Fielmann – Investoren behalten den Überblick

Fundamentale Betrachtung

Fielmann mit Sitz in Hamburg gilt als Schwergewicht in der deutschen Optikerbranche. Der Name Fielmann steht damit in Deutschland für mehr als nur einen Brillenhersteller. Der Slogan „Brille – Fielmann“, der wohl nahezu jedem Bundesbürger geläufig ist, spricht Bände über den Bekanntheitsgrad des Hauses Fielmann und von dessen Produkten sowie über die Marke Fielmann als solche. Fielmann bietet die sogenannte „Brillenmode“ zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis. Eigenen Angaben zufolge ist man Marktführer in Deutschland (in Deutschland stammt jede zweite Brille von Fielmann!) und einer der größten Augenoptiker Europas. Fielmann agiert als Brillenhersteller, Augenoptiker und als Agent. Das macht das Unternehmen zum Universaldienstleister rund um die Brille (auch Kontaktlinsen werden angeboten). Im Jahr 2013 gab der Konzern 7,3 Mio. Brillen an seine Kunden aus, im Vorjahr waren es 7,1 Mio. Brillen.

Die Geschichte von Fielmann fing 1972 mit der Eröffnung des ersten augenoptischen Fachgeschäfts durch Günther Fielmann in Cuxhaven an. Heute gibt es 680 Niederlassungen, davon 34 in Österreich und 34 in der Schweiz (der Rest befindet sich in Deutschland). Der Planung von Fielmann zufolge will man je 100.000 Einwohner eine Niederlassung betreiben. Demnach fehlen Fielmann noch etwa 100 Niederlassungen. Ob im Bereich Ausbildung, Weiterbildung, Engagement für Mitarbeiter – Fielmann steht überall oben auf den Listen, wenn es um Preise oder Auszeichnungen von Kammern geht. Das macht sich nachhaltig bei den Mitarbeitern bezahlt. Sie identifizieren sich mit ihrem Arbeitgeber und investieren auch selbst in das Unternehmen – auch durch direkte Beteiligung mit Aktien.

Die Fielmann AG ist 1994 an die Börse gegangen. Heute ist das Unternehmen Mitglied im MDAX. Am 28.08.2014 legt das Unternehmen seinen Bericht für das zweite Quartal (April bis Juni) vor, einen Tag später folgt eine Analystenkonferenz. Aktien von Fielmann befinden sich nur zu 23,35 Prozent im Streubesitz. 71,65 Prozent werden durch die Familie Fielmann mittels ihrer Familienstiftung KORVA SE kontrolliert. Vorstandsvorsitzender ist Günther Fielmann, der Gründer des Unternehmens. Die aktuellen Analysen zur Aktie der Fielmann AG stammen von Berenberg, Kepler Cheuvreux, Commerzbank, Equinet, Hauck & Aufhäuser, NordLB, Deutsche Bank, Bankhaus Lampe, DZ Bank und von Warburg Research. Die Kurszielbandbreite reicht von 110,00 Euro (Kepler Cheuvreux am 03.06.2014) bis 76,00 Euro (Hauck & Aufhäuser am 04.07.2014). Der Kurszieldurchschnitt liegt bei 96,00 Euro. Den Aktiensplit vom 22.08.2014 mit einem Verhältnis von 1:2 einbezogen, entspricht dies nunmehr einem Kurs von 48,00 Euro. Die Aktie von Fielmann ging am Freitag bei 49,045 Euro aus dem Xetra-Handel. Rein von der Analystenseite wird der Aktie derzeit somit nicht mehr sehr viel zugetraut.

Ein Blick in die Jahresbilanz 2013 verrät, dass Fielmann gemäß Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) 2013 1,2 Mrd. Euro an Umsatz erwirtschaftet hat. Das Ergebnis der gewerblichen Geschäftstätigkeit lag bei 199,1 Mio. Euro, der Jahresüberschuss bei 138,0 Mio. Euro. Vergleicht man diese Zahlen mit den Daten aus den Vorjahren, so sind sowohl beim Umsatz als auch beim Jahresüberschuss nur stetiges Wachstum und nachhaltiger Erfolg abzulesen. Die Dividende für 2013 lag bei 2,90 Euro (auch hier ging es seit 2009 stets aufwärts), das Netto-Ergebnis je Aktie lag bei 3,29 Euro. Auch bei den Mitarbeiterzahlen geht es stetig voran. 2013 stehen 16.158 Mitarbeiter auf den Gehaltslisten. Die Konzernbilanz (bilanziert wird jeweils zum 31.12. gemäß IFRS) weist für 2013 136,5 Mio. Euro an liquiden Mitteln aus, 472,5 Mio. Euro an wirtschaftlichem Eigenkapital, 54,6 Mio. an gezeichnetem Kapital, Verbindlichkeiten in Höhe von 142 Mio. Euro, 584.000 Euro an Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, was alles in allem einer Bilanzsumme in Höhe von 799,4 Mio. Euro entspricht. Die klassische Frage nun: Sind dem zukünftigen Geschäftswachstum nun Grenzen gesetzt, ist also der Markt für Fielmann eventuell als gesättigt zu bezeichnen? Die Bilanzprognosen sprechen da eine andere Sprache. Für 2014 wird ein Umsatz von 1,23 Mrd. Euro erwartet, für 2015 sogar 1,30 Mrd. Euro. Das EBIT soll 2014 auf 219,65 Mio. Euro steigen, 2015 soll es bereits bei 234,0 Mio. Euro liegen. Der Gewinn je Aktie könnte demnach 2014 auf 3,642 Euro je Stück anwachsen und 2015 sogar bei 3,9109 Euro je Anteilsschein liegen. Die Dividende könnte demgemäß ebenfalls anziehen und sich für 2014 bei 3,195 Euro und 2015 bei 3,50 Euro einpendeln. Der Nettogeldbestand von Fielmann könnte auf diese Weise weiter steigen. 2014 könnte er bei 309,90 Mio. Euro und 2015 bei 325,54 Mio. Euro stehen. Aufgrund dieser Prognosen sieht es für Fielmann gar nicht so schlecht aus. Doch wie sich der Aktienmarkt verhält, wird man mit der Veröffentlichung des Quartalsberichts am Donnerstag sehen.  Enttäuscht Fielmann hier, wird die Aktie direkt abgestraft. Kassiert man die Prognosen und gibt einen verhaltenen Ausblick auf die nächsten Quartale, wird die Aktie stärker abverkauft werden. Derzeit bewertet man das Unternehmen am Markt mit einer Marktkapitalisierung von 4,12 Mrd. Euro.

Charttechnische Betrachtung

Um mehr als 100 Prozent ist die Aktie von Fielmann in den vergangenen fünf Jahren gestiegen, was zwischenzeitlichen sogar zu einem prozentualen Hoch von rund 140 Prozent führte. Von gut 22,00 Euro ging es hinauf auf über 54,00 Euro. Gerade im aktuellen Jahr 2014 stieg die Volatilität zu den Vorjahren nochmals etwas an, was sich jedoch auch auf der Short-Seite etwas widerspiegelt. In den letzten Wochen ging es vom Hoch bei gut 54,00 Euro etwas abwärts und ein aktuelles Zwischentief hat sich im Bereich um die Marke von 44,50 Euro gebildet. Für die Long-Richtung stellt diese Konsolidierung aus charttechnischer Sicht jedoch noch keine nennenswerte Gefahr dar. In den kommenden Wochen und Monaten sollte der Wert aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden – mittelfristig und langfristig. Mittelfristig sollte, bedingt durch den jüngsten Move nach unten, etwas vorsichtiger agiert werden. Erst ein erneutes nachhaltiges Überschreiten der Marke von 50,00 Euro würde dieses Bild wieder etwas klarer für die Long-Richtung entscheiden. Ein Rutsch unter die Unterstützung von 45,00 Euro bedarf einer neuen Analyse, gegebenenfalls dann mit  Fokus auf der Short-Seite. Langfristig bieten die aktuellen Kurse gute Einstiegschancen, wobei auch aus dieser Sicht ein Rutsch unter die Marke von 45,00 Euro das Bild sehr unsauber erscheinen lässt, da dann der charttechnische Vorteil auf der Long-Seite schwindet. Aus aktueller Sicht sind Short-Trades eher weniger interessant.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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