Henry Hub Natural Gas Prognose Henry Hub Natural Gas: Der Gaspreis steigt wieder

News: Aktuelle Analyse des Henry Hub Natural Gas Futures

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Henry Hub Natural Gas
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Eines der Argumente für die Rallye der europäischen Aktienindizes ist, dass die Gasvorräte gut aufgefüllt sind und der stark gesunkene Gaspreis die Unternehmen entlastet. Doch seit Ende Oktober steigt der Gaspreis schon wieder. Wie weit? Worauf muss man jetzt achten?

Man könnte denken, dass der Preis für Erdgas im Winter aufgrund des höheren Bedarfs automatisch anzieht und der Anstieg seit Oktober daher normal ist. Aber zum einen ist der Gaspreis nicht alleine von der Nachfrage, sondern auch von der Spekulation an den Märkten abhängig. Zum anderen decken sich Energieversorger ja nicht täglich neu ein, sondern ordern Gas über die Futures deutlich vorweg und in entsprechend grossen Mengen.

Daher sehen wir öfter, so auch 2020 und 2021, ab Ende Oktober eher eine Abwärtsbewegung des Preises und danach eine Seitwärtsbewegung bis zur Jahreswende. Das scheint diesmal anders zu laufen, denn der Kurs des aktuellen Futures-Frontmonats mit Liefertermin Januar für Henry Hub Gas, der Basis-US-Sorte, zieht seit Ende Oktober recht kräftig an. War die feste Erwartung vieler Trader, dass der Gaspreis die alten Rekorde nicht mehr erreichen werde, voreilig?

Expertenmeinung: Das ist letzten Endes nicht vorhersagbar. Die Energiepreise vorhersehen zu wollen, ist ohnehin äusserst knifflig. Jetzt, da die Politik überall mit hineinspielt, ist es schlichtweg unmöglich. Daher kann man hier nur eines tun: entsprechend der Signale der Charttechnik reagieren. Und da lässt sich für den Moment erst einmal festhalten:

Die Vollendung dieses riesigen Doppel-Topps, das sich aus den beiden im Juni und August ausgebildeten Peaks von Henry Hub ergeben hatte, ist zur Bärenfalle geworden, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt. Der Kurs hat die Nackenlinie bei 6,31 US-Dollar längst wieder deutlich überboten. Das kann als ein kleineres Zwischenhoch enden, wenn der Kurs zeitnah wieder nach unten abdreht. Aber dafür muss der Gaspreis idealerweise an der 200-Tage-Linie bei momentan 8,26 US-Dollar, spätestens aber an der Widerstandslinie bei 8,92 US-Dollar, nach unten drehen. Geht er über letztere Hürde, brennt es, dann wäre ein Anlauf an das bisherige Jahreshoch bei 11,88 US-Dollar denkbar.

Und auch, wenn Henry Hub Gas wieder nach unten dreht: Für eine echte Entwarnung müsste der Kurs durch die übergeordnete Aufwärtstrendlinie bei derzeit 5,20 US-Dollar fallen. Dass der Gaspreis schon deutlich über dieser Linie wieder Fahrt nach oben aufgenommen hat, ist ein Warnsignal dahingehend, dass die Kostenentlastung, die man an den Aktienmärkten gerade feiert, noch keineswegs in trockenen Tüchern ist.

Henry Hub Natural Gas-Aktie: Chart vom 24.11.2022, Kurs 7,58 US-Dollar, Kürzel NG | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen des Henry Hub Natural Gas Futures

Jahrelang spielte Erdgas für die Börsen eine Nebenrolle, seit Frühjahr ist es in aller Munde. Es beeinflusst die Inflationsperspektive ebenso wie den Aktienmarkt. Natural Gas könnte jetzt eine Toppbildung vollenden und damit grosse Erleichterung auslösen. Wenn sie denn gelingt.

Grundsätzlich wäre ja insgesamt genug Gas für alle da, weltweit. Nur kommt es eben derzeit nicht in ausreichender Menge dorthin, wo es benötigt wird. Und dieser Aspekt wird so schnell nicht vom Tisch sein. Was den Kurs derzeit vor allem beeinflusst, ist die Frage, ob die logistischen Herausforderungen effektiv und nachhaltig gelöst werden können. Solange das offen ist, dürfte Gas grundsätzlich teuer bleiben, weil das Einrichten und Betreiben neuer Versorgungswege eine Menge Geld kostet. Und je dringlicher es wird, Natural Gas, sprich Erdgas, vor allem nach Zentraleuropa zu bekommen, desto höher können sich die Preise schrauben.

Da man momentan viel Zuversicht verspürt und die Versorgung derzeit ausreicht, ist der Kurs von Natural Gas in US-Dollar nach einem im August vollzogenen, kurzen Fehlausbruch über das Juni-Hoch wieder auf dem Rückzug. Ein Teil dieses Kursabstiegs wurde zwar aus Sicht der Eurozone durch den zugleich teurer werdenden US-Dollar, in dem alle Rohstoffe zu bezahlen sind, aufgefressen, aber immerhin, es gibt eine abwärts weisende Tendenz. Die Frage ist nur, ob das nachhaltig sein wird.

Expertenmeinung: Man könnte versucht sein zu glauben, dass das eigentlich nur von der Entwicklung der Witterung auf der einen und dem Tempo, mit dem es gelingt, Alterativen für das russische Erdgas beizuschaffen auf der anderen Seite abhängen würde. Doch diese Faktoren sind immer nur dann entscheidend und können jedwede Tendenz ebenso intensivieren wie auf den Kopf stellen, wenn dahingehend neue Entwicklungen bekannt werden. Den Rest der Zeit bewegt sich der Kurs von Natural Gas im Rahmen dessen, was kurzfristige Trader an diesem Markt tun, ebenso wie andere Rohstoffe auch.

Daher ist das Chartbild gerade jetzt einerseits hoch spannend, weil die Trader hier eine Entscheidung treffen müssen und werden. Andererseits muss man immer im Hinterkopf haben, dass positive oder negative Nachrichten aus dem politischen, meteorologischen und logistischen Umfeld jederzeit imstande wären, auch ein klares charttechnisches Signal auszuhebeln. Aber gesetzt den Fall, das würde in den kommenden Wochen nicht passieren, hätten wir jetzt die Chance, ein grosses Doppeltopp zu vollenden, dessen rechnerisches Kursziel sogar noch unter das Tief vom Dezember 2021 knapp über 3,50 US-Dollar reichen würde. Aber um diese Formation zu vollenden, müsste Natural Gas da nach unten durch, wo sich der Kurs momentan stabilisiert:

Es geht um die breite Supportzone zwischen 5,49 und 6,45 US-Dollar (bezogen auf den hier gezeigten, aktuell entscheidenden November-Termin im Future), die vor allem durch die mittelfristige Aufwärtstrendlinie und das Ende Juni/Anfang Juli entstandene Zwischentief der beiden grossen Topps definiert wird. Nachdem der Gaspreis im Sommer eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation vollendet hatte, war er dynamisch in Richtung dieser Zone abgerutscht.

Die Verkäufe stoppten aber erst einmal auf Höhe des mittelfristigen Aufwärtstrends. Sollten sich die Bullen kurzfristig durchsetzen und entsprechend problematische Nachrichten hinzukommen, wäre es daher durchaus denkbar, dass es zu einer dritten Rallye nach denen im Frühjahr und Sommer kommt. Erst, wenn diese Zone mit Schlusskursen klar unter 5,49 US-Dollar unterboten wurde und damit zudem erkennbar wird, dass die Hausse-Spekulanten vom Erdgas ablassen, könnte man hier die so dringend benötigte Entwarnung geben.

Natural Gas Aktie: Chart vom 04.10.2022, Kurs 6,83 US-Dollar, Kürzel NG | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: In den letzten Monaten kannten die Energiepreise nur eine Richtung und diese zeigte steil nach oben. Sowohl der Öl- als auch der Gaspreis liefen auf Dauerschleife und bildeten ein neues Hoch nach dem anderen. Der Aufwärtstrend setzte sich im letzten halben Jahr ungebremst fort.

Doch seit voriger Woche hat sich dies geändert. Das letzte Pivot-Tief der Sorte Natural Gas wurde nach unten gebrochen und somit geht der Trend erstmals wieder von einer bullischen in eine neutrale Phase über. Die Bullen haben somit das Zepter aus der Hand gegeben und dies könnte nun endlich auch für etwas Entspannung beim Thema Inflation sorgen.

Expertenmeinung: Natürlich kann es sich hier auch nur um eine grössere Korrektur handeln, welche bald wieder ihren Weg nach oben sucht. Doch vorerst gehen die Preise einmal Richtung Süden und testen eventuell zeitnah das Pivot-Tief von Ende April. Sollte dieses nicht gehalten werden, wäre wohl das Hoch von Februar im Spiel, welches sich bei 5.713 USD bildete.

Mittlerweile zeigen die wichtigen gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 nach unten und verdeutlichen den momentan herrschenden Verkaufsdruck. Es könnte durchaus sein, dass sich Anleger nun weniger auf den Ukraine Konflikt konzentrieren als auf die Tatsache, dass sich die Weltwirtschaft deutlich abkühlen dürfte. Somit wird wohl auch weniger Öl und Gas gebraucht und dies könnte sich auch nachhaltig auf die Preise auswirken. Vorerst entspannt sich hier die Lage, was für viele Unternehmen wohl eine Erleichterung mit sich bringen dürfte.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 17.06.2022 Kurs: 6.944 Kürzel: Natural Gas | Online Broker LYNX

Ein im Frühjahr begonnener Aufwärtstrend wurde im Frühherbst zum Hausse-Exzess. Doch die damaligen Rekordpreise sind jetzt Geschichte, die Spekulationsblase bei Natural Gas ist geplatzt. Die Frage ist: Wird der Gaspreis jetzt langweilig … oder geht da noch was?

Wer sich mit der Börse kaum oder gar nicht auskennt, geht davon aus, dass die Preise von Rohstoffen durch die Verschiebung der Angebots/Nachfrage-Situation entstehen. D.h. Anbieter und Kunden machen die Preise unter sich aus. Doch tatsächlich mischen hier immens viele mit, die einen Rohstoff wie Erdgas weder anzubieten haben noch ihn benötigen würden. Spekulanten spielen bei der Preisbildung eine grosse und nicht selten entscheidende Rolle, machen oft den Grossteil der Umsätze aus. Auch bei Natural Gas.

Und da diese Trader normalerweise auf rein chart- und markttechnischer Ebene agieren, sich selten oder gar nicht um die tatsächliche Angebots/Nachfrage-Situation scheren, kann es bei Rohstoffen immer mal wieder zu extremen Über- oder Untertreibungen kommen. So geschehen zwischen Ende August und Anfang Oktober, als die Trader den Erdgaspreis binnen weniger Wochen um knapp 50 Prozent höher trieben. Doch das liess sich nicht durchhalten:

Natural Gas bildete ein Topp aus, durchbrach dessen Nackenlinie um 4,80 US-Dollar, die mittelfristige Aufwärtstrendlinie und Anfang Dezember sogar die 200-Tage-Linie, bezogen auf den Natural Gas-Future mit Liefertermin Januar, der derzeit als „Frontmonat“ dient. Seither läuft der Kurs in einer engen Spanne seitwärts. Ist die Spannung jetzt dahin und der Preis auf einem einigermassen akzeptablen Niveau stabil?

Expertenmeinung: Es ist zu bezweifeln. Alleine das Hin und Her um die Gaspipeline NordStream2 wird den Markt weiter beschäftigen. Und in einem spekulativ aufgeheizten Umfeld wäre es mitten in einer Phase, in der der Gasbedarf besonders hoch ist, eher überraschend, wenn die Spekulanten sich ausgerechnet jetzt neue Ziele suchen würden. Ich denke, den Erdgaspreis sollte man im Auge behalten.

Spannend würde es umgehend dann wieder, wenn der Kurs die derzeitige, im Verhältnis zu den Kursbewegungen der Vormonate schmale Seitwärts-Spanne zwischen 3,63 und 4,07 US-Dollar verlassen würde. Eine Spanne, die, wie Sie im Chart sehen können, nicht im charttechnisch luftleeren Raum entstand, sondern auf der Unterseite mit dem markanten Zwischenhoch vom Februar dieses Jahres korrespondiert, auf der Oberseite das Schliessen des Gaps vom 6. Dezember bedeutete.

Ein Ausbruch aus dieser Range nach unten würde den Weg in Richtung 2,50/2,75 US-Dollar freigeben. Auf der Oberseite wäre dann wieder Luft nach oben vorhanden, wenn Natural Gas nicht nur die Seitwärts-Range verlassen, sondern auch über den Kreuzwiderstand aus 20-Tage- und 200-Tage-Linie laufen würde, der den Weg nach oben im Bereich 4,14/4,17 US-Dollar erschwert. Damit wäre ein Ausbruch nach oben etwas schwieriger zu schaffen, dürfte die Spekulanten momentan in einem Umfeld hochvolatiler Rohstoffe aber wohl mehr reizen.

Chart vom 21.12.2021, Kurs 3,85 US-Dollar, Kürzel NG | Online Broker LYNX