Börsenblick

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Analyse:
Brent Crude Oil: 50 Dollar? 60 Dollar? Was geht da noch?

15 Wochen lang waren die US-Öllagerbestände nonstop gestiegen. Und das teilweise in Größenordnungen, die sich vorher niemand hätte ausmalen können. Erst seit vier Wochen ist der Bann scheinbar gebrochen. Aber es waren nur drei der letzten vier Wochen, in denen die Lagerbestände fielen. Und in der einen Woche, in der es wieder nach oben ging mit den Beständen, kam so viel dazu, wie in den anderen drei Wochen abgebaut wurde. Eigentlich ist dort also noch keine Wende hin zu einer anziehenden Nachfrage zu sehen. Die Notierungen der wichtigsten Rohöl-Sorten legen aber dennoch zu. Wieso?

Auf der einen Seite will man daran glauben, dass die radikalen Kürzungen der Öl-Fördermenge weltweit Früchte tragen und den Preis stützen. Die OPEC, Russland und, wenngleich nicht auf Basis einer offiziellen Übereinkunft, die USA produzieren deutlich weniger. Und solange bullische Trader den Ölpreis gezielt höher kaufen, wird aus dem Glauben an die Wirksamkeit der Fördermengenkürzung eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Auf der anderen Seite erleben wir gerade so etwas wie einen sich selbst nährenden Ringelreihen zwischen dem Aktienmarkt und dem Ölpreis.

Expertenmeinung: Steigt der Ölpreis, sehen bullische Akteure am Aktienmarkt das als Beweis dafür an, dass das Wachstum bereits deutlich anzieht und kaufen. Die steigenden Aktienmärkte wiederum deuten bullische Trader am Ölmarkt als Reaktion auf zumindest auf den ersten Blick bereits die Wende avisierende Konjunkturdaten und kaufen weiter. Was wiederum am Aktienmarkt … und so könnte es noch lange weitergehen. Fakt ist zwar, dass die Faktenlage in Sachen Wiederkehr des weltweiten Wachstums dünn bis nicht vorhanden ist. Aber ähnlich wie am Devisenmarkt dominieren auch am Ölmarkt kurzfristige Trader das Geschehen und bestimmen damit den Kurs. Und solche Trader bleiben, solange es nicht zu überraschenden Irritationen kommt, stur ihrem Trend treu und scheren sich um ein „müsste eigentlich“ nicht im Geringsten. Was heißt:

Man darf sich trefflich darüber streiten, ob ein Kurs von 40 US-Dollar pro Barrel Brent Crude Oil nicht schon zu teuer ist, wenn man den Preis mit der realen Angebot/Nachfrage-Situation vergleicht. Aber solange sich die Mehrheit der aktiven Trader am Ölmarkt diese Frage einfach nicht stellt, kann dieser im April etablierte Aufwärtstrend weitergehen und die nächste Charthürde bei 43,30 US-Dollar in der August-Laufzeit des hier abgebildeten Brent Crude Oil-Future in Richtung der großen Kurslücke zwischen 50 und 57 US-Dollar überboten werden.

Dieselben Trader, die heute stur Long agieren, würden zwar nicht lange fackeln, umgehend auf die Short-Seite zu wechseln, sollte der Kurs die Aufwärtstrendlinie und die darunter den Trend absichernde 20-Tage-Linie durchbrechen, was derzeit bei Closings unter 34,60 US-Dollar der Fall wäre. Aber bevor das nicht tatsächlich passiert wäre, stünde man auf der Short-Seite auf reichlich verlorenem Posten.

Brent Crude Oil Chart vom 03.06.2020, Kurs 39,61 US-Dollar, Kürzel COIL | Online Broker LYNX

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