Evotec Aktie aktuell Evotec: Die Bären sind noch da … aber sind sie auch stark genug?

News: Aktuelle Analyse der Evotec Aktie

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Evotec
ISIN: DE0005664809
Ticker: EVT
Währung: EUR

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Zur Evotec Aktie

Es gibt so ein paar Aktien, die von Short-Sellern innig geliebt werden. Manche reissen sich aus dieser Umklammerung los, wie das Dialog Semiconductor 2018 gelang, andere bleiben jahrelang in den Fängen der Bären, so z.B. auch Nordex oder K+S. Da können dann positive Nachrichten einlaufen, so viel sie wollen, wobei gerade Quartalsbilanzen eine ideale Basis ist, um den Käufern den Schneid abzukaufen. So geschehen gestern beim deutschen Biotechunternehmen Evotec. An den Quartalsergebnissen gab es eigentlich wenig auszusetzen, wenn man ein bisschen genauer hinsah. Aber die Aktie startete nach Vorlage der Bilanz vor Handelsbeginn bereits im Minus und fiel immer weiter. Das dürfte nicht wenige davon abgehalten haben, sich die Bilanz genauer anzusehen, weil sich durch diese Abgaben der Eindruck aufdrängte, die Ergebnisse seien schwach gewesen.

Richtig ist zwar, dass der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um satte 19 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2019 gefallen war. Aber angesichts eines um 11,5 Prozent gestiegenen Umsatzes musste das besondere Gründe haben. Und dem war auch so. Es waren deutlich weniger Meilensteinzahlungen im zweiten Quartal eingelaufen als im Vorjahr. Doch Evotec unterstrich, dass man davon ausgehe, dass die meisten der noch ausstehenden Summen nur verspätet gezahlt werden und nicht ausfallen. Das klingt deshalb plausibel, weil Evotec zu den Unternehmen gehört, die mit betriebswirtschaftlichen Aussagen besonders vorsichtig umgehen und Evotecs Partnerunternehmen der Biotech- und Pharmabranche zuzurechnen sind, die von der laufenden Rezession bislang nicht so hart getroffen wurden, dass man mit ausfallenden Zahlungen rechnen müsste. Aber:

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Expertenmeinung: Dass die Lage eigentlich gut ist, Evotec bestätigte, keine wesentlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren und die Perspektive positiv bleibt, ist eine Gemengelage, die die Bären auch in früheren Jahren nicht davon abgehalten hat, auf die Aktie zu drücken und einen grösseren Selloff zu provozieren. Gerade dann, wenn grundsätzlich positive Nachrichten plötzlich zu fallenden Kursen führen, weicht das ja die Kaufbereitschaft Gegenseite, sprich des bullische Lagers, besonders effektiv auf. Klappt das auch diesmal?

Das hängt entscheidend von zwei Unterstützungslinien ab. Zunächst vor der im Chart dick schwarz markierten 200-Tage-Linie. Die hielt bereits im April und Juli zwei Attacken der Bären stand. Auch gestern wurde diese Linie angegangen und zum Handelsende erst einmal verteidigt. Würde morgen erneut Druck auf die Aktie ausgeübt und diese derzeit bei 22,72 Euro verlaufende Linie auf Schlusskursbasis gebrochen, wäre aber noch eine zweite Linie vorhanden: Die Tiefs dieser beiden vorgenannten Attacken auf die 200-Tage-Linie im April und Juli haben selbst eine Supportlinie ausgebildet, diese liegt bei 21,40 Euro. Erst, wenn auch diese zweite Unterstützung fiele, wären die Bären „durch“, hätten dann aus rein charttechnischer Sicht freie Bahn in die Region 18/18,50 Euro. Bevor das nicht gelungen ist, ist ein Short-Trade hier riskant. Denn dreht die Aktie jetzt zeitnah nach oben, würden alleine die Eindeckungen derer, die Evotec in der Hoffnung auf einen Selloff leer verkauft haben, den Kurs erst recht in die für die Bären falsche Richtung treiben.

Evotec Aktie: Chart vom 12.08.2020, Kurs 22,98 Euro, Kürzel EVT | Online-Broker LYNX

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Evotec Aktie

Es läuft wie im Zuge der 2019er-Bilanz Ende März avisiert. Evotec konnte, wie das Wirkstoff-Forschungsunternehmen gestern Früh meldete, den Umsatz um 15 Prozent steigern, den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen mit 30 Millionen Euro auf dem Level des Vorjahresquartals halten und beim Nettogewinn mit 17,07 Millionen Euro um 30 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres 2019 zulegen. Das ist ein solides Wachstum, das zudem zeigt, dass Evotec als im Biotechnologiesektor tätiges Unternehmen nicht durch die Corona-Krise beeinträchtigt wird. Zwar reagierte die Aktie am Donnerstag positiv, aber:

Überzeugend war diese Reaktion, von der zum Handelsende nur noch ein Plus von einem halben Prozent übrig blieb, nicht. Auch, wenn die Aktie auf mittelfristiger Ebene über den entscheidenden Unterstützungen notiert, fehlt doch die Dynamik eines echten Aufwärtstrends. Es scheint, vielen Anlegern entgeht diese Aktie, weil andere, unmittelbar von der Krise profitierende Unternehmen wie Essens-Lieferdienste oder Softwarehersteller wie TeamViewer die Wahrnehmung in Sachen kaufenswerter Aktien dominieren. Denkbar ist auch, dass manch einem Evotec ein zu heisses Eisen ist, weil es in den vergangenen Jahren immer wieder zu blitzschnellen, heftigen Verkaufswellen kam, die nie auf negativen Nachrichten basierten, sondern durch kurzfristige Trader ausgelöst wurden. Dadurch tritt die Aktie seit einiger Zeit in einer breiten Handelsspanne auf der Stelle, während Umsatz und Gewinn Jahr für Jahr zulegen. Was bedeutet:

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Expertenmeinung: Über kurz oder lang dürfte der Knoten hier platzen, die Trader ihre Short-Attacken bleiben lassen, womöglich ihre Anstrengungen auf die Long-Seite verlagern. Wann das der Fall wäre, lässt sich natürlich nicht vorhersagen, denn wenn es um rein technisch orientiertes und zugleich spekulatives, kurzfristiges Trading geht, spielen fundamentale Daten wie Umsatz und Gewinn des Unternehmens nie eine entscheidende Rolle. Daher bietet es sich für Investoren, die nicht mittel- und langfristig am Unternehmenserfolg partizipieren wollen und sich deshalb an kurzfristigen Schwankungen nicht stören, an, ihre Aktivitäten ebenso mit der Charttechnik zu verbinden. Was derzeit hiesse:

Evotec bewegt sich momentan zwischen Baum und Borke, über mittelfristig wichtigen Unterstützungen wie der bei 21,77 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie, aber noch unterhalb des Zwischenhochs, das Mitte April im Zuge der Erholung des Gesamtmarkts bei 24,23 Euro entstanden war. Über letztere Hürde muss die Aktie hinaus, um wieder als aktiv bullisch gelten zu können, dann wäre der Weg aus charttechnischer Sicht erst einmal an das bisherige Jahreshoch bei 26,77 Euro frei.

Evotec Aktie Chart vom 14.05.2020, Kurs 22,61 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX

 

Der Anteil deutscher Aktien, die über ihrer 200-Tage-Linie notieren, lag am Freitag zum Handelsende bei gerade einmal acht Prozent. Da dürften durch die Käufe am Montag und Dienstag zwar einige hinzugekommen sein. Aber viele sind es wohl immer noch nicht, zu weit lag diese Linie bei den meisten scharf eingebrochenen Aktien entfernt. Bei Evotec hingegen wurde sie am Dienstag zurückerobert. Das ist ein starkes Signal. Und es könnte noch besser kommen. Denn Evotec hat weder seine 2020er-Prognose zurückgenommen noch diese von vornherein bleiben lassen. Und das ist durchaus nachvollziehbar.

Evotec ist ein Biotechunternehmen, das im Bereich der Wirkstoff-Forschung agiert. Ein Bereich, der heute mehr denn je wichtig ist. Hinzu kommt, dass sich Evotec in den vergangenen Jahren stetig und klug vergrössert hat und die Palette an strategischen Partnerschaften sukzessiv anwächst. Erst in den letzten Tagen wurden neue Kooperationen mit den Pharmaunternehmen Ildong (Südkorea) und Takeda (Japan) gemeldet. Evotec gehört zu den wenigen Unternehmen, die von dem immensen Druck der Pandemie auf die Weltwirtschaft wenig, womöglich sogar gar nicht, betroffen sind. Und daraus folgern immer mehr Marktteilnehmer:

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Expertenmeinung: Es gibt keinen Grund, dass die Aktie nicht wieder an das bisherige Jahreshoch, am 11. Februar bei 26,77 Euro markiert, zurückkehren sollte. Im Fall Evotecs wären das keine Vorschusslorbeeren auf Basis vager Hoffnungen, sondern ein der Ertragskraft des Unternehmens angemessenes Level. Zwar hat Evotec bei der gerade erst am 26. März vorgelegten 2020er-Guidance für Umsatz und Gewinn Korridore angegeben, die nicht auf einen Anstieg des Gewinns gegenüber dem des Jahres 2019 hindeuten (2019 gelang ein Gewinnplus vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 28 Prozent). Aber wer Evotec kennt, weiss: Hier wird immer äusserst vorsichtig geschätzt, denn man achtet sehr darauf, solche Prognosen im Zweifel anheben zu können, statt zu hoch angesetzte Ziele kappen zu müssen.

Aus charttechnischer Sicht hat die Aktie mit dem Break über die 200-Tage-Linie bei derzeit 22,09 Euro ein klar bullisches Signal abgeliefert. Ein Pullback an den Ausbruchslevel, der sich neben dieser 200-Tage-Linie auch aus der jetzt wieder zur Unterstützung gewordenen Wendemarke bei 21,80 Euro zusammensetzt, wäre kein Problem. Erst, wenn Evotec unter dem Verlaufstief des Montags bei 21,37 Euro schliessen würde, wäre dieser Ausbruch zu einer Bullenfalle geworden. Das würde die positiven Perspektiven der Aktie nicht mindern, aber da Evotec volatil und eher ein wenig markteng ist, sollte man in einem solchen Fall tendenziell mit dem Einstieg abwarten, bis diese 200-Tage-Linie erneut klar zurück erobert wurde.

Evotec Aktie Chart vom 07.04.2020, Kurs 22,92 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX

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Auch die Aktie des Wirkstoff-Forschungsunternehmens Evotec wurde in den vergangenen Wochen in den Sog panischer Verkäufe gerissen. Allzu viel besser als der Gesamtmarkt hielt sie sich zunächst nicht. Aber der Kurs konnte auf Wochenschlusskursbasis wichtige Unterstützungen verteidigen, durch die z.B. der DAX ohne Halt durchgerutscht war: Die Tiefs vom Sommer/Herbst 2019. Und auf dieser Basis versucht sich die Aktie jetzt an der Wende.

Was den Gesamtmarkt angeht, wäre hinsichtlich einer wirklich tragfähigen Wende Skepsis angebracht, denn die Rahmenbedingungen lassen sich kurzfristig zwar optimistischer auslegen, haben aber das Potenzial, hartnäckig negativ zu werden und hinsichtlich der Gesamtwirtschaft noch so manche unangenehme Überraschung zu bieten. Doch dass sich Aktien bestimmter Branchen früher als andere aus dem Abwärts-Sog lösen und wieder zulegen könnten, wäre allemal denkbar … und im Fall von Evotec logisch nachvollziehbar. Denn ob Autoabsatz, Urlaubsreisen oder der Absatz von Unterhaltungselektronik sich schnell wieder erholen, ist davon abhängig, ob ein weltweiter Anstieg der Arbeitslosigkeit und von durch schwache Börsen entscheidend intensivierten Ersparnis-Verlusten stattfindet. Wichtige Medikamente jedoch müssen weiterentwickelt werden, das wird unabhängig von Stimmung und Möglichkeiten des Konsums stattfinden. Und damit wird Evotec als wichtiger Forschungspartner der Pharma- und Biotechkonzerne weiterhin genug zu tun bekommen.

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Expertenmeinung: Am Donnerstagmorgen legte das Unternehmen eine tadellose Bilanz für 2019 vor. Umsatz +19 Prozent, Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen +29 Prozent. Und beides soll sich 2020 in etwa halten. Zwar blieb man auch bei Evotec im Licht der Unwägbarkeiten, welche die Pandemie mit sich bringt, beim Ausblick vorsichtig. Aber wer die Prognosen von Evotec über einige Jahre verfolgt hat, weiss: Da pflegt man ohnehin die Tugend kaufmännischer Vorsicht und gibt sehr, sehr konservative, vorsichtige Ausblicke. In den letzten Jahren hob man diese erst an, als absolut klar war, dass man das nicht würde zurücknehmen müssen.

Aber auch, wenn Evotec von der Branche her eine deutlich bessere Perspektive hätte als andere Unternehmen, muss trotzdem die Charttechnik den Beleg erbringen, dass genug andere Marktteilnehmer das ebenso sehen und es dadurch gelingt, an Charthürden vorbei zu kommen, an denen Gegenbewegungen in Abwärtstrends normalerweise enden würden, weil diese Zonen von den Leerverkäufern aktiv verteidigt werden. Sie sehen im Chart, worauf es bei dieser Aktie im Moment ankommen würde: Evotec ist von unten an die bis ins Jahr 2016 zurückreichende Aufwärtstrendlinie herangelaufen und kam bis Donnerstagabend dort erst einmal nicht vorbei. Diese bei 21,15 Euro verlaufende Hürde ist aber nur die erste von zweien. Noch wichtiger wäre die momentan bei 22,14 Euro verlaufende 200-Tage-Linie. Wenn diese beiden Widerstände überboten werden, steigt die Chance, dass sich Evotec nach oben absetzen könnte und im Fall eines erneuten Abwärtsschubs am Gesamtmarkt zumindest eine relative Stärke entwickeln, sprich sich besser halten würde.

Evotec Aktie Chart vom 26.03.2020, Kurs 20,63 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX

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Eigentlich müsste sich Evotec in diesem Umfeld massiv fallender Aktienmärkte tadellos halten. Das deutsche Wirkstoff-Forschungsunternehmen ist tadellos und breit aufgestellt, beeindruckt durch konstantes Umsatzwachstum, operiert im Gegensatz zu so manchem Branchenkollegen solide in den schwarzen Zahlen und würde eigentlich weder durch einen US-Handelsstreit mit der EU noch durch die Virus-Epidemie beeinträchtigt. Im Gegenteil könnte man vermuten, dass diese Entwicklung den Bereich der Wirkstoff-Forschung noch anschiebt.

Und bislang präsentiert sich die Aktie auch relativ robust. Zwar war Evotec am vorvergangenen Montag heftig unter Druck geraten, was auch dem Umstand zu verdanken war, dass der Kurs durch den schwachen Start in die Vorwoche mit dem Bruch der November-Aufwärtstrendlinie ein markantes Verkaufssignal generierte und dadurch zweifellos zahlreiche Stop Loss-Verkaufsorders ausgelöst wurden. Aber der kurze Ausflug zurück in die Seitwärts-Spanne vom Sommer und Herbst 2019 sowie unter die 200-Tage-Linie wurde wieder zurückgenommen. Bahn frei nach oben? Da kommt die Tücke des Wortes „eigentlich“ ins Spiel:

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Expertenmeinung: Würden sich alle am Aktienmarkt derzeit besonnen verhalten, könnte man den Daumen heben und vermuten, dass Evotec zumindest bis in den Bereich um 25,38 Euro läuft, um das Anfang letzter Woche gerissene Gap, diese Abwärts-Kurslücke des 24. Februars, zu schliessen. Aber aktuell geht die Angst um, viele handeln aus dem Augenblick heraus und emotional. Und Evotec ist eine Aktie, die besonders intensiv von kurzfristigen Tradern frequentiert wird. Damit ist die Prognosereichweite äusserst gering, mit einem „eigentlich müsste die Aktie aber …“ kommt man da nicht weit.

Wer hier mittel- und langfristig entsprechend der positiven Perspektiven dieses Biotech-Spezialisten investiert ist, sollte sich zwar überlegen, diese kritische Phase womöglich auszusitzen. Aber mit kurzfristigen und/oder aggressiveren Long-Trades sollte man hier auf der Hut sein. Sollte Evotec die gerade zurückeroberten Unterstützungen bei 22,38 Euro (200-Tage-Linie) und 21,80 Euro (September-Hoch) erneut auf Schlusskursbasis unterbieten, dürfte das die kurzfristigen Trader auf die Short-Seite bringen, dann könnte es hier allemal auch schnell weiter abwärts gehen.

Evotec Aktie Chart vom 05.03.2020, Kurs 22,96 Euro, Kürzel EVT | Online Broker LYNX

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Es ist typisch für die Evotec-Aktie, dass die Reaktion auf die eigentlich hervorragenden Nachrichten des 20. Januars mässig positiv war. Denn diese Aktie wird meist von kurzfristigen, in der Regel rein charttechnisch orientierten Tradern dominiert, die sich um Nachrichten wie die, dass das Unternehmen die eigene 2019er-Gewinnprognose deutlich von +15 auf mehr als +25 Prozent anhob, wenig kümmern. Das Wirkstoff-Forschungsunternehmen hatte auch die eigene 2018er-Prognose bewusst konservativ angesetzt und dann damals Anfang 2019 angehoben, ohne dass die Aktie allzu sehr reagiert hätte. Heisst das, dass Fundamentals wie Umsatz- und Gewinnentwicklung hier irrelevant wären?

Keineswegs. Das kontinuierliche Wachstum von Evotec, das in der Biotechbranche ebenso wenig selbstverständlich ist wie die geschickte Vergrösserung des Unternehmens sowie die vielen, gewinnbringenden strategischen Allianzen und Partnerschaften sind ein klarer Pluspunkt für mittel- und langfristige Investoren. Diese seit Jahren zu beobachtende, kluge und erfolgreiche Expansion wird sich auch im Aktienkurs niederschlagen. Nur muss man einkalkulieren, dass diese Dominanz der Trader bedingt, dass diese den Kurs erst einmal an entscheidenden Hürden vorbeilassen müssen, bevor sich solche unternehmerischen Fortschritte im Kurs widerspiegeln. Aber genau diese Chance, nämlich der Break über entscheidende Widerstände, könnte jetzt gelingen.

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Expertenmeinung: Sie sehen im Chart, dass Evotec im Dezember wieder in eine Aufwärtsbewegung überging, die jetzt an einem entscheidenden Punkt angekommen ist. Nach der relativ langwierigen Bodenbildung im Anschluss an den Selloff des Augusts, der eine reine Aktion kurzfristiger Trader war, da er unmittelbar auf eine über den Erwartungen liegende Quartalsbilanz folgte, hatte der Kurs im Zuge dieses Aufwärtsimpulses genau den Punkt bei 25,85 Euro erreicht, an dem dieser August-Selloff seinen Anfang genommen hatte … und kam erst einmal nicht vorbei. Das machte deutlich, dass das bärische Trader-Lager dieses Level aktiv verteidigte. Und das bedeutet auch:

Kommt der Kurs trotzdem an dieser Widerstandslinie vorbei, kann das dazu führen, dass Short-Positionen eingedeckt werden und die Aktie erst recht höher tragen. Und genau diesen Ansatz sehen wir jetzt. Evotec überbot diese Widerstandslinie am Donnerstag mit einem Schlusskurs von 26,05 Euro leicht. Eine hoch spannende Situation, denn noch ist dieser Break nicht signifikant. Aber wenn die Aktie die Linie von 25,85 Euro ein Stück weiter unter sich lassen kann, würde das den Weg an das 2019er-Hoch bei 27,29 Euro freigeben und die Chance bieten, auch diese Widerstandslinie zu überwinden. Vor allem, weil viele der rein technisch orientierten Akteure dann einem solchen bullischen Signal folgen und der Aktie entsprechenden Rückenwind verleihen könnten.

Evotec Chart vom 06.02.2020, Kurs 26,05 Euro, Kürzel EVT | LYNX Online-Broker

22. Januar 2020

Evotec steigt und steigt