RATIONAL AG Aktie aktuell RATIONAL: Da würde ich jetzt eher nicht die Hand aufhalten!

News: Aktuelle Analyse der RATIONAL AG Aktie

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RATIONAL AG
ISIN: DE0007010803
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Zur RATIONAL AG Aktie

Die RATIONAL AG, der im MDAX notierte Spezialist für Systeme zur thermischen Speisezubereitung, legte am Dienstag die Prognose für das laufende Geschäftsjahr auf den Tisch. Die Anleger honorierten das mit heftigen Abgaben. Was nicht überraschen darf … und es wäre womöglich noch einiges an Spielraum nach unten vorhanden. Der Grund?

Die Prognose lag sehr weit unter dem, was die Analysten bis dahin erwarteten. Und selbst, wenn diese Experten-Prognosen zutreffend gewesen wären, die Analysten waren, was den Kurs der Aktie angeht, bereits höchst skeptisch. Jetzt dürfte so mancher Experte sein Kursziel noch weiter nach unten nehmen. Und das durchschnittliche Kursziel lag bislang mit 545 Euro ohnehin schon meilenweit unter dem aktuellen Kursniveau.

Dass 2020 nicht gut lief, war den Anlegern natürlich klar. Als die 2020er-Bilanz am 4. Februar vorgelegt wurde, fiel die Reaktion daher minimal aus. Umsatz -23 Prozent, Gewinn vor Steuern und Zinsen -53 Prozent … wie hätte es anders sein können bei einem Unternehmen, das die so dermassen unter Druck stehende Gastronomie- und Hotelbranche beliefert. Aber für 2021 sahen die Analysten kräftig steigende Gewinne, hatten im Schnitt einen Gewinnanstieg von 44 Prozent vorhergesagt. RATIONAL selbst sieht das so nicht, wie gestern deutlich wurde.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur RATIONAL AG Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Eine präzise Prognose wollte das Unternehmen nicht abgeben, was nicht überrascht, immerhin ist weiterhin offen, wann und in welchem Ausmass die Hauptkundschaft, d.h. die Hotellerie und die Gastronomie, wieder einigermassen auf normalem Niveau agieren können und dadurch der Auftragseingang anzieht. Aber das, worauf man sich festlegte, erschreckte die Akteure und reichte für ein Minus von 9,63 Prozent in der Aktie:

Leichtes Umsatzwachstum und eine Gewinnmarge auf dem gedrückten Niveau des Vorjahres, das sind eben keine Komponenten, die einen Gewinnanstieg ermöglichen würden, wie ihn die Analysten vorhergesagt hatten. Und selbst, wenn der Gewinn relativ ordentliche 20 Prozent zulegen würde, hiesse das, dass RATIONAL mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von über 80 bewertet wäre … und das, obwohl der Abverkauf gestern die Aktie bereits weit unter den Ende Januar erreichten, bisherigen Höchststand von 888 Euro gedrückt hat.

Aus charttechnischer Sicht ist jedoch noch nicht angebrannt, denn die Aktie hielt genau die Linie, die unbedingt gehalten werden musste: die aus dem Mai stammende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei aktuell 685 Euro. Positiv war auch, dass die Verluste so weit reduziert wurden, dass die Unterstützungszone 700/720 Euro zum Handelsende hielt. Aber: Ein bärisches Signal erst einmal abzuwenden heisst nicht, dass die Aktie deswegen noch bullisch wäre. Um die Kuh charttechnisch vom Eis zu bekommen, müsste RATIONAL schnell wieder über die aktuell bei 813 Euro verlaufende 20-Tage-Linei hinaus und somit diesen Abriss des Dienstags komplett wettmachen. Das scheint angesichts der immens hohen Bewertung, die sich mit dieser 2021er-Perspektive als umso überzogener entpuppt hat, der weit steinigere Weg zu sein als ein in Kürze womöglich doch noch vollzogener Bruch dieser gestern gehaltenen Aufwärtstrendlinie bei 685 Euro.

RATIONAL Aktie: Chart vom 23.02.2021, Kurs 713,00 Euro, Kürzel RAA | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der RATIONAL AG Aktie

Rational hat eine enttäuschende Prognose vorgelegt und kommt gehörig unter die Räder. Wie geht es jetzt weiter? Wo liegen Kursziele und Kaufmarken?

Party zu Ende?

Plötzlich scheint der Wind zu drehen. Ist die grosse Börsenparty jetzt zu Ende?
Das ist zwar durchaus möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist wohl, dass die Party einfach nur andernorts fortgeführt wird.

Seit Wochen findet eine massive Umschichtung von Wachstums- und Technologiewerten in Richtung niedriger bewerteter Aktien statt. Die Masse scheint es nur noch nicht bemerkt zu haben.
Vielleicht wacht sie heute auf.

Heute, gestern, morgen

Die Märkte stehen jedenfalls weltweit unter Druck. Die US-Futures tendieren vorbörslich schwächer. Der Dax notiert aktuell 1,53% im Minus, beim TecDax sind es -3,47%.

Heute können wir wie immer wieder den Effekt beobachten, den ich am Vortag ausführlich beschrieben hatte.

Steht der Markt unter Druck, kommen immer dieselben Aktien unter die Räder. Es sind vor allem zwei Kategorien von Aktien, die betroffen sind.

Wie Sie sie erkennen und ihr Depot schützen können, finden Sie hier heraus:
Kämpfen, fliehen oder tot stellen?

Gut investierte Zeit

In dem Artikel hatte ich einige Aktien explizit angesprochen, allesamt stehen auch heute wieder auf der Abschussliste.
Delivery Hero notiert aktuell 7,10% im Minus, bei Varta sind es -7,32%, Metro gibt um 5,41% nach, SMA Solar um 6,18% und ElringKlinger rauscht um 8,15% ab.

Es ist also gut investierte Zeit an Tagen wie heute einen kurzen Blick die die Top-Flop-Listen von Dax oder auch S&P500 zu werfen.

Es handelt sich dabei um eine der einfachsten Methoden sowohl kurzfristig als auch mittelfristig problematische Aktien zu identifizieren.

Hier finden Sie einen Überblick auf der Seite von LYNX:
Überblick über alle wichtigen Aktienkurse von Frankfurt bis zur Wall Street.

Aufgerückt

Heute sind HeidelbergCement (-3,30%), Shop Apotheke (-11,06%), Home24 (-13,78%), Nordex (-11,67%) und Sartorius (-8,52%) in die unrühmliche Riege aufgerückt.

All diese Aktien erfüllen eine oder beide Kriterien, die im zuvor verlinkten Artikel beschrieben wurden.
Entweder haben die Papiere eine massive Rallye hinter sich und sind vergleichsweise (sehr) hoch bewertet, oder die Unternehmen haben ganz grundlegende Probleme.

Timing

Rational ist sicherlich auch sehr ambitioniert bewertet und wurde als Vehikel zum Zocken genutzt, das Unternehmen hat aber keine grundlegenden Probleme.

Es ist vor allem unglückliches Timing, dass Rational gerade heute einen enttäuschenden Ausblick vorgelegt hat.
In einem ohnehin schwachen Marktumfeld wird das doppelt bestraft. Aktuell notiert die Aktie über 12% im Minus.

Grund genug, um die Lage zu sondieren.

Das grosse Bild

Rarional ist ein grundsolides Unternehmen und verzeichnet darüber hinaus auch ein ordentliches Wachstum.

In den letzten zehn Jahren ist der Umsatz von 350 auf 844 Mio. Euro gestiegen. Das Ergebnis kletterte von 7,02 auf 15,09 Euro je Aktie.

Das kann sich sehen lassen und dementsprechend ist der Hersteller von Gross- und Industrieküchengeräten seit jeher ein Anlegerliebling.

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ein nicht unerheblicher Teil der Anleger das Unternehmen mit dem Pharmakonzern Ratiopharm verwechselt.

Aktuelle Lage und Ausblick

Die Bewertung ist anhaltend hoch, die Aktie hat kürzlich sogar ein neues Allzeithoch markiert.
Das ist durchaus erstaunlich, da das Unternehmen spürbar unter der Krise leidet.

Während der Pandemie waren oder sind Grossküchen und Kantinen vielerorts geschlossen. Von der Gastronomie ganz zu schweigen.

Bereits vor Monaten war klar, wie schlecht das Geschäft läuft. Im Juli vergangenen Jahres legte man beispielsweise Halbjahreszahlen vor (Link).
Der Umsatz war von 399,4 auf 298,0 Mio. Euro eingebrochen, das Ergebnis sank von 6,74 auf 1,57 Euro je Aktie.

Selbstverständlich hat sich das im Jahresverlauf in ähnlicher weise fortgesetzt. Vorläufigen Zahlