BMW Aktie aktuell BMW: Nach perfektem Pullback weiter rauf bis …?

News: Aktuelle Analyse der BMW Aktie

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Zur BMW Aktie

Die Vorlage der Bilanz am 11.3. drückte die zuvor stark gestiegene BMW-Aktie zwar kurzzeitig, aber mit dem gestern vorgelegten Ausblick auf 2021 startete sie erneut durch. Haben sich die Bullen damit ausgepowert … oder geht da noch mehr?

Die Basis der gestrigen, bullischen Reaktion auf die für 2021 ausgegebene Perspektive war aus charttechnischer Sicht perfekt – und das, obwohl dieser Ausblick ebenso „schwammig optimistisch“ war wie zuvor bei Daimler und VW. Die Bilanz selbst hatte zwar für einen kurzen Rücksetzer gesorgt, weil der Kurs vom Start weg im März rasant zugelegt hatte und dadurch entstandene, zu hohe Erwartungen durch die 2020er-Zahlen erst einmal abgeschüttelt wurden. Aber die BMW-Aktie drehte schnell wieder nach oben … und genau da, wo sie drehen musste, um die bullischen Ambitionen zu bestätigen:

In der zuvor bezwungenen, mittelfristig bedeutsamen und durch die 20-Tage-Linie verstärkten Supportzone 75,35/77,06 Euro. Mit dem gestrigen Kursplus wurde das vorherige, kurzfristige Zwischenhoch klar überboten – besser geht es nicht. Aber:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur BMW Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dadurch touchierte die Aktie die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals. Das muss den Kursanstieg nicht zwingend stoppen, die VW-Aktie durchbrach eine vergleichbare Hürde am Mittwoch nach oben. Aber derzeit sehen die Anleger VW auch als den lukrativsten unter den drei Autobauern an. Und mit BMWs Ausblick liegen die Bilanzen ebenso wie die Perspektiven für alle drei Autobauer jetzt auf dem Tisch. Das heisst, dass in den kommenden Wochen keine entscheidenden Nachrichten folgen dürften, die nennenswert neue Käufer mobilisieren können. Ist die Luft also mit diesem Anstieg weitgehend raus aus der Rallye?

Nicht unbedingt. Der morgen anstehende Abrechnungstermin an der Terminbörse könnte die Aktie zusätzlich ziehen, das anstehende Quartalsende durch ein mögliches Optimieren der Performance seitens grosser Aktienfonds (Window Dressing) ebenso, denn jetzt gehört die BMW-Aktie, die im Januar und Februar unmotiviert seitwärts lief, auf einmal zu den grossen Gewinnern des Quartals. Abschreiben sollte man einen Ausbruch über diesen Trendkanal also nicht, zumal kurzfristige Trader dann aus rein charttechnischen Gründen auf dem fahrenden Zug bleiben könnten … immerhin läge das nächste, grössere Kursziel dann bei 97,50 Euro, dem Jahreshoch 2018.

Dass die optimistische Prognose, die wohl gerade wegen des grossen Interpretationsspielraums bei zugleich haussierenden Kursen übergrosse Erwartungen hervorbringt, zu Enttäuschungen führt, ist zwar gut möglich. Aber da wird der Aspekt, dass die wichtigen Nachrichten vorerst auf dem Tisch liegen, auf einmal zum Vorteil, denn so muss man zumindest kurzfristig nicht mit „bad news“ rechnen. Hier erst einmal am Ball zu bleiben, hätte somit gute Argumente, zumal man für eine Absicherung von Long-Trades eine tadellose Orientierungsbasis hätte. Denn sollte diese gerade erst perfekt verteidigte Unterstützungszone 75,35/77,06 Euro in einem zweiten Anlauf brechen, wäre das bullische Szenario zumindest auf kurzfristiger Ebene vom Tisch.

Chart vom 17.03.2021, Kurs 85,46 Euro, Kürzel BMW | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der BMW Aktie

Was BMW seinen Investoren am Donnerstag in Form der 2020er-Ergebnisse vorlegte, war nicht das, was die hören und lesen wollten. Mit einem Minus von 3,47 Prozent besetzte die Aktie Platz zwei der DAX-Verlierer. Und damit ist der charttechnische Befreiungsschlag, der zuletzt noch eindeutig gelungen schien, noch nicht in trockenen Tüchern.

Der Umsatz lag 2020 zwar mit 99 Milliarden Euro im Rahmen der Analystenprognosen. Aber mit einem Gewinn pro Aktie von 5,73 Euro kam der Autobauer unter den Erwartungen ins Ziel. Das war ein Minus gegenüber 2019 von 23,3 Prozent. Was nach diesem so schwierigen Jahr nicht dramatisch klingt. Aber BMW hat bereits 2019 und 2018 jeweils weniger als im Vorjahr verdient. Das beste Jahr war 2017 mit einem Gewinn pro Aktie von 13,12 Euro. Damit liegt der Gewinn 2020 56 Prozent niedriger als damals. Doch die Aktie notiert nur knapp 20 Prozent unter dem mehrjährigen Hoch von 2918 bei 97,50 Euro.

Das wäre nichts, was die Anleger stören müsste, wenn BMW sich mit der Perspektive für 2021 weit aus dem Fenster lehnen und rasant steigende Gewinne vorhersagen würde. Doch da hielt man sich recht bedeckt. Auf Basis einer verbesserten Kostensituation habe man eine günstige Ausgangsbasis für ein ertragsstarkes 2021 geschaffen, hiess es aus München. Das kann alles und nichts bedeuten. Und dass die Anleger damit nicht allzu zufrieden waren, machte das Minus, mit dem das Zahlenwerk honoriert wurde, deutlich. 

Expertenmeinung: Die Frage ist, wie sehr diese negative Reaktion den bullischen Ambitionen schaden könnte? Sollten heute weitere Abgaben folgen, dann würde das in der Tat ein Problem darstellen. Denn grundsätzlich hätte die Aktie zwar im Rahmen ihres breiten, mittelfristigen Aufwärtstrendkanals Luft bis gut 87 Euro. Aber vor dem Erreichen der oberen Begrenzungslinie dieses Kanals liegt noch eine andere, markantere Widerstandslinie. Die schien zwar im Vorfeld der Bilanz klar überwunden zu sein. Aber es bräuchte einen eindeutigen Sprung auf Wochenschlusskursbasis über diesen Bereich zwischen 76,50 und 78,30, der seit Sommer 2017 immer wieder entweder als Unterstützung oder als Widerstand fungierte. Sollten die Marktteilnehmer gleich heute wieder zugreifen und die Aktie im Bereich um 80 Euro oder höher ins Wochenende schicken, liessen sich die Bilanz als verdaut und diese Hürde als genommen ansehen. Aber noch bleibt eben der heutige Tag, um die Woche zu komplettieren. Und sollte BMW weiter zurückfallen, im schlimmsten Fall sogar unter dieser Zone 76,50/78,30 Euro aus dem Handel gehen, wäre der Weg für die Bullen bedeutend steiniger geworden, als die sich das zur Wochenmitte wohl noch vorgestellt hatten.

BMW Aktie: Chart vom 11.03.2021, Kurs 78,52 Euro, Kürzel BMW | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Es war die Impfstoff-Rallye, welche im November des vorigen Jahres die Kurse der BMW-Aktie wieder nach oben schnellen liess. Damals konnte nicht nur der mittelfristige Abwärtstrend beendet werden, auch die längerfristige bärische Gesamtlage löste sich grösstenteils auf. Das Wertpapier befand sich immerhin schon seit mehr als zwei Jahren in einer nachhaltigen Bewegung in Richtung Süden.

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Somit könnten wir hier nicht nur mittel- sondern auch langfristig eine bedeutende Trendwende miterlebt haben. Nach den starken Anstiegen im November des vorigen Jahres beruhigte sich mittlerweile das Gesamtgeschehen. Dies Kurse konsolidieren in einer klar eingrenzten Zone, welche wohl im März gebrochen werden dürfte.

Expertenmeinung: Die Bullen stehen aktuell unmittelbar davor, das Zepter wieder vollends an sich zu reissen. Um die Zwischenkonsolidierung erfolgreich aufzulösen, wären lediglich Schlusskurse über der Marke von 72.50 EUR nötig. Danach könnte sich die Kurserholung weiter fortsetzen. In diesem Zusammenhang könnte die BMW Aktie sogar wieder in die Zone von 85 bis 90 EUR zurückkehren. Weniger positiv wäre natürlich ein Bruch der Formation nach unten. Hier müssen Anleger auf den Supportbereich knapp oberhalb der Marke von 68 EUR achten. Dieser darf keinesfalls gebrochen werden, um die Erholung nicht abzuwürgen. Vorerst belassen wir unsere Aussichten auf BMW auf der bullischen Seite.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 26.02.2021 Kurs: 71.50 Kürzel: BMW | Online Broker LYNX

Der Kurs der BMW-Aktie hatte sich im Zuge des „Corona-Crashs“ im Februar und März glatt halbiert. Dann kam es zu einer Gegenreaktion, nach der die Aktie im Sommer in etwa in der Mitte der Handelsspanne zwischen Jahreshoch und Jahrestief seitwärts lief. Doch Anfang November kam wieder Schwung in den Kurs: BMW zog rapide an und erreichte Ende November sogar ein neues Jahreshoch und lief dabei zugleich über die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals hinaus. Aber das hielt nicht. Der Kurs fiel in diesen Trendkanal und unter das vorherige Jahreshoch vom Januar zurück. Und seither „funktioniert“ dieser Kreuzwiderstand zwischen 75,35 und 76,20 Euro wieder.

Bereits am Freitag hatte die Aktie zunehmende Volatilität gezeigt. Am Montag präsentierte sie sich erneut wacklig, gehörte am Ende zu den grösseren Verlierern im DAX. Aber wenn man sich überlegt, wie ungewiss die Perspektiven für die Autobauer sind, hält sich diese Aktie so nahe am Jahreshoch eigentlich überraschend gut. Könnte das daran liegen, dass die Anleger die Risiken zu gering einschätzen? Das könnte es durchaus. Und sollten diese Risiken sich in kommenden Bilanzen niederschlagen, wäre für BMW reichlich Abwärtsspielraum vorhanden.

Expertenmeinung: BMW hatte Anfang November eine erfreuliche Quartalsbilanz vorgelegt. Das Vorsteuerergebnis soll zwar nach Ansicht des Konzerns trotzdem um mindestens zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr fallen, das ist die Konsequenz aus dem fatalen zweiten Quartal. Aber die Analysten gehen mehrheitlich davon aus, dass der Automobilkonzern den 2019er-Gewinnlevel bereits 2021 wieder erreichen wird – und sehen angesichts dieser Erwartung im Schnitt ein Kursziel von 74 Euro für die Aktie. 74 Euro – ein Kursniveau, das die Aktie am Freitag noch gesehen hatte, ein Kursniveau knapp unter dem oben genannten Kreuzwiderstand im Bereich 75,35/76,20 Euro.

Welche Nachrichten bräuchte es, um einen Ausbruch über diesen Widerstandsbereich zu generieren? Angesichts der engen Bindung an Grossbritannien wäre a) eine zeitnahe Beendigung der momentanen Abschottung der britischen Inseln und b) eine taugliche Lösung nach dem britischen Austritt aus der Zollunion am 31.12. nötig. Ersteres ist zumindest denkbar, Letzteres unwahrscheinlich. Und es bräuchte ein Konsumklima, in dem die Verbraucher genügend Zuversicht und Vertrauen haben, um Anschaffungen wie hochpreisige Automobile zu tätigen. Was momentan ebenfalls nicht der Fall ist.

Die bullische Seite hofft, dass sich das ändert. Aber in der momentanen Gemengelage ist das eben nicht mehr als das: eine Hoffnung. Wie sich die Lage weiter entwickelt, ist absolut nicht absehbar. Das spiegelt sich auch in neu einlaufenden Analystenmeinungen wider. So heben die Analysten bei Jeffries das BMW-Kursziel von 65 auf 75 Euro an (Empfehlung „Halten“), fast zu selben Zeit, in der ersten Dezember-Hälfte, senkte man bei Kepler Cheuvreux das Kursziel von 66 auf 63 Euro (Empfehlung „Reduzieren“).

Chart vom 21.12.2020, Kurs 71,97 Euro, Kürzel BMW | Online Broker LYNX

Das ist also eine recht wacklige Angelegenheit hier, die Bullen sollten auf der Hut sein. Sollte die BMW-Aktie das Montags-Tagestief mit Schlusskursen unter 69 Euro deutlicher unterbieten, dürfte der Versuch, sich aus dem Aufwärtstrendkanal nach oben hinaus abzusetzen, vom Tisch sein – dann wäre in einem Umfeld wie diesem ein Test der unteren Begrenzung des Trendkanals, aktuell bei 61 Euro, keine Überraschung.

Für die Bullen geht es bei den Automobil-Aktien ans Eingemachte. Jetzt müssten sie aktiv dagegenhalten, damit aus einem Rücksetzer kein Trendbruch wird. Die BMW-Aktie hat auf mittelfristig entscheidende Unterstützungen zurückgesetzt, testete zum Wochenschluss die Kreuzunterstützung aus Mai-Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie. Grundsätzlich eine perfekte Basis, um einen neuen Rallye-Schub zu starten. Aber zumindest am Freitag blieb die Bereitschaft, diese Gelegenheit zu nutzen, aus. Und wirklich überraschen kann das nicht.

Wenngleich noch offen ist, wie das dritte Quartal bei BMW gelaufen ist, die Hoffnung, dass sich die Nachfrage nach Premium-Fahrzeugen rasant auf alte Levels erholen werde, hatten die Anleger bereits aufgegeben. Es kam zu einem Paradigmenwechsel unter den Käufern, man setzte im Zuge des Anfang August gestarteten, bislang letzten Aufwärtsimpulses nicht auf die Erholung der Nachfrage, sondern darauf, dass diese gezielt durch eine Ausweitung des Konjunkturpakets des Bundes zu Gunsten der Autobauer aktiv angekurbelt würde. Doch in der ersten Augusthälfte begann auch dieser Motor zu stottern. Kein Wunder, denn:

Expertenmeinung: Zum einen hatte die BMW-Aktie dadurch wieder den „Prä Corona“-Kurslevel von Mitte Februar erreicht und damit die Krise wieder ausgepreist, während die Absatzzahlen weiterhin am Boden lagen. Selbst eine Ausweitung des Konjunkturpakets hätte die Verkäufe aber nicht so stark angekurbelt, dass ein Vorkrisen-Niveau fundamental gerechtfertigt gewesen wäre. Zum anderen wurde immer deutlicher, dass man mit der Erwartung, die Bundesregierung werde umgehend den Forderungen der Automobilindustrie nachkommen, auf Sand gebaut hatte. Was also wäre ein taugliches Argument, um die Aktie am Bruch der jetzt angelaufenen Unterstützung zu hindern … ausser dem reinen Willen, eine im Fall eines Ausbruchs nach unten wahrscheinliche, deutliche Korrektur zu verhindern?

Chart vom 25.09.2020, Kurs 59,06 Euro, Kürzel BMW | Online Broker LYNX

Diese Frage stellen sich die Bullen natürlich. Und solange niemand entschlossen den Anfang macht, müssen sie fürchten, bei einer solchen Defensiv-Aktion überrannt zu werden, weil das bärische Lager natürlich hier eine hoch spannende Chance ausmacht. Wenn es gelingen würde, BMW mit Schlusskursen unter 58 Euro eindeutig durch diese Kreuzunterstützung zu drücken, wäre das unmittelbare Kursziel die untere Begrenzung der zwischen Juni und August geltenden Seitwärtsspanne der Aktie im Bereich 53,24/54,23 Euro. Alleine das wäre schon ein lukratives Potenzial für die Leerverkäufer. Aber die Aktie müsste dort nicht ihr Tief finden.

Sollte die ursprünglich die Wende im Frühjahr einläutende Erwartung, dass sich die Lage im Herbst zumindest spürbar aufhellen wird, im Zuge der Anfang November erwarteten Bilanz des dritten Quartals ebenfalls enttäuscht werden, könnte einem ersten Schritt in Richtung 53,24/54,23 Euro leicht ein zweiter folgen. Ein zweiter Schritt, der den Kurs an das Mai-Tief bei 45,30 Euro drückt, als die Zuversicht der Akteure zum ersten Mal ins Wanken geraten war. Kommt es so? Die Vorentscheidung fällt jetzt, bei diesem Ringen zwischen Bullen und Bären an der 200-Tage-Linie!

BMW ist einer der weltgrössten Automobil- und Motorradhersteller im Premium-Segment. Zum Unternehmen gehören auch die Marken Rolls-Royce und MINI.

Eine Warnung

Langjährigen Lesern wissen es nur zu gut: Seit Jahren warne ich vor dem Automobilsektor, vor allem vor Zulieferern. Der Sektor steht vor gewaltigen Herausforderungen, die grossen Zeiten sind womöglich vorbei. Die Elektromobilität erfordert in dieser ohnehin schon kapitalintensiven Branche zusätzliche gigantische Investitionen. Der Sieger in diesem Wettkampf ist vollkommen unklar und die Zulieferer wird das ohnehin schwer treffen. Besteht ein Verbrenner aus 1.500 Komponenten, sind es beim E-Auto nur noch 200. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass sich das negativ auf die Margen auswirken wird. Hinzu kommt der Wandel in Richtung autonomer Fahrzeuge. Durch Sharing werden dann schlichtweg weniger Autos benötigt. Statt immer auf der Branche rumzuhacken, möchte ich heute die positiven Aspekte besprechen.

Der perfekte Sturm

Autowerte vereinen so ungefähr alles, was bei Anlegern in den letzten Jahren unbeliebt war. Industriewerte, Autos, hohe Verschuldung und Europa im ganz allgemeinen. Hinzu kam ein Absatzeinbruch in China, der Zollstreit, zusätzliche Investitionen im Elektro-Segment und der Dieselskandal. Gekrönt wurde das ganze dann mit einer Pandemie und einem Shutdown der Produktion. Viel schlimmer kann es nicht werden und dementsprechend niedrig ist derzeit die Bewertung. Vielleicht hilft die Pandemie und die Angst vor Krankheiten mittelfristig sogar ein wenig. Es wird sicher Menschen geben, die Abstand von öffentlichen Verkehrsmitteln halten werden.

Licht am Ende des Tunnels?

BMW und Volkswagen notieren derzeit weit unter dem Buchwert und haben mehr als die Hälfte des Börsenwerts an Barreserven. Das Tief könnte durchschritten sein, die Absatzzahlen sollten in den kommenden Quartalen wieder deutlich steigen. Das könnte die Aktien befeuern, da ein Grossteil der Anleger sehr kurzfristig agiert und denkt. Darüber hinaus haben VW und BMW umfassende Einsparungen beschlossen, die Kosten im Elektro-Segment sollte ohnehin sinken. Die Einstellung von Modellen wird die Effizienz verbessern und sich positiv auf die Margen auswirken. Darüber hinaus haben sowohl BMW und VW noch Potenzial zur Verbesserung des Produktmix. Bei hochmargigen SUVs sind beide Hersteller noch unterrepräsentiert, das betrifft vor allem Nordamerika.

Bewertung

BMW und VW haben in den letzten Jahren konsequent ihren Buchwert und Barreserven gesteigert. Am wichtigsten ist jedoch, dass reale Vermögenswerte ausserhalb des Autogeschäfts aufgebaut wurden. In nur zehn Jahren konnte BMW den Wert dieser Assets von 20 auf 50 Euro je Aktie steigern. Die Vermögenswerte ausserhalb des Autogeschäfts übersteigen derzeit also den Kurs der Vorzugsaktie. Man könnte also durchaus argumentieren, dass das Autogeschäft derzeit mit null bewertet wird, obwohl es Jahr für Jahr überschüssiges Kapital erwirtschaftet. VW hat in den letzten zehn Jahren mehr als 35 Euro an Dividenden ausgeschüttet, bei BMW waren es über 29 Euro je Aktie. Im direkten Performance-Vergleich der Aktie inklusive Dividende macht das BMW zum knappen Sieger. Ausgezeichnete Preise. Ausgezeichneter Service. Mein Broker ist LYNX.

Chart

Der folgende Chart bezieht sich auf die Vorzugsaktie von BMW mit dem Tickersymbol BMW3. Für Kleinanleger ist das Stimmrecht weitgehend nutzlos und durch den deutlich niedrigeren Kurs der Vorzugsaktie (44,50 Euro) gegenüber der Stammaktie (58,80 Euro), ist die Dividendenrendite wesentlich höher. BMW Vz. ist in die langfristig bedeutende Supportzone bei 35-40 Euro eingetaucht. Für antizyklische Anleger ist das ein interessanter Bereich. Gelingt hingegen ein Ausbruch über 47,50 Euro, könnte es zu Anschlusskäufen in Richtungen 52 und 57 Euro kommen. Über 60 Euro hellt. Mehr als 10.300 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Chart vom 16.07.2020 Kurs: 44,50 Kürzel: BMW3 - Wochenkerzen | LYNX Online Broker