent.
Dem stehen Schulden von mehr als 3,0 Mrd. Euro gegenüber, die ebenfalls einige Prozent Zinsen kosten. Viel kann da nicht übrigbleiben.

Man muss sich die Frage stellen, ob K+S in Zukunft überhaupt noch die Kapitalkosten erwirtschaften kann. In einer derartigen Situation kann ein Unternehmen schnell in Schieflage geraten.

Die Wand

Soweit war das meinen Lesern bereits bekannt. Leider dürfte sich die Situation noch weiter verschlechtern.
K+S erwirtschaftet ungefähr die Hälfte des Umsatzes mit Kalidünger (Potash). Die größten Konkurrenten haben aber allesamt niedrigere Produktionskosten. K+S ist also das Gegenteil eines Low-Cost-Providers.

Seit Jahren liegen die weltweiten Produktionskapazitäten von Kalidünger über dem Bedarf. Das übt enormen Preisdruck aus und dementsprechend war das Bestreben in der Branche groß, die Kosten zu senken. K+S hat das verschlafen, die Anlagen sind veraltet.

Doch selbst wenn der Kalipreis für eine gewisse Zeit steigt, kann K+S das nicht für sich nutzen. Von 2017 bis 2018 ist der Preis von Kalidünger um knapp 50% gestiegen, der Konzerngewinn war dennoch rückläufig.
Seitdem sinken Preis und Kali-Nachfrage wieder.

Zusammenfassend hat man es also mit dem teuersten Produzenten eines Rohstoffes zu tun. Dieser Rohstoff steht möglicherweise vor einem mehrjährigen Abschwung. Die Ursachen für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit sind strukturell und können nicht behoben werden.
Gleichzeitig ist man hoch verschuldet und verdient ohnehin kein Geld.

Im Jahr 2021 müssen 835 Millionen Euro refinanziert werden, wodurch die Zinslast weiter zunehmen dürfte.
Umso schwieriger wird es einen Gewinn zu erwirtschaften.

Das hat der Vorstand ebenfalls erkennt und ein „Maßnahmenpaket zur raschen Wertgenerierung und Abbau der Verschuldung verabschiedet“. Es ist so weit gekommen, dass Unternehmensteile veräußert werden müssen, damit die Lage nicht eskaliert.
Eine Insolvenz dürfte dadurch abgewendet sein, es zeigt aber, welche Probleme der Konzern hat. Langfristig hilft nur eins: Die Profitabilität muss sich deutlich verbessern.

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