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Indexanalyse:
S&P 500: War der Freitag ein böses Omen?

Aktuelle Analyse des S&P 500 Index

Ob ein Team der NFC oder der AFC den Super Bowl gewinnt, als Omen für die Tendenz des Aktienmarkts herzunehmen, halte ich für unglaublichen Blödsinn. Aber wenn der S&P 500 an einem Abrechnungstermin der Terminbörse in die Knie geht, obwohl sich der Markt im Aufwärtstrend befindet und kurz zuvor mit Händen zu greifen war, dass die großen Adressen am Terminmarkt eine Abrechnung auf Rekordniveau anstreben, stimmt etwas nicht. Nicht immer, aber doch recht oft ist das ein schlechtes Zeichen.

Und Argumente für eine Korrektur gäbe es ja reichlich. Am Freitag wurden die Februar-Halbzeitstände der von „Markit“ ermittelten „inoffiziellen“ Einkaufsmanagerindizes vorgelegt und zeigten etwas, womit man nicht gerechnet hatte: Ausgerechnet der bislang so stark wachsende Dienstleistungssektor rutschte mit 49,4 Punkten leicht in die Kontraktionszone ab, das Wachstum wäre also, bekäme dieses Stimmungsbild der Einkaufsmanager Recht, im Februar abrupt weggebrochen. Zwar sind 49,4 Punkte nur ein Hauch im negativen Bereich, die „Scheidemarke“ zwischen Expansion und Kontraktion liegt bei 50 Punkten. Aber es ist der zweitschwächste Wert dieses Index seit dessen Start im Jahr 2012. Nur im September 2013 lag er niedriger … und auch das nur um ein Zehntelprozent. Das kann ein Signal sein, dass die wirtschaftlichen Folgen der COVID 19-Epidemie auch in den USA angekommen sind.

Nicht, dass das jemanden überraschen dürfte. Schließlich hatte Apple Anfang der Woche mit seiner Umsatzwarnung allen Blauäugigen klar gemacht, dass das „Wegwünschen“ logisch herleitbarer, negativer Konsequenzen nicht funktioniert. Aber das Verweigern negativer Impacts ist jetzt einmal hartnäckig, vor allem, wenn es … scheinbar … alle so machen. Dass das Virus womöglich jetzt auch Südkorea erfasst hat, ist ein weiteres Problem, von der Frage ganz abgesehen, ob man die Entwicklung in China seitens der offiziellen Stellen nicht womöglich schönfärbt. Und die Entwicklung trifft ja nicht nur China in einer kritischen Situation.

Die Bewertung am US-Aktienmarkt ist untypisch hoch, zugleich aber zeigen die massiven Käufe in US-Bonds und Gold, dass ein Teil der Investoren ganz und gar nicht von der Tragfähigkeit dieser immer neue Hochs produzierenden Hausse überzeugt ist. Und über das Wochenende dürften sich jetzt, da die Rallye ausgerechnet zu einem Zeitpunkt unterbrochen wurde, zu dem die großen Terminbörsen-Akteure normalerweise leicht neue Rekordhochs zur Abrechnung hätten generieren können, viele fragen, warum das nicht gelang.

S&P 500 Chart auf Wochenbasis vom 21.02.2020, Kurs 3.337,68 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

Viele Akteure dieser Trump-Hausse sind erst ab 2017 eingestiegen und entsprechend unerfahren. Sie können die externen Risiken kaum einschätzen. Und die computergesteuerten Handelsprogramme sowieso nicht, die agieren stur nach chart- und markttechnischen Vorgaben. Wenn der S&P 500 ausgerechnet jetzt, zu einer Terminmarkt-Abrechnung, vom „rechten Weg“ abgewichen ist, könnten es daher zuletzt passiv gebliebene, erfahrenere Anleger gewesen sein, die ausgestiegen sind. Oder größere Adressen, die sich nicht allein auf ihre Handelsprogramme verlassen. Wäre es so, wäre das kein gutes Zeichen, denn es sind immer die alten Hasen, die als erste ein leckgeschlagenes Boot erkennen.

Aber ein kritisches Omen bedeutet nicht, dass die Hausse auf tönernen Füßen bereits beendet sein muss. Noch ist das Rekordhoch, am Mittwoch bei 3.393 Punkten erzielt, nicht außer Reichweite. Brenzlig wird es erst, wenn der S&P 500 nicht nur die am Freitag gehaltene 20-Tage-Linie bei 3.323 Punkten bricht, sondern auch auf Schlusskursbasis durch die Oktober-Aufwärtstrendlinie bei 3.274 Zählern rutscht. Dann allerdings wäre der Weg nach unten aus charttechnischer Sicht frei und es könnte sich leicht eine Menge Druck in kurzer Zeit entladen.

S&P 500 Chart auf Tagesbasis vom 21.02.2020, Kurs 3.337,68 Punkte, Kürzel SPX | Online Broker LYNX

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