Die besten Platin Aktien 2020

Die besten Aktien, mit denen Sie 2020 vom erwarteten Platin-Comeback profitieren

Seit der Erstvorstellung im September 2019 entwickelten sich unsere Platin-Tipps allesamt glänzend. In der Spitze legten die Aktien von Anglo American Platinum um +64%, Impala Platinum um +88% und Sibanye Stillwater um +115% zu – jeweils innerhalb von nur 8 bis 12 Wochen. Die Aktien sind allerdings wie auch der Platinpreis in den letzten Monaten – nicht zuletzt durch die Coronavirus-Krise stark unter die Räder gekommen. Auf dem aktuellen Niveau können langfristig orientierte Anleger zugreifen, denn bei einem Comeback des Platinpreises versprechen alle drei ein ordentliches Werte Kurspotenzial.

Das Edelmetall Platin galt lange Zeit als Luxusvariante oder Steigerung von Gold. Die fest in unseren Köpfen verankerte Reihenfolge bei Auszeichnungen und Standards lautet Silber – Gold – Platin. In den vergangenen Jahren stimmte diese Reihenfolge jedoch zumindest preislich nicht mehr, denn Platin wurde vor allem von der Automobilindustrie immer weniger nachgefragt und verlor so erheblich an Bedeutung. Heute sehen wir uns für Sie an, ob sich diese Situation vielleicht wieder ändern könnte und welche Investmentchancen sich Anlegern bieten.

Was Sie über Platin wissen müssen!

Platin Preisentwicklung: Schlusslicht der Edelmetalle

Nach Zahlen des World Platinum Investment Council (WPIC) ist die Nachfrage von 8,5 Mio. Unzen im Jahr 2013 auf 7,5 Mio. Unzen im Jahr 2018 zurückgegangen. Im Jahr 2019 gab es Schätzungen zufolge wieder einen etwas höheren Bedarf von ca. 7,7 Mio. Unzen. Im Gegensatz zu Palladium, das in den vergangenen 12 Jahren in der Spitze unglaubliche +1.500% von 164 USD auf neue Allzeithochs von 2.700 USD zulegen konnte, fiel Platin im Umfeld der Coronakrise kurzzeitig sogar unter die starke charttechnische Unterstützung von 750 USD bis 800 USD, dem Tief aus dem Jahr 2008. Von den vorherigen Höchstpreisen desselben Jahres bei über 2.300 USD pro Unze Anfang 2008 gerechnet ging es sogar enorm bergab, selbst der aktuelle Platinpreis liegt zwei Drittel unter dem damaligen Wert. Das preislich Schwächste der Edelmetalle hat sich aktuell zumindest wieder in den Bereich der Chartunterstützung gehievt. Historisch gilt im Vergleich zu Gold ein Preisverhältnis von 1:1 als Norm, aktuell ist Platin weniger als die Hälfte des Goldpreises wert.

Platin Aufwärtstrend im Jahr 2019 entpuppt sich als Strohfeuer, wie wahrscheinlich ist eine Trendwende?

Zwischenzeitlich hatte sich das charttechnische Bild im Jahr 2019 etwas aufgehellt, denn im zweiten Halbjahr 2019 setzte eine starke Kursrallye ein. Der Platinpreis eroberte erstmals seit Anfang 2018 die 1.000 USD-Marke, konnte diese jedoch nicht lange halten, denn der kurzzeitige Aufwärtstrend entpuppte sich rasch als Strohfeuer. Die aktuelle Preisschwäche könnte jedoch langfristige Einstiegsgelegenheiten bei Platin-Werten bieten. Mit welchen starken Platin-Aktien können Sie als Anleger von einem möglichen Comeback des Platinpreises profitieren?

Fakten zum Rohstoff Platin

Das Edelmetall Platin (chemisches Symbol Pt) ist ein grauweißes metallisches Element der Platinmetallgruppe zu der neben Platin auch die Edelmetalle Palladium, Iridium, Osmium, Rhodium und Ruthenium angehören. Platin besitzt als relativ schweres Metall katalytische Eigenschaften und eine hohe Korrosionsbeständigkeit, es ist schmiedbar und sehr selten. Schmelz- und Siedepunkt liegen mit 1.768 bzw. 3.827 Grad Celsius deutlich höher als bei Silber und Gold.

Geringe jährliche Platin-Fördermengen

Aufgrund seiner Seltenheit wird Platin mit einer jährlichen Produktionsmenge von weniger als 200 Tonnen also in einer vergleichsweise geringen Menge gefördert. Die jährlichen Produktionsmengen nahmen zuletzt deutlich ab und fielen 2019 von 190 Tonnen im Vorjahr auf 180 Tonnen. Zum Vergleich: Die jährliche Goldproduktion beträgt in etwa 3.000 Tonnen. Zumeist wird Platin in seiner elementaren, metallischen Form vorgefunden, denn es ist kaum reaktiv. Das bedeutendste Förderland des Edelmetalls ist heute Südafrika wo im sogenannten Bushveld Komplex mehr als 70% des weltweiten Platin-Outputs erzeugt wird. Gefolgt wird Südafrika von Russland mit 15% sowie Kanada und Simbabwe mit je ca. 5% Förderanteil. Kleinere Mengen werden auch in den USA produziert. Reine Platinminen gibt es nur in Südafrika und Simbabwe, meist fällt Platin als Nebenprodukt bei der Buntmetallerzeugung an z.B. bei der Kupfer- und Nickel-Produktion.

Lange Zeit als wertloses, unnützes Metall verkannt

Erstmals verwendet wurde das Metall wahrscheinlich um 3.000 v. Chr. von den alten Ägyptern, denn es wurde zu kleinen Anteilen in altägyptischem Schmuck nachgewiesen. Später, im 17. Jahrhundert, stießen die Spanier beim Goldabbau in Südamerika auf Platin, das beim Goldabbau als Nebenprodukt, sogenanntes „Waschgold“ anfiel. Da dem Metall damals keinerlei Wert zugemessen wurde, wurde es abwertend als „platina“, übersetzt „kleines Silber“ bezeichnet und zurück in die Flüsse geworfen. Mit Gold überzogene Platin-Kupfer-Legierungen wurden jedoch bald in großem Stil zum Fälschen von Goldmünzen verwendet, denn es ließ sich fast deren exakte Dichte erzeugen.

Platin beginnt zu glänzen und stellt seinen Wert in der Industrialisierung unter Beweis

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhundert breitete sich ausgehend von Frankreich nach und nach Schmuck aus Platin aus, denn zwischenzeitlich war nachgewiesen, dass es sich um ein Edelmetall handelt. In Russland wurden später sogar die ersten Münzen aus dem Metall gefertigt, der sogenannte „Platinrubel“. Nur wenig später kam das Edelmetall auch in der gerade entstehenden Industrie zum Einsatz, beispielsweise als Kontaktmetall für Telegrafen. Thomas Edison benutzte einen Platindraht als Glühfaden für seine Glühlampen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird Platin als Katalysator verwendet, da es in aktiviertem Zustand Wasserstoff, Sauerstoff und andere Gase in großen Mengen absorbieren kann. Autoabgase werden mittels platinbeschichteter Keramik beschleunigt in Wasser und Kohlendioxid umgewandelt.

Unzählige Verwendungsformen für Schmuck, Industrie und Medizintechnik

Aufgrund seiner Seltenheit und Haltbarkeit wird Platin zwar auch heute noch zur Herstellung von Schmuck u.a. in Weißgold-Legierungen verwendet, gilt jedoch mittlerweile in erster Linie als Industriemetall. Als solches kommt es in einer fast unüberschaubaren Anzahl von Bereichen in Reinform oder als Legierung zum Einsatz. So findet Platin beispielsweise bei Fahrzeugkatalysatoren, Heizungen, Flugzeugturbinen, Laserdruckern, Elektronik- und Laborgeräten, Düngemitteln sowie technischen Werkstoffen, Chemie und Petrochemie Anwendung. Da es die größte Organ- und Körperverträglichkeit aller Edelmetalle aufweist wird Platin auch in großem Stil in der Medizintechnik, beispielsweise in Herzschrittmachern und Zahnimplantaten oder in Komplexen z.B. als Cisplatin in Chemotherapien verwendet. Rund 40% des Platinbedarfs entfallen auf Autokatalysatoren, 34% auf Schmuck und 22% auf Industrie und Medizintechnik. Nur rund 4% werden für Anlagezwecke verwendet.

Automobilindustrie: Palladium ersetzt Platin in Katalysatoren

Die Hauptnachfrage nach Platin kommt aus der Automobilindustrie. Hier konkurriert Platin mit Palladium und war lange Zeit das teurere und gefragtere der beiden Metalle. Pro Fahrzeug werden im Schnitt 5 Gramm Platin oder Palladium benötigt. Die Automobilhersteller stellten jedoch in den vergangenen zehn Jahren fest, dass für Benzinmotoren die deutlich höhere Temperaturstabilität von Platin gar nicht benötigt wird. Deshalb wurde verstärkt auf das damals mit 200 USD je Unze bis zu 80% kostengünstigere und dabei auch noch deutlich leichtere Palladium gesetzt. So entfällt heute bereits 75% der Palladiumnachfrage auf die Autoindustrie. Mittlerweile hat Palladium Platin den Rang abgelaufen und die steigende Nachfrage hat dazu geführt, dass der Palladiumpreis auf bis zu 2.700 USD je Unze explodierte, bevor es einen Rücksetzer auf aktuell 1.850 USD gab. Palladium weist gegenüber Platin inzwischen eine stattliche Prämie in Höhe von 1.100 USD auf. Platin hingegen wird heute fast nur noch bei Dieselmotoren angewendet, da das Metall hier bei der Schadstoffreinigung gegenüber Palladium eine deutlich bessere Leistung erzielt.

Turning Point in der Automobilbranche für 2020 erwartet

Und so erklärt sich dann auch die in den vergangenen Jahren entstandene Preisdiskrepanz. Denn die im Dieselskandal der letzten Jahre aufgedeckten Manipulationen bei der Messung von Diesel-Fahrzeugemissionen führten zu immer stärkeren Beschränkungen für Dieselfahrzeuge in Europa und Japan. Aufgrund dessen ist der Marktanteil von Dieselfahrzeugen in den letzten fünf Jahren enorm zurückgegangen und mit ihm die Nachfrage nach Platin. Allein zwischen 2016 und 2018 wurde von der Automobilindustrie rund -9 Prozent weniger Platin nachgefragt, der Bedarf fiel von 3,34 Mio. Unzen auf 3,05 Mio. Unzen. Der World Platinum Investment Council (WPIC) rechnet für den Automobilsektor unter Berücksichtigung der Coronavirus-Krise mit dem „Turning Point“, also dem Tiefpunkt der Nachfrage, mit anschließender Trendwende zu einem wieder steigenden Bedarf.

Automobilindustrie könnte teilweise wieder auf Platin umschwenken

Katalysatoren Hersteller könnten bei einer anhaltenden Preisdiskrepanz Palladium wieder durch Platin ersetzen. Bei durchschnittlich 5 Gramm des Edelmetalls liegt der Preisunterschied aktuell immerhin bei ca. 200 USD je Auto. Die Preissensibilität der Autohersteller ist allerdings gar nicht mal so hoch. Das liegt vor allem daran, dass Umstellungsprozesse in der Produktion teuer sind und viel Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb macht ein solcher Schritt für die Automobilindustrie vor allem dann Sinn, wenn sich zeigt, dass der Preisaufschlag dauerhaft bestehen bleibt oder sich sogar noch ausweitet. Am wichtigsten gilt in der Branche jedoch eine langfristige Versorgungssicherheit und die schien bei Palladium zuletzt weniger gewährleistet als bei Platin. Deshalb ist denkbar, dass einige Fahrzeughersteller bei neuen Modellen zu Platin wechseln. Erste Tendenzen sind laut Branchenexperten bereits zu erkennen, insbesondere in Indien und China, wo zuletzt vor allem für den Schwerlastverkehr strengere Abgasnormen beschlossen wurden. Mehr zum Thema Palladium lesen Sie in unserem Artikel Die besten Palladium Aktien.

Hochleistungsglas und Brennstoffzellenautos als Nachfragetreiber für Platin

Zukunftspotenzial und Preisfantasie bietet beispielsweise die Anwendung in Brennstoffzellen sowie bei Hochleistungsglas. Allein der Glassektor macht bereits rund 17% der industriellen Nutzung von Platin aus und trägt stark dazu bei, dass die industrielle Nachfrage weiterhin wächst. So wird das Edelmetall z.B. für Fernsehgeräte, Smartphones, Glasfasern und anderen Smart Glas Verwendungsformen benötigt. In Brennstoffzellen-Autos sorgt Platin im Rahmen einer „kalten Verbrennung“ für eine optimale Umwandlung von Wasserstoff und Sauerstoff in Wasser. Dabei liegt der Platin-Bedarf pro Wasserstoff-Fahrzeug in etwa beim Siebenfachen von PKWs mit Verbrennungsmotor. Da es sich allein China zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 rund 1 Mio. Brennstoffzellenfahrzeuge auf die Straße zu bringen, entspricht dies derselben Nachfrage wie für 7 Mio. herkömmliche Katalysatoren.

Investmentnachfrage zieht an: Angebotsüberhang wird ab 2019 zum Defizit

In Summe waren Platinangebot und -nachfrage 2019 laut WPIC ausgeglichen, nachdem es in den vergangenen Jahren stets einen Überschuss gab. Durch die Coronavirusbedingt geringere Nachfrage dürfte es im laufenden Jahr 2020 allerdings wieder ein leichtes Überangebot in Höhe von 1,5% geben. Positiv wirkt sich vor allem die anziehende Investmentnachfrage aus, die laut Daten des WPIC, nur durch Käufe von Platin-ETFs, von niedrigen 90.000 Unzen im Gesamtjahr 2018 allein im ersten Quartal 2019 auf sage und schreibe 690.000 Unzen nach oben schnellte.

Insgesamt soll die Platin-Nachfrage daher im abgelaufenen Jahr um ca. +5% auf ca. 7,74 Mio. Unzen angestiegen sein. Damit könnte die Trendwende für die Zeit nach der Coronavirus-Krise bereits eingeläutet sein. Denn es gibt einen weiteren Grund der in den kommenden Jahren für Zusatznachfrage sorgen dürfte: Platin wird gemäß den Basel III Richtlinien ab dem Jahr 2022 erstmals auch zur Eigenkapitalausstattung und damit zur Bilanzabsicherung von Zentralbanken zugelassen. Damit bekommt Platin wieder einen höheren Stellenwert als Geldmetall und wird infolgedessen auch für Investoren interessanter.

Nach der Dieselkrise und den Palladium-Preisanstiegen sollten in den kommenden Jahren wieder die nachfrageseitigen Argumente dominieren und für einen wieder erstarkenden Platinpreis sprechen. Schauen wir uns nun an, wie Sie als Anleger davon profitieren können.

Platin-Investments: Platin-Barren und Platin-Münzen als Geldanlage ungeeignet

An der Börse wird Platin unter dem Kürzel XPT und der ISIN XC0009665545 gehandelt. Als Anlageprodukt kann man das Metall z.B. in Form von Platin-Barren oder Platin-Münzen erwerben. Hierzulande fällt auch beim Kauf von physischem Platin zu Anlagezwecken allerdings der volle Mehrwertsteuersatz von 19% an. Hinzu kommt in der Regel ein relativ hoher Spread d.h. eine große Differenz zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis. Deshalb muss der Metallpreis nach einem Kauf allein schon deshalb erheblich steigen, um ohne Verlust wieder aussteigen zu können. Bei diesen Rahmenbedingungen macht ein Investment in physisches Platin natürlich wenig Sinn. Auch der steuerfreie Kauf über ein Zollfreilager ist unterm Strich alles andere als kostengünstig.

Investieren in Platin ETFs bzw. Platin ETCs

Nicht uninteressant sind jedoch Platin-ETFs bzw. Platin-ETCs (Exchange Traded Commodities) auch wenn diese ein weitaus geringeres Volumen aufweisen als beispielsweise Gold und Silber ETCs. Anleger können sich hier beispielsweise die ETCs ETFS Physical Platinum (ISIN: DE000A0N62D7 – Symbol Frankfurt VZLA – Währung: USD) oder iShares Physical Platinum ETC (ISIN: IE00B4LHWP62 – Symbol Frankfurt: PPFC – Währung: USD) ansehen. Mit dem Xtrackers Physical Platinum EUR Hedged ETC (ISIN: DE000A1EK0H1 – Symbol Frankfurt XAD3 – Währung EUR) gibt es auch ein in Euro notiertes ETC. Bitte beachten Sie jedoch, dass ETCs im Gegensatz zu echten, replizierenden ETFS eigentlich Schuldverschreibungen sind und somit ein Emittentenrisiko besteht. Doch am Interessantesten sind für viele Anleger ohnehin direkte Investments in Platin Aktien.

Die besten Platin Aktien 2020

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Aktien-Liste von zehn Platin-Aktien für 2020.  Drei dieser Werte mit außergewöhnlichem Potenzial stellen wir Ihnen im Anschluss vor.  Mit diesen Werten können Sie von einem Comeback des Rohstoffs Platins profitieren.

Platin-Aktien-Liste

NameISINSymbolWährung
African Rainbow MineralsZAE000054045ARÄIZAR
Anglo American PlatinumZAE000013181AMSZAR
Asahi HoldingsJP31160000052502JPY
GlencoreJE00B4T3BW64GLENGBP
Impala PlatinumZAE000083648IMPZAR
NornickelUS55315J1025MNODUSD
Northam PlatinumZAE000030912NHMZAR
Sibanye StillwaterZAE000259701SSWZAR
ValeBRVALEACNOR0VALE3BRL
Wesizwe PlatinumZAE000075859WEZZAR

Anglo American Platinum: Die Nummer 1

Anglo American Platinum (ISIN: ZAE000013181 – Symbol (Johannesburger Börse): AMS – Währung: ZAR) ist mit ca. 38% Weltmarktanteil und 2,5 Mio. geförderten Unzen Platin der weltgrößte Produzent des Edelmetalls. Aber auch Palladium produziert das in Johannesburg ansässige Unternehmen in seinen südafrikanischen Minen. Mit einer Förderung von 1,6 Mio. Unzen Palladium, ist Anglo American Platinum (kurz: Amplats) auch der weltweit zweitgrößte Palladium-Produzent. Neben geförderten Metallen beliefert der Konzern seine zahlreichen Kunden auch mit recycelten Metallprodukten. Rund 38% des Konzerns gehören der Muttergesellschaft, dem Rohstoffgiganten Anglo American.

Produktion für die kommenden Jahre gesichert

Anglo American Platinum verfügt in Südafrika über mehrere produzierende Minen sowie Schmelzhütten und Raffinerien. Dabei kann es auf die größte bekannte Platinlagerstätte, das Merensky Reef im Bushveld-Komplex in Südafrika, zurückgreifen. Zusätzlich stehen einige hochkarätige Platinvorkommen als Reserve zu Verfügung, die auch in den kommenden Jahren eine wirtschaftliche Förderung von Platin und Palladium sicherstellen sollten. Nebenprodukte des an der Börse umgerechnet mit gut 13 Mrd. Euro bewerteten Unternehmens sind Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium.

Starke Geschäftsentwicklung dank Kostenführerschaft

Nach dem Verkauf von weniger profitablen Minen werden Fokus und Kapitaleinsatz nun auf die stärksten Projekte gerichtet. Anglo American Platinum hat laut eigenen Angaben im Vergleich mit seinen wichtigsten Wettbewerbern die niedrigsten durchschnittlichen Produktionskosten. Nach einem Förderplus von +4% im Jahr 2018 legte die Produktion 2019 nochmals leicht um +1% auf 4,4 Mio. Unzen zu. Bedingt durch gestiegene Metallpreise stiegen die Umsätze um +33% auf 99,6 Mrd. Rand (ca. 5,4 Mrd. USD). Die höheren Metallpreise wirkten dabei wie ein Gewinnhebel. Nach einer Gewinnverdreifachung im Jahr 2018 auf 25,6 Rand (ca. 1,39 USD) je Aktie gab es einen erneuten Gewinnsprung um +145% auf 71 Rand (3,85 USD). Auch Kostensenkungen und verbesserte Produktionsabläufe hätten dazu beitragen.

Hohe Dividende für 2019 – Auswirkungen der Coronavirus-Krise noch nicht absehbar

Die positive Geschäftsentwicklung sowie der erfolgreiche komplette Schuldenabbau ermöglichte es dem Management zuletzt wieder eine starke Dividende auszuschütten. Fürs erste Halbjahr 2019 waren pro Aktie bereits 11 Rand (ca. 0,60 USD) an die Aktionäre gezahlt worden, fürs 2. Halbjahr wurden nochmal 16,60 Rand (0,90 USD) ausgeschüttet, sowie eine Sonderdividende von 25 Rand (1,36 USD). Insgesamt wurden für 2019 52,60 Rand (2,85 USD) ausgeschüttet. Zukünftig soll dividendenpolitisch eine Ausschüttungsquote von ca. 40 Prozent beibehalten werden. Wie allerdings die Zahlen im laufenden Geschäftsjahr ausfallen werden, steht Coronavirus- und Platinpreisbedingt noch ein wenig in den Sternen. Obwohl jedoch mit einem deutlichen Produktions-, Umsatz- und Gewinnrückgang zu rechnen ist, dürfte Amplats dank seiner vorteilhaften Kostenstruktur im Vergleich zu Mitbewerbern im Vorteil sein.

Rücksetzer zum Einstieg nutzen

Mitte 2018 gelang es der Aktie aus einer charttechnischen Seitwärtsbewegung auszubrechen und auf neue Höchststände zu klettern. Durch die verbesserte Kostenstruktur und die Fokussierung auf besonders profitable Konzernteile gab es in den vergangenen beiden Jahren eine enorme Gewinndynamik, die dem Aktienkurs Auftrieb verlieh. So erreichte die Aktie Höchstkurse von mehr als 90 EUR, ehe der Coronavirus-Crash auch die Metalle der Platingruppe unter Druck brachte und so für einen starken Kursrückgang sorgte.

Die Firma ist mit aktuell 49 EUR zwar angesichts der aktuell großen Unsicherheiten nicht gerade günstig bewertet, die Kostenführerschaft und die zuvor erfreuliche Geschäftsentwicklung rechtfertigen jedoch einen Aufschlag gegenüber Konkurrenten. Der Wert eignet sich für langfristig orientierte Anleger als Depotbeimischung bzw. Diversifizierung, der Kursrückgang kann zum Einstieg genutzt werden.

Impala Platinum: Hoher Gewinnhebel

Die in Illovo, Südafrika ansässige Bergbaugesellschaft Impala Platinum (ISIN: ZAE000083648 – Symbol (Johannesburger Börse): IMP – Währung: ZAR) gehört zu den größten Platin-Produzenten auf der Welt. Impala Platinum (Abkürzung Implats) betreibt wie Anglo American Platinum Bergbau rund um den Bushveld Komplex in Südafrika, wo insgesamt drei Minen betrieben werden sowie zwei Minen in der Great Dyke Region in Simbabwe. Der Konzern ist darüber hinaus an Explorationsprojekten in Botswana, Mosambik, Madagaskar, Russland und Kanada beteiligt. Im S&P Africa 40 Index ist Implats das Unternehmen mit der dritthöchsten Gewichtung.

Platin wichtigstes Förderprodukt

Operativ aktiv ist Impala mit etlichen Tochterfirmen wie Impala, Zimplats, Marula, Mimosa und Two Rivers. Die Konzerntochter Impala Refining Services veredelt die in den eigenen Minen gewonnenen Edelmetalle. Zuletzt produzierte das Unternehmen in etwa 1,3 Mio. Unzen Platin, 0,9 Mio. Unzen Palladium und 0,2 Mio. Unzen Rhodium pro Jahr. Im Edelmetallbereich entfallen auf Platin damit ca. 51% der Umsätze, auf Palladium 30% und auf Rhodium 11%. Der Rest teilt sich auf Gold, Iridium und Ruthenium auf. Im Basismetallbereich steht eine Nickelproduktion von 16.000 Tonnen für rund zwei Drittel der Umsätze, geringere Mengen entfallen auf Kupfer und Chrom.

Im Fokus: Arbeitssicherheit in den Minen

Doch beim Unternehmen ist nicht alles Platin was glänzt. Ein wichtiger Aspekt ist die Arbeitssicherheit, die in der Vergangenheit oft zu Recht öffentlich kritisiert wurde. Das Unternehmen hat daraufhin jedoch entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet und einen wichtigen Fokus auf das Thema Sicherheit gelegt. Ansonsten wäre das Unternehmen an dieser Stelle übrigens auch nicht für eine Empfehlung in Frage gekommen. Die Zahl der sehr bedauerlichen tödlichen Unfälle in den Minen hat sich in den letzten vier Jahren bereits stetig verringert und lag im letzten Geschäftsjahr bei 5. Es gibt also weiterhin etwas zu verbessern bei Implats.

