DEUTZ Aktie aktuell Deutz: Ist dieser Optimismus berechtigt?

News: Aktuelle Analyse der DEUTZ Aktie

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DEUTZ
ISIN: DE0006305006
Ticker: DEZ
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Zur DEUTZ Aktie

Die Aktie des Motorenherstellers Deutz hatte sich im vergangenen Sommer bis knapp über neun Euro nach oben gekämpft und damit den höchsten Stand seit Herbst 2007 erreicht. Dann aber wurde deutlich, dass 2019 zwar der Umsatz zulegen, der Gewinn aber nicht mitziehen würde. Und Anfang 2020 kam dann auch noch der allgemeine Ausverkauf im Zuge der Corona-Pandemie hinzu. Einige Aktien konnten diesen Kurseinbruch bereits komplett abschütteln. Und wenn man sich den Chart genauer ansieht, stellt man fest: Deutz gehört dazu. Denn der Kurs notiert nicht allzu weit unterhalb des Levels, den die Aktie im Februar vor dem Lockdown sah. Mitte vergangener Woche hatte Deutz über 80 Prozent seit dem März-Tief von 2,62 Euro zugelegt. Da scheinen die Anleger offenbar guter Dinge zu sein. Zu Recht?

Zumindest sitzt man da mit den Analysten in einem Boot. Denn deren durchschnittliches Kursziel liegt bei 5,50 Euro, unter den Empfehlungen finden sich „Kaufen“ und „Halten“, aber keine „Verkaufen“-Einstufung … und darüber hinaus liegt die Prognose für die Gewinne 2021 schon wieder relativ nahe an denen des Jahres 2019. Für 2020 wird zwar mit einem Verlust gerechnet, aber viele, ob Anleger oder Experten, propagieren derzeit ja, diese Phase einfach abzuhaken und nach vorne zu sehen. Und der Blick nach vorne ist eben positiv. Oder?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur DEUTZ Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Es gibt bislang keine Belege dafür, dass dieser Optimismus auch berechtigt wäre. Das zweite Quartal fiel für Deutz fatal aus. Der Umsatz brach um 41 Prozent ein, der Auftragseingang sank um 39,1 Prozent, zugleich wurde ein EBIT von -38,1 Prozent erzielt nach 22,1 Millionen Euro Gewinn im zweiten Quartal 2019. Die Marge wurde mit -13,6 Prozent nach +4,6 im Vorjahreszeitraum stark negativ. Das alles liesse sich durchaus abhaken, hätte Deutz die Bilanz mit Statements versehen, die klar machen würden, dass diese Phase bereits so gut wie überstanden wäre. Aber im Gegenteil wurde bei der am 11. August vollzogenen Vorlage der Zahlen erklärt, dass man wegen der Corona-Krise weiterhin nicht imstande sei, eine Prognose abzugeben. Und eine Woche nach der Bilanzveröffentlichung meldete Deutz, dass man plane, bis 2022 weltweit ca. 1.000 Arbeitsplätze zu streichen … bei einer Belegschaft knapp unter 5.000 Mitarbeitern ist das ein herber Einschnitt, der nicht andeutet, dass es hier in Kürze einfach so wieder aufwärts gehen müsste.

So gesehen bauen die Bullen, die den Kurs seit Mitte März in einem Aufwärtstrend halten, bislang auf Treibsand. Und sie bekommen jetzt noch ein weiteres Problem: Man hat zusehends Mühe, diesen Aufwärtstrend zu halten. Deutz blieb gerade zum zweiten Mal in der Widerstandszone 4,52/4,79 Euro hängen und testet jetzt die März-Aufwärtstrendlinie. Seit Ende Juli kommt die Aktie nicht mehr recht von dieser Linie weg, so gesehen müssten die Bullen jetzt ohne Zeitverzug handeln, den Kurs umgehend über den Widerstandsbereich 4,52/4,79 Euro ziehen. Passiert das nicht, würde ein mit Schlusskursen unter 4,12 Euro – und damit unter dem Ende Juli markierten Zwischentief – signifikanter Bruch der Trendlinie den Weg nach unten freigeben. Aus charttechnischer Sicht sowieso, aber bei der derzeit äusserst offenen Umsatz- und Gewinn-Perspektive des Unternehmens dürfte es dann auch mit dem momentan noch eisern gepflegten Optimismus schnell vorbei sein.

Deutz Aktie: Chart vom 21.08.2020, Kurs 4,46 Euro, Kürzel DEZ | Online Broker LYNX

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der DEUTZ Aktie

Deutz ist ein unabhängiger Hersteller von Dieselmotoren. Die Produktpalette reicht von Motoren mit einer Leistung von 19 bis 620 KW für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen.

Klärungsbedarf

Immer wieder wird Deutz im Zusammenhang mit der Autobranche genannt, denn die meisten assoziieren den Namen vor allem mit Traktoren und LkW.

Tatsächlich entfielen im Vorjahr weniger als 5% des Konzerngeschäfts auf das Segment Automotive und nur 15% auf Landtechnik.
Vier Fünftel des Umsatzes stammt aus anderen Bereichen. Der Löwenanteil von 30% auf Baumaschinen, weitere 21% und 18% auf Services und Material Handling.

Die Probleme in der Autobranche spielen also keine Rolle, dennoch bewegt sich Deutz in stark zyklischen Sektoren.

Lage hellt sich auf, oder?

Die wirtschaftliche Abkühlung hat ihre Spuren hinterlassen und dementsprechend waren die Zahlen zeitweise nicht sonderlich gut.

Zuletzt scheint sich die Lage aber spürbar verbessert zu haben. In den ersten drei Quartalen ist der Umsatz um 7,2% auf 1,38 Mrd. Euro gestiegen.
Das hat sich beim Ergebnis stark überproportional niedergeschlagen. Das EBIT kletterte um 76% auf 78,5 Mio. Euro.

Der Gewinn legte von 0,29 auf 0,45 Euro je Aktie zu. Der freie Cahflow ist auf Jahressicht zwar noch negativ, doch im jüngsten Quartal wurde ein Plus verzeichnet.

Das grösste Problem ist derzeit der Auftragseingang, denn der ist rückläufig und lag zuletzt auch immer wieder unter dem Vorjahreswert. Der Auftragsbestand ist auf 375,2 Mio. Euro geschmolzen.

Langsam wird es problematisch. Seit der letzten Analyse hat sich die Lage daher quasi umgekehrt. Damals waren die Zahlen nicht sonderlich gut, doch bei dem hohen Auftragsbestand konnte man eine Verbesserung erwarten. Heute ist es umgekehrt.

Man sollte also mit Vorsicht agieren. Ich hatte bereits in der letzten Analyse zu einer konservativen Herangehensweise geraten und weitere Kursverluste antizipiert. Die damalige Aussage war klar:

Für das Gesamtjahr wurde bisher ein Gewinn von 0,74 Euro je Aktie erwartet. […]
Man sollte eher mit einer konservativen Schätzung von 0,60 Euro je Aktie rechnen.
In diesem Szenario käme Deutz bei einem Kurs von 6,00 Euro auf ein KGVe von 10 und bei einem Kurs von 5,00 Euro auf ein KGVe von 8,3. […]
Zeichnet sich an den genannten Marken zwischen 5 und 6 Euro also ein Boden ab, wäre ein Kauf auch fundamental vertretbar.

Im Endeffekt lagen wir goldrichtig. Seit der Analyse wurden die Konsensschätzungen für das Ergebnis von 0,74 auf 0,63 Euro je Aktie revidiert.
Deutz rutschte von 6,90 Euro bis in die Zielzone bei 5,00 Euro und bildete dort ein Boden.

Charttechnik

Wer danach gehandelt hat, kann sich bereits über Buchgewinne von knapp 20% freuen und könnte Gewinnmitnahmen erwägen.

Gelingt jedoch ein nachhaltiger Ausbruch über 5,85 und 6,00 Euro, kommt es zu prozyklischen Kaufsignalen. In diesem Fall wäre der Weg in Richtung 6,50 und 6,85 Euro frei.

Die antizyklischen Kaufmarken liegen bei 5,50 und 5,00 Euro.

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Chart vom 07.11.2019 Kurs: 5,76 Kürzel: DEZ - Tageskerzen | LYNX Online Broker

Bei dieser Bilanz, die der renommierte Motorenbauer Deutz am Donnerstagmorgen vorlegte, konnte man eigentlich nur den Daumen heben. Der Umsatz legte um drei Prozent zum Vorjahreszeitraum zu, der Gewinn stieg überproportional. Was daran lag, dass es gelungen war, die Gewinnmarge, hier als EBIT-Rendite gerechnet, von 2,5 auf 4,6 Prozent zu steigern. Und das in einem Umfeld, in dem die Maschinenbauer im Allgemeinen reichlich Gegenwind verspüren. Der Vorstand räumte zwar ein „zunehmend herausforderndes makroökonomisches sowie geopolitisches Umfeld“ ein, bestätigte aber trotzdem die bisherige Prognose für das Gesamtjahr, wobei man auch daran festhält, die EBIT-Rendite auf 5,0 Prozent steigern zu können. Gute Zahlen und Optimismus in einer Phase, in der es am Gesamtmarkt Gewinnwarnungen hagelt, die Deutz Aktie hätte eigentlich kräftig zulegen müssen. Tat sie aber nicht. Deutz fiel am Donnerstag kräftig um 6,28 Prozent auf den tiefsten Stand seit Januar. Warum?

Expertenmeinung: Die Stimmung für die Aktie war bereits seit dem 9. und 10. Juli angeschlagen. Da senkten mehrere Analysten ihre Kursziele, wobei da weniger Nachrichten von Deutz selbst die Basis gewesen sein dürften als die besorgten Statements des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA, der für die Branche jetzt mit einem Produktionsminus im Gesamtjahr rechnet. Nach den gestern vorgelegten Zahlen kam nur die Commerzbank mit einer Kursziel-Senkung von 9,50 auf 7,50 Euro, aber das wäre ja immer noch ein Kursniveau deutlich über dem Schlusskurs des Donnerstags. Wenn man sich den Chart der Aktie ansieht, entsteht eher der Eindruck, die Leerverkäufer, die „Bären“, hätten bereits im Vorfeld die Zielsetzung gehabt, die für sie in einer idealen Konstellation befindliche Deutz Aktie zu drücken, um ein markantes, bärisches Signal zu generieren. Man versuchte es trotz der Bilanz und war wohl vor allem deshalb erfolgreich, weil andere Akteure daraufhin sofort ihre Käufe stoppten aus Sorge, da wisse womöglich jemand mehr als sie selbst. Was natürlich immer sein kann, aber in diesem Fall nicht offenkundig wäre.

Deutz war für die Bären deswegen so lukrativ, weil hier Anfang/Mitte Juli ein grosses Doppeltopp vollendet wurde und der Kurs dadurch auch noch unter seine 200-Tage-Linie fiel. Zuletzt hielt die Unterstützungslinie bei 6,00 Euro zwar, die Aktie konnte sich aber nicht nach oben absetzen und notierte im Vorfeld der Bilanz nahe an dieser Linie und unterhalb der im Chart blau gehaltenen 20-Tage-Linie. Würde der Kurs jetzt durch die 6,00 Euro nach unten hindurch gehen, wäre die Toppbildung noch formvollendeter, könnte als Schulter-Kopf-Schulter-Formation mit zwei Köpfen gesehen werden. Genau das ist den Bären am Donnerstag gelungen. Und solange der Trend dynamisch abwärts weist und zugleich der Gesamtmarkt immer nervöser wird, kann das schwerer wiegen als gute Bilanzergebnisse, so dass ein Test des nächsten charttechnischen Kursziels bei genau 5,00 Euro, wo die Aktie zur Jahreswende 2018/2019 aufgesetzt hatte, durchaus denkbar wäre. Bullisch wäre die Aktie erst, wenn sie wieder über der Nackenlinie des Doppeltopps bei 7,26 Euro schliessen würde. Und das ist aus aktueller Sicht der deutlich steinigere Weg.

Chart vom 01.08.2019, Kurs 5,89 Euro, Kürzel DEZ | Online Broker LYNX Aktientipps

Deutz ist ein unabhängiger Hersteller von Dieselmotoren.
Die Produktpalette reicht von Motoren mit einer Leistung von 19 bis 620 KW für eine Vielzahl von Anwendungsbereichen.

Ist die Autobranche ein Problem?

Das Hauptgeschäft entfällt auf den Bereich Baumaschinen, der im Vorjahr für rund 30% des Umsatzes verantwortlich war. Darauf folgen Service (rund 21%), Material Handling (rund 18%), Landtechnik (rund 15%) und stationäre Anlagen (rund 10%).

Auf das Segment Automotive entfallen weniger als 5% des Konzerngeschäfts und hierbei handelt es sich weitgehend um LkW-Motoren und nicht um PkW.

Die Probleme in der Autobranche spielen also keine Rolle. Dieselmotoren sind dennoch ein stark zyklisches Gut. In Krisen ist die Nachfrage für Baumaschinen & Co. natürlich rückläufig.

Interview führt zu Kurssturz

Genau dieser Umstand belastet aktuell die Aktie, denn die Wirtschaft kühlt sich ab.

Bereits im ersten Quartal war der Auftragseingang rückläufig. In einem Interview deutet CEO Hiller gestern an, dass sich diese Entwicklung fortgesetzt hat.

Die Nachfrage nach Motoren kühle sich demnach ab und man habe den Höhepunkt wohl überschritten.

Durch das gute Auftragspolster sei die Guidance für 2019 aber nicht in Gefahr. Die Prognose wurde also bestätigt.

Kursverluste von mehr als 20% rechtfertigt das aus meiner Sicht nicht. Dazu hat sicherlich auch die charttechnische Konstellation beigetragen.

Doppeltop

Deutz ist in den letzten Wochen mehrfach am Widerstand bei 8,90 Euro gescheitert und hat ein Doppeltop ausgebildet.

Dieser Umstand belastet das Chartbild nachhaltig. Gelingt eine Rückkehr über 7,00 Euro, wäre nach den massiven Kursverlusten eine Erholung in Richtung 7,40 durchaus möglich. Eventuell sind sogar 7,80 Euro drin. Anschliessend dürfte es weiter abwärts gehen.

Unterhalb von 7,00 Euro wäre Platz in Richtung 6,25 und 6,00 Euro. Fällt die Aktie unter 6,00 Euro, droht eine Ausdehnung der Korrektur in Richtung 5,60 oder 5,00 Euro.

Fundamentale Betrachtung

Daraus ergibt sich natürlich die Frage, ab wann man sich auf die Lauer legen sollte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr legte der Umsatz um 20,3% auf 1,78 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis kletterte von 0,27 auf 0,58 Euro je Aktie.

Im ersten Quartal wurde ein Umsatz von 452,8 Mio. Euro erzielt, was einem Plus von 9% entspricht. Das Ergebnis legte von 0,15 auf 0,17 Euro je Aktie zu.

Für das Gesamtjahr wurde bisher ein Gewinn von 0,74 Euro je Aktie erwartet. Die Prognose wurde zwar bestätigt, der nachlassende Auftragseingang könnte sich dennoch auf die Margen auswirken.

Man sollte also eher mit einer konservativen Schätzung von 0,60 Euro je Aktie rechnen.
In diesem Szenario käme Deutz bei einem Kurs von 6,00 Euro auf ein KGVe von 10 und bei einem Kurs von 5,00 Euro auf ein KGVe von 8,3.

In der Vergangenheit hat der Markt dem Unternehmen fast durchweg höhere Bewertungen zugestanden. Zeichnet sich an den genannten Marken zwischen 5 und 6 Euro also ein Boden ab, wäre ein Kauf auch fundamental vertretbar.

Vorausgesetzt natürlich, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingen bis dahin nicht weiter verschlechtern.

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Chart vom 09.07.2019 Kurs: 6,90 Kürzel: DEZ - Tageskerzen | LYNX Online BrokerChart vom 09.07.2019 Kurs: 6,90 Kürzel: DEZ - Wochenkerzen | LYNX Online Broker