Basler Aktie Prognose Basler: Prognose angehoben, was wäre jetzt möglich?

News: Aktuelle Analyse der Basler Aktie

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Basler
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Zur Basler Aktie
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Kurz vor Handelsende hat Basler am Mittwoch vorläufige Ergebnisse zum dritten Quartal vorgelegt und zugleich die 2022er-Umsatz- und Margenprognose angehoben. Die Aktie machte einen Satz nach oben … aber ist das ein Befreiungsschlag, geht jetzt mehr nach oben?

Durch einen immensen Anstieg der Umsätze im Sommerquartal liegt der Saldo der Umsätze bei diesem Spezialisten für optische Überwachung im Industriebereich um 25 Prozent über dem Vorjahreslevel. Das ermöglichte Basler die Anhebung der Jahres-Umsatzprognose von zuvor 235 bis 265 auf jetzt 262 bis 270 Millionen Euro. Zugleich wird man bei der Vorsteuer-Gewinnmarge etwas optimistischer und grenzt deren Prognosespanne von zuvor 9 bis 12 auf jetzt 10 bis 12 Prozent ein. Das klang gut und die Aktie reagierte auch umgehend mit einem Kuranstieg. Doch schon in diesen nur 30 Minuten, die zwischen der ad hoc-Meldung und dem Handelsende verblieben, kam es zu Gewinnmitnahmen, die das zuvor grössere Plus auf 3,66 Prozent eingrenzten.

Das könnte man darauf schieben, dass die Aktie bereits in den Tagen zuvor kräftig gelaufen war. Zwischen dem Tief vom vergangenen Donnerstag bis zum gestrigen Tageshoch lagen über 30 Prozent. Da ist es nicht ungewöhnlich, wenn Anleger bei einem Teil ihrer Position den Gewinn mitnehmen, wenn die „good news“, auf die man gesetzt hatte, auf dem Tisch liegen. Aber die Gewinnmitnahmen könnten auch ein anderes Motiv gehabt haben.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Basler Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Denn auch, wenn Basler die Margen-Prognose etwas zur Oberseite hin anhob, liegt die Vorsteuer-Marge trotzdem klar unter der des Vorjahres. Da lag die Vorsteuer-Rendite in den ersten neun Monaten bei 14,9 Prozent, diesmal liegt sie bei 11,8 Prozent. Das ist alles, nur nicht unbedeutend. Diese geringere Marge egalisiert den positiven Effekt der gestiegenen Umsätze so, dass man damit rechnen muss, dass ein nennenswerter Anstieg des Unternehmensgewinns eher nicht zu erwarten wäre. Was Basler auch nach neun Monaten so ausweist, der Vorsteuergewinn der Monate Januar bei September liegt mit 24,3 Millionen sogar minimal unter dem des Vergleichszeitraums 2021, als 24,5 Millionen erreicht wurden.

Damit sahen die Ergebnisse bei genauem Hinsehen nicht so grandios aus, wie das ein erster, flüchtiger Blick suggerieren würde. Ob der Kursanstieg weitergeht, ist damit zumindest offen. Denn „billig“ ist die Bewertung der Aktie trotz des markanten Abstiegs in diesem Jahr nicht. Zu Jahresbeginn hatten die Anleger unterstellt, dass der Gewinn zügig weiter wachsen wird und der Basler-Aktie deshalb ein hohes Kurs/Gewinn-Verhältnis zugebilligt. Bei einem nur langsamen Gewinnanstieg oder gar einer rückläufigen Tendenz der Unternehmensgewinne wäre die Aktie jetzt aber bereits nicht mehr günstig.

Hinzu kommt ein massiver Kreuzwiderstand aus mittelfristiger Abwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie, der bei 31,70 Euro wartet. Bevor der nicht bezwungen wäre, müsste man mit Blick auf diese gestrigen Vorab-Zahlen damit rechnen, dass die Aktie an dieser Hürde nicht ohne weiteres vorbei kommt. Hier wäre also eher Vorsicht angebracht.

Chart vom 26.10.2022, Kurs 28,35 Euro, Kürzel BSL | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Basler Aktie

Basler ist kein Schwergewicht. Womöglich bekommt das Unternehmen aber weniger Beachtung, als es verdient. Denn die Aktie ist ein massiver Outperformer.

