S&P 500 Prognose S&P 500: Wall Street beendet den Abwärtstrend – startet jetzt der Bullenmarkt?

News: Aktuelle Analyse des S&P 500 Index

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S&P 500
ISIN: US78378X1072
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Chartanalyse
Basis 6 Monate neutral
Zur S&P 500
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Bankenkrise in den USA hatte die Indizes an der Wall Street teilweise ordentlich durchgeschüttelt und sorgte für erhöhte Volatilität. In dieser Zeit bildete der S&P 500 auch eine Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Somit befand sich der Index vorläufig in einer bärischen Trendphase, welche erst gestern beendet werden konnte.

Mit dem Sprung über das Niveau von 4.040 Punkten geht es wieder in eine neutrale Kaufphase zurück. Von einem Aufwärtstrend sind wir noch ein gutes Stück entfernt, aber der erste Schritt in die richtige Richtung scheint getan. Das sieht schon recht vielversprechend aus.

Den aktuellen Kurs und Chart des S&P 500 sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: In den kommenden Tagen ist es überaus wichtig, dass der Index das Tief der vorigen Woche nicht mehr nach unten verletzt. Die Marke bei 3.900 Punkten spielt hierbei eine wichtige Rolle. Darüber befinden sich mittlerweile auch sämtliche wichtige gleitenden Durchschnitte, welche dem Index als Support unter die Arme greifen sollten.

Alles in allem scheint die Bankenkrise vorerst gut verdaut worden zu sein und Anleger scheinen sich wieder auf die positiven Seiten der Börsen zu konzentrieren. Derzeit blicken wir grösstenteils auf steigende Aktienkurse.

Aussicht: BULLISCH

S&P 500 Index: Chart vom 30.03.2023, Kurs: 4.050,83 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500 Index: Chart vom 30.03.2023, Kurs: 4.050,83 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS
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Vorherige Analysen des S&P 500 Index

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Anfangs wirkte es, als hätte das bullische Lager die Lage im Griff. Der S&P 500 hatte am Vorabend auf der wichtigen 200-Tage-Linie aufgesetzt. Die galt es zu verteidigen – und zunächst gelang das. Doch am Abend standen die Bullen erneut mit dem Rücken zur Wand.

Die klaren Worte zu den möglichen Entwicklungen hinsichtlich Inflation, Leitzinsen und Banken, die US-Notenbankchef Powell am Vorabend fand, führten dazu, dass der marktbreite US-Index Standard & Poor’s 500 den an diesem Tag unternommenen Versuch, die kurzfristige Abwärtstrendlinie zu überwinden, abbrach. Dadurch setzte er von oben genau auf der aktuell bei 3.934 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie auf und unterbot die bei 3.960 Punkten verlaufende 100-Tage-Linie. Das war eine kritische Situation. Anschlussverkäufe hätten die Stimmung leicht ganz kippen können. Und dann wäre das Bild, das wir im Chart auf Wochenbasis sehen, dahin gewesen: Eine Folge sukzessiv höher liegender Zwischentiefs als potenzielle Basis für einen grösseren Aufwärtsimpuls.

Nachdem US-Finanzministerin Yellen schon am Vorabend angedeutet hatte, dass die US-Regierung dafür sorgen würde, dass es hinsichtlich der ersten, zusammengebrochenen Banken nicht zu Ansteckungseffekten kommen werde und umfassende Massnahmen zur Sicherung der Sparer-Einlagen vorgenommen werden könnten, wenn das nötig sei, versuchte man sich am Donnerstag daher an einer „Rettungsaktion“:

Der S&P 500 sollte von dieser 200-Tage-Linie weg kräftig zulegen. Das wäre ein markant bullisches Signal und würde die Hoffnung, dass die Probleme eingedämmt werden, bevor sie sich wie 2008 haltlos ausweiten, festigen und Anschlusskäufe generieren. So sollte erreicht werden, was am Mittwoch misslang: Der Ausbruch über den kurzfristigen Abwärtstrend und danach ein Versuch, die massive, bis ins Jahr 2021 zurückreichende Widerstandszone 4.120/4.325 Punkte zu durchbrechen. Aber das endete ganz und gar nicht so, wie man sich das erhofft hatte.

