MSCI All Countries World ETF Vergleich – Die besten ETFs auf den ACWI 2019

Als Investor hat man ja bekanntlich die Qual der Wahl. Soll ich mit meinen Investments im heimischen Markt bleiben? Oder vielleicht doch auch ausländische Unternehmen, vielleicht aus den USA, Japan oder China mit ins Depot nehmen? Investiere ich besser in die ganz großen Unternehmen oder versuche ich, mit kleineren Aktien eine höhere Rendite zu erreichen? Manch einer wünscht sich bei solchen Überlegungen, er könnte alles haben. Aber für Anleger, die nicht gerade im Geld schwimmen und sich außerdem in Vollzeit auf das Investieren konzentrieren können, ist das illusorisch. Oder vielleicht doch nicht?

Nein! Denn es gibt tatsächlich einen Index, der die gesamte Welt abdeckt, größere und auch mittlere Unternehmen erfasst und, das ist das Beste daran, auch noch mit einem einzigen Vehikel in Form von ETFs (Exchange Traded Funds) handelbar ist: Der MSCI All Countries World Index. Das sehen wir uns in diesem Beitrag einmal ganz genau an.

MSCI All Countries World Index: Das Wichtigste kurz zusammengefasst

  • Der MSCI All Countries World Index ist ein Aktienindex, der die weltweit wichtigsten und größten Aktien aus 23 Industrienationen und 26 Schwellenländern unter einem Dach zusammenfasst. Damit erfasst der Index die Aktien, in die etwa 99 Prozent des am Aktienmarkt aktiven Kapitals investiert sind.
  • Der MSCI All Countries World Index bildet die Entwicklung des weltweiten Geschehens der Aktienmärkte perfekt ab und gleicht dabei kurzzeitige starke Schwankungen in einzelnen Märkten aus.
  • Der MSCI All Countries World Index erfüllt eine der Grundregeln, die Anleger beim Aufbau eines Depots beherzigen sollten: eine breite Streuung der Chancen und Risiken nach Ländern und Branchen.
  • Ein idealer Weg, um in den MSCI All Countries World Index zu investieren sind ETFs, da diese die Performance des Index präzise nachbilden, jederzeit handelbar sind und dabei nur geringe jährliche Gebühren anfallen.

Der MSCI All Countries World Index: Eine logische Entwicklung

Alles fing mit dem MSCI World Index an. Der ist mittlerweile den meisten Investoren bekannt. Dieser 1969 von Capital International entwickelte und seit den Achtzigerjahren im Index-Portfolio des US-Finanzdienstleisters MSCI (ehemals Morgan Stanley Capital International) laufende Index fasst die größten, wichtigsten Aktien aus den 23 wichtigsten Industrienationen zusammen. Details zu diesem Index finden Sie in unserem Artikel „MSCI World ETF“.

Danach wurde der MSCI Emerging Markets Index entwickelt, der als Kontrapunkt zum MSCI World Index die wichtigsten Schwellenländer der Welt abdeckt, sprich die wichtigsten Aktien derjenigen Länder umfasst, die an der Schwelle zur Industrienation stehen. Hier sind auch immens wichtige Nationen wie China und Südkorea dabei, die aus Sicht des Indexanbieters MSCI noch nicht den Status einer etablierten Industrienation haben. Auch zu diesem Index finden Sie bei uns einen umfassenden Beitrag: „MSCI Emerging Markets ETFs 2019 – die besten Schwellenländer ETFs“.

Doch wie geht ein Investor vor, der beide Bereiche abdecken möchte? Er könnte sich ETFs von beiden Indizes ins Depot legen. Aber wie gewichtet man die dann am besten? Es war eine logische Konsequenz, dass MSCI Abhilfe schaffte. Der MSCI All Countries World Index wurde aus der Taufe gehoben, der diese beide großen Indizes in sich vereint. Wie stellt sich das konkret dar?

Was ist der MSCI All Countries World Index?

Der MSCI All Countries World Index ist ein vom Indexanbieter MSCI entwickelter Index, der Aktien von derzeit etwa 8.800 verschiedenen Unternehmen umfasst. Diese stammen aus den 23 Industrienationen, die im MSCI World Index gelistet sind und aus den 26 Schwellenländern des MSCI Emerging Markets Index. Mit diesen gut 8.800 Aktien aus 49 Ländern deckt MSCI laut eigenen Angaben die Aktien ab, in denen nahezu 99 Prozent des weltweiten, in Aktien investierten Kapitals eingesetzt ist.

Die Gewichtung der einzelnen Aktien innerhalb des Index erfolgt nach deren Marktkapitalisierung, sprich dem Börsenwert, errechnet aus dem Kurs multipliziert mit der Zahl der umlaufenden Aktien. Daher kann es nicht überraschen, dass die US-Aktien diesen Weltindex dominieren:

55 Prozent des Index machen US-Aktien aus. Japan, das auf dem zweiten Platz steht, hat einen Anteil von 7,9 Prozent am Index, danach folgen auf den Plätzen drei und vier Großbritannien mit 5,0 und China mit 3,4 Prozent. Der Index wird hinsichtlich seiner Zusammensetzung und der Gewichtung der einzelnen Aktien vierteljährlich überprüft und nötigenfalls angepasst.

Da dieser Index um die 99 Prozent des weltweit in Aktien investierten Kapitals erfasst, ist die Summe der Marktkapitalisierung der gut 8.800 hierbei unter einem Index-Dach zusammen gebrachten Aktien unfassbar: Sie liegt derzeit bei über 54 Billionen US-Dollar, also bei über 54.000 Milliarden!

Welche Länder erfasst der MSCI All Countries World Index?

Der MSCI All Countries World Index setzt sich aus Aktien aus den 49 Nationen zusammen, die vom MSCI World Index sowie vom MSCI World Emerging Markets Index erfasst werden. Aus dem MSCI World Index sind Aktien aus folgenden 23 Ländern enthalten:

Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Hongkong, Irland, Italien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, Schweiz, Singapur, Spanien und die USA.

Die in den MSCI All Countries World Index aus dem Bereich der Emerging Markets einfließenden Nationen sind:

Ägypten, Argentinien Brasilien, Chile, China, Griechenland, Indien, Indonesien, Katar, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Pakistan, Peru, Philippinen, Polen, Russland, Saudi-Arabien Südafrika, Südkorea, Taiwan, Thailand, Tschechien, Türkei, Ungarn, Vereinigte Arabische Emirate.

Welches sind die wichtigsten Aktien im MSCI All Countries World Index?

Die USA sind weiterhin die mit Abstand wichtigste Industrienation der Welt. China mag näher kommen, aber die größten und mächtigsten Unternehmen der Welt ballen sich dennoch weiterhin in den USA. Daher kann es nicht wundern, dass neun der zehn im MSCI All Countries World Index am schwersten gewichteten Aktien aus den USA stammen und jedermann bekannt sind. Konkret sind die Top 10 Aktien des Index, in der absteigenden Reihenfolge ihre Gewichtung:

Apple (mit einem Gewicht von 2,1 Prozent im Index), Microsoft, amazon.com, Facebook, J.P. Morgan, Alphabet C-Aktie, Alphabet A-Aktie, Johnson & Johnson, Nestlé, Procter & Gamble.

Welche Vorteile hat ein Investment in den MSCI All Countries World Index?

Eine der absoluten Basis-Regeln des Investierens ist, Chancen und Risiken auf so viele Schultern wie möglich zu verteilen. Es gilt also, ein Portfolio breit zu diversifizieren. Natürlich könnte man versuchen, sich auf bestimmte Länder, Regionen und Branchen zu konzentrieren und jeweils rechtzeitig die Pferde wechseln, wenn sich neue, besondere Chancen auftun.

Aber es ist nun einmal illusorisch, rechtzeitig vorher wissen zu wollen, welcher Bereich, welche Region oder welches Land sich in der Zukunft besser entwickeln wird als andere. Das ist in der Retrospektive, beim Blick zurück, leicht gesagt. Aber da tun sich selbst Profis schwer. Es ist deshalb nur logisch zu versuchen, eine breite Fächerung aus „Allem“ im Depot zu erreichen. Damit hätte man einen repräsentativen Querschnitt des weltweiten Aktienmarkts nachgebildet und erreicht, dass man in guten wie schlechten Phasen starke Ausschläge glättet und damit eine kontinuierlichere Entwicklung erreicht.

Doch das ist aufgrund der großen Vielfalt an Märkten und Branchen nicht im Alleingang zu schaffen. Der MSCI All Countries World Index ist da die perfekte Lösung, weil der den Vorteil bietet, genau diese breite Streuung in sich zu vereinen. Man kann sich also den weltweiten Aktienmarkt mit einem Mausklick ins Depot legen!

Dass der MSCI All Countries World Index den weltweiten Aktienmarkt sehr gut repräsentiert, zeigt der folgende Chart:

Der hier dick blau gezeichnete MSCI All Countries World Index bewegt sich in diesem hier abgebildeten Zeitraum von drei Jahren solide innerhalb der Performance der Aktienmärkte Deutschland, USA (repräsentiert durch den NYSE Composite Index), Japan und China. Wobei auffällt, dass er „Ausreißer“ nach oben und unten, die die einzelnen Märkte immer wieder zeigen, kaum mitmacht. In der Tat hat man also mit dem MSCI All Countries World Index ein Mittel, um volatile, oft kurzlebige und nie vorhersehbare Impulse aus dem eigenen Depot zu verbannen.

Euro oder US-Dollar – Welche Rolle spielt der Wechselkurs beim MSCI All Countries World Index?

Der MSCI All Countries World Index wird gemeinhin in US-Dollar abgebildet, aber er wird auch in Euro berechnet. Der folgende Chart zeigt, dass das scheinbar einen erheblichen Unterschied ausmacht, denn in Euro gerechnet ist der Index deutlich stärker gestiegen. Heißt das, dass man ihn unbedingt in Euro kaufen sollte?

Nein, das heißt es nicht, denn ob man den Index in US-Dollar oder in Euro kauft, ändert nichts. Wieso?

Weil alle über 8.800 im MSCI All Countries World Index enthaltenen verschiedenen Aktien in ihren jeweiligen Landeswährungen in den Index einfließen und Nicht-US-Dollar-Kurse in US-Dollar umgerechnet werden. Wird all das in Euro umgerechnet, erhalten Sie zwar diese Differenz des Index in US-Dollar zum Euro. Aber das ist der Währungseffekt, den Sie ja immer haben.

Dass diese Performance-Differenz alleine aus der Veränderung des Werts Euro/US-Dollar resultiert, lässt sich in diesem Chart gut erkennen, denn da haben wir die Wertveränderung des Euro zum US-Dollar in Rot mit eingeblendet. Immer dann, wenn der Euro an Wert zum US-Dollar zulegt, schlägt sich das positiv in der Performance des Index in Euro nieder.

Aber genau denselben Effekt haben Sie immer, wenn Sie z.B. versuchen, diesen Index selbst nachzubilden, indem Sie beispielsweise die zehn größten Aktien (siehe oben) kaufen. Da diese fast alle in US-Dollar notieren, unterliegen die Kurse für Sie als Käufer der Eurozone ja genau den gleichen Bedingungen: Wird der Euro zum US-Dollar stärker, wirkt das wie ein „Bonus“ auf die Performance, wird der Euro zum US-Dollar schwächer, bremst das die Performance. Dieser Währungseffekt ist bei Aktien außerhalb der Eurozone immer gegeben und damit auch beim MSCI All Countries World Index. Auch, wenn Sie den Index bzw. einen ETF darauf in den USA in US-Dollar kaufen würden: Am Ende ist die Performance für uns in der Eurozone immer die, die im Chart mit der grünen Linie dargestellt ist!

Wie können Sie in den MSCI All Countries World Index investieren?

Natürlich muss die Frage aufkommen, wie man als normaler Anleger in den MSCI All Countries World Index investieren könnte. Denn bei über 8.800 verschiedenen Aktien tun sich normale, aktiv gemanagte Fonds ja logischerweise schwer. Einen solchen Giganten aktiv zu managen wäre eine unglaublich aufwändige Aufgabe und bedarf gewaltigen Kapitals. Doch zu versuchen, bei einem Index, der die gesamte Welt der Aktien abbildet, Feinsteuerungen vorzunehmen, dürfte auch nicht viel bringen, auch, wenn das von Profis versucht wird.

Daher ist die ideale Lösung, den Index so, wie er ist, ins Depot zu nehmen und damit, wie oben schon erwähnt, mit einem Mausklick den gesamten Aktienmarkt dieser Welt in seiner tatsächlichen Gewichtung im Depot zu haben. Und das ist mit einem sogenannten ETF möglich. Ein ETF, ein „Exchange Traded Funds“ bildet den zugrunde liegenden Bereich, hier also den MSCI All Countries World Index, präzise nach, man kauft also mit einem ETF letztlich den Index selbst.

Worauf Sie bei ETFs auf den MSCI All Countries World Index achten sollten

Worauf gälte es bei einem Investment in einen MSCI All Countries World Index-ETF zu achten? Drei Punkte gäbe es, die Sie vor dem Einstieg abklopfen sollten:

Das ETF-Volumen, die Höhe der jährlichen Gebühren und die Frage, ob Sie es vorziehen würden, dass Ihnen die Dividenden, die die Aktien abwerfen, ausgeschüttet werden oder ob diese Erträge lieber reinvestiert (thesauriert) werden sollen. Grundsätzlich gilt:

Ein Investment wie dieses sollte grundsätzlich mittel- bis längerfristig ausgerichtet sein. Da ist es immer von Vorteil, wenn man die thesaurierende Variante wählt, Dividenden also reinvestiert werden, denn daraus entsteht ein auf mehrere Jahre gesehen nicht unwesentlicher, positiver Zinseszins-Effekt (mehr zum Zinseszins-Effekt finden Sie hier „Der Zinseszins – die magische Geldvermehrung“. Die hier vorgestellten ETFs sind alle thesaurierend, das gilt für den Großteil aller für den MSCI All Countries World Index-ETF angebotenen ETFs.

Oft hat man auch die Wahl zwischen synthetisch und physisch replizierenden ETFs. Synthetisch replizierende ETFs bilden die Basis, also hier den MSCI All Countries World Index, über Derivate nach. Das ist immer mit einem höheren Risiko behaftet. Ein physisch replizierender ETF hingegen kauft die im Index enthaltenen Aktien tatsächlich, das ist die sicherere Variante. Unsere im Folgenden vorgestellten ETFs replizieren den Index alle physisch.

Was weniger entscheidend ist, wäre der Aspekt des Wechselkurses. Es gibt zwar einige ETFs auf den MSCI All Countries World Index, die währungsgesichert sind, so dass man im Fall eines nachgebenden Euro einen Ausgleich für die dann entstehenden Währungsverluste erhält. Aber das bedeutet auch, dass man im Fall eines steigenden Euro diese Gewinne nicht mitnimmt. Und dieses „Hedging“, die Absicherung gegen Währungsschwankungen, kostet den ETF-Betreiber natürlich Geld, so dass die Gebühren höher sein können.

Die besten MSCI All Countries World Index ETF 2019:

Wir haben Ihnen hier die aus unserer Sicht derzeit besten ETFs auf den MSCI All Countries World Index-ETF in einer Übersicht abgebildet. Sie sehen, dass die Performances sich kaum unterscheiden. Zum einen, weil die ETFs hier, ob der ETF als Basiswährung den US-Dollar oder den Euro hat, in Euro errechnet sind. Aber dass diese Gewinne sich kaum unterscheiden unterstreicht auch, dass all diese ETFs ihr Handwerk verstehen.

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Dass es sich für einen längeren Investment-Horizont außerordentlich lohnt, einen thesaurierenden ETF zu wählen, zeigt der folgende Chart. Hier haben wir die in der Übersicht aufgeführten ETFs über einen Zeitraum von fünf Jahren mit dem MSCI All Countries World Index selbst verglichen.

Die durchschnittliche Dividendenrendite der im Index gelisteten Aktien liegt nach Angabe von MSCI derzeit um 2,4 Prozent. Diese Erträge umgehend zu reinvestieren, statt sie abzuziehen, machte über die vergangenen fünf Jahre einen Performance-Zugewinn von 15 bis 17 Prozent gegenüber der Performance des Index selbst aus!

Fazit: MSCI All Countries World Index ETFs sind ein perfektes Basisinvestment

Ein Investment in den MSCI All Countries World Index ist grundsätzlich für jeden Anleger eine sinnvolle Entscheidung. So holt man sich ohne Mühe einen korrekt gewichteten Querschnitt des weltweiten Aktienmarkts ins Depot, der darüber hinaus als ETF problemlos zu kaufen und zu verkaufen ist. Niedrige jährliche Gebühren und die Möglichkeit, von der durchaus ansehnlichen Dividendenrendite der über 8.800 in diesem Index enthaltenen Aktien zu profitieren, kommen als Vorteil hinzu. Urteil: empfehlenswert!

*Charts von marketmaker pp4

 

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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