Und selbstverständlich ruft es geneigte antizyklische Investoren auf den Plan, wenn ein Outperformer gehörig unter die Räder die gekommen ist.
Im Fall von Basler ist das ein Absturz von 170 auf aktuell 100 Euro.
Grund genug, um die Lage zu sondieren.

Hochleistungskameras für die Automatisierung

Manchmal fliegen einem die Überleitungen gerade so zu. Sonde ist ein gutes Stichwort.

Basler ist einer der führenden Anbieter für digitale Kameras und deckt damit eine Vielzahl von Anwendungsgebieten ab.
Die Produkte werden in der Industrie, für Fabrikautomation, in der Medizin, in Transport, Verkehr und Logistik und in der Retailbranche genutzt.

Das Produktportfolio umfasst Kameras, Objektive, Beleuchtungslösungen, Hardware für die Highspeed-Bilderfassung (Framegrabber), PC-Karten sowie komplementäres Zubehör und die entsprechende Software.

Basler gehört also zu den Profiteuren der zunehmenden Automatisierung in allen Bereichen und stellt die notwendigen Produkte her, damit andere Firmen Schritte in diese Richtung unternehmen können.

Viele grüne Lichter

In harten Zahlen ausgedrückt, hat das dazu geführt, dass Basler den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 56 auf 215 Mio. Euro steigern konnte.

Der Gewinn legte im selben Zeitraum von 0,40 auf 2,08 Euro je Aktie zu, wobei das Ergebnis zeitweise auch schon höher war.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei der Dividende, die unter dem Strich von 0,10 auf 0,58 Euro je Aktie erhöht wurde.

Der Kapitalbedarf, um das Wachstum zu finanzieren, ist erfreulich niedrig. Daher waren auch keine Kapitalerhöhungen notwendig und die Bilanz ist sauber. Basler hat keine Nettoschulden und 57 Mio. Euro auf der hohen Kante.
Das sind immerhin rund 6% des Börsenwerts.

Vor Volatilität schützt das allerdings nicht, vor allem wenn das KGV bei über 100 liegt, wie es vor wenigen Wochen noch der Fall war.

Enttäuschung

Ausserdem hat man am 30.März einen enttäuschenden Ausblick vorgelegt. Demnach stellt Basler für 2022 „nur“ einen Anstieg der Umsätze um 9-23% auf 235 bis 265 Mio. Euro in Aussicht.

Die Rendite vor Steuer soll bei 9-12% liegen, was rechnerisch einem Vorsteuergewinn von 21-32 Euro entsprechen würde.
Der breite Korridor reflektiert die aktuellen Unsicherheiten und den verhältnismässig frühen Zeitpunkt der Prognose im Geschäftsjahr.

Unter dem Strich wird erwartet, dass der Gewinn von 2,08 auf 2,74 Euro je Aktie steigen wird.

Die Konsensschätzungen sehen für 2023 dann einen weiteren Gewinnsprung auf 3,44 Euro je Aktie vor.

Ausblick und Bewertung

Das nach mehreren starken Geschäftsjahren und bei diesem Ausblick Euphorie aufgekommen ist, ist verständlich. Ein KGV von über 100 rechtfertigt es dennoch nicht.
Doch das müssen wir heute auch nicht mehr bezahlen.

Basler kommt derzeit auf ein KGV von 46,7 und ein KGVe von 35,5. Als klassisches Schnäppchen geht man sicher nicht durch, bei den grossen Fortschritten, die hier geschäftlich erzielt werden, relativiert sich das aber auch schnell.

Man muss zwar eine hohe Bewertung auf den Tisch legen, dafür kauft man aber keine Träume, sondern handfeste Fortschritte.
Daher kam Basler in den letzten Jahren meist auch auf eine Premiumbewertung. Ein KGV von 28 und mehr ist seit Jahren die Regel.

Auf dem aktuellen Niveau wird es also langsam interessant. Denn die geschäftliche Entwicklung dürfte anhaltend gut bleiben.

Der Auftragseingang von Basler ist im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr um 78% auf 322,5 Mio. Euro gestiegen. Zur Jahreswende lag der Auftragsbestand bei 140 Mio. Euro.
Wie man dem Geschäftsbericht entnehmen kann, erlebt man eine anhaltend gute Nachfrage.

Was mir ebenfalls gut gefällt, ist die Tatsache, dass der Firmengründer und heutige Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Basler 53% der Anteile am Unternehmen hält. CEO Dr. Dietmar Ley hält 4% und ein bedeutender Teil der restlichen Aktien befinden sich ebenfalls in der Hand von Grossaktionären.
Nur 27% aller Aktien sind im Free Float.

Chart vom 05.04.2022 Kurs: 102,40 Kürzel: BSL - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 05.04.2022 Kurs: 102,40 Kürzel: BSL – Tageskerzen

Basler hat eine umfassende Korrektur vollzogen und ist zum Unterstützungsband zwischen 102 und 96 Euro zurückgekommen.
Für antizyklische Anleger könnte das eine erste Gelegenheit sein.

Fällt die Aktie jedoch unter 96 Euro, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 87,50 – 82,50 Euro gerechnet werden.
Auf diesem Niveau verläuft der mehrjährige Aufwärtstrend.

Aus Sicht der Bullen sollte der Aufwärtstrend natürlich nicht durchbrochen werden.

Die Basler-Aktie hatte eine beeindruckende Hausse hingelegt: Gegenüber dem Corona Crash-Tief hatte sich der Kurs bis zum Herbst glatt verfünffacht. Doch mittlerweile hat Basler in der Spitze 37 Prozent vom Allzeithoch verloren. Könnte man da nicht schon wieder zugreifen?

Die Basler AG ist Hersteller von digitalen Spezialkameras, die in der Industrie für die Kontrolle und Steuerung von Fertigungs- oder Prüfprozessen eingesetzt werden. Das ist ein ebenso lukrativer wie wachstumsträchtiger Markt. Basler hatte zwar 2018 und 2019 mit Margendruck zu kämpfen, aber das dynamische Wachstum ist mittlerweile zurück. 2020 gelang, trotz Lockdown-Phase, ein Anstieg des Unternehmensgewinns um 17 Prozent. Und für 2021 avisiert Basler selbst beim Vorsteuergewinn (EBT) einen Anstieg zwischen 33 und 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Darüber hinaus gehen nahezu alle Analysten davon aus, dass sich dieses wieder dynamische Wachstum in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Ein Gewinnplus von 30 Prozent in diesem und von 15-20 Prozent im Jahr 2022 ist derzeit Konsens. Dies in Kombination mit der kräftigen Korrektur seit November, die vor allem im Januar deutlich an Fahrt aufgenommen hatte, klingt in der Tat nach einer Einstiegsgelegenheit. Aber zwei Aspekte sollte man da bedenken:

Expertenmeinung: Auf Basis der 2021er-Gewinnerwartung hätte die Basler-Aktie ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 70. Das ist, wenn es bei den vorstehenden, geschätzten Gewinnzuwächsen für 2022 und 2023 bleiben sollte, zu teuer. Eine untypisch hohe Bewertung stört zwar die wenigsten Anleger, solange sich die entsprechende Aktie in einem dynamischen Aufwärtstrend bewegt. Aber Basler bewegt sich in einem Abwärtstrend, hat gerade im Januar ein grosses Topp vollendet – und das ist der zweite Aspekt, den man im Hinterkopf haben muss.

Dass der Kurs kräftig zurückgekommen ist, hat zwar aus einer drastisch überzogenen Bewertung eine gemacht, die „nur“ relativ hoch ist. Aber das bedeutet dennoch, dass der Aktienkurs noch Luft nach unten hätte, bis man die Bewertung als für einen Einstieg auf mittel- oder langfristiger Zeitebene günstig ansehen dürfte. Wenn, sollte die Basler-Aktie daher klare charttechnische Kaufsignale generieren, die dann imstande wären, das Thema der Bewertung in den Hintergrund zu dängen.

Dazu müsste der Kurs aber mindestens über 139 Euro schliessen und dadurch die 20-Tage-Linie, die 200-Tage-Linie sowie die Nackenlinien-Zone des vollendeten, grossen Topps zurückerobern. Zwar deutet der nahe der überverkauften Zone rangierende, im Chart mit eingeblendete RSI-Indikator an, dass Potenzial nach oben vorhanden wäre. Aber ob das reicht, um nicht nur von unten an diese breite, zwischen 127 und 139 Euro gelegene Widerstandszone heran-, sondern auch über sie hinaus zu laufen, ist noch nicht absehbar, daher: Basler auf die Watchlist zu legen, wäre eine gute Idee … jetzt umgehend und auf Verdacht zuzugreifen, eher nicht!

Basler-Aktie: Chart vom 31.01.2022, Kurs 118,60 Euro, Kürzel BSL | Online Broker LYNX