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Aktienanalyse:
CTS Eventim: Diese Zahlen haben manchen die Augen geöffnet

Aktuelle Analyse der CTS Eventim Aktie

Eigentlich hätte niemanden überraschen dürfen, was der Online-Ticket-Vermarkter CTS Eventim am Mittwoch als Ergebnis des ersten Quartals vorlegte. Das markante Minus, das die Aktie daraufhin hinnehmen musste, macht indes deutlich, dass viele eben doch überrascht waren, dass die Scharte, die der „Lockdown“ bei diesem Unternehmen hinterlassen hat, derart tief ist. CTS Eventim setzte in den ersten drei Monaten knapp 35 Prozent weniger um. Das Minus beim Gewinn, als EBITDA gerechnet, lag sogar bei 76 Prozent zum Vorjahresquartal. Und eine Prognose für den Rest des Jahres lieferte CTS Eventim nicht mit. Wie auch.

Wenn man sich erinnert, dass die Absagen von Veranstaltungen nur den letzten Monat des ersten Quartals betrafen, kann man sich ausmalen, wie das laufende Quartal ausfallen wird. Denn bis Ende Juni ist kaum damit zu rechnen, dass wieder größere Veranstaltungen stattfinden werden, so dass der Ticket-Verkauf weiter brach liegen wird. Und hinter den folgenden Quartalen steht ein Fragezeichen. Zwar wurde für Konzertveranstalter und Ticket-Vermarkter die Gutschein-Lösung geschaffen. Das heißt, dass, wer ein Ticket für eine wegen der Corona-Pandemie abgesagten Veranstaltung gekauft hat, kein Geld zurück erhält, sondern einen Gutschein. So konnte verhindert werden, dass Unternehmen wie CTS Eventim monetär mit einem Schlag ausbluten. Aber erst, wenn das operative Geschäft wieder ins Laufen kommt, ließe sich absehen, wie sich Umsatz, Gewinn und damit auch der Aktienkurs mittelfristig einordnen lassen. Und dieser Zeitpunkt muss nicht, kann aber noch fern sein.

Expertenmeinung: Für die Anleger ist das eine überaus knifflige Situation. Denn wie man die Aktie in diesem Schwebezustand bewerten will, ist schlicht Ansichtssache. Kurzfristig liegt der Umsatz am Boden, an Gewinne ist nicht zu denken. Irgendwann wird das natürlich anders sein. Was sich aber aktuell nicht abschätzen lässt ist, wann die Großveranstaltungen wieder beginnen, wie stark dann die Teilnehmerzahl begrenzt werden muss und wie sie vom Publikum aufgenommen werden. Daher ist jegliche Einschätzung eines „fairen Werts“ für die Aktie der Grundlage beraubt. Wer davon ausgeht, dass die Normalität bald zurückkehrt, könnte dem Kurs deutlich Spielraum nach oben zubilligen. Wer der Meinung ist, dass Großveranstaltungen auf lange Zeit nicht in der früheren Art möglich sein werden, würde die Aktie deutlich tiefer sehen. Momentan steht die zweite Gruppe kurz davor, sich durchzusetzen:

Die CTS Eventim-Aktie hatte nach einer kurzen, aber kräftigen Gegenreaktion eine leicht „hängende“ Seitwärtsbewegung etabliert, die man als konsolidierende Keilformation sehen kann. Eine Trendbestätigungsformation also, die tendenziell die Fortsetzung der Erholung avisierte. Jetzt steht dieser Keil aber unmittelbar davor, in die falsche Richtung, nach unten, verlassen zu werden. Zum Handelsende des Mittwochs gelang es gerade noch, den Ausbruch nach unten auf Schlusskursbasis zu verhindern. Aber noch ist diese Möglichkeit nicht vom Tisch. Und da sich oberhalb des bisherigen Baisse-Tiefs, am 18. März bei 25,54 Euro ausgebildet, keine Unterstützungen herausgebildet haben, wäre ein Test dieses Tiefs durchaus möglich. Denn diese harsche Reaktion auf eigentlich nicht überraschende Bilanzzahlen zeigt, dass da noch einiges an Hoffnungen im Markt war, der Aktie also die potenziellen Verkäufer noch nicht ausgegangen sind.

CTS Eventim Aktie Chart vom 20.05.2020, Kurs 34,72 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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