Die besten Wasserstoff Aktien und Brennstoffzellen Aktien 2019

Die besten Aktien, um von der Entwicklung im Bereich Wasserstoff- und Brennstoffzellen im Jahr 2019 zu profitieren

Die Welt der Automobile ist im Umbruch. Befeuert durch Dieselskandal und technologischen Fortschritt sind die Tage der konventionellen Verbrennungsmotoren gezählt. In zahlreichen Ländern gibt es bereits politisch vorgegebene Zeitvorgaben und Ziele für die Umstellung auf alternative, emissionsfreie Antriebe. Neben Elektroautos mit Akku und Hybridmotoren gilt vor allem die Brennstoffzellentechnologie als am aussichtsreichsten für den Verkehr der Zukunft. Denn in Sachen Wirkungsgrad toppt die Brennstoffzelle jeden konventionellen Verbrennungsmotor, während aus dem Auspuff nur ein paar Tropfen Wasser kommen.

Wasserstoff-Aktien: Explosives Marktwachstum erwartet

Nach einer Prognose des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) soll der Markt für Brennstoffzellen im kommenden Jahr 2020 bei rund zwei Mrd. Euro liegen. Dies wäre im Vergleich zu 2017 eine satte Verzehnfachung des Umsatzes. Ein Großteil des explosiven Wachstums dürfte aus dem Automobilsektor kommen: Laut Navigant Research sollen im Jahr 2024 weltweit bereits knapp 230.000 Autos und Busse mit Brennstoffzellentechnologie abgesetzt werden. Im Jahr 2017 lag die Zahl trotz Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr noch bei gerade mal 6.500 Einheiten. Kein Wunder, dass Brennstoffzellen-Aktien immer mehr in den Fokus der Anleger rücken.

Hohe Kursgewinne seit Herbst 2018

Seit unserer Erstempfehlung im Herbst 2018 entwickelten sich unsere Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Tipps allesamt herausragend. In der Spitze legten die Aktien von Ballard Power um bis zu +43%, Nel um +186% und Powercell Sweden sogar um +281% zu. Zumindest kurzfristig könnten nun bei Nel und Powercell Sweden Gewinnmitnahmen sinnvoll sein, denn die Risiken nehmen mit den steil ansteigenden Kursen stetig zu.

Zahlreiche Nachteile bei batteriegestützten Elektroantrieben

In den Medien werden Elektroautos mit großen Akkus als die Antriebslösung für eine Revolution auf der Straße gepriesen. Als Hindernisse gelten hierbei jedoch nicht nur die explodierenden Preise bei den knappen Batterierohstoffen Kobalt und Lithium. Auch die nach wie vor begrenzte Reichweite von wenigen hundert Kilometern, die durch Heizung, Klimaanlage, Radio und Licht teilweise erheblich eingeschränkt wird, macht Batteriefahrzeuge für viele Verbraucher unattraktiv. Als Haupthindernisse gelten darüber hinaus die nach wie vor langen Ladezeiten, sowie die notwendige Infrastruktur für Ladestationen. Um zukünftig mehrere Millionen Fahrzeuge mit Strom zu versorgen, müsste in der Stadt, vor allem aber auch auf dem Land eine extrem große Zahl an Parkplätzen mit Ladestationen ausgerüstet werden. Allein das Infrastrukturproblem dürfte sich deshalb als enorme Hürde für batteriebetriebene Fahrzeuge erweisen.

Auch das Nachhaltigkeitskriterium wird bei Akku-Fahrzeugen nur sehr bedingt erfüllt. Denn zu den teilweise massiven Umweltbelastungen durch den Abbau der Batterierohstoffe Kobalt, Nickel und Lithium und der problematischen Entsorgung gebrauchter Akkus kommt hinzu, dass der notwendige Strom aus dem Netz weiterhin zu erheblichen Teilen aus fossilen Brennstoffen wie Gas und Kohle gewonnen wird. Emissionen werden damit quasi zum Teil nur von der Straße in Kraftwerke verlagert, so dass die CO2-Bilanz unterm Strich nicht sehr vorteilhaft ausfällt.

Durchbruch: Brennstoffzellentechnik in Serienfahrzeugen befeuern Wasserstoff-Aktien

Laut einer 2018 veröffentlichten Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG unter mehr als 200 hochrangigen Managern aus der Automobilindustrie, halten drei Viertel der Befragten die Brennstoffzellentechnologie für die bessere Alternative im Vergleich zu Batterien. Aufgrund der enormen Fortschritte in den letzten Jahren feiert die Technologie nach langem Warten gerade ihren Durchbruch. Etliche große Automobilhersteller setzen auf den Brennstoffzellenantrieb als Ergänzung zum Elektromotor. Die ersten in Deutschland erhältlichen Serienfahrzeuge sind der Hyundai Nexo und der Toyota Mirai, von dem nach Angaben des Herstellers weltweit schon mehr als 10.000 Stück verkauft wurden. Auch Daimler verwendet in der Vorserie GLC F-Cell Brennstoffzellentechnik. Daneben setzen u.a. auch die Hersteller BMW, VW, Audi, Ford und Honda auf die Weiterentwicklung der Wasserstofftechnik.

Kurze Betankung, höhere Reichweiten und kleinere Batterien

Zunächst wird Wasser mittels Strom in Sauerstoff und Wasserstoff gespalten. Dieser Wasserstoff kann dann in Brennstoffzellen wieder mit Sauerstoff zu Wasser zusammengeführt werden. Bei dieser umgekehrten Elektrolyse entsteht elektrischer Strom, der für einen Elektromotor genutzt werden kann. Die Idee auf diese Weise Autos anzutreiben ist nicht neu, Automobilkonzerne haben bereits um die Jahrtausendwende intensiv mit Forschung und Entwicklung begonnen. Doch erst jetzt ist die Technik ausgereift und könnte durch Serienproduktion günstig genug für den Massenmarkt werden. Der große Vorteil liegt vor allem darin, dass Brennstoffzellenfahrzeuge den Wasserstoff als Stromquelle mit an Bord haben. Dieser hat eine fast dreimal so hohe Energiedichte wie Benzin. Daher sind hohe Reichweiten von mehr als 700 km, kleinere Batterien und 3-minütige Tankvorgänge über ein entsprechend aufgerüstetes Tankstellen-Netz möglich. Für eine Strecke von 100 km ist in etwa 1 kg Wasserstoff notwendig, so dass pro Tankvorgang gerade mal 6-7 kg Wasserstoff als Treibstoff aufgenommen werden müssen.

Regenerative Energien zur Erzeugung von grünem Wasserstoff

Da die Erzeugung von Wasserstoff aus regenerativen Energien sehr wirtschaftlich umsetzbar ist, könnte Wasserstoff dauerhaft zu einer sauberen Alternative zu Benzin und Diesel werden. Überschüssiger Strom aus Wind- und Solarenergie kann in Wasserstoff umgewandelt und über die Zapfsäulen der Tankstellen an Autofahrer vertrieben werden. Denn bei bestimmten Wetterverhältnissen erzeugen Windräder und Solaranlagen deutlich mehr Energie als im Netz benötigt wird. Dieser Strom der „Power to Gas– Technologie“ ist sehr günstig und teilweise sogar umsonst verfügbar. Auf diese Weise würden die Stromnetze entlastet und regenerative Energien gespeichert. Die Zukunft könnte also durchaus in grünem Wasserstoff liegen.

Nachteil: Hohe Preise für Katalysatoren und dünnes Tankstellennetz

Der Onlinehändler Amazon setzt in zahlreichen Logistik-Lagern bereits Gabelstapler mit Brennstoffzellen ein und auch die Maut-Überwachungsflotte des Bundesamts für Güterverkehr (BAG) wurde bereits mit Brennstoffzellen ausgestattet. Auch Prototypen von Zügen und Flugzeugen werden bereits getestet. Doch natürlich hat auch die Wasserstoff-Technologie Nachteile. Diese liegen vor allem in den hohen Kosten der komplexen Technik, sowie des auf Platin basierenden Katalysators. Durch Ersatzmaterialien, den Einsatz in der Serienproduktion und Skalierungseffekte dürften jedoch auch hier die Preise deutlich sinken. Außerdem ist das Tankstellennetz bislang noch sehr dünn. Aktuell gibt es in ganz Europa gerade einmal ca. 170 Wasserstoff-Tankstellen, davon 71 in Deutschland. Weltweit sind es knapp 400, davon ca. 100 in Japan und 45 in den USA. Um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, wären deutschlandweit vorerst rund 1.000 Zapfsäulen ausreichend. Das ist mittelfristig durchaus zu bewerkstelligen. Durch die Aufrüstung bestehender Tankstellen will das Konsortium H2 Mobility, an dem Daimler, OMV, Total, Shell, Linde und Air Liquide beteiligt sind, ein flächendeckendes Netz an Wasserstofftankstellen schaffen. Bis zum Jahresende 2019 sollen zunächst insgesamt 100 Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb sein, darüber hinaus soll die Zahl stetig weiter erhöht werden.

Zahlreiche Anwendungsgebiete außerhalb der Fahrzeugbranche

Auch wenn der Kfz-Markt mit Sicherheit das höchste Wachstum verspricht: Die Brennstoffzelle findet Anwendungsmöglichkeiten in zahlreichen Branchen und Bereichen. Neben sämtlichen Mobilitätsformen an Land im Wasser und in der Luft können Kraftwerke durch die Technologie Strom und Wärme generieren oder in Form von Wasserstoff gespeicherte überschüssige Energie bei Nachfrage wieder in Strom umwandeln. Auch in der Militärtechnik kommt die Brennstoffzelle bereits beispielsweise in Funkgeräten, Laptops, zur Grenzsicherung oder als Drohnenantrieb zum Einsatz. Und auch in anderen Bereichen, in denen kein Zugang zum Stromnetz besteht, ist die Technologie eine interessante Option. So könnte die Brennstoffzelle beispielsweise auf Ölfeldern und -plattformen, in Wetterstationen und oder im Campingbereich bisherige Lösungen mit herkömmlichen Stromaggregaten verdrängen.

Das sind die besten Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien 2019

Die meisten Unternehmen aus der Branche befinden sich aufgrund der immens hohen Forschungs- und Entwicklungskosten noch immer in der Verlust-Zone. Doch mittelfristig könnte sich dies ändern. Das sind die drei besten Wasserstoff-Aktien 2019.

Ballard Power: Der Marktführer unter den Wasserstoff Aktien

Bereits an der Gewinnschwelle bewegt sich der unangefochtene Weltmarktführer Ballard Power Systems (ISIN: CA0585861085- Symbol: BLDP – Währung: USD), der Brennstoffzellen derzeit vor allem für Schwertransporter, Busse, Züge, Gabelstapler und Schiffe produziert. Aber auch im Automobilsektor ist das bereits vor fast 40 Jahren gegründete kanadische Unternehmen aktiv. So arbeitet beispielsweise die Volkswagen-Tochter Audi beim h-tron mit Ballard Power zusammen, einem Konzeptauto, das rein elektrisch mit Wasserstoff als Energiequelle fährt und in vier Minuten vollgetankt ist. Noch scheinen die deutschen Autobauer in Sachen Brennstoffzellenantrieb im Hintertreffen, denn Hyundai und Toyota bauen – wie eingangs erwähnt – bereits Fahrzeuge in Serie. Mit einer Toyota-Tochter besteht ebenfalls eine Kooperation.

Neue Brennstoffzellengeneration vorgestellt

Ballard verfügt über zahlreiche wichtige Patente beispielsweise zum Ersatz von Platin, das die Produktion von Brennstoffzellen bisher noch recht teuer macht. Erst kürzlich, im Juni, stellte Ballard Power eine neue Generation von Brennstoffzellen mit verbesserter Produktleistung und niedrigeren Lebenszykluskosten vor. Das sogenannte FCmove-HD-Brennstoffzellenmodul soll unter anderem im H2-Busprojekt eingesetzt werden. Schrittweise sollen erst 600, dann insgesamt 1.000 Brennstoffzellenbusse auf die Straße gebracht werden.

Starke Präsenz in China

Zusammen mit dem neuen chinesischen Partner Weichai Power, der seit August 20% an Ballard Power hält, will das Unternehmen Brennstoffzellenantriebe bauen und damit den asiatischen Markt bedienen. Zu diesem Zweck wird ein Joint Venture gegründet, an dem Weichai 51% und Ballard Power 49% halten werden. Für den Anteil investierte der Motoren- und Nutzfahrzeughersteller Weichei rund 163 Mio. CAD, umgerechnet rund 3,54 CAD je Aktie. Vereinbart wurde unter anderen, dass zusammen mindestens 2.000 Brennstoffzellen-Module für Nutzfahrzeuge gebaut werden. Weichai ist nicht der einzige chinesische Partner. Mit Broad Ocean Motor ist ein weiteres Unternehmen aus dem Reich der Mitte mit 9,9% an Ballard Power Systems beteiligt. Eine Produktionsstätte in Shanghai wurde bereits in Betrieb genommen, zwei weitere Werke in den Provinzen Hubei und Shangdong sollen mittelfristig hinzukommen.

Schwieriges Jahr 2018

Im Schnitt lag das Umsatzwachstum in den vergangenen drei Jahren bei immerhin +17% -trotz einer Umsatzdelle im Jahr 2018.  Denn im vergangenen Jahr wurden mit 97 Mio. CAD rund -20% weniger umgesetzt als im Vorjahr. Die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres enttäuschten sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis. Vor allem ein schwächelndes China-Geschäft sorgte dafür, dass der Umsatz deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb. Nach einem positiven EBITDA-Ergebnis im Jahr 2017 wurde im vergangenen Geschäftsjahr daher auch ein Verlust von 13,5 Mio. CAD gemeldet. Netto wurde ein Verlust von 23 Mio. CAD bzw. 0,13 CAD je Aktie vermeldet.  Der 12-Monats-Auftragsbestand stieg zuletzt wieder deutlich an und lag zum Ende des ersten Quartals bei 76 Mio. CAD. Der Gesamt-Auftragsbestand liegt bei 188 Mio. CAD.

Aktie auf interessantem Einstiegsniveau

Wer an der Börse in Wasserstoff Aktien investieren möchte, der kommt – trotz des enttäuschenden Geschäftsjahrs 2018 – an Ballard Power Systems nicht vorbei. Denn das Unternehmen ist technologisch weiterhin bestens aufgestellt und verfügt über zahlreiche Partnerschaften und Kooperationen. Auch ein Übernahmeangebot eines Automobilkonzerns ist jederzeit denkbar. Sobald das Thema Brennstoffzellen auch an der Börse „abhebt“, dürfte Ballard Power Systems zu den stärksten Werten des Sektors zählen. Der Marktführer, der um die Jahrtausendwende bereits mit einem zweistelligen Milliardenbetrag bewertet war, kommt beim derzeitigen Aktienkurs von 4,23 USD auf eine Marktkapitalisierung von gerade mal 760 Mio. USD. Die Aktie ist jedoch nichts für schwache Nerven. Von Kursen knapp über 1 USD im Jahr 2016 ging es bis Ende 2017 auf fast 6 USD hoch, ehe sich die Aktie wieder halbierte. Im Herbst 2018 schnellte die Aktie dann nach dem Einstieg von Weichai Power bis auf bis zu 4,50 USD hoch, ehe der Kurs nach den enttäuschenden Quartalszahlen wieder auf 2,30 USD zurückfiel. Nun sieht der Chart wieder stärker aus: Das aktuelle Kursniveau von ca. 4,20 USD könnte für langfristig orientierte Anleger ein interessantes Einstiegsniveau bieten. Ballard Power Systems ist aufgrund der nicht allzufernen Gewinnschwelle unser klarer Favorit unter den Brennstoffzellen-Aktien.