Expertenmeinung: Der S&P 500 startete mit einer Aufwärts-Kurslücke und stieg die ersten 90 Minuten des Handels kontinuierlich. Aber dann begann die Rettungsaktion schief zu laufen. Die Käufer blieben weg, der Index begann abzubröckeln. Und das Tempo der Verkäufe nahm zu, so dass der S&P 500 eine knappe Stunde vor dem Handelsende auf einmal im Minus und damit sogar kurz unter der 200-Tage-Linie notierte. Dass Finanzministein Yellen ihre Versprechungen eine Stunde vor Handelsende wiederholte, sorgte zwar für einen plötzlichen Aufwärtsimpuls, durchgehalten wurde aber auch der nicht.

Es mag gut sein, dass zu viele Investoren sich an die vergleichbar vollmundigen Beteuerungen vor 15 Jahren erinnerten, als im Zuge der geplatzten Subprime-Blase doch deutlich wurde, dass man zu wenig getan und zu unentschlossen agiert hatte, um eine Bankenkrise zu verhindern. Und mancher mag auch die Gefahr erkannt haben, die daraus entstanden ist, dass US-Notenbankchef Powell am Mittwoch zwar klar unterstrich, dass kein Mitglied des Entscheidungsgremiums FOMC erwartet, dass der Leitzins 2023 sinken würde, genau das aber derzeit in den Zins-Futures eingepreist wird.

S&P 500 Index: Tages-Chart vom 23.03.2023, Kurs: 3.948,72 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500 Index: Tages-Chart vom 23.03.2023, Kurs: 3.948,72 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS

Dort wird zum einen darauf gewettet, dass die „Fed“ den Zins in der nächsten Sitzung zum letzten Mal anheben wird, zum anderen darauf, dass dann drei, ggf. sogar vier Zinssenkungen in relativ kurzer Zeit folgen werden. Das liesse sich schon als eine Art „Hoffnungs-Blase“ ansehen die, wenn sie platzt, auch den S&P 500 mit in die Tiefe reissen würde.

So endete der Handel gerade einmal 11,75 Punkte über dem Vortages-Schluss und damit kaum mehr als ein Viertelprozent über der 200-Tage-Linie. Die Bullen müssten also sofort erneut antreten. Aber wenn man bedenkt, dass sich die Käufer derzeit nur auf Hoffnungen und Versprechungen stützen können, ist es zumindest fraglich, ob die Schar derer, die bereit sind, ihr Kapital in dieses Ringen um die kurzfristige Trendrichtung zu schicken, gross genug ist, um den S&P 500 stabil aus der Gefahrenzone in Form dieser 100-Tage- und 200-Tage-Linie zu ziehen. Zumal das bärische Lager sich der wackligen Argumente der Gegenseite sehr wohl bewusst ist.

Aus charttechnischer Sicht wäre die Gefahr dann erst einmal gebannt, wenn der S&P 500 deutlich über dem Mittwochs-Hoch von 4.039 Punkten schliessen und damit die kurzfristige Abwärtstrendlinie doch noch überwinden würde. Das ist zwar möglich, immerhin kämpfen Trader mit dem Rücken zur Wand am entschlossensten. Aber es ist unsicher genug, um einem solchen, kurzfristig bullischen Signal besser nicht vorzugreifen.

S&P 500 Index: Wochen-Chart vom 23.03.2023, Kurs: 3.948,72 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
S&P 500 Index: Wochen-Chart vom 23.03.2023, Kurs: 3.948,72 Punkte, Kürzel: SPX | Quelle: TWS
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So finster die Nachrichtenlage auch scheint: So dramatisch sieht es am US-Gesamtmarkt gar nicht aus. Der S&P 500 hat die vergangene Woche trotz des Minus am Freitag mit einem Plus beendet, denn das Kapital wird nicht nur in Bonds und Gold umgeschichtet.

