Die besten Lithium Aktien 2019

Die besten Werte, mit denen Sie 2019 vom Comeback der Lithium-Aktien profitieren können

Die Welt der Automobile ist im Umbruch, denn der Anteil von Autos mit Hybridantrieb oder Elektromotor wird in den kommenden Jahren kräftig steigen. Um geeignete Akkus bauen zu können, werden allerdings enorme Mengen an Rohstoffen benötigt, besonders Lithium. Es ist daher kein Wunder, dass das Leichtmetall an der Börse seit Jahren ein heißes Thema ist und hohe Schwankungen im Kurs verzeichnet.

2018 kein gutes Jahr für Lithium Aktien

Das Jahr 2018 war ein miserables Jahr für Lithium Aktien. Bis Anfang 2018 waren die Wertpapiere von Fördergesellschaften, Explorern und Batterie-Herstellern allerdings auch im Einklang mit dem Lithiumpreis regelreicht in die Höhe geschossen. Es folgte was meistens geschieht, wenn ein Markt überhitzt: Eine heftige Korrektur, viele Aktien halbierten sich im Preis oder fielen gar noch mehr. Auslöser waren in diesem Fall überraschende Analystenaussagen, die eine Entspannung der Lithium-Angebotssituation bzw. mögliche Überkapazitäten prognostizierten. Nach der vorangegangenen Vervielfachung gaben die Lithium-Preise infolge dessen entsprechend stark nach. Laut Ernie Ortiz, dem CEO der Lithium Royalty Corp. seien die Kursrückgänge der Lithium-Werte stark übertrieben. Diese rührten vor allem daher, dass Investoren die Branche auf der Grundlage „des Schlimmsten“ bewerten würden, das sie von einer Handvoll Unternehmen hören würden. Die negative Einschätzung vieler Investoren würde auch daran liegen, dass es bislang keinen Benchmark-Preis für Lithium gäbe, um eine solide Analyse durchzuführen.

Preiskorrektur bietet Einstiegschancen

Durch die Korrektur könnte es derzeit jedoch eine interessante Einstiegsgelegenheit für längerfristig orientierte Anleger geben. Denn gerade findet ein weiterer großer Durchbruch in Sachen Elektromobilität statt: Die ersten ernstzunehmenden „Tesla-Jäger“ der großen Volumenhersteller gehen an den Start. Lithium-Aktien sind deshalb nach wie vor eine heiße Wette auf die Zukunft. Wer einsteigen will, sollte jedoch unbedingt genau hinschauen, denn bei den Bewertungen gibt es trotz Kursrücksetzern große Unterschiede.

Zukunftsmarkt Lithium

Für Lithium, das leichteste aller Metalle, gibt es zahlreiche Anwendungsgebiete. Dazu zählen neben Batterien & Akkus u.a. Glas- & Keramik, Schmiermittel und Klimaanlagen. Doch starkes Wachstum verspricht vor allem die Verwendung des Rohstoffs für Stromspeicher.

Der Elektroautohersteller Tesla baut und plant zum Beispiel gleich mehrere so genannte Gigafabriken, um den eigenen Bedarf an Akkus zu bedienen. Übrigens nicht nur für Elektroautos, sondern auch für Stromspeicher in Privathaushalten z.B. in Kombination mit Solaranlagen. Im Fokus der Anleger steht jedoch vor allem der Automobilmarkt.

Globale Elektromobilität: +60% Wachstum im Jahr

Obwohl weltweit im Jahr 2018 weitere 2,2 Mio. Elektroautos zugelassen wurden, liegt der Anteil der Elektrofahrzeuge bei den Neuzulassungen global gesehen bei nur etwa 2,4 Prozent. Im Jahr 2019 soll der Anteil auf 3,1 Prozent steigen. Die jährlichen Wachstumsraten von bis zu +60% lassen bereits im Jahr 2025 ein jährliches Produktionsvolumen von bis zu 20 Mio. E-Autos erwarten was dann in etwa einer Marktdurchdringung von ca. 15% entsprechen würde. Mitte 2019 befinden sich laut Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) weltweit rund 5,6 Mio. Elektrofahrzeuge auf den Straßen, davon 2,6 Mio. in China und 1,1 Mio. in den USA. Abgeschlagen dahinter folgen Norwegen mit 300.000, Frankreich mit 205.000 und Großbritannien mit 185.000 zugelassenen E-Autos.

China war laut Center of Automotive Management (CAM) auch im Jahr 2018 mit rund 1,25 Mio. E-Auto-Neuzulassungen und 4,6% Marktanteil unter den großen Industrienationen erneut weltweiter Spitzenreiter in Sachen Elektromobilität. Kleinere Länder wie Norwegen kommen allerdings bereits jetzt auf erstaunlich hohe Anteile von 49%. In Deutschland liegt der Anteil noch bei im globalen Vergleich eher durchschnittlichen 2% – dem niedrigsten Wert unter den wichtigsten Automobilländern. Insgesamt befinden sich mittlerweile aber mehr als 140.000 Elektroautos auf deutschen Straßen. Nun wird es spannend: Denn innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre drängen nach Tesla auch die meisten herkömmlichen Autohersteller mit wettbewerbsfähigen Elektromodellen auf den Markt.

Lithium-Marktvolumen dank Elektroautos vor Vervielfachung

Es wird erwartet, dass die Anzahl der neu verkauften Elektroautos in den kommenden Jahren weltweit auf fünf bis sechs Mio. Fahrzeuge steigt, was einem Marktanteil von ungefähr fünf bis sieben Prozent entspricht. Um 1 kW/h Leistung bereit zu stellen werden aktuell rund 150 g Lithium benötigt. Pro Elektroauto wird je nach Leistung und technologischem Fortschritt mit zwischen 3 kg und 10 kg Lithiumbedarf gerechnet.

Aufgrund dessen rechnen die Analysten von Roskill bis 2025 mit einem jährlichen Wachstum des weltweiten Lithium-Bedarfs um +21% p.a. Die Lithiumnachfrage aus dem Akku- und Batteriesektor werde dabei bis 2028 sogar um +26% pro Jahr zulegen und damit von knapp 140.000 Tonnen auf mehr als 1,4 Mio. Tonnen steigen. Die Analysten von Roskill rechnen damit, dass das Angebot noch bis etwa 2021 ausreicht, um die Nachfrage zu decken. Danach dürfte es sehr wahrscheinlich zu einer tatsächlichen Knappheit des Rohstoffs kommen.  Aktuelle Meldungen der chinesischen Regierung wonach es nationalen Produzenten gelungen sei, die Produktionskosten durch neue technische Verfahren auf 2.200 USD je Tonne zu drücken, werden von Experten angezweifelt. Es wird vermutet, dass die Preise mit derartigen Aussagen gedrückt werden sollen, denn China hat den weltweit mit Abstand höchsten Lithium-Bedarf.

Rohstoffbörse in London plant Lithium-Futures-Kontrakt

Da Lithium zunehmend an Bedeutung gewinnt, gab die London Metal Exchange (LME) im Juli bekannt, einen Futures-Kontrakt auf den Rohstoff auflegen zu wollen. Damit dürfte auch mehr Transparenz in den Markt kommen, denn bisher waren Preise reine Verhandlungssache zwischen den Produzenten auf der einen und Abnehmern auf der anderen Seite. Oft wurde Stillschweigen über die Preisvereinbarungen von Lieferverträgen vereinbart, die aktuellen Preisangaben variieren seit 2018 zwischen 12.000 und 20.000 USD je Tonne.

Mit dem Futures Kontrakt kommt Preistransparenz in den Markt und vor allem Käufer können sich gegen zukünftige Preisschwankungen absichern. Die Produzenten wie Albemarle hingegen lehnen den Kontrakt in Stellungnahmen ab, „der Lithium-Markt würde einfach nicht auf diese Weise funktionieren“. Die Ablehnung ist jedoch kein Wunder, denn ihr Spielraum bei der Preisfestsetzung für Lieferverträge dürfte sich durch den Referenzpreis des Kontrakts fortan deutlich beschränken. Die LME plant eine Barabwicklung (Cash Settlement) von fälligen Futures-Kontrakten, da die chemische Zusammensetzung eine physische Lieferung unmöglich macht.

Nachrichten über Produktionsausweitungen bringen Lithium-Aktien 2018 unter Druck

70 Prozent der Lagerstätten des Rohstoffs befinden sich im „Lithium-Dreieck“ Chile, Argentinien und Bolivien. Dort bilden große Salzseen wie der Atacama, Salinas Grandes, Uyuni und Hombre Muerto enorme Reservoirs. Neben Südamerika und China gibt es vor allem in Australien große Lithium-Minen, in denen aktuell noch rund 60% der weltweiten Fördermenge produziert wird. Chile kommt derzeit auf knapp 19% Marktanteil.

Da in den kommenden Jahren nur wenige Förderstätten neu in Produktion gehen werden, wurde von vielen Experten ein Engpass befürchtet. Denn bis neue Minen und Sole-Projekte produzieren können, sind hohe Investitionen notwendig und es vergehen im Durchschnitt vier bis sieben Jahre. Die Befürchtungen befeuerten die Spekulation und der Lithium-Preis kannte bis Anfang 2018 nur eine Richtung: Nach oben. Die Sorgen vor raschen Engpässen zerstreuten sich jedoch am Jahresanfang 2018. Der Grund dafür: Marktführer SQM traf mit der chilenischen Regierung eine Vereinbarung über die umfangreiche Ausweitung der Lithium-Produktion bis 2025.

Die Rohstoffexperten von Morgan Stanley gingen daraufhin bis 2025 von einem Anstieg der Lithium-Versorgung aus Argentinien, Australien und Chile um 500.000 Tonnen jährlich aus. Dies entspricht in etwa einer Verdreifachung der Produktion dieser Länder. Die Nachricht versetzte die Märkte entsprechend in Aufruhr und bescherte dem Rohstoff, sowie den Aktien der Lithium-Industrie in Folge erhebliche Preisverluste. Einzelne Aktien korrigierten seitdem um bis zu 50% oder mehr.

Einige Marktexperten wiesen allerdings darauf hin, dass 2018 zwar neue Kapazitäten hinzukamen, dass aber von einer Lithiumschwemme, wie von Morgan Stanley dargestellt, im Jahresverlauf nichts zu spüren gewesen sei. Zuletzt stabilisierten sich viele der meisten Aktien und nach der Bodenbildung könnte sich durchaus ein neuer Aufwärtstrend ausbilden. Für langfristig orientierte Anleger stellen die aktuellen Kurse möglicherweise eine interessante Einstiegsgelegenheit dar. Denn parallel zur geplanten Produktionsausdehnung wird auch die Nachfrage stark ansteigen. Außerdem muss die Absichtserklärung der chilenischen Regierung und SQM erst einmal erfolgreich im gesetzten Zeitrahmen in die Tat umgesetzt werden. Zuletzt war in den Medien zu lesen, dass die Expansionspläne in Chiles Atacama-Wüste angesichts der jüngsten Preisrückgänge bereits wieder vorübergehend auf Eis gelegt wurden.

Auf Marktführer setzen

Wer als Investor in den kommenden Jahren vom Lithium-Boom profitieren möchte, der sollte dabei auf führende Unternehmen der Branche setzen. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass sich die Aktienkurse der Marktführer in allen Branchen langfristig am besten entwickeln. Im Lithiumbereich sollten Sie daher in Unternehmen mit herausragender Marktstellung investieren, die bereits produzierende Anlagen vorweisen können.

Nur wenige kleine Rohstoffexplorer werden zum Produzenten

Die langwierige und vor allem kostspielige Exploration führt dazu, dass nur wenige der kleineren Rohstoffexplorer den Weg zu einer produzierenden Mine erfolgreich bewältigen und überleben. Und selbst im Erfolgsfall kommt es durch zahlreiche Kapitalerhöhungen meist zu einer enormen Verwässerung der betreffenden Aktien. Es zahlt sich daher aus auf bereits produzierende marktführende Unternehmen zu setzen, die ihre Operationen bereits aus dem eigenen operativen Cash Flow finanzieren. Kleinere Werte sind keine soliden Investments, sondern eher als „Lotterielose“ zu betrachten.

Vier Produzenten dominieren die Angebotsseite

Den größten Teil des Marktes teilen sich vier Produzenten untereinander auf, bei denen Lithium teilweise nicht einmal das Hauptprodukt ist: Albemarle, FMC, Tianqi Group und Sociedad Química y Minera de Chile.

Die vier Unternehmen erreichen zusammen einen Marktanteil von über 85%. Zwei dieser Unternehmen stellen wir Ihnen im Folgenden näher vor, sowie einen weiteren aufstrebenden Kandidaten. Alle drei Aktien sind übrigens über ein Zweitlisting auch in Deutschland börsennotiert.

Das sind unsere drei besten Lithium-Aktien 2019:

Albemarle Corporation: 1. Weltmarktführer

Albemarle Corporation (ISIN: US0126531013 – Symbol: ALB – Währung: USD) ist ein US-Chemiekonzern, der neben Lithiumprodukten auch Flammschutzmittel, Katalysatoren und Chemikalien zur Oberflächenbehandlung herstellt. Albemarle ist durch die Übernahme des Konkurrenten Rockwood im Jahr 2015 eigenen Angaben zufolge zum weltgrößten Produzenten von Lithium und Lithiumverbindungen aufgestiegen und erwirtschaftete damit 2018 rund 38% des Konzernumsatzes. Laut Schätzungen kontrolliert der an der Börse derzeit mit rund 7,4 Mrd. USD bewertete Konzern mittlerweile rund ein Drittel des weltweiten Lithium-Geschäfts.

Hervorragende Geschäftsentwicklung trotz Lithium-Preisschwäche

Im Jahr 2018 wurden Gesamtumsätze in Höhe von 3,4 Mrd. USD erzielt, knapp +10% mehr als im Vorjahr. Der Gewinn wurde von 4,59 USD pro Aktie im Vorjahr um +19% auf 5,48 USD gesteigert. Auch im Jahr 2019 liefen die Geschäfte angesichts des schwächeren Lithiumpreises bislang überraschend gut: So stiegen die Umsätze in den ersten drei Monaten von 822 Mio. USD im Vorjahr auf 832 Mio. USD. Das Ergebnis je Aktie fiel nur leicht von 1,30 USD auf 1,23 USD. Für das Gesamtjahr wird weiterhin ein um +11% bis +19% gesteigertes Ergebnis von 6,10 USD bis 6,50 USD erwartet, so dass sich beim aktuellen Aktienkurs von 70 USD ein moderates KGV von 11 errechnet. Wachstumstreiber des Konzerns ist vor allem die stark gestiegene Lithium-Nachfrage. In den letzten drei Jahren stieg der Anteil von Albemarles Nettogewinn aus Lithiumgeschäften von ca. 6% auf rund 53%. Dank des wachsenden Bedarfs an Lithium und geplanten Produktionsausweitungen dürfte der Gewinnanteil in den kommenden Jahren weiter zulegen.

25 aufeinanderfolgende Jahre mit Dividendenerhöhungen: Frischgebackener Dividenden-Aristokrat

Albermarle zahlt derzeit eine Quartalsdividende von 0,3675 USD, was aufs Jahr hochgerechnet einer Gesamtdividende von 1,47 USD und einer Dividendenrendite von 2,1% entspricht. Beachtlich ist, dass das Unternehmen die Dividende nun bereits 25 Jahre in Folge gesteigert hat und damit gilt es nun erstmals als sogenannter „Dividenden-Aristokrat“. Es gibt nur wenige Unternehmen, denen es gelingt ihre Dividendenausschüttung an Investoren ähnlich kontinuierlich zu steigern. Ab 25 aufeinander folgenden Jahren mit Dividenden-Erhöhungen wird Unternehmen in den USA daher das Prädikat Dividenden-Aristokrat verliehen – eine besondere Auszeichnung für eine außergewöhnlich starke Dividenden-Entwicklung. Denn um in den Dividendenadel aufgenommen zu werden, genügt es nicht über einige Jahre hinweg eine gute Geschäftsentwicklung zu haben. Da ein Zeitraum von 25 Jahren auch Krisen und Rezessionen umfasst gibt die Betrachtung Aufschluss über die Fähigkeit eines Unternehmens auch in schwierigeren Zeiten erfolgreich zu wirtschaften. In diesen elitären Klub ist nun auch Albemarle vorgestoßen.

Milliardeninvestitionen in Australien

In Kemerton, in der Nähe von Bunbury in Australien soll eine neue Lithiumhydroxidanlage entstehen. Den Planungen zufolge soll diese Anlage bereits ab 2020 eine Produktionskapazität von 20.000 Tonnen erreichen. Durch eine stufenweise Erweiterung bis 2025 soll der jährliche Output im besten Fall auf 100.000 Tonnen gesteigert werden.

Bei aktuellen Preisen von ca. 12.000 USD pro Tonne Lithium, würde dies einem zusätzlichen Jahresumsatz von 1,1 Mrd. USD bis 1,2 Mrd. USD entsprechen. Angesichts dieses Potenzials und der hohen Gewinnmargen, sind die geplanten Investitionen in das Projekt in Höhe von rund einer Mrd. AUD absolut gerechtfertigt. Ein Teil der notwendigen Mittel wurde durch den Verkauf der Katalysatoren-Sparte in die Kassen des Unternehmens gespült. Für insgesamt 413 Mio. USD verkaufte Albemarle den Geschäftsbereich im vergangenen Jahr an das Chemieunternehmen W.R. Grace. Neben der Investition in die Mine in Bunbury, erwarb das Unternehmen vor wenigen Monaten für insgesamt 1,15 Mrd. USD auch einen 50% Anteil an der ebenfalls westaustralischen Wodgina-Mine. Das Projekt wird gemeinsam mit der australischen Firma Mineral Resources betrieben.

Aktie langfristig mit Kurspotenzial

Die Aktie von Albemarle hat – getrieben vom Lithium-Boom – in den vergangenen Jahren starke Schwankungen verzeichnet. Von ca. 50 USD Anfang 2016 stieg der Kurs der Aktie zuletzt auf über 140 USD an, bevor der Kurseinbruch bei den Lithium-Aktien für eine Kurshalbierung auf aktuell 70 USD sorgte.

Nach abgeschlossener Bodenbildung könnte die Aktie von diesem Niveau aus – getrieben von der steigenden Nachfrage nach Lithium – wieder an den langfristigen Aufwärtstrend anknüpfen. Durch große neue Explorationsprojekte wird Albemarle den Anteil des Lithiumgeschäfts am Gesamtumsatz weiter ausweiten und seine marktführende Stellung verteidigen. Investoren, die einen etwas längerfristigen Anlagehorizont haben können darauf setzen, dass die Aktie früher oder später wieder ein Kursniveau von 100 USD bis 120 USD erreicht oder übertrifft.

Sociedad Quimica Minera de Chile (SQM): 2. Weltmarktführer

Das chilenisches Chemie-Unternehmen Sociedad Quimica Minera de Chile (ISIN: US8336351056 – Symbol: SQM – Währung: USD), mit Sitz in der Hauptstadt Santiago, liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Albemarle und beansprucht ebenfalls den Titel des größten Lithiumproduzenten der Welt für sich. Wer im Rennen aktuell vorn liegt, ist aber auch unter Experten umstritten. Langfristig betrachtet dürfte SQM allerdings die besseren Karten haben als der US-Konkurrent. Neben Lithiumverbindungen stellt der Konzern noch Düngemittel, Jod, Kalisalze und Industriechemikalien her.

Zur starken Marktstellung von SQM hat vor allem der Fakt beigetragen, dass Chile das mit Abstand lithiumreichste Land der Welt ist und man dort zudem über hervorragende Regierungskontakte verfügt. So wurde im Jahr 2016 das abbaubare Lithiumvorkommen des Landes auf 7,5 Mio. Tonnen geschätzt. China landet mit rund 3 Mio. Tonnen abgeschlagen auf Platz 2.

Die Lithiumreserven, auf die SQM zugreifen kann, garantieren dem Unternehmen auch in naher Zukunft die Rolle eines Marktführers. Wie bereits eingangs erwähnt, wurde mit der chilenischen Regierung eine umfangreiche Vereinbarung zur Steigerung der Lithiumproduktion bis 2025 getroffen. Der jährliche Output beträgt derzeit etwa 50.000 – 60.000 Tonnen und soll den Plänen zufolge bis 2025 auf mindestens 216.000 Tonnen erhöht werden.

Lithium mittlerweile wichtigster Geschäftsbereich

Im Jahr 2018 hat das Unternehmen Umsätze in Höhe von 2,3 Mrd. USD erzielt – rund +5% mehr als im Vorjahr. Dabei wurde der Gewinn je Aktie leicht von 1,63 USD um +2,5% auf 1,67 USD gesteigert. In den ersten drei Monaten 2019 ging der Umsatz leicht von 519 Mio. USD im Vorjahr um -2,8% auf 504 Mio. USD zurück. Das Ergebnis je Aktie fiel etwas stärker von 0,43 USD um -28,4% auf 0,31 USD. Vor allem niedrigere Absatzpreise hätten zu den Rückgängen geführt. Auf Jahresebene rechnet der Vorstand mit Ergebnissen in Vorjahreshöhe.

Rund 30% der Umsätze des Unternehmens entfallen bereits auf Lithium – mit steigender Tendenz. Mit 53% Anteil am Gesamtgewinn ist das Lithium-Geschäft mittlerweile der wichtigste und gleichzeitig profitabelste Geschäftsbereich von SQM.

Neue Projekte in Argentinien, Chile und Australien

Mit neuen Lithiumprojekten in Argentinien, Chile und Australien wird versucht, die Marktführerschaft bis Ende 2018 deutlich auszubauen. Eine Lithium-Raffinerie soll beispielsweise in Kemerton in Nachbarschaft der geplanten Albemarle-Anlage entstehen. Die SQM-Raffinerie ist Teil des Joint-Venture-Vertrages, den die Chilenen mit der australischen Firma Kidman Resources abgeschlossen haben.

Aktie im langfristigen Aufwärtstrend

Die SQM-Aktie ist über Hinterlegungsscheine sog. „ADRs“ an der US-Börse NYSE gelistet. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von ca. 8 Mrd. USD ist das Unternehmen kein kleines Bergbau-Unternehmen mehr.

Nachdem die Aktie im Jahr 2015 bei ca. 12,50 USD ein Tief markierte, ist sie im Hoch bis auf über 63 USD geklettert. Seit September 2017 konsolidiert der Wert und notiert aktuell bei etwa 29 USD. Da SQM von der langfristigen Produktionsausweitung profitiert, könnte die Aktie langfristig interessant sein. Bei einem erwarteten Gewinn von 1,31 USD je Aktie im laufenden Geschäftsjahr 2019 ist SQM mit einem KGV von 22 trotz der Kursrückgänge kein wirkliches Schnäppchen. Dennoch bieten sich durch die laufende Korrektur langfristig interessante Einstiegskurse im Bereich von 28 USD bis 29 USD mit mittel- bis langfristigen Kurszielen im Bereich von 40 bis 42 USD.

Orocobre: Aufstrebender Lithiumproduzent an der Börse unter Druck

Lithium, Boron und Pottasche sind die Hauptprodukte des australischen Bergbaukonzerns Orocobre (ISIN: AU000000ORE0 – Symbol: ORE – Währung: AUD), welcher im Jahr 2015 das Salar-de-Olaroz-Projekt im Nordwesten Argentiniens nach sieben Jahren kostenintensiver Exploration in Produktion brachte.

Das Projekt an dem Orocobre zu zwei Drittel beteiligt ist, wird gemeinsam mit dem japanischen Konzern Toyota Tsusho und einem lokalen Partner betrieben. Insgesamt wurden im Olaroz Salzsee 6,4 Mio. Tonnen Lithiumcarbonat nachgewiesen, was der Mine eine Betriebsdauer von mehr als 40 Jahren garantiert.

Strategische Partnerschaft mit Toyota

Der japanische Autobauer Toyota, mit dem bereits seit 2010 eine enge Zusammenarbeit bestand, beteiligte sich Anfang 2018 mit rund 15% an dem aufstrebenden Bergbaukonzern. Mit einem Investment von 232 Mio. USD will sich Toyota den Zugang zu Lithium für die Batterien künftiger Elektroautos sichern.

Das eingenommene Kapital wird in erster Linie für den Ausbau des Olaroz-Projekts verwendet, das ab dem 2. Halbjahr 2019 eine zusätzliche Kapazität von 25.000 Tonnen pro Jahr bieten soll. Die Erweiterung würde die Gesamtkapazität des Projekts auf ca. 42.500 Tonnen pro Jahr erhöhen und damit schlagartig mehr als verdoppeln. Ein Teil der zusätzlichen Menge soll in einer neuen Lithiumhydroxid-Anlage im japanischen Fukushima aufbereitet werden.

Kostenführerschaft vs. länderspezifische Risiken

Die Abbaukosten von Orocobre gehören mit ca. 4.200 USD je Tonne zu den geringsten in der gesamten Lithium-Bergbau-Branche und verschaffen dem Konzern einen glänzenden Wettbewerbsvorteil. Mittelfristig sollen die Kosten auf unter 3.000 USD je Tonne gedrückt werden. Im Verkauf erzielte das Unternehmen im dritten Quartal 2019 für den produzierten Reinheitsgrad über 9.400 USD je Tonne, so dass das Projekt trotz der gesunkenen Preise sehr profitabel ist.

Allerdings wurde von der argentinischen Regierung kürzlich eine (zunächst) bis 2020 befristete Exportsteuer in Höhe von 8% eingeführt, um das Vertrauen von ausländischen Investoren zu gewinnen und Finanzhilfen anzuziehen. Diese Abgabe belastet das Geschäft von Orocobre jedoch spürbar und war neben heftigen Währungsturbulenzen einer der Gründe für die zuletzt sehr schwache Aktienkursentwicklung. Die länderspezifischen Risiken sind bei Orocobre insgesamt eher als überdurchschnittlich einzuschätzen.

2018: Produktion unter den selbst gesteckten Zielen

Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden knapp 12.500 Tonnen Lithium produziert. Dadurch gelang es dem Unternehmen eine Umsatzsteigerung um +24% auf 149 Mio. USD zu erzielen. Im selben Zeitraum gelang eine Steigerung des bereinigten Gewinns um +86% von 14 Mio. USD auf knapp 26 Mio. USD. Analysten hatten mit lediglich 24 Mio. USD gerechnet. Der Nettogewinn hingegen ging im selben Zeitraum von 4,6 Mio. USD auf 1,9 Mio. USD zurück, was laut Vorstand in erster Linie auf Währungsverluste, Abschreibungen und die neuen Exportsteuern zurückzuführen ist. Auch das selbstgesteckte Produktionsziel von 14.000 Tonnen Lithium wurde deutlich verfehlt.

Heftige Regenfälle rund um die Lithium-Fabrik Olaroz in Argentinien reduzierten den Ausstoß des Projekts zuletzt deutlich. Die Niederschläge verursachten zwar keine Produktionsstillstände verdünnten allerdings die Sole so stark, dass sich der Output verringerte. Daher rechnet Orocobre für 2018/2019 statt mit einer deutlichen Steigerung nur noch mit einer Lithium-Karbonat-Produktion auf dem Niveau des Vorjahres. Der alte Vorstand Richard Seville nahm seinen Hut und übergab an Martin Perez de Solay. Dieser soll das Unternehmen nach den zahlreichen operativen Schwierigkeiten wieder auf Kurs bringen. Die Produktion wird derzeit schrittweise hochgefahren.

Die Umsätze erreichten laut vorläufigen Zahlen auf Halbjahresbasis 64 Mio. USD und lagen damit trotz der deutlich gesunkenen Lithiumpreise knapp über dem Vorjahreswert von 63 Mio. USD. Mit 266 Mio. USD ist das Finanzpolster komfortabel genug, um alle notwendigen Investitionen zu finanzieren.

Rücksetzer zum spekulativen Einstieg nutzen

Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 460 Mio. Euro ist Orocobre im Vergleich zu den Branchenriesen noch ein relativ kleiner Rohstoffkonzern. Allerdings entwickelt sich das kostenführende Unternehmen trotz aller Preisschwankungen, länderspezifischen Schwierigkeiten in Argentinien sehr gut, was sich vor allem am steigenden Umsatz ablesen lässt.

Die in den beiden Rohstoffländern Australien und Kanada gehandelte Aktie notierte im Jahr 2016 noch unter 1,50 AUD und stieg unter immensen Schwankungen auf rund 7,40 AUD. Der aktuelle Rücksetzer in den Bereich 2,80 AUD (ca. 1,75 Euro) kann für langfristige Einstiege genutzt werden. Denn kann Orocobre die Lithiumproduktion in den kommenden Jahren bei konstant niedrigen Produktionskosten stetig steigern, so winkt ein attraktives Kurssteigerungspotenzial.

Die Argentinien-spezifischen Risiken sind nach dem Steuerschock und den Währungsturbulenzen aus unserer Sicht mittlerweile ausreichend im Aktienkurs eingepreist. Sollten die Exportzölle wie geplant im Jahr 2020 wieder aufgehoben werden, so winkt ein zusätzlicher Gewinnhebel. Mit Toyota hat man zudem einen starken und finanzkräftigen Partner im Rücken, der auch bei Finanzengpässen sicher jederzeit parat stünde. Ein solches Szenario ist jedoch aufgrund der hohen Barreserven aktuell nicht absehbar, aber früher oder später natürlich denkbar. Die spekulativste der drei vorgestellten Aktien ist aufgrund ihrer Schwankungsanfälligkeit jedoch nichts für Anleger mit schwachen Nerven.

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