Was sind CFDs? – Vor- und Nachteile der „Contracts For Difference“

CFDs sind eines der jüngsten Mitglieder in der Familie der sogenannten „Derivate“, mit denen Anleger mit Hebelwirkung auf steigende oder fallende Kurse spekulieren können. Sie haben sich schnell einen festen Platz neben den klassischen Derivaten wie Futures und Optionen, Optionsscheinen und Zertifikaten erobert, denn sie bieten dem erfahrenen Investor einige bedeutsame Vorteile. Welche Vorteile sind das konkret? Und gibt es auch Nachteile? Das sehen wir uns in diesem Beitrag einmal genauer an. Zunächst zur Definition:

Was ist ein CFD? Eine einfache Definition

CFD heißt ausgeschrieben „Contract For Difference“, was schon viel über dieses Derivat aussagt. Es handelt sich um einen Kontrakt, der entweder auf die Long- oder auf die Short-Seite ausgerichtet ist und dessen Wert sich aus der Differenz zwischen dem Kaufzeitpunkt und dem Verkaufszeitpunkt, bezogen auf den Basiswert, ermittelt.

Das erinnert an einen Future. Zumal sich die Hebelwirkung des CFDs wie bei einem Future aus der zu hinterlegenden Sicherheitsleistung, der „Margin“ (dazu gleich mehr), errechnet. Nur haben CFDs einen Vorteil: Sie sind in ihrer Laufzeit nicht begrenzt.

CFDs gibt es grundsätzlich auf nahezu alles, auf Indizes, einzelne Aktien, Währungspaare, Anleihen oder Rohstoffe. Die größten Umsätze finden sich im Bereich der Aktienindizes, weil sie dort besonders „praktisch“ sind. Sehen wir uns das an einem konkreten Beispiel an:

CFD Handel Beispiel: Short CFD auf den DAX

Ein Trader erwartet einen fallenden deutschen Leitindex DAX und will diese Erwartung über einen CFD umsetzen. Er wählt also die Short-Seite und steigt am 6. Dezember 2018 bei 11.053 Punkten zum Handelsstart ein, wie der folgende DAX-Chart zeigt.

Er schließt seine Position, nachdem er einen ordentlichen Gewinn erreicht hat, zum Handelsende des 2. Januar 2019 bei 10.580 Punkten. Wie hoch wäre sein Gewinn? Das ist einer der ganz großen Pluspunkte der CFDs: Gewinn und Verlust sind präzise messbar, denn ein Punkt im DAX entspricht beispielsweise bei einem über LYNX gehandelten DAX-CFD immer genau einem Euro. In diesem Fall wäre somit ein Gewinn von 11.053 – 10.580 = 463 Punkte oder 463 Euro aufgelaufen. Selbstredend gilt das genauso für CFD Long-Trades wie im Folgenden beschrieben:

CFD Handel Beispiel: Long CFD auf den DAX

Der Trader hat seine Short-Position glattgestellt, weil er den Eindruck gewinnt, dass der DAX vorerst sein Tief erreicht hat. Warum also nicht Long gehen? Er wechselt unmittelbar mit dem Verkauf der Short-Position in eine CFD Long-Position und steigt am 2. Januar zum Handelsende bei 10.580 Punkten ein.

Er schließt die Long-Position im CFD am 7. Februar zum Handelsende bei 11.022 Punkten im DAX, weil er davon ausgeht, dass die Rallye jetzt erst einmal vorüber ist. Auch hier ist der Gewinn präzise zu errechnen: Verkaufslevel 11.022 Punkte abzüglich Einstiegslevel 10.580 Punkte ergibt eine Punkte-Differenz von 444 Punkten zu Gunsten eines Long-CFD, macht einen Gewinn von 444 Euro.

Das klingt einfach – und ist es auch. Bei Optionen, Zertifikaten, Optionsscheinen und sogar beim Future sind die zu erwartenden Gewinne und Verluste nicht so präzise vorherzuberechnen, weil eine geringer werdende Laufzeit und die Schwankungen in der Volatilität den Kurs dieser anderen Derivate beeinflussen. Beim CFD ist das nicht der Fall.

Und das ist nicht der einzige Vorteil der CFDs – wenn man diszipliniert vorgeht. Denn nachlässig darf man mit CFDs nicht umgehen, das könnte in der Tat übel ausgehen. Dazu kommen wir gleich, zunächst ein Blick darauf, wie Sie bei LYNX Ihre CFD-Position ordern:

CFD Handel – So ordern Sie CFDs

Wenn Sie oben links in Ihrer Trading-Maske auf „Order“ klicken, öffnet sich das Order-Ticket, wie Sie es im folgenden Bild sehen. Oben links im Feld „Finanzinstrument“ geben Sie den Basiswert ein, den Sie mit einem CFD traden möchten, in unserem Beispielfall den DAX.

Bestätigen Sie diese Eingabe, öffnet sich das im Folgebild sichtbare, hellgraue Auswahlfenster. Hier haben Sie nun die Möglichkeit, „CFD“ auszuwählen (der Bereich ist hier blau hervorgehoben)

Klicken Sie auf diesen Menüpunkt „CFD“, gelangen Sie zur konkreten Auswahl. Hier wählen Sie, ob Sie kaufen (Long) oder „Verkaufen“ (Short) wollen, geben die Anzahl der gewünschten CFD-Kontrakte an, wählen, wie die Order ausgeführt werden soll und, wenn Sie mit Limits bzw. einer Stop in-Order arbeiten, wie lange Ihre Order gelten soll.

Das Ordern von CFDs ist also sehr einfach und übersichtlich. Und genauso sieht es mit den Parametern aus, die den CFD ausmachen:

CFD Handel -Die entscheidenden Merkmale der CFDs

Ein CFD hat weder einen Basispreis, einen K.O.-Level noch eine Laufzeitbegrenzung.

Hinzu kommt die absolute Berechenbarkeit. Bei Index-CFDs ist ein Punkt ein Euro. Bei Aktien, Währungen, Rostoffen etc. sind die Wertstaffelungen anders, aber eines ist ihnen durchweg gemein: Sie sind immer gleich, egal, ob ihre Position im Gewinn oder Verlust ist oder ob Sie sie nur kurz oder sehr lange halten.

Ein CFD hat überdies auch keinen unmittelbaren „Preis“. Was bedeutet das?

Das bedeutet, dass Sie nicht unmittelbar etwas für Ihren CFD-Trade „bezahlen“ müssen. Die einzigen Kosten sind die (sehr geringe) Spanne zwischen An- und Verkaufspreis und eine minimale Gebühr, hinzu kommen (ebenso minimale) Zinsgebühren. Was die Kosten angeht, sind CFDs damit anderen gängigen Derivaten wie Zertifikaten und Optionsscheinen klar überlegen.

Der Faktor „Margin“ beim CFD Handel

Natürlich muss ihr Broker sicherstellen, dass Sie sich nicht um Haus und Hof bringen, indem Verluste auflaufen, die Sie gar nicht begleichen können. Daher wird eine Sicherheitsleistung verlangt, deren Mindesthöhe von der europäischen Aufsichtsbehörde ESMA festgesetzt ist.

Diese Sicherheitsleistung heißt „Margin“ und liegt z.B. bei CFDs auf deutsche Aktien bei mindestens zehn Prozent des Wertes, den Ihr CFD-Kontrakt ausmacht. Wenn Sie z.B. einen CFD auf eine Aktie erwerben, die zum Zeitpunkt des Kaufs des CFD (egal, ob Long oder Short) 100 Euro kostet, liegt die nötige Margin bei zehn Euro pro via CFD gehandelter Aktie.

Beim CFDs auf den DAX oder andere große Indizes liegt diese Margin bei fünf Prozent. Wenn sie einen CFD-Kontrakt auf den DAX erwerben, wenn dieser bei 10.000 Punkten notiert, läge die Margin somit bei fünf Prozent von 10.000 Punkten = 500 Euro.

Wichtig dabei: Diese Margin muss immer vorhanden sein. Wenn Ihre Position in die Verlustzone läuft und Ihr Kontostand auf dem Trading-Depot die für ihre Positionen nötige Margin unterschreitet, muss diese Margin umgehend wieder hergestellt werden, d.h. genauso wie beim Futures-Trading erhalten Sie einen sogenannten „Margin Call“, mit dem Ihr Broker Sie informiert, dass Sie ihre Sicherheitsleistung auffüllen müssen, Geschieht das nicht, wird die Position vom Broker umgehend glattgestellt, sprich verkauft oder gekauft, je nachdem ob Sie long oder short sind, um zu verhindern, dass er auf dem Verlust sitzenbleibt, weil Ihnen das Kapital ausging. Und damit kommen wir zu dem entscheidenden Punkt, worauf man bei CFDs als Trader unbedingt achten muss:

Worauf müssen Sie beim CFD Handel achten?

Rein theoretisch können die Verluste immer weiter anschwellen. Man muss also Disziplin mitbringen, wenn man mit CFDs arbeitet. Die immensen Vorteile, konkret die winzigen Gebühren, die Wertbeständigkeit wegen des nicht vorhandenen Laufzeitverlustes, die Möglichkeit, die Position ggf. eine Ewigkeit zu halten, weil es kein Laufzeitende gibt und die präzise Berechenbarkeit der Gewinne und Verluste bringen alles nichts, wenn man nachlässig agiert. Nehmen wir unser obiges Beispiel des CFD-Tradings auf den DAX.

Ein Trader eröffnet wie im obigen ersten Beispiel am 6. Dezember eine Short-Position, nimmt den zeitweiligen Gewinn aber nicht mit, sondern hält diese Position. Ende Januar rutscht er dadurch in die Verlustzone. Wie berechnet sich der Verlust? Ebenso wie der Gewinn: ein Punkt im DAX macht einen Euro aus. Was hieße:

Gegenüber dem Kursniveau, zu dem er den CFD Short-Trade etabliert hat (6. Dezember, 11.053 Punkte), gerät er mit jedem Punkt, den der DAX über diesen Level steigt, einen Euro mehr in den Verlust. Per 18. Februar wären das bei einem DAX-Schlusskurs bei 11.300 Punkten knapp 250 Euro pro Short CFD-Kontrakt

Das Risiko dabei: Wenn der DAX immer weiter steigt, wird der Verlust immer größer und ist, so wie beim Futures-Handel auch, theoretisch unbegrenzt. Natürlich würde die Position vom Broker in dem Moment automatisch verkauft, wenn die Margin, d.h. die Mindestanforderung an Kapital, das zur Sicherung der Position auf dem Konto sein muss, unterboten ist und der Trader nicht neues Kapital nachschießt. Aber wer wollte schon, dass eine Position das Konto leert?

Entscheidend ist daher absolute Trading-Disziplin, indem man immer mit einem Stop Loss agiert, der die Verluste konsequent begrenzt!

Für disziplinierte Trader überwiegen die Vorteile beim CFD Handel eindeutig

Wenn man diese Disziplin indes mitbringt, sind CFDs hervorragende Instrumente für Trader. Noch einmal die Vorteile:

  • Minimale Gebühren und enge Spannen zwischen Ankauf- und Verkaufskurs.
  • Klare Berechenbarkeit, da die Veränderung des Wertes des Kontrakts immer gleich bleibt.
  • Kein Druck durch Laufzeitbegrenzung.
  • Präzise Platzierung des Stoppkurses möglich, weil der Stoppkurs sich direkt am Kurs des Basiswerts orientiert und nicht wie bei Zertifikaten oder Optionsscheinen mühsam umgerechnet werden muss und durch Laufzeitverluste ungenau wird.

Der einzige denkbare Nachteil ist, dass man mit CFDs nicht nachlässig umgehen darf. Aber ist das wirklich ein „Nachteil“? Eine Absicherung über Stoppkurse empfiehlt sich immer und in jedem Instrument, ob man Aktien direkt handelt oder mit egal welchen Derivaten agiert. So gesehen:

Hier hat man als Trader ein starkes Tool an der Hand, dessen Vorteile im Vergleich zu anderen Derivaten überzeugend sind!

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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