PUMA Aktie Prognose PUMA: Das hat gesessen … und muss nicht alles gewesen sein

News: Aktuelle Analyse der PUMA Aktie

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Mit einem Abverkauf um 10,45 Prozent quittierten die Anleger die von PUMA am Mittwoch präsentierten, vorläufigen Ergebnisse des Jahres 2023 nebst Ausblick auf 2024. Was nicht wundern kann, denn die Zahlen waren unerfreulich. Unerfreulich genug für noch mehr Druck?

Das vierte Quartal lief nicht gut. Ende Oktober, als die Ergebnisse des dritten Quartals vorgelegt wurden, sah sich der Sportartikelhersteller noch auf Kurs, die Gesamtjahresziele zu erreichen. Die waren ein Umsatzzuwachs im hohen einstelligen Prozentbereich und ein EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) zwischen 590 und 670 Millionen Euro.

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Laut den gestern präsentierten vorläufigen Zahlen stieg der Umsatz in Euro (und das ist letztlich entscheidend, nicht ein Wert, der entsteht, würde man so tun, als würden sich andere Währungen zum Euro nicht ungünstig entwickeln) nur um 1,6 Prozent. Und das EBIT lag mit 622 Millionen in der unteren Hälfte der gesetzten Ziele.

Schuld sei laut PUMA die kräftige Abwertung des argentinischen Peso gewesen. Wäre die ausgeblieben, hätte man die Jahresziele erreicht. Doch solche Aussagen sind nichts, was man als Investor hören möchte. Das klingt letztlich wie „hätten die Kunden mehr gekauft, hätten wir mehr verdient, also können wir nichts dafür“.

Für 2024 sieht PUMA jetzt ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und ein EBIT zwischen 620 und 700 Millionen Euro. Viel Wachstum ist das nicht gerade … und auch das muss eben erst einmal so kommen. Nach solchen Zahlen und solchen Begründungen werden Anleger skeptisch, wie der Kursrutsch zeigt. Und nicht nur sie.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur PUMA Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Eine ganze Reihe von Analysten senkte ihre Kursziele noch am Tag der Berichterstattung. Einige behielten ihr „Kaufen“-Rating bei, andere wechselten auf „Neutral“, noch aber sieht keiner die PUMA-Aktie als Verkauf an. Diese neuen Kursziele finden sich in einer Spanne zwischen 40 und 64 Euro. Höher als der gestrige Schlusskurs, aber reicht diese Art von „Restoptimismus“, um die Aktie nach dem Abverkauf jetzt zügig aufzufangen?

Wären die Preise nicht so massiv gestiegen und würden jetzt auf hohem Niveau verharren, wären Kredite nicht so teuer und die Verbraucher nicht so zurückhaltend, könnte man der Aktie eine gute Chance einräumen, sich hier zu stabilisieren und im optimalen Fall aufwärts zu drehen. Aber so ist es eben. Und zu der Enttäuschung kommt auch eine charttechnisch nur für das Bären-Lager erfreuliche Situation.

PUMA Aktie: Chart vom 24.01.2024, Kurs 38,49 Euro, Kürzel: PUM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
PUMA Aktie: Chart vom 24.01.2024, Kurs 38,49 Euro, Kürzel: PUM | Quelle: TWS

Durch dieses Minus wurde nicht nur die immens wichtige Unterstützungszone zwischen 41,31 und 43,81 Euro, zusammengesetzt aus den Tiefs der Jahre 2022 und 2023, klar gebrochen. Die Aktie rutschte auch noch leicht unter das 2020er-Tief bei 40,00 Euro und das Tief vom Sommer 2018 bei 39,15 Euro. Damit wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht bis zum 2018er-Tief bei 28,55 Euro frei, während die Käufer die Aktie mindestens wieder über 43,81 Euro heben müssten, um das bärische Signal vom Tisch zu bekommen. Dieser Weg wäre steinig genug, um ihn besser nicht mitzugehen, sondern über Long-Trades erst nachzudenken, wenn andere die Kohlen aus dem Feuer geholt haben sollten.

Quellenangaben: Vorab-Zahlen zu 2024 und Ausblick 2024, 24.01.2024: https://about.puma.com/de/newsroom/news/pumas-geschaeftsentwicklung-2023-von-der-aussergewoehnlichen-abwertung-des; Analysten-Kursziele: https://www.finanzen.net/kursziele/puma

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Vorherige Analysen der PUMA Aktie

Puma notiert unmittelbar am langjährigen Aufwärtstrend. Was droht, wenn er durchbrochen wird? Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Kursziele und Kaufmarken.

Technisch angeschlagen

Die Kurse von Aktien steigen oder sinken selten grundlos, meistens gibt es handfeste Gründe. In manchen Fällen sucht man jedoch vergebens, oder die Gründe für den Kursverfall sind rein technischer Natur oder nicht hausgemacht.

Der Hauptgrund für den Kursverfall der Puma-Aktie in den letzten Wochen sind die allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheiten. Die Inflation ist hoch, die Zinsen steigen und die Konjunkturaussichten sind unsicher.

Puma Aktie: Chart vom 08.01.2024, Kurs: 45,92 - Kürzel: PUM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Puma Aktie: Chart vom 08.01.2024, Kurs: 45,92 – Kürzel: PUM | Quelle: TWS

Hinzu kommt die technische Lage. Die Aktie ist am Widerstand bei 60 Euro gescheitert, der Abwärtstrend konnte nicht überwunden werden.

Das hat zu einem verstärkten Abgabedruck und einem Rücksetzer bis an den mehrjährigen Aufwärtstrend geführt.
Für antizyklische Investoren könnte das eine Gelegenheit sein.

Für die Bullen wäre es zwar ein Rückschlag, wenn der Aufwärtstrend durchbrochen wird, doch darunter reihen sich die Unterstützungen regelrecht auf. Daher ist es unwahrscheinlich, dass es zu einer Stop-Loss-Welle kommt.
Die nächsten Supports unter dem Aufwärtstrend liegen bei 44,25 sowie 41 und 40 Euro.

Positive Signale ergäben sich hingegen über 47,35 und 50,00 Euro. Können diese Marken überwunden werden, würde das den Weg für eine erneute Erholung in Richtung 60,00 Euro ebnen.
Kann der mittelfristige Abwärtstrend überwunden werden, hellt sich da Chartbild nachhaltig auf.

Puma vor Rekordgewinn?

Schaut man sich die fundamentale Lage an, stellt man sich jedoch die Frage, warum es mit den Kursen überhaupt bergab gegangen ist.
Wer einen Grund finden möchte, wird natürlich einen finden. Beispielsweise kam die Aktie in der vergangenen Woche unter Druck, weil der britische Sporthändler JD eine Gewinnwarnung ausgesprochen hatte.
Wenige Wochen zuvor kam es zu einem Kurssprung, weil Nike starke Zahlen geliefert hatte.

Es kommt also ständig zu Kursbewegungen, die mit dem eigentlichen Geschäft von Puma nur indirekt etwas zu tun haben. Inwieweit das Sinn ergibt, darf hinterfragt werden.

Denn das Geschäft von Puma selbst läuft in Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen gut. Die Konsumlaune ist im Keller, trotzdem haben die Herzogenauracher ein solides Wachstum verzeichnet.

Der Umsatz mit Accessoires konnte im letzten Quartal um 4,2% auf 302 Mio. Euro gesteigert werden. Das Textilgeschäft war mit -0,5% auf 795 Mio. Euro nur leicht rückläufig und das wichtige Schuhgeschäft konnte um 11,3% auf 1,22 Mrd. Euro gesteigert werden.

Das währungsbereinigte Umsatzwachstum lag bei 6%. Puma ist demnach schneller gewachsen als der Markt.
Die Rohertragsmarge ist von 46,8% auf 47,1% leicht gestiegen, die operativen Aufwendungen kletterten lediglich um 1,2%.

Das Konzernergebnis war von 146 auf 132 Mio. Euro leicht rückläufig. Da sich die Vorräte normalisiert haben und sind von 2,35 auf 1,87 Mrd. Euro gesunken sind, wird man in den kommenden Quartalen weniger auf Rabatte setzen müssen. Dadurch sollte die Profitabilität wieder spürbar anziehen.

Ausblick und Bewertung

Davon gehe nicht nur ich aus, dabei handelt es sich um den Konsens. Im Geschäftsjahr 2024 wird ein Gewinnsprung um über 30% auf 3,15 Euro je Aktie erwartet.