Zurück in der Gewinnzone

Die Umsätze wurden im Jahr 2018/19 von 35,9 Mrd. Rand (ca. 2,4 Mrd. USD) um +36% auf 48,6 Mrd. Rand (ca. 3.3 Mrd. USD) gesteigert. Nach einem abschreibungsbedingten Verlust in Höhe von 10,8 Mrd. Rand (ca. 700 Mio. USD) im Vorjahr, wurde ein Gewinn von immerhin 1,2 Mrd. Rand (ca. 80 Mio. USD) erzielt, pro Aktie entspricht das etwa 2 Rand oder 0,14 USD. Mit einer Eigenkapitalquote von 63% und einem Cashbestand in Höhe von 8,2 Mrd. Rand (ca. 560 Mio. USD) ist auch die Finanzierung der Minenproduktion längerfristig gesichert, trotz Coronavirus-Krise. 2019 betrachtet das Management als Übergangsjahr in die Profitabilität. Nun dürfte allerdings ein weiteres Übergangsjahr folgen, denn die Covid-19 Pandemie war natürlich nicht absehbar. Mittlerweile hat das Unternehmen das Produktionsziel für 2020 vorerst von ursprünglich 3 bis 3,4 Mio. Unzen auf 2,6 bis 2,9 Mio. Unzen gesenkt.

Auf den Anstieg folgt der Absturz

Die Impala-Aktie profitierte bis Februar von der erfreulichen Geschäftsentwicklung und den steigenden Edelmetallpreisen.  In gerade mal anderthalb Jahren kletterte die Aktie vom Pennystock-Niveau in der Spitze auf ein 6 Jahres-Hoch von mehr als 10 Euro. Doch auf den steilen Anstieg folgte ein fast ebenso steiler Absturz im Coronavirus-Crash: Bis auf 2,64 Euro krachte die Aktie innerhalb weniger Wochen, bevor eine Kurserholung auf aktuell 5 Euro einsetzte. Hier liegt das Zwischenhoch aus dem Jahr 2016, das aus charttechnischer Sicht möglichst gehalten werden sollte. Die Marktkapitalisierung von 4 Mrd. Euro macht die Aktie allerdings nicht unbedingt zu einem Schnäppchen, denn wie bei allen Platin-Produzenten gilt es den Kurs in Relation zum stark gefallenen Platinpreis zu bringen. Jetzt kommt es vor allem darauf an, dass Implats einen langen Atem beweist, um nach der Coronavirus-Krise von einem erneuten Anstieg des Edelmetalls Platin zu profitieren.

Spekulative Platin-Aktie mit hohem Gewinnhebel

Die Implats-Aktie ist ein hochinteressantes aber auch sehr spekulatives Investment im Platinbereich. Die Höchststände aus dem Jahr 2008 bei über 30 Euro dürften zwar außer Reichweite liegen, aber mittel- oder langfristig könnten Kurse von mehr als 7 oder 8 Euro durchaus wieder drin sein. Bei wieder steigenden Platin-Preisen dürfte Impala Platinum zu den größten Gewinnern unter den Platin-Aktien gehören, denn der Gewinnhebel ist enorm. Rechnen Sie jedoch wie bei allen Rohstoffaktien mit sehr starken Kursschwankungen. Kurshalbierungen oder -verdopplungen sind nicht außergewöhnlich. Investieren Sie entsprechend nur einen sehr kleinen Depotanteil.

Sibanye Stillwater: Die Nummer 2 der Platinförderung

Das in Westonaria, Südafrika ansässige Unternehmen Sibanye Stillwater (ISIN: ZAE000259701 – Symbol (Johannesburger Börse): SSW – Währung: ZAR) ist mit 36,6 geförderten Tonnen Gold der größte südafrikanische Goldproduzent (vor AngloGold Ashanti, Harmony Gold und Gold Fields). Nach den Übernahmen von Aquarius und Stillwater Mining im Jahr 2016 und Lonmin im Juni 2019 ist das Unternehmen mittlerweile der zweitgrößte Platin- und Palladiumhersteller der Welt.

Nach der Übernahme des US-amerikanischen Platin- und Palladium-Produzenten Stillwater Mining im Jahr 2016 hat sich das Unternehmen im Februar 2020 nun zu Sibanye Stillwater umbenannt, auch das Aktienkürzel änderte sich. Der Bergbaukonzern betreibt in Südafrika insgesamt fünf Goldbergwerke. Platin baut das Unternehmen in Rustenburg, Südafrika sowie zusammen mit Palladium in Stillwater in den USA ab. In den USA wird ferner auch eine große Recyclinganlage zur Wiedergewinnung von PGM-Metallen (PGM = Platin Group Metals) unterhalten. Des Weiteren besitzt das Unternehmen in Südafrika auch Uranvorkommen, die bei den derzeit niedrigen Uranpreisen jedoch nicht abgebaut werden.

Streik in Goldminen belastet im ersten Halbjahr 2019

Im ersten Halbjahr 2019 legte ein fünfmonatiger Streik der Minenarbeiter-Gewerkschaft und der Konstrukteurs-Gewerkschaft die Goldminen lahm, was entsprechend stark auf Umsatz und Ergebnis drückte. Der Lohn-Disput konnte im April schließlich erfolgreich beigelegt werden, so dass nach dem erfolgreichen Wiederanlaufen der Produktion im zweiten Halbjahr wieder bessere Ergebnisse erzielt wurden.

Platinmetalle stehen im Jahr 2019 für 85% des Jahresergebnisses

Im Gesamtjahr 2019 wurden insgesamt 18,5 Tonnen Platinmetalle (Vorjahr 18,4 Tonnen) produziert und 26,5 Tonnen (Vorjahr 20,3 Tonnen) recycelt. Platin steht dabei für 51% der Produktionsmenge, Palladium für 42% und Rhodium für die restlichen 7%. Bei einer Umsatzsteigerung von +44% auf 73 Mrd. Rand (ca. 3,94 Mrd. USD) lieferten die Platinmetalle im Jahr 2019 satte 85% des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen (EBITDA) von ca. 15 Mrd. Rand (810 Mio. USD). Das Nettoergebnis lag bei 433 Mio. Rand (23 Mio. USD). Pro Aktie entspricht das unterm Strich für 2019 einem minimalen Gewinn von 0,02 Rand (0,001 USD), nachdem 2018 noch ein kleiner Verlust von 1,10 Rand (ca. 0,06 USD) verbucht wurde.

Dividendenzahlung bei erfolgreichem Schuldenabbau geplant

Der Schuldenabbau der durch den Streik ins Stocken geriet soll nun wieder vorangetrieben werden, um den Schuldenstand mittelfristig von aktuell 23,7 Mrd. Rand (ca. 1,3 Mrd. USD) auf 15 Mrd. Rand (ca. 0,8 Mrd. USD) zu drücken. Der Finanzvorstand (CFO) Charl Keyter hatte angekündigt, wieder eine Dividende zu zahlen, sobald das Verhältnis der Nettoschulden zum EBITDA einen Wert von 1,5 erreicht. Dies ist mittlerweile der Fall und im Jahresbericht kündigte das Unternehmen bereits an für 2019 erstmals seit 2016 wieder eine Dividende zahlen zu wollen.

Spannende Aktie für mutige Anleger

Die Sibanye Gold-Aktie befand sich seit Mitte 2018 wieder im Vorwärtsgang, als die Corona-Krise wie ein Meteorit einschlug. Ausgehend von Tiefstkursen bei 0,45 Euro hat sich die Aktie mittlerweile wieder +144% bis auf knapp auf 3 Euro hochgekämpft. Im Coronavirus Crash folgte ein Rücksetzer auf 0,85 Euro und eine anschließende Erholung auf aktuell ca. 1,75 EUR. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 4,7 Mrd. Euro ist das Unternehmen angesichts der aktuell großen Unsicherheiten fair bewertet. Ohne Streiks könnte Sibanye nach den Übernahmen von Aquarius, Lonmin und Stillwater über kurz oder lang sogar zum weltgrößten Platinproduzenten aufsteigen. Je nachdem, ob auch recyceltes Platin dazugerechnet wird, könnte dieses Ziel sogar in unmittelbarer Reichweite liegen. Mutige Anleger kaufen die Aktie bei einem nochmaligen Rücksetzer im Bereich von 1,40 Euro und spekulieren auf ein Comeback des Platinpreises.

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