Nel Hydrogen: Infrastruktur zur Wasserstoff-Herstellung und -Betankung

Auch in Skandinavien wird die Brennstoffzellentechnologie stark vorangetrieben. So spielt Wasserstoff beispielsweise in Norwegen als Antrieb in der Schiffsindustrie eine immer größere Rolle. Das größte Unternehmen ist Nel Hydrogen (ISIN: NO0010081235 – Symbol: NEL – Währung: NOK), eine Firma, die seit fast 100 Jahren Elektrolyseure – Geräte zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff – sowie Wasserstoff-Tankstellen herstellt. Nel arbeitet zudem gerade an der Markteinführung des RotoLyzers, der in der Wasserstoffproduktion als geradezu revolutionär gilt. Bei gleicher Produktionskapazität ist das mobile System fast hundertmal kleiner als bisherige Anlagen und kann im Gegensatz zu diesen bei Bedarf per LKW von einem Ort zum anderen bewegt werden. Das Unternehmen zählt Tankstellenketten, Transport- und Logistikunternehmen sowie Ölkonzerne zu seinen Kunden. Auch das Konsortium H2 Mobility lässt derzeit Tankstellen von Nel bauen.

Explosion sorgt kurzzeitig für Aktienkurs-Turbulenzen

Vier Tankstellen wurden jedoch im Juni vorübergehend außer Betrieb genommen. Grund dafür war die Explosion einer Nel-Wasserstoff-Tankstelle in Kjørbo außerhalb von Oslo. Der norwegische Konzern fand jedoch die Ursache recht schnell heraus. So sei die fehlerhafte Montage von Einschraubstutzen an einem Hochdrucktank als Ursache identifiziert worden. Durch ein so entstandenes Leck habe sich eine Wasserstoff-Gaswolke im Umfeld eines separat von den Zapfsäulen für Autos befindlichen Hochdrucktanks entzündet. Bei der explosionsartigen Verpuffung mit Feuer- und Rauchentwicklung gab es neben einem Sachschaden auch Leichtverletzte. Die Aktie brach nach der Explosion deutlich ein, erholte sich jedoch wieder, als die Ursache bekannt wurde.

Großauftrag von Nikola Motor: Folgeaufträge winken

US-Startup und Tesla-Konkurrent Nikola Motor setzt bei seinen Elektrofahrzeugen ebenfalls auf die Brennstoffzelle. Vor wenigen Monaten ergatterte Nikola einen langfristig ausgelegten Großauftrag über 800 LKWs vom Getränkehersteller Anheuser-Busch. Die notwendige Infrastruktur zur Wasserstofferzeugung und -betankung stellt Nel Hydrogen bereit. Damit bekamen die Norweger einen Großauftrag zur Herstellung von 448 Elektrolyseuren für die Produktion von Wasserstoff. Zunächst sollen 28 Tankstellen eine Wasserstoff-Betankung ermöglichen. In Summe handelt es sich dabei um den bisher größten Wasserstoff-Auftrag, das Volumen wird auf insgesamt bis zu 1,5 Mrd. USD geschätzt. Gelingt das Projekt, so dürften schon bald Folgeaufträge winken. Denn Nikola Motor hat etliche Tausend Vorbestellungen für die geplanten Trucks Nikola One und Nikola Two, die mit einer Tankfüllung zwischen 1.000 und knapp 2.000 Kilometer fahren sollen. Außerdem sind langfristig nach Unternehmensangaben bis zu 700 Wasserstoff-Tankstellen geplant.

Internationalisierungsstrategie trägt Früchte

Nicht zuletzt auch durch gezielte Zukäufe hat sich Nel Hydrogen in den vergangenen Jahren als internationaler Infrastrukturanbieter hervorragend im weltweiten Brennstoffzellenmarkt positioniert. Auch in Asien sind die Norweger präsent. Besonders vielversprechend sind die Aktivitäten in Südkorea, wo die Regierung die Brennstoffzellenforschung mit über 2 Mrd. USD fördern will. In den kommenden fünf Jahren sollen dort 310 Wasserstofftankstellen mindestens 16.000 PKWs und 1.000 Busse mit Treibstoff versorgen. Die koreanische Tochtergesellschaft von Nel Hydrogen meldete kürzlich erste Auftragserfolge mit siebenstelligem Volumen. Hyundai ist bereits auf den Zug aufgesprungen und kündigte eine Wasserstoff-Offensive an. Die Produktionskapazitäten sollen von aktuell 3.000 Brennstoffzellen-Systemen bis 2030 auf 700.000 hochgeschraubt werden. Auch davon dürfte Nel stark profitieren. Um die hohen notwendigen Investitionen zum Aufbau der Kapazitäten und der Bewältigung der jüngsten Großaufträge zu stemmen, wurde zuletzt eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Dadurch hat das schuldenfreie Unternehmen nun genügend Mittel, um dank der bestehenden Aufträge die Gewinnzone zu erreichen.

Zweischneidiges Schwert: Steigende Abhängigkeit von Nikola Motor

Bei Aktienkursen von 7,65 NOK (0,74 Euro) wird das Unternehmen, das erst seit Ende 2017 börsennotiert ist, mit rund 900 Mio. Euro bewertet. Trotz des milliardenschweren Auftragsvolumens von Nikola Motor ist dies eine ambitionierte Bewertung für das noch recht kleine Unternehmen. Auch muss bedacht werden, dass es sich bei Nikola Motor um ein Start-Up Unternehmen handelt, das finanziell von Investoren abhängig ist. Ziehen sich beispielsweise die Geldgeber zurück, so wären die Aufträge oder deren Bezahlung in akuter Gefahr. Bei einem Erfolg allerdings könnten Nel Hydrogen goldene Zeiten winken, denn dann dürften mit ziemlicher Sicherheit zahlreiche lukrative Großaufträge folgen. Die Abhängigkeit von Nikola Motor ist derzeit noch gering, könnte mit fortschreitender Kooperation und entsprechenden Investitionen jedoch deutlich wachsen.

Spekulative Aktie: Teilgewinne mitnehmen

Wird aus dem noch relativ kleinen norwegischen Unternehmen, das im Jahr 2018 bei einem Verlust von 196 Mio. NOK (ca. 20 Mio. Euro) 489 Mio. NOK (ca. 50,5 Mio. Euro) umsetzte, tatsächlich ein Konzern, der milliardenschwere Umsätze erzielt, so dürfte sich die Aktie vervielfachen. Im ersten Quartal 2019 gelang immerhin eine Umsatzsteigerung um +9% von 112,5 Mio. NOK (ca. 11,9 Mio. Euro) auf 122,4 Mio. NOK (ca. 12,8 Mio. Euro). Der Weg zum Großkonzern ist jedoch noch weit und hängt vorläufig an der Entwicklung bei Nikola Motor. Doch auch ohne den Herausforderer von Tesla dürfte sich das Unternehmen erfolgreich weiterentwickeln. Die Aktie, die seit Herbst 2018 deutlich angesprungen ist, ordnen wir als sehr spekulativ ein, Anleger, die unserer Erstempfehlung gefolgt sind, sollten überlegen zwischen 0,80 Euro und 1,00 Euro zumindest einen Teil der Gewinne mitzunehmen.

Powercell Sweden: Brennstoffzellen für emissionsfreie Schiffe und Fahrzeuge

Ebenfalls in Skandinavien, genauer gesagt in Schweden, ist die 2008 gegründete Powercell Sweden (ISIN: SE0006425815 – Symbol: PCELL – Währung: SEK) beheimatet. Das Unternehmen, das aus einer Ausgliederung des Volvo-Konzerns hervorging, liefert Brennstoffzellen-Systeme u.a. an Kunden aus den Bereichen Telekommunikation, Schiffsverkehr, Automobil und Stromversorgung. Powercell ist mit einer Marktkapitalisierung von 4,7 Mrd. SEK (ca. 440 Mio. Euro) das kleinste und spekulativste der drei vorgestellten Unternehmen. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei ungefähr 90 SEK (ca. 8,50 Euro).

Projektpartner der deutschen Autoindustrie

Auch Powercell richtet sein Geschäft international aus. In Norwegen arbeitet das Unternehmen unter anderem mit Nel Hydrogen an Wasserstoffantrieben für emissionsfreie Fracht- und Passagierschiffe. Das ist auch aus ökologischer Sicht sehr sinnvoll, denn der Schiffsverkehr produziert pro Passagier und Kilometer die höchsten CO2 Emissionen. Die Schweden sind daneben Brennstoffzellenpartner im deutschen Projekt „Autostack“ das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ins Leben gerufen wurde. Mit diesem Projekt wollen neben Powercell insgesamt neun weitere Unternehmen, darunter die Autohersteller BMW, Daimler, Ford und Volkswagen eine Brennstoffzellen-Fertigung in Deutschland schaffen und zur industriellen Reife bringen. Das Unternehmen ist auch auf dem chinesischen Markt aktiv und liefert dort bereits erfolgreich Brennstoffzellen aus. In den vergangenen Monaten kamen aus dem Reich der Mitte einige neue Großaufträge hinzu, unter anderem vom Konzern Wuhan Tiger, der einen mit Brennstoffzellen angetriebenen Bus produziert.

Geringe Umsätze & starkes Wachstum

Die Umsätze von Powercell sind noch äußerst gering. Und wie die meisten Mitbewerber verzeichnet das Unternehmen zwar starkes Wachstum, schreibt aber nach wie vor Verluste. So war für das Gesamtjahr 2018 eine Umsatzsteigerung um +78%  auf 60,5 Mio. SEK (ca. 5,9 Mio. Euro) und ein Verlust von 61 Mio. SEK (ca. 6 Mio. Euro) gemeldet worden. Im ersten Quartal 2019 stieg der Umsatz dann von 7,8 Mio. SEK (ca. 0,7 Mio. Euro) im Vorjahr um +18% auf 9,2 Mio. SEK (ca. 0,9 Mio. Euro). Im selben Zeitraum stieg der Verlust nur leicht von -19 Mio. SEK (ca. 1,8 Mio. Euro) auf -19,9 Mio. SEK (ca. 1,9 Mio. Euro).

Kooperation mit Bosch spült 50 Mio. Euro in die Kasse

Zuletzt meldete Powercell zahlreiche größere und strategische Aufträge, die dem Unternehmen weiteres Umsatzwachstum bescheren sollten. Unter anderem wurde eine Zusammenarbeit mit dem Nutzfahrzeughersteller Scania geschlossen, um einen LKW mit Brennstoffzellen-Technologie zu bauen. Besondere Bedeutung hat jedoch eine umfangreiche Kooperation mit dem deutschen Bosch-Konzern.  Demnach haben PowerCell und Bosch einen Vertrag über die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb des Brennstoffzellenstapels PowerCell S3 für das Automobilsegment unterzeichnet. Bosch bezahlt an die Schweden 50 Mio. Euro für die Lizenz. Powercell rechnet daher für das zweite Quartal 2019 mit einem entsprechenden positiven Effekt auf das Ergebnis.

Hohe Kursschwankungen einkalkulieren

Die Powercell Sweden-Aktie schwankte zwischen 2017 und Anfang 2019 zwischen 24 SEK  (ca. 2,20 Euro) und 40 SEK (ca. 3,80 Euro). Anfang 2019 gelang dann der charttechnische Ausbruch und die Aktie erreichte ein Kursniveau von mehr als 10 Euro.

Brennstoffzellenaktien sind ohnehin spekulativ, Powercell ist dennoch der spekulativste der drei vorgestellten Werte. Denn das Unternehmen, das noch kaum Umsätze erzielt, ist mit einem Aktienkurs von 8,50 Euro und einer Marktkapitalisierung von 440 Mio. Euro bereits mit vielen Vorschusslorbeeren für seine Technologie bedacht. Rechnen Sie daher mit hohen Kursschwankungen. Langfristig hat Powercell durchaus das Potenzial zu einem führenden Unternehmen der Branche aufzusteigen.  Kurzfristig empfehlen wir Gewinnmitnahmen. Wer neu einsteigen möchte, sollte einen Kursrücksetzer in den Bereich 5,00 Euro bis 6,00 Euro abwarten.

Die besten Wasserstoff und Brennstoffzellen Aktien 2019 – Profitieren Sie vom Umbruch (Videozusammenfassung)

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