Börsenblick

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Analyse:
US T-Bonds (10 y): Negativ-Rendite bei US-Bonds? Nicht unmöglich!

Angebliche Gewissheiten haben an der Börse eine ziemlich kurze Halbwertszeit. So auch die „Gewissheit“, dass US-Anleger nie und nimmer negative Renditen am Bondmarkt, sprich bei ihren Anleihen, akzeptieren würden. Bislang sind sie auch noch nicht negativ, wenngleich die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen (US Treasury Bonds oder kurz T-Bonds) zuletzt mit +0,51 Prozent am 9. März schon sehr nahe an diese Nulllinie heran rutschte und damit die vorherigen, historischen Tiefs (2016 bei +1,36 Prozent erreicht) deutlich unterbot. Aber die kurzen Laufzeiten am US-Bondmarkt nähern sich negativem Terrain zügig, so rentierten die US T-Bonds mit Laufzeit von zwei Jahren am Dienstag bei +0,21 Prozent. Und das Kippen in negatives Terrain wird dadurch nicht verhindert, dass US-investoren das nicht wünschen.

Schließlich sehnte sich bei uns in der Eurozone auch niemand Bundesanleihen mit tief negativen Renditen herbei. Kommt es so, bleibt den Anlegern wenig anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen. Es sei denn, man würde in Scharen in den Aktienmarkt überlaufen. Nur ist da das Problem: Wenn die Bond-Renditen negativ werden, dann aus Gründen, die für den Aktienmarkt fatal wären und dort größere Verluste fürchten lassen als das, was man bei den US-Bonds dann durch Inflation und negative Renditen einbüßen würde. Kommt es so?

Expertenmeinung: Es ist zumindest ein Szenario, das, wenngleich nicht sicher, so doch gut möglich wäre. Denn unser Chart, der den Kursverlauf des US T-Bonds mit zehn Jahren Laufzeit abbildet, zeigt: Nach der ersten, panischen Kaufwelle und den dadurch rapide auf das bisherige Tief von 0,51 Prozent gefallenen Renditen kam es zwar zu einer Beruhigung und Gewinnmitnahmen. Aber seit knapp zwei Wochen wird wieder kräftig zugelangt, der Kurs notiert nur noch wenig unter dem am 9. März bei 140 4/32 US-Dollar markierten Rekordhoch. Warum?

Eine direkte Flucht aus dem Aktienmarkt speist diese erneute Bond-Rallye eher nicht. Kurz, nachdem die Käufe bei den T-Bonds wieder begannen, erreichten die US-Aktienindizes ihr vorläufiges Tief und legten eine gewaltige Rallye hin, ohne dass es dadurch zu Abgaben bei den T-Bonds gekommen wäre. Und diese stiegen trotz der Aktien-Rallye einfach weiter. Es scheint, als würde derzeit ablaufen, was oft bei massiven Verwerfungen an den Börsen auftritt:

Zunächst verkaufen die großen Adressen alles querbeet, erhöhen dadurch ihre Barreserven und entscheiden dann neu, wo sie gezielt wieder einsteigen. Ein Teil glaubt an den Aktienmarkt, der andere tut genau das nicht und kauft daher T-Bonds. Wer wird Recht bekommen? Die Nachrichtenlage spricht momentan eher für die Bond-Käufer … daher wäre es durchaus denkbar, dass dieses bisherige Rekordhoch von 140 4/32 US-Dollar überboten wird und die Renditen auch bei längeren US T-Bond-Laufzeiten in den kommenden Wochen oder Monaten negativ werden!

US T-Bonds Chart vom 31.03.2020, Kurs 138 23/32 US-Dollar, Kürzel ZN | Online Broker LYNX

 

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