Börsenblick

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Analyse:
Light Sweet Crude Oil: Das war wohl nichts …

Die OPEC und Russland haben sich darauf geeinigt, die Ölförderung ab Mai in einer nie dagewesenen Größenordnung herunterzufahren. Schon am Gründonnerstag war durchgesickert, dass man sich grundsätzlich geeinigt habe. Das Ziel war, den dramatischen Preisverfall des Schwarzen Goldes zu stoppen. Dieser Chart zeigt, dass dieses Ziel verfehlt wurde. Man hat sogar den Eindruck, dass der Schuss eindeutig nach hinten losging. Ich zeige Ihnen heute einmal nicht den Verlauf der Nordsee-Sorte Brent Crude Oil, sondern den Chart von Light Sweet Crude, einer typischen US-Ölsorte, denn hier kommt der Bumerang aktuell noch härter zurück als bei Brent. Sie sehen:

Der Kurs machte zwar am Donnerstag einen kurzen Sprung an das Zwischenhoch bei 29,13 US-Dollar, das als Reaktion auf Donald Trumps „Spoiler“ dramatischer Förderkürzungen seitens Saudi-Arabiens und Russlands entstand, aber zu einem ernsthaften Angriff an diesen Widerstand kam es nicht. Light Sweet Crude legte noch am Donnerstag einen Intraday-Turnaround nach unten aufs Parkett und fiel am Montag, an dem in den USA bereits wieder gehandelt wurde, und am gestrigen Dienstag weiter zurück. Jetzt ist der Kurs bereits wieder in der Supportzone der letzten beiden Crash-Zwischentiefs bei 19,27/20,52 US-Dollar gelandet. Wieso verfehlte diese gewaltige Fördermengenkürzung ihr Ziel?

Expertenmeinung: Das dürfte an gleich vier Aspekten liegen. Zum einen ist die Ansicht über die Chance, dass die Folgen der Pandemie zügig überstanden und das Wachstum nebst steigender Ölnachfrage schnell wieder nahe der alten Levels sein werden, am Rohstoffmarkt eine diametral andere als am Aktienmarkt. Das sieht man an einem haussierenden Goldpreis, aber auch daran, dass die Bären bei Rohöl konsequent weiter drücken. Zum anderen werden die Förderkürzungen erst ab dem 1. Mai gelten. Bis dahin kann jedes OPEC-Mitglied weiter so viel produzieren, wie es will … und man vermutet, dass da einige massiv auf Vorrat fördern werden. Ein drittes Argument wäre die Uneinigkeit hinsichtlich des Beschlusses. Man hat sich zwar dann doch durchringen können, aber viele fürchten, dass sich so mancher OPEC-Staat nicht an die Vorgaben halten wird. Und dann wäre da noch der vierte Punkt: die USA.

Zwar deuten die sinkenden Auslastungen bei den US-Raffinerien an, dass auch die USA derzeit deutlich weniger fördern. Aber sie sind nicht Teil dieser Vereinbarung. Und sie sind das Land mit der weltweit höchsten Fördermenge. Man vermutet, dass die USA die zuvor so vehement von der OPEC geforderte Einigung ausnutzen und selbst sogar wieder mehr Öl fördern könnten. All das sind Argumente, gegen die eine solche Maßnahme, so umfassend sie auch ist, nicht ankommt. Zumindest nicht, solange offen bleibt, wann sich die Nachfragesituation wieder normalisiert. Light Sweet Crude müsste mindestens über diesem letzten Zwischenhoch bei 29,13 US-Dollar schließen, um wenigstens in eine neutrale Zone zu gelangen. Alles darunter bleibt bärisch … und die letzten Tiefs bei 19,27/20,52 US-Dollar sind damit keineswegs eine Unterstützung, die halten muss.

Light Sweet Crude Oil Chart vom 14.04.2020, Kurs 20,77 US-Dollar, Kürzel CL | Online Broker LYNX

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