Es mag befremdlich sein, dass Kapital aus Bankaktien in Technologie-Blue-Chips umgeschichtet wird. Denn wenn es im Bankensektor entgegen der allgemeinen Hoffnung, die Sache werde sich schnell beruhigen, doch zu einer Lawine kommen sollte, würde das die oft sehr fremdkapitalintensiv agierenden Hightech-Unternehmen durchaus treffen. Aber tatsächlich haben im Verlauf der vergangenen Woche nicht nur Gold und Anleihen, sondern auch der Nasdaq 100 kräftig zugelegt. Und da die grossen Tech-Aktien der Nasdaq im marktbreiten Standard & Poor’s 500-Index ebenso stark vertreten sind wie die „Old Economy“-Aktien des Dow Jones, verhalf die relative Stärke der Nasdaq auch dem S&P 500 zu einem Wochenplus.

Aus charttechnischer Sicht hielt damit die wichtige, im Oktober 2022 getestete 1.000-Tage-Linie, wie der Chart auf Monatsbasis zeigt. Und der S&P 500 verbleibt damit in der Range der vergangenen gut vier Monate. Noch, das zeigt das langfristige Bild deutlich, ist dieser Handelsmonat nicht verloren, sogar ein Ausbruch nach oben wäre nicht völlig ausgeschlossen.

S&P 500: Monats-Chart vom 17.03.2023, Kurs 3.916,64 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX
S&P 500: Monats-Chart vom 17.03.2023, Kurs 3.916,64 Punkte, Kürzel SPX | Quelle: TWS

Ob es aber dazu kommt oder der Index haltlos nach unten wegrutscht und die 1.000-Tage-Linie im zweiten Anlauf doch noch preisgeben muss, ist aber von der charttechnischen Konstellation eher unabhängig. Die dahingehend entscheidende Wegweisung steht erst übermorgen an.

Expertenmeinung: Was wird die US-Notenbank tun? Wie wird sie die Lage im Bankensektor deuten, welche über die unmittelbare Zinsmassnahme hinausgehenden Entscheidungen wird das nach sich ziehen? Und wie wird man mit dem Leitzins an sich weitermachen? Kommt der erwartete, nächste Viertelpunkt nach oben oder pausiert man lieber erst einmal? Letzteres könnte mit Erleichterung aufgenommen werden, es könnte aber auch ganz anders gesehen werden.

Nämlich dergestalt, dass die US-Notenbank die Lage als so kritisch einschätzt, dass man deswegen nicht mehr den Mut hat, den Zins höher zu setzen. Das könnte zum einen dazu führen, dass die Angst, die in Sachen Banken umgeht, eben diese wacklige Situation noch schlimmer macht. Und es könnte zur Folge haben, dass die Inflation doch nicht eingefangen wird. So gesehen müsste man sich aus bullischer Sicht wohl eher wünschen, dass die US-Notenbank ihren Kurs stur weiter verfolgt.

Sofern es nicht bis dahin zu dramatischen, neuen Entwicklungen im Bankensektor kommen sollte, wird die Frage, ob der S&P 500 wirklich in einen neuen Abwärtstrend übergeht, also erst ab Mittwochabend beantwortet. Denn auch, wenn man das von der Marktstimmung her denken könnte: Noch ist der Index nicht wirklich bärisch. Zwar bewegt er sich in einem kurzfristigen Abwärtstrend. Aber der hatte bereits vor den ersten „bad news“ wankender US-Regionalbanken begonnen. Und noch hält er sich im Bereich von 100-Tage- und 200-Tage-Linie. Erst, wenn der S&P 500 nach der Notenbankentscheidung weiter abrutschen und in der Folge das Dezember-Verlaufstief bei 3.764 Punkten durchbrechen würde, wäre der Weg nach unten für die Bären frei.

S&P 500: Tages-Chart vom 17.03.2023, Kurs 3.916,64 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX
S&P 500: Tages-Chart vom 17.03.2023, Kurs 3.916,64 Punkte, Kürzel SPX | Quelle: TWS
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Wenn man sich die Aktienindizes der Eurozone ansieht, könne man denken, der übliche Vorlagengeber Wall Street müsse laufen wie geschnitten Brot. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der marktbreite S&P 500-Index sieht richtig bärisch aus – nach diesem Freitag erst recht!

Es ist kaum mehr als ein halbes Prozent, das der S&P 500 für das bisherige Jahr 2023 noch als Plus vorweisen kann. Und das hat der dem Umstand zu verdanken, dass er mit seinen 500 Aktien eine Art „Mittler zwischen den Welten ist“, weil er ebenso die meist der Old Economy zuzuordnenden Super-Blue Chips des Dow Jones umfasst wie die wichtigsten Hightech-Aktien der Nasdaq. Denn der Dow Jones liegt im bisherigen 2023er-Saldo, längst im Minus. Und die Bullen haben ein ernstes Problem:

Dass der Februar für den S&P 500 anders als beim DAX ein Minus brachte und der März auf dem Weg ist, nicht minder übel zu laufen, ist zum einen charttechnisch unterfüttert und zum anderen auch noch konform zu den Rahmenbedingungen. Und gerade der Donnerstag und der Freitag haben diese Lage noch einmal verschärft … in beiden Bereichen.

Expertenmeinung: Am Freitag hat auch der bislang den S&P 500 noch halbwegs stabilisierende Nasdaq 100 seine 200-Tage-Linie durchbrochen. Das war am Donnerstag bereits dem Dow Jones und dem S&P 500 passiert, im dritten Test seit Ende Februar hatten die Käufer also zurückgezogen. Aber hätte der Nasdaq 100 seine Linie gehalten, es hätte reichen können, den S&P 500 im letzten Moment doch wieder über die Linie zu hieven. Doch so hat der Index den am Donnerstag noch leichten Bruch der 200-Tage-Linie am Freitag bestätigt. Und damit nicht genug, ist er damit auch noch durch die 100-Tage-Linie gefallen und hat damit die beiden vorherigen Tests der beiden Linien (siehe Chart auf Tagesbasis) am Ende in eine Bullenfalle verwandelt.

S&P 500: Tages-Chart vom 10.03.2023, Kurs 3.861,59 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Damit ist der ambitionierte Start ins neue Jahr dahin. Und dass der S&P 500 dabei schon wieder in der mit jedem vergeblichen Durchbruchsversuch massiver werdenden Widerstandszone zwischen 4.115 und 4.325 abdrehte, macht es nicht besser. Die nächste Auffanglinie läge jetzt auf Höhe des Dezember-Tiefs bei 3.764 Punkten. Die kann halten. Aber sie muss nicht, denn wie gesagt: Es ist nicht die Charttechnik alleine, die die US-Bullen das Gruseln lehrt.

Dass eine mittelgrosse US-Bank namens SVB (Silicon Valley Bank) am Donnerstag rasant in immer grössere Schwierigkeiten geriet, die sich am Freitag so verschärften, dass sie in die Pleite rutschte und abgewickelt wird, schürt die Angst vor weiteren Zinserhöhungen der US-Notenbank. Denn dass die Banken viel besser aufgestellt sind als beispielsweise vor dem Subprime-Crash 2008, wird zwar behauptet. Aber würde das alles so stimmen, wie es beteuert wird, hätte es dann diese Abwicklung der SVB gegeben? Man ist unruhig.

Und das Problem ist: Man ahnt wohl auch, dass die US-Notenbank auf solche Dinge keine Rücksicht nehmen kann. Denn sie weiss – und die meisten Anleger wissen es natürlich auch: Wenn man die Inflation nicht effektiv niederringt, auf halbem Wege aufhört, um der Konjunktur nicht zu weh zu tun, landet man genau da, wo man Ende der 70er und Anfang der 80er-Jahre landete: Bei einer zweiten, noch rigideren Runde massiver Leitzinsanhebungen. Denn dass der Konsum bislang stark und der Arbeitsmarkt eng bleiben, wird die Unternehmen dazu bringen, die Preise so lange wie irgend möglich im Sinne des eigenen Profits hochzuhalten. Ohne Zinsdruck wird sich da nichts rühren. Jetzt ahnen viele, was sie zuvor verdrängt hatten:

Hohe Leitzinsen nach einer ewig währenden Nullzinsphase, hohe Inflation und eine Konjunktur, die ohne Schaden einfach weiterläuft wie bisher: Das alles zusammen zu bekommen, ist illusorisch. Und man ahnt eben auch: Das könnte richtig ungemütlich werden.

Die Charts haben die bärische Vorlage geliefert, der S&P 500 ist dort durchgefallen, wo er hätte halten müssen. Die Bullen ahnen damit, dass ihr Lager nicht mehr allzu stark ist. Damit kommt jetzt die Psychologie ins Spiel. Sollten die Nerven über das Wochenende noch dünner geworden sein, könnten die kommenden Wochen äusserst bärisch werden, zumal am Freitag auch noch die grosse Abrechnung an der Terminbörse ansteht. Wenn sie das abwenden wollten, müssten die Käufer also sofort und entschlossen zurückkommen, um zu verhindern, dass das Kind im Brunnen landet!

S&P 500: Chart vom 10.03.2023, Kurs 3.861,59 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Viele Anleger fragen sich schon seit Monaten, wann der Bärenmarkt endlich endet. Die Antwort darauf hat uns die Börse bereits vorige Woche geliefert.

Nicht nur der S&P 500 konnte mittlerweile die Serie von tieferen Hochs im Wochenchart beenden. Auch die technologielastige Nasdaq hat mittlerweile die bärische Phase hinter sich gelassen. Somit sehen wir klare neue Kaufsignale, welche sich in den kommenden Wochen und Monaten weiter entfalten könnten. Dennoch gibt es wie immer ein gewisses Restrisiko, denn jedes Kaufsignal kann bekanntlich auch negiert werden. Dennoch ist eines klar. Der Bärenmarkt ist zum aktuellen Zeitpunkt offiziell beendet.

Expertenmeinung: Natürlich ist am möglichen Ende eines Bärenmarktes die Stimmung fast auf dem Tiefpunkt. Die Inflation ist hoch und die Angst vor einer Rezession ist nach wie vor vorhanden. Die Unternehmensergebnisse sind eher bescheiden und selbst die grossen Konzerne tun sich schwer, wieder richtig in Schwung zu kommen.

Diese Stimmungslage ist jedoch normal in dieser Phase des Marktes. Wäre diese euphorisch, wären die Kurse mit Sicherheit nicht dort, wo sie aktuell liegen. Somit sollten sich Anleger weniger auf die Nachrichten verlassen, sondern auf den Gesamtmarkt. Solange der S&P 500 im Wochenchart nicht wieder unter dem Niveau von 4.100 Punkten schliesst, bleibt das langfristige Kaufsignal aktiv.

Aussicht: BULLISCH

Chart S&P 500 Index vom 06.02.2023 Kurs: 4.111,20 Kürzel: SPX | Online Broker LYNX
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Der starke Januar hat den schwachen Dezember komplett ausgeglichen. Und jetzt startet der S&P 500 gleich mit kräftigen Gewinnen in den nächsten Monat. Basis der Käufe: Die Aussagen der US-Notenbank. Aber gab es da wirklich nur Licht und keinen Schatten?

Es ist eine uralte Regel nach Notenbanksitzungen: Alle, die traden, werden da zeitgleich aktiv … und wer das meiste Kapital einsetzt und sich am hartnäckigsten zeigt, entscheidet am Ende die Trendrichtung. Das kann konform gehen mit dem, was man aus den Entscheidungen und Aussagen der Notenbank herauslesen kann. Aber das muss es nicht, auch, wenn es am Tag danach oft so aussieht. Denn dann formulieren die Medien fast alle das, was von der Notenbank ausgeht so, dass es zur Rallye passt. Aber man täte gut daran, genau hinzuschauen, denn nur, wenn das, was die „Fed“ da von sich gab, wirklich so bullisch ist, dass es zu den Kursbewegungen passt, kann man unterstellen, dass das Risiko einer Bullenfalle gering ist.

Und wer sich den gestrigen Kursverlauf des marktbreiten S&P 500 genauer ansieht, dem fällt sofort eines auf: Eine halbe Stunde nach der Vorlage des Statements mit der Zinsentscheidung um 20 Uhr unserer Zeit notierte der S&P 500 nicht im Plus, sondern ein Prozent im Minus. Erst etwa fünf Minuten nach Beginn der Pressekonferenz mit „Fed“-Chef Jerome Powell zog der Index auf einmal scharf an und stieg immer weiter. Daraus lässt sich schliessen, dass entweder irgendetwas in seinen Aussagen die Stimmung gedreht hat oder aber die Bullen versuchten, mit der Brechstange einen Selloff zu verhindern. Was also hat vorher die Laune getrübt und danach so auffällig aufgehellt?

Expertenmeinung: Die US-Notenbank hob den Leitzins diesmal nur um 0,25 Prozent an. Das wirkte, als würde man den Fuss deutlich vom Gas nehmen und das Anziehen der Zinsschraube womöglich bald ganz einstellen. Andererseits war das so erwartet bzw. erhofft worden. Und im Statement der „Fed“ stand ein Satz, der die Hoffnung, dass da jetzt nicht mehr viel nachkommt, relativiert. Der lautete sinngemäss wie folgt: Das Komitee (d.h. das FOMC, das Entscheidungsgremium der US-Notenbank) geht davon aus, dass weitere Zinsanhebungen erforderlich sein werden, um eine stabile Position in der Geldpolitik zu erreichen.

Das klang nicht nach einem baldigen Ende der Zinsanhebungen und vor allem nicht danach, dass die „Fed“ Ende des Jahres die Leitzinsen senken könnte. Zumal Jerome Powell in seinen einleitenden Aussagen in der Pressekonferenz erklärte: Wir werden Kurs halten, bis der Job erledigt ist. Er erklärte zudem, dass der Arbeitsmarkt kaum Fortschritte mache, womit er meinte, dass man immer noch zu wenige Fachkräfte hat und deshalb die Löhne anziehen. Ausserdem kam in der Fragerunde die Aussage, dass man sich erst im Anfangsstadium der Disinflation, d.h. der Rückführung der Inflation auf Normalniveau, befinde.

Ein Satz war da dann aber doch, der dem bullischen Lager gefallen haben dürfte. Er erwähnte, dass die Notenbank sich nicht um kurzfristige Veränderungen bei den Finanzierungsbedingungen kümmere, die sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert hatten, d.h. Geld war zuletzt wieder deutlich leichter zu haben. Das bedeutet: Leicht verfügbares Geld könnte nicht nur die Konjunktur stabilisieren, sondern auch den Aktienmarkt befeuern und vor allem diejenigen Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf stützen.

Das führte dazu, dass die Nasdaq mit ihren grossen Tech-Unternehmen, bei denen nicht nur der Geldbedarf höher ist als bei den Unternehmen konservativer Branchen, sondern die auch bevorzugt von Tradern auf Kredit getradet werden, massiv anzogen. Das erzeugte zum Handelsende ein komplett zweigeteiltes Bild: Der Dow Jones schloss nahezu unverändert, der Nasdaq 100 aber deutliche 2,16 Prozent im Plus. Da der marktbreite S&P 500 eine Art „Mittler zwischen den Welten“ ist, weil er die wichtigsten Aktien aus beiden Indizes umfasst, schloss er quasi in der Mitte, mit einem Zugewinn von 1,05 Prozent.

S&P 500: Tages-Chart vom 01.02.2023, Kurs 4.119,21 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Rein charttechnisch ist das sehr positiv, denn dadurch wurde der Ausbruch über die 200-Tage-Linie und die mittelfristige Abwärtstrendlinie verstetigt. Allerdings ist er dadurch auch in eine breite, bei 4.115 Punkten beginnende und bis zum August-Hoch bei 4.325 Punkten reichende Widerstandszone hineingelaufen. Eine der Widerstandslinien hat er jetzt knapp überboten. Aber es folgen noch vier weitere.

Einfach wird das für die Bullen nicht, alleine, weil das Zulassen von momentan lockeren Finanzierungsbedingungen kein „Game Changer“ ist. Wenn sich die Konjunkturlage verschärft, werden auch diese Konditionen rigider, egal, ob die „Fed“ sich einmischt oder nicht. Zwingend stabil ist diese Rallye also nicht, daher:

Sich gegen diese Rallye zu stellen, wäre zwar derzeit nicht unbedingt ratsam, denn der Trend wird mehr davon bestimmt, was die Akteure hoffen oder glauben wollen als von nüchternen Fakten. Und der Mittwoch hat gezeigt: Das bullische Lager ist noch stark. Aber sollte das kippen und dieser Ausbruch aus dem Abwärtstrend durch Schlusskurse unter 3.900 Punkten zurückgenommen werden, sollte man hier besser nicht mehr auf der Long-Seite stehen.

S&P 500: Monats-Chart vom 01.02.2023, Kurs 4.119,21 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX