Die besten Kreuzfahrt-Aktien | Online-Broker LYNX

Da sich die weltweite Corona-Pandemie dank der erfolgreichen Impfkampagne offenbar im Abklingen befindet, steigt der Optimismus in der Tourismus Branche. Auch die Kreuzfahrt Unternehmen schöpfen nach der schweren Krise wieder Hoffnung auf eine Fortsetzung ihrer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte. Einige Routen, beispielsweise auf dem Mittelmeer, wurden mit Einschränkungen und hohen Hygieneauflagen wieder freigegeben, so dass bereits erste Fahrten mit geimpften und getesteten Passagieren stattfinden. Alle Kreuzfahrt Reedereien planen ihren Betrieb im Jahr 2021 stufenweise hochzufahren.

Frühbucher-Rekorde lassen Kreuzfahrt-Aktien steigen

Die Kurse der Kreuzfahrt-Aktien nehmen bereits einiges an Optimismus vorweg und viele Wertpapiere der Branche befinden sich seit den Paniktiefs im März 2020 in beeindruckenden Aufwärtstrends. Die Aktien von Carnival, Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line konnten – auch dank der für etliche Routen gemeldeten Frühbucher-Rekorde – bereits einen guten Teil der vorangegangenen Kursverluste wieder aufholen. Doch ist das Potenzial für die Aktien der Branche damit bereits erschöpft oder können Anleger mit Kreuzfahrt Aktien weitere Gewinne erwarten? Welche Kreuzfahrt Aktien sind besonders aussichtsreich? Diese Fragen möchten wir in diesem Beitrag für Sie beantworten.

Corona-Krise: Kreuzfahrtschiffe werden zu Infektionsherden und schwimmenden Krankenstationen

Die drei grossen Kreuzfahrt Aktien Carnival (die „Aida-Aktie“), Norwegian Cruise Line und Royal Caribbean Group waren zusammen mit anderen Tourismus- und Reise-Aktien wie beispielsweise der TUI-Aktie oder der Lufthansa Aktie die ersten grossen Verlierer der Corona-Krise. Meldungen über Corona-Infektionsherde auf hoher See, Schiffe, die zu schwimmenden Krankenstationen wurden und Todesfällen, sorgten in den ersten Monaten des Jahres 2020 dafür, dass Anleger Kreuzfahrt Aktien geradezu panisch verkauften. Mit dem heutigen Wissen überrascht es natürlich nicht, dass sich das Covid-19 Virus in den beengten Schiffen besonders rasch ausbreitete. Anfang 2020 war der Schock jedoch gross, als mehrere Kreuzfahrtschiffe unter Quarantäne gestellt oder gar an Häfen abgewiesen wurden und länger als geplant auf See bleiben mussten.

Pandemie bringt Kreuzfahrt-Betrieb völlig zum Erliegen

Schlagzeilen machten Kreuzfahrtschiffe wie beispielsweise die Diamond Princess, die vor Japan liegend rund 700 Corona Fälle registrierte oder die vor Australien ankernde Ruby Princess, die mit mehr als 850 nachgewiesenen Infektionen die meisten Erkrankungen aller Kreuzfahrtschiffe verzeichnete. Beide Schiffe gehören zur Flotte der weltgrössten Kreuzfahrt-Reederei Carnival Corporation, die beispielsweise auch die in Deutschland beliebten AIDA-Kreuzfahrtschiffe betreibt. Etliche weitere Schiffe unterschiedlicher Betreibergesellschaften verzeichneten ebenfalls duzende Corona-Fälle, so dass bald alle Kreuzfahrt-Dampfer im Hafen oder (um teure Hafengebühren zu sparen) ein Stück auf See vor Anker lagen. Gesundheitlich angeschlagene Passagiere sind zuvor an Land in Isolier- oder Quarantänestationen gebracht oder in ihre Heimatländer ausgeflogen worden.

Corona lässt Kurse der Kreuzfahrt Aktien um mehr als -80 % abstürzen

Die Aktien der Kreuzfahrt-Reedereien stürzten um mehr als -80 % in die Tiefe, bevor eine Stabilisierung der Kurse einsetzte. Die Anleger befürchteten offenbar, dass die Kreuzfahrt-Konzerne entweder pleitegehen oder aber grosse Mengen neuer Aktien emittieren müssen, um zu überleben. Denn die Fixkosten für Unterhalt und Wartung der Ozean-Riesen oder die Zins- und Tilgungsleistungen zur Finanzierung neuer Schiffe sind gigantisch. Auf der anderen Seite müssen sich neue Attraktionen möglichst schnell amortisieren, denn Vieles, was heute noch Besucher anzieht, ist Übermorgen schon wieder veraltet.

Die schlimmsten Befürchtungen bleiben aus

Doch die schlimmsten Befürchtungen traten nicht ein und die Konzerne erwiesen sich zudem als finanzstärker und krisenfester als erwartet. Doch auch Staatshilfen sicherten das Überleben der Konzerne. So bekam beispielsweise die deutsche Carnival-Tochter Aida Cruises Bürgschaften des Landes Mecklenburg-Vorpommern in dreistelliger Millionenhöhe zugesichert und auch A-Rosa Flussreisen erhielt einen Bürgschaftskredit. Die erwartete grosse Branchenkonsolidierung mit Insolvenzen und Übernahmen blieb aber im Wesentlichen aus und es kam innerhalb der Branche nur zu einigen kleineren Übernahmen.

Die grossen drei US-Kreuzfahrtunternehmen Carnival, Norwegian und Royal Caribbean beherrschen den Markt

Die grossen drei US-Konzerne Carnival Corp., Norwegian Cruise Line und Royal Caribbean Group befördern zusammen genommen 75 % der Passagiere. Unter etlichen Kreuzfahrt-Marken werden von den „Big three“ touristische Fahrten zu unterschiedlichen Urlaubsdestinationen angeboten. Der deutsche Marktführer AIDA Cruises zählt beispielsweise zur marktführenden Carnival Corp., während TUI Cruises mit der Kreuzfahrtmarke „Mein Schiff“ jeweils zu 50 Prozent der TUI AG und Royal Caribbean Group gehört.

Die Nummer vier im Ranking der grössten Kreuzfahrt-Konzerne ist die MSC Cruises. Die Schweizer Reederei mit Sitz in Genf befindet sich allerdings in Familienbesitz, es gibt also keine MSC Cruises Aktie. Als börsennotiertes Unternehmen wäre ansonsten nur noch die Lindblad Expedition Holdings zu nennen, die eine Flotte von 15 Expeditionsschiffen betreibt. Mit diesen werden ökotouristische Expeditionskreuzfahrten und Abenteuerreisen mit Reiserouten angeboten, die hautnahe Begegnungen mit der Tierwelt, Natur, Geschichte und Kultur ermöglichen. Die Reisen gehen beispielsweise zu den Falkland Inseln, nach Polynesien oder Patagonien, wo sonst nur wenige Touristen hinkommen.

Kritik an der Kreuzfahrtbranche: Hohe Umweltbelastungen

Doch in der Kreuzfahrt-Branche ist auch nicht alles Gold, was glänzt. Neben der Überlastung einiger beliebter Touristenziele wie beispielsweise Venedig, die von Kreuzfahrt-Touristen regelrecht überschwemmt werden, sind es vor allem Umweltthemen, die der Branche Kritik einbringen. So gelten vor allem ältere Kreuzfahrtschiffe als regelrechte Dreckschleudern. 2019 veröffentlichte die europäische Dachgesellschaft für nachhaltigen Verkehr Transport and Environment eine Studie, wonach allein die Flotte des Kreuzfahrtriesen Carnival im Jahr 2017 entlang Europas Küsten knapp zehnmal so viel Schwefeloxid ausgestossen haben soll, wie alle PKWs auf europäischen Strassen zusammen.

Auch die schlechten Umweltstandards werden zu Recht gerügt. So weist beispielsweise Norwegian Cruise Line in Bezug auf Abwasseraufbereitung, Luftverschmutzung und Sicherung der Wasserqualität laut dem globalen Umweltschutzbund Friends of the Earth unter den 18 grössten Kreuzfahrtunternehmen besonders schlechte Werte auf.

Daneben fallen Kreuzfahrtunternehmen auch immer wieder mit Verstössen gegen das Umweltrecht auf. Beispielsweise wurde Carnival in den vergangenen 20 Jahren wiederholt zu zweistelligen Millionenstrafen für illegale Müll- und Abwasserentsorgung im Meer verdonnert.

Neuer Trend zur Nachhaltigkeit: Green Cruising

Doch in der Branche findet mittlerweile offenbar ein Umdenken statt, das Schlagwort lautet „Green Cruising“. So bekam beispielsweise das im Jahr 2018 in Dienst gestellte Carnival-Schiff AIDAnova eine Auszeichnung mit dem Blauen Umweltengel der Bundesregierung, da es sich um das erste Kreuzfahrtschiff der Welt handelt, das mit emissionsarmem Flüssiggas betrieben wird. Mit der AIDAcosma folgte 2021 bereits ein zweites Schiff, ein drittes soll 2023 folgen. Auch Brennstoffzellen und grosse Batteriespeichersysteme werden bereits an Bord einiger Schiffe getestet und sollen die Kreuzfahrt in Zukunft sauberer und nachhaltiger machen. Es ist zu hoffen, dass sich dieser Trend des Green Cruising fortsetzt und immer mehr der Schiffe umweltfreundlich und emissionsarm betrieben werden.

Vorerst noch keine „Volle Fahrt voraus“ in der Kreuzfahrt

Bis die Kreuzfahrt-Branche wieder auf Vollbetrieb läuft, dürfte es noch einige Zeit dauern. Denn noch ist die Corona-Pandemie nicht vorbei. Der grosse Vorteil von Kreuzfahrtschiffen gegenüber Hotels ist jedoch, dass die Schiffe mobil sind und gegebenenfalls auch dorthin verlegt werden können, wo Reisen wieder möglich sind. Das Wiederhochfahren der Kreuzfahrt-Industrie wird trotzdem noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Ausserdem entstehen durch die bedeutend geringere Auslastung und hohen Hygieneauflagen zusätzliche Kostenbelastungen. Zum Teil können diese Einbussen möglicherweise durch höhere Reisepreise wett gemacht werden, auch wenn sich die Gäste fürs erste wohl auf weniger Landgänge z.B. um Touristenattraktionen zu besichtigen, einstellen müssen.

Neuer Kreuzfahrt-Boom nach der Krise möglich

Die Kreuzfahrt-Riesen nutzten die aktuelle Zeit auch um alte Schiffe zu modernisieren oder auszumustern und neue, oft umweltfreundlichere Dampfer in Betrieb zu nehmen. Und nagelneue Schiffe sind in der Regel ein richtiger Magnet, der viele Reisende anzieht. Ist die Pandemie dank der weltweiten Impfkampagne tatsächlich in den kommenden Monaten in den meisten Ländern weitgehend unter Kontrolle, so könnte die Branche vor einem neuen Boom stehen. Denn bei vielen Menschen, die längere Zeit sehr viel Zeit zu Hause verbringen müssen, entsteht quasi natürliches Fernweh und das Bedürfnis, wieder mehr von der Welt zu sehen. Und Kreuzfahrten, die in der Regel mehrere attraktive Touristenziele ansteuern, können dieses Reisefieber perfekt stillen. Natürlich aber erst dann, wenn Kreuzfahrtreisen wieder sicher und vor allem frei von Corona-Risiken möglich sind.

Alternative zu fehlenden Kreuzfahrt ETFs: Tourismus- und Reise ETFs

Einen Kreuzfahrt ETF, der speziell in Kreuzfahrt-Aktien investiert, gibt es aktuell noch nicht. Als Alternative bietet sich ein Reise- und Tourismus ETF an, der auf eine Erholung des Reise- und Tourismussektors setzt, wie beispielsweise der iShares STOXX Europe 600 Travel & Leisure ETF (ISIN: DE000A0H08S0 – Symbol: EXV9 – Währung: EUR). Der Fonds mit einem Volumen von ca. 340 Mio. Euro investiert in europäische Reise- und Freizeitaktien des Stoxx Europe 600 Index. Gleiches gilt auch für den 144 Mio. Euro schweren Lyxor STOXX Europe 600 Travel & Leisure ETF (ISIN: LU1834988781 – Symbol: LTVL – Währung: EUR) sowie den mit 18 Mio. Euro Fondsvolumen erheblich kleineren Invesco STOXX Europe 600 Optimised Travel & Leisure ETF (ISIN: IE00B5MJYC95 – Symbol: SC0R – Währung: EUR).

Die besten Kreuzfahrt-Aktien 2021

Solange Corona noch ein weltweites Thema ist, sind Kreuzfahrt-Aktien sicher nichts für risikoscheue Anleger. Es spricht trotzdem einiges dafür, dass den Kreuzfahrt-Konzernen nach der Corona-Pandemie ein Comeback gelingt. Die Kursanstiege nach dem scharfen Kurseinbruch Anfang 2020 könnten also möglicherweise eine neue, längerfristige Aufwärtsbewegung der Kreuzfahrt-Aktien eingeleitet haben. In der folgenden Tabelle haben wir für Sie die relativ überschaubare Aktien-Liste mit den fünf wichtigsten Kreuzfahrt Aktien für 2021 zusammengestellt, unsere Kreuzfahrt-Aktien-Liste. Die drei marktführenden Kreuzfahrt Aktien stellen wir Ihnen anschliessend näher vor.

Kreuzfahrt-Aktien-Liste

Kreuzfahrt AktieISINSymbolWährung
Carnival CorporationPA1436583006CCLUSD
Lindblad ExpeditionsUS5352191093LINDUSD
Norwegian Cruise LineBMG667211046NCLHUSD
Royal Caribbean GroupLR0008862868RCLUSD
TUI AGDE000TUAG000TUI1EUR

Mit diesen Kreuzfahrt Aktien könnten Sie vom Turnaround der Kreuzfahrtbranche profitieren

Carnival Corp: Weltmarktführer mit zehn Kreuzfahrtmarken

Der britisch-amerikanische Weltmarktführer Carnival Corp. (ISIN: PA1436583006 – WKN: 120100 – Symbol: CCL – Währung: USD) hat seinen Firmensitz, genau wie die beiden Wettbewerber Norwegian und Caribbean in Miami in Florida. Die Reederei betreibt insgesamt 104 Schiffe, die neben der gleichnamigen Carnival Cruise Line und Aida Cruises unter neun weiteren Marken wie beispielsweise Princess Cruises, Holland America und Costa Crociere auslaufen. Die Carnival Corporation Aktie ist über ein Doppel-Listing sowohl im amerikanischen S&P 500-Index als auch im britischen FTSE 250-Index notiert.

Corona führt zu heftigen Umsatzrückgängen und hohen Verlusten

Wenig überraschend verzeichnete Carnival im Geschäftsjahr 2019/20 einen heftigen Umsatzeinbruch von 20,8 Mrd. USD um etwa drei Viertel auf 5,6 Mrd. USD. Dabei fiel auch das Ergebnis pro Aktie von 4,32 USD im Vorjahr auf minus -13,20 USD in den dunkelroten Bereich. Auch das laufende Geschäftsjahr dürfte aufgrund der Corona-Auswirkungen noch einmal sehr schwach ausfallen. Analysten rechnen mit einem Umsatz in Höhe von 3,73 Mrd. USD (-33 %) und einem leicht verbesserten, aber weiterhin negativen Ergebnis in Höhe von -5,28 USD je Aktie. Bereits im kommenden Geschäftsjahr 2021/22 soll aber bereits wieder ein Umsatz in Höhe von 18,3 Mrd. USD und ein positives Ergebnis in Höhe von 0,30 USD je Carnival Aktie geschrieben werden. Dabei liegen die Schätzungen der Analysten mit -0,97 USD bis +2,27 USD sehr weit auseinander und lassen Raum für Überraschungen in beide Richtungen.

Chart Carnival Aktie: Absturz und Comeback

Die besten Kreuzfahrt Aktien: Entwicklung der Carnival Corporation Aktie von Juni 2018 bis Juni 2021 | Online Broker LYNX

Die Carnival Cruises Aktie, die Anfang 2020 noch bei mehr als 50 USD notierte stürzte bis Anfang April in der grössten Verkaufspanik um -85 % auf Tiefstkurse bei 7,80 USD ab. Offensichtlich erwarteten viele Anleger eine Pleite oder eine extreme Verwässerung durch die Ausgabe einer Unmenge an neuen Aktien zur Finanzierung der erwarteten horrenden Pandemie-Verluste. Doch mutige Anleger griffen zu und verhalfen der „AIDA Aktie“ Carnival zu einem eindrucksvollen Comeback. In der Spitze kletterte der Kurs der Carnival Aktie bis Anfang Juni auf 31,52 USD, was von den Tiefstständen gerechnet einem Kursanstieg von satten +304 % entspricht. Trotzdem befindet sich der Carnival Aktienkurs noch immer rund -43% unterhalb des Vorkrisen-Kursniveaus.

Carnival Aktie: Zu viele Vorschusslorbeeren bergen Rückschlagrisiken

Die Aktie von Carnival ist bei aktuellen Kursen von rund 29 USD angesichts der weiterhin bestehenden Risiken schon recht hoch bewertet. Vor allem dann, wenn sich beispielsweise durch neue Mutationen Rückschläge in der Pandemie-Eindämmung ergeben sollten, dürften die Vorschusslorbeeren, welche die AIDA Aktie in den letzten Monaten bekommen hat, wieder rasch dahinschmelzen. Denn dem Unternehmen dürften dann grosse finanzielle Herausforderungen bevorstehen. Fahren die Schiffe hingegen ab dem kommenden Geschäftsjahr ab Anfang Dezember bereits wieder annähernd „fahrplanmässig“ mit hoher Auslastung, dann könnte dieses Positiv-Szenario den Aktienkurs der Carnival Aktien aber durchaus auch wieder über das Vor-Krisenniveau heben. Wer Carnival Cruise Aktien kaufen möchte, der sollte für längerfristige Einstiege und ein angemessenes Chance-Risiko-Verhältnis zumindest einen Rücksetzer in den Kursbereich von 20 bis 23 USD abwarten.

Royal Caribbean Group: Die Nummer zwei der Kreuzfahrtbranche

Neben der gleichnamigen Royal Caribbean Flotte betreibt die Royal Caribbean Group, früher Royal Caribbean Cruises (ISIN: LR0008862868 – WKN: 886286 – Symbol: RCL – Währung: USD) als weltweite Nummer zwei hinter Carnival die Marken Celebrity Cruises und Silversea Cruises. Daneben befinden sich noch die beiden 50 % Beteiligungen TUI Cruises und Holistica Destinations unter dem Dach der Royal Caribbean Group. Die restlichen 50 % der TUI Cruises gehören – wenig überraschend – der deutschen TUI AG. Das Gemeinschaftsunternehmen, das im Jahr 2007 gegründet wurde, übernahm im Februar 2020 ausserdem den Anbieter von Luxus- und Expeditionskreuzfahrten Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, der zuvor eine alleinige Tochtergesellschaft der TUI AG war. Die ehemalige Tochtergesellschaft Pullmantur Cruises, zu der auch die Fluggesellschaft Wamos Air gehörte, musste im Jahr 2020 in Spanien Insolvenz anmelden.

Geschäftsentwicklung und -prognose ähnlich wie bei Carnival

Die Geschäftsentwicklung von Royal Caribbean gleicht der von Carnival. Der Umsatz, der im Jahr 2019 noch bei rund 11 Mrd. USD lag, brach im Jahr 2020 dramatisch um vier Fünftel auf 2,2 Mrd. USD ein. Das Ergebnis je RCL Aktie fiel gleichzeitig von 9,54 USD im Vorjahr auf minus -18,31 USD. Auch die Prognosen sind ähnlich wie bei Carnival: Analysten erwarten für 2021 zumindest einen stabilen Umsatz von 2,2 Mrd. USD, sowie eine leichte Ergebnisverbesserung auf -13,81 USD je Aktie. Im kommenden Jahr 2022 sollen dann bei 10,1 Mrd. USD Umsatz wieder Gewinne in Höhe von 1,90 USD je Royal Caribbean Aktie geschrieben werden.

Chart Royal Caribbean Aktie: Kurseinbruch um -86 % in der Krise

Die besten Kreuzfahrt Aktien: Entwicklung der Royal Caribbean Group Aktie von Juni 2018 bis Juni 2021 | Online Broker LYNX

Im Gleichschritt mit den anderen Kreuzfahrt Aktien ging es auch für den Kurs der Royal Caribbean zu Jahresbeginn 2020 ab in den Keller. Von etwa 135 USD fiel die Aktie der Royal Caribbean Group im Tief bis auf 19,25 USD und verlor damit -86 % an Wert. Seitdem konnte die RCL Aktie sich bereits wieder vervielfachen und kratzte im Februar 2021 in der Spitze bereits wieder an der 100 USD Marke. Aktuell notiert die Royal Caribbean Cruises Aktie mit 88 USD noch rund 35 % unterhalb der Höchststände von Anfang 2020 und ist damit die stärkste der „Grossen Drei“.

Spekulative Aktie für waghalsige Anleger

Auch die Aktie von Royal Caribbean ist nach dem Kurseinbruch bereits sehr gut gelaufen. Die Chancen und Risiken entsprechen in etwa denen von Carnival: Die bereits erfolgten Aktienkursanstiege begrenzen das weitere Potenzial und müssen in naher Zukunft auch erst noch durch eine entsprechend positive Geschäftsentwicklung gerechtfertigt werden. Zwar liegen auch bei Royal Caribbean die Vorbuchungen auf Rekordniveau, aber die noch nicht vollständig ausgestandene Corona-Pandemie könnte dieser Vorfreude und damit auch den Royal Caribbean Aktionären bei schlechten Corona-News noch immer jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen.

Zuletzt waren auf einer der ersten Kreuzfahrten des Unternehmens nach der Pause bereits an Bord wieder zwei Corona-Infektionen aufgetreten – zum Glück für alle Gäste erst beim vorgeschriebenen Test am Ende der Reise. Und das obwohl alle Passagiere vor Reise-Antritt sowohl einen Nachweis über eine Corona-Impfung als auch ein negatives Testergebnis vorweisen mussten.

Optimistische, risikobewusste Anleger, die mit „hohem Wellengang“ leben können, sollten für einen spekulativen Kauf der Aktie von Royal Caribbean zumindest Kurse von 70 bis 77 USD abwarten.

Norwegian Cruise Line: Der kleinste der drei Kreuzfahrtriesen

Die Norwegian Cruise Line Aktie (ISIN: BMG667211046 – WKN: A1KBL8 – Symbol: NCLH – Währung: USD) repräsentiert die dritte und kleinste der drei grossen US-Kreuzfahrt-Konzerne. Wie die anderen beiden Wettbewerber finden sich unter dem Dach der Norwegian Cruise Line (NCL) mehrere internationale Kreuzfahrt Reedereien: Neben der gleichnamigen Norwegian Cruise Line sind das die Oceania Cruises sowie die Regent Seven Seas Cruises. Das vom norwegischen Reeder Knut Kloster bereits im Jahr 1966 in Miami gegründete Unternehmen hat – anders als der Name vermuten lässt – ausser der Nationalität des Gründers übrigens keinen weiteren Bezug zum Land Norwegen. NCL besitzt neben den drei Kreuzfahrt Reedereien auch eine eigene Privatinsel namens Harvest Caye vor Belize mit einem exklusiven Resort für seine Kreuzfahrt-Urlauber.

Turnaround für das kommende Jahr erwartet

Durch den Stillstand der Flotte im Jahr 2020 brach auch der Umsatz von Norwegian Cruise Line dramatisch von 6,5 Mrd. USD im Vorjahr auf 1,3 Mrd. USD ein. Gleichzeitig fiel das Ergebnis je Aktie von +4,30 USD im Jahr 2019 tief in den roten Bereich auf minus -15,75 USD. Im laufenden Geschäftsjahr wird von Analysten ein nochmaliger Umsatzrückgang auf 1,1 Mrd. USD erwartet. Dabei wird ein nochmaliger Verlust in Höhe von -6,50 USD je Aktie erwartet. Im kommenden Jahr 2022 gehen die Marktexperten von einem Gewinn in Höhe von 0,30 USD je NCL Aktie aus.

NCL Aktie: Schwächste Kursentwicklung unter den Kreuzfahrt-Aktien

Die besten Kreuzfahrt Aktien: Entwicklung der Norwegian Cruise Line Aktie von Juni 2018 bis Juni 2021 | Online Broker LYNX

Auch die Norwegian Cruise Aktie gab von ca. 60 USD im Panik-Tief der Corona-Krise um -85 % bis auf 8,72 USD nach. Ausgehend von diesem Tief erreichte die NCL Aktie Anfang März immerhin wieder Kurse von bis zu 34,49 USD. Seither bewegt sich die Norwegian Cruise Line Aktie eher seitwärts und notiert aktuell bei 31 USD. Damit liegt die NCL Aktie immer noch etwa um die Hälfte unterhalb der Vorkrisen-Hochs und markiert damit die schwächste Kursentwicklung unter den drei Kreuzfahrt Aktien.

Hochspekulative Aktie für hartgesottene Zocker

Auch die Norwegian Cruise Line Aktie ist auf dem aktuellen Kursniveau nur etwas für hartgesottene Zocker. Wer hochspekulativ Norwegian Cruise Aktien kaufen möchte, der sollte auch bei diesem Wert einen deutlichen Rücksetzer, beispielsweise unter 25 USD abwarten – aber natürlich nur, wenn keine Hiobsbotschaften in Sachen Corona ursächlich für den Kursrückgang sind. Die Norwegian Cruise Line Aktie weist aus unserer Sicht das höchste Risiko unter den ohnehin recht spekulativen Kreuzfahrtaktien aus. Die Tatsache, dass die Anleger offenbar die Aktien der beiden grösseren Konkurrenten bevorzugen, offenbart mögliche Schwächen.

Fazit & Kreuzfahrt Aktien Prognose: Weiterhin hoher Wellengang zu erwarten

Sobald die Covid19-Pandemie durch Impfungen weitgehend unter Kontrolle ist, könnten die drei grossen Kreuzfahrt Aktien ihr Vorkrisen-Niveau durchaus wieder erreichen oder sogar überschreiten. In diesem Fall würden mutige Anleger auch bei Einstiegen auf dem aktuellen Kursniveau noch belohnt werden. Die Analysten sind recht optimistisch und erwarten für alle drei Unternehmen im kommenden Jahr den Turnaround mit einer Rückkehr in die Gewinnzone.

Allerdings drohen vor allem dann heftige Kursrücksetzer, falls es zu Rückschlägen in der Pandemie-Bekämpfung oder neuen Infektionswellen kommt. Denn im Falle einer neuen, gefährlicheren Virusvariante (Mutation), bei der sich die Impfstoffe weniger wirksam zeigen, drohen schnell erneute Einschränkungen im internationalen Reise- und Tourismusverkehr. Einen neuerlichen längeren Stillstand würden die Kreuzfahrt Konzerne wohl nicht mehr so ohne weiteres wegstecken können. Zumindest wäre dann mit massiven Kapitalerhöhungen zu rechnen, die auch den Aktienkurs entsprechend belasten würden.

Da die Aktienmärkte bei den drei grossen Kreuzfahrern Carnival, Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line bereits stark auf das Positiv-Szenario setzen, sollten die Risiken von Enttäuschungen nicht unterschätzt werden. Unterm Strich rechnen wir mit einem weiterhin hohen Wellengang bei Kreuzfahrt-Aktien. Wer an der Börse leicht seekrank wird, der sollte auf dem aktuellen Kursniveau besser nicht mehr an Bord gehen oder gegebenenfalls seine Gewinne im nächsten Hafen ins Trockene bringen. Mutige längerfristige Anleger können bei entsprechenden Rücksetzern mit kleiner Positionsgrösse einsteigen und auf eine vollständige Erholung setzen.

Als Alternative zu Kreuzfahrt-Investments bietet sich dann vielleicht doch eher einer der oben genannten Reise- und Tourismus ETFs an.

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