Sollte das eintreten, wird es nicht nur ein Rekordjahr, Puma würde etwa ein Drittel mehr verdienen als jemals zuvor. Die Kurse spiegeln das in keiner Weise wider, von den Höchstständen sind wir meilenweit entfernt.

In diesem Szenario würde das KGV von Puma im Jahresverlauf auf 14,9 sinken. Günstiger war die Aktie in den letzten 10 Jahren nie.
Bei den vorliegenden Charakteristiken des Unternehmens und den erwarteten Wachstumsraten liegt ein faires KGV deutlich über 20.

Auf irgendeine Weise wird sich diese Diskrepanz auflösen müssen. Entweder sind die Prognosen viel zu optimistisch, oder die Aktie ist unterbewertet.

Geht man davon aus, dass ein KGV von 20 fair ist, hat die Aktie bis Ende des Jahres Kurspotenzial bis 63,00 Euro.
Bei einem KGV von 25 würde sich ein Kursziel von 78,75 Euro ergeben.

Anfang Oktober brach die PUMA-Aktie auf einmal weg, als Gerüchte umgingen, dass man sich gegenüber Analysten verhalten über die Lage geäussert habe. Gestern kam das Ergebnis des 3. Quartals und zeigte: PUMA ist auf Kurs. Aber damit ist die Aktie noch nicht bullisch!

Die Ergebnisse des 3. Quartals fielen zwar nicht grandios aus, aber das war in diesem Konsumumfeld auch nicht erwartet worden. Wichtig war: Sie bargen keine böse Überraschung, mit der diejenigen, die den Anfang Oktober umgehenden Gerüchten Glauben geschenkt hatten, rechneten. Im Gegenteil, einige Zahlen kamen sogar besser als seitens der Analysten prognostiziert herein.

Der Umsatz lag mit 2,3 Milliarden Euro knapp unter den 2,35 Milliarden des 3. Quartals 2022, damit aber genau im Rahmen der Erwartungen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen wurde mit 236 Millionen Euro gemeldet, weniger als die 258 Millionen im Vorjahr, aber mehr als die im Schnitt von den Experten gesehenen 227,5 Millionen. Netto blieben 132 Millionen in der Kasse (Vorjahr 146 Millionen, Prognose 131,5 Millionen). Und PUMA kommentierte das mit den Worten, mit denen man auch Anfang des Monats den negativen Gerüchten entgegengetreten war: PUMA sieht sich auf Kurs, den Gesamtjahresausblick zu erreichen. Die Reaktion sehen Sie im Chart:

Expertenmeinung: Die Aktie des Sportartikelherstellers machte einen Satz nach oben und konnte das Plus im Tagesverlauf noch ausbauen. Am Ende wurde die Aktie mit +7,60 Prozent nach Nemetschek, die noch ein wenig mehr zulegten, der zweite Tagessieger im MDAX. Aber Käufe und Erleichterung hin oder her, damit ist sie noch nicht bullisch.

PUMA Aktie: Chart vom 24.10.2023, Kurs 54,68 Euro, Kürzel: PUM | Online Broker LYNX
PUMA Aktie: Chart vom 24.10.2023, Kurs 54,68 Euro, Kürzel: PUM | Quelle: TWS

Denn diese genannten eigenen Ziele des Unternehmens sind ja trotz alledem relativ kleine Brötchen. Dieses Jahresziel beinhaltet einen operativen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zwischen 590 und 670 Millionen Euro, 2022 waren da 640 Millionen Euro erreicht worden, man würde also nur im Idealfall mehr verdienen als im Vorjahr. Und dieses insgesamt problematische Umfeld, das kein Wachstum wie in früheren Jahren zulässt, reflektiert die Aktie auch nach dem gestrigen Kurssprung.

PUMA hat durch das Plus des Dienstags zwar einen Teil des „Gerüchte-Crashs“ vom 5. Oktober aufgeholt. Aber die Aktie bleibt dennoch in einem Abwärtstrend. Erst, wenn die aktuell bei gut 58 Euro verlaufende Abwärtstrendlinie und damit auch die darunter verlaufende 200-Tage-Linie klar überwunden wären, könnte man den Status von „kurzfristig neutral“ in „kurzfristig bullisch“ ändern. Das abzuwarten, wäre angeraten.

Quellen:
Bericht zum dritten Quartal, 24.10.2023: https://about.puma.com/de/newsroom/news/nach-drittem-quartal-ist-puma-auf-kurs-den-gesamtjahresausblick-zu-erreichen

Ein Kurseinbruch von 11,45 Prozent, obwohl der Sportartikelhersteller PUMA gestern mitteilte, man sei „voll auf Kurs, die Prognose für das Gesamtjahr zu erreichen“? So etwas sieht man wirklich nicht alle Tage. Was steckt dahinter … und geht es jetzt etwa weiter abwärts?

Dieses Chartbild von PUMA ist ein Paradebeispiel dafür, dass Gerüchte und Charttechnik am Aktienmarkt nicht selten deutlich schwerer wiegen als Fakten. Die Aktie startete am Donnerstagmorgen noch knapp behauptet, rutschte dann aber bis zur Mittagszeit fast unaufhaltsam ab. Das basierte angeblich darauf, dass sich PUMA in Gesprächen mit Analysten eher verhalten geäussert habe. Eine vage Sache, die womöglich eine überschaubare Reaktion am Markt nach sich gezogen hätte … wäre da nicht die charttechnische Konstellation gewesen. Denn genau da, wo die Aktie notierte, konnte sie Abgabedruck ganz und gar nicht gebrauchen.

Wir sehen, dass PUMA gerade erst vergangene Woche aus einer Abwärtsbewegung heraus einen Satz nach oben machte. Das führte den Kurs zwar über die gerade nach unten gekreuzte 200-Tage-Linie zurück. Aber PUMA blieb an der im August etablierten, kurzfristigen Abwärtstrendlinie hängen. Mehrere Tage lang „klebte“ der Kurs unter dieser Linie und an der leicht darunter verlaufenden 20-Tage-Linie. Ein solches Kursbild zeigt: Die Bären sind noch am Ruder … was auch deswegen nicht überrascht, weil das Argument für den Kurssprung der Vorwoche ein wenig dünn war.

Denn der entstand als Reaktion auf starke Quartalsergebnisse des Konkurrenten Nike. Die Käufer unterstellten, dass die trotz nur gehaltenen Umsatzes unerwartet stark ausgefallenen Nike-Gewinne bedeuten, dass auch adidas und PUMA vergleichbar solide Gewinnmargen erreicht haben. Was indes völlig offen ist. Dementsprechend gab es auf diese Reaktion keine Anschlusskäufe. Die Aktie blieb übergeordnet bärisch … und hatte damit eine Achillesferse.

Expertenmeinung: Dadurch reichten am Donnerstag schon Gerüchte, um Abgaben auszulösen. Und das löste eine Kettenreaktion aus. Wir sehen im Chart, dass die Supportzone 57,48 zu 59,00 Euro zuvor nur knapp überboten war. Als erste Verkäufe den Kurs in diese Zone zurück und dann auch schnell aus ihr nach unten heraus drängten, löste das Stop Loss-Verkaufsorders aus, die den Druck noch intensivierten. Das wiederum führte zum Bruch der bei 56,71 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie, löste weitere Stop Loss-Orders aus, die knapp unter diesem gleitenden Durchschnitt lagen … und fertig war die Verkaufslawine.

PUMA Aktie: Chart vom 05.10.2023, Kurs 52,76 Euro, Kürzel: PUM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
PUMA Aktie: Chart vom 05.10.2023, Kurs 52,76 Euro, Kürzel: PUM | Quelle: TWS

Und als PUMA dann zur Mittagszeit eilig den Gerüchten entgegentrat, indem verlautbart wurde, man sei in Sachen Gesamtjahresprognose voll auf Kurs, dürften sich nicht wenige gedacht haben „wo Rauch ist, ist auch Feuer“ und trotzdem nicht zugegriffen haben. Was rein von der Charttechnik her berechtigt war, immerhin war schon am Mittag ein markant bärisches Signal entstanden. Und nahe gelegene, potenzielle Unterstützungen sind auf diesem Niveau Fehlanzeige.

Zwar könnten viele zu dem Schluss gelangen, dass hier viel Rauch um Nichts gemacht wurde. Aber ob man alleine deswegen wagt, ins fallende Messer zu greifen? Immerhin hatte die PUMA-Aktie im Sommer eine gewaltige Rallye hingelegt, was in einem schwachen Konsumumfeld wie derzeit gewagt erscheint. Aber stellt sich die Frage, ob man hier einsteigen sollte, überhaupt?

Für Investoren, die konsequent dem Trend folgen, nicht. Schliesslich verlief PUMA schon vor diesem Abverkauf in einem Abwärtstrend. Und solange dieser nicht überwunden wird, indem der Kurs dort durchkommt, wo er in den Tagen zuvor hängenblieb, wäre die Aktie für besonnen agierende Anleger ohnehin kein Kauf. Besser abwarten!

Die Quartalszahlen von Nike haben bei Puma und Adidas einen Kurssprung ausgelöst. Ist das der Startschuss zur Rallye?

Branche vor dynamischer Belebung?

Im letzten Artikel hatten wir die Lage bei Nike durchleuchtet (Link). Die Aktie des US-Sportartikelherstellers verzeichnete nach der Vorlage der Quartalszahlen einen Kurssprung von 8 %.

Bei unseren heimischen Konkurrenten führte das ebenfalls zu einer positiven Kursreaktion. Adidas gehört mit einem Plus von 5,88 % zu den stärksten Aktien im Dax und Puma führt mit einem Gewinn von 6,26 % den MDax an.

Bereits im nachbörslichen US-Handel legte die Nike-Aktie kräftig zu, denn der Gewinn und die Bruttomarge sind besser ausgefallen als erwartet.

Zusätzlich ist es Nike gelungen, seine hohen Lagerbestände effizient abzubauen – ein Problem, mit dem derzeit auch die deutsche Konkurrenz kämpft.
Im vergangenen Jahr ist man diesem Problem mit hohen Rabatten begegnet, jetzt scheint es Nike gelungen zu sein, die Ware auch ohne Rabatte an die Kunden zu bringen.
Denn der Umsatz von Nike lag zwar nur im Rahmen der Erwartungen, der Gewinn war jedoch deutlich höher als erwartet.

Das wird Adidas und Puma helfen

Da Nike die Lagerbestände deutlich reduzieren konnte, ist davon auszugehen, dass die US-Amerikaner fortan umso weniger auf Rabatte setzen werden.
Das erleichtert Adidas und Puma den Wettbewerb und senkt den Preisdruck in der Branche.

Adidas hat aber auch abseits von der Konkurrenz genug Baustellen, denn das Unternehmen muss ausserdem die Restbestände der “Yeezy”-Reihe verkaufen, nachdem die Kooperation mit dem umstrittenen Rapper Kanye West beendet wurde.

Darüber hinaus fällt durch das Ende von Yeezy das Geschäft in diesem Bereich weg, was die Margen zusätzlich unter Druck bringt. Daher dürfte Adidas in diesem Jahr keinen Gewinn mehr erzielen und es dürfte lange Zeit dauern, bis man an die alten Gewinne anknüpfen kann.
Selbst für 2025 wird derzeit noch ein Ergebnis unter dem Höchststand von 2021 erwartet.

Bei Puma sieht das anders aus. Das Geschäft läuft ordentlich, auch ohne Schützenhilfe aus den USA.
Doch die Entwicklungen bei Nike lassen natürlich darauf hoffen, dass die bisherigen Konsensschätzungen für Puma zu niedrig sind.

Sind die Schätzungen zu niedrig?

Bisher war man zwar davon ausgegangen, dass ein neues Rekordergebnis von 2,44 Euro je Aktie erzielt wird, das entspricht allerdings auch nur einem Anstieg des Gewinns um etwa 4 %.

Erst in den Folgejahren wurden wieder deutlich zweistellige Gewinnsteigerungen erwartet, wie es bei Puma, abgesehen von 2020, seit vielen Jahren der Fall ist.

Wie auch bei Nike, sollten sich die Faktoren, die die Profitabilität belastet haben, im Jahresverlauf deutlich abschwächen.

Dazu gehören auch die negativen Währungseffekte, die das Umsatzwachstum im ersten Halbjahr von 12,7 % auf 10,1 % drückten.
Derzeit wächst Puma also sehr viel schneller als Nike, auch wenn sich das noch nicht in der Profitabilität niedergeschlagen hat.

Wird man jetzt weniger auf Rabatte setzen müssen, wird sich das ändern.

Puma wächst wesentlich schneller als Nike

Besonders hoffnungsvoll stimmen die Wachstumsraten in der Region EMEA, mit einem Plus von 22,2 % sowie Asien/Pazifik mit einem Anstieg um 19,8 %.
Auf diese beiden Regionen entfällt derzeit mehr als 60 % des Konzerngeschäfts.

Dasselbe gilt für die Fortschritte im Schuhgeschäft, auf das mehr als die Hälfte der Konzernumsätze entfällt. Während die Bereiche Textilien und Accesoires nur ein geringfügiges Wachstum aufzeigten, verzeichnete das wichtige Schuhgeschäft ein Umsatzplus von 19,9 %

Darüber hinaus konnte man den Anteil des DTC-Geschäfts (Direct to Consumer) auf Jahressicht von 21,9 % auf 24,3 % erhöhen.
Puma geht an dieser Stelle einen ähnlichen Weg wie Nike und verkauft einen immer grösseren Anteil der Produkte direkt an den Endkunden.

Das ist nur dank der starken Marke möglich und sollte perspektivisch zu steigenden Margen führen.

Ausblick und Bewertung

Derzeit kommt Puma auf ein KGVe von 24,2. Da in den kommenden beiden Geschäftsjahren aber deutlich zweistellige Wachstumsraten erreicht werden sollen, ist das problemlos vertretbar.
Das KGV könnte dadurch bis 2025 auf unter 15 sinken oder aber die Aktie müsste steigen, was wesentlich wahrscheinlicher ist.

In den fünf Jahren vor 2020 lag das KGV von Puma durchschnittlich bei 44,7. Das soll nicht suggerieren, dass die Bewertung wieder auf dieses Niveau steigt, sondern lediglich zeigen, was man über weite Strecken für Puma auf den Tisch legen musste und wie niedrig die Bewertung im Vergleich zu dieser Zeit ist.

Ein weiterer Vergleich zeigt das ebenfalls. Puma notiert heute wieder auf dem Niveau von 2019, obwohl man die zwischenzeitliche Krise gut überstanden und den Gewinn seitdem verdoppelt hat.

Puma Aktie: Chart vom 29.09.2023, Kurs: 59,08 - Kürzel: PUM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Puma Aktie: Chart vom 29.09.2023, Kurs: 59,08 – Kürzel: PUM | Quelle: TWS

Das Reversal über 57 Euro könnte jetzt der Startschuss für eine Erholung in Richtung 60 oder den Abwärtstrend nahe 63,50 Euro einleiten.

Gelingt ein Ausbruch über den Abwärtstrend, oder besser noch den Widerstand bei 65 Euro, hellt sich das Chartbild nachhaltig auf.
In diesem Szenario wäre der Weg in Richtung 70 oder 77,50 Euro frei.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Nach einem eher unerfreulichen Start ins neue Börsenjahr scheint sich die Lage der Aktie des deutschen Sportartikelherstellers allmählich in die richtige Richtung zu drehen.

Bis Ende Mai hatten die Bären ihre Finger im Spiel und erst im Juni gelang der Puma-Aktie dann der Turnaround. Nach einer rasanten Zwischenrallye bildete sich ein ungemein wichtiges höheres Zwischentief. Nun nähern sich die Kurse erneut dem aufgebauten Widerstand knapp über dem Niveau bei 55 EUR. Ein Breakout würde den aktuell noch neutralen Trendverlauf wieder in eine bullische Trendphase zurückbringen.

Expertenmeinung: Viel fehlt nicht mehr, damit sich die Aktie auf den Weg nach Norden macht. Lediglich das Handelsvolumen könnte auf der Käuferseite noch etwas zulegen und war im gestrigen Anstieg nicht allzu hoch. Wichtiger wäre jedoch, dass dieses bei einem möglichen Ausbruch deutlich zulegt.

Dies wäre dann ein recht zuverlässiges Signal für einen möglichen nachhaltigen Anstieg nach Überwindung des Widerstandsbereiches. Vorerst stufe ich Puma mit „bullisch“ ein. Der stetige Kaufdruck und die zuletzt gebildeten höheren Tiefs deuten auf Stärke auf der Käuferseite hin.

Aussicht: BULLISCH

Puma Aktie: Chart vom 11.07.2023, Kurs: 54.40 EUR, Kürzel: PUM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Puma Aktie: Chart vom 11.07.2023, Kurs: 54.40 EUR, Kürzel: PUM | Quelle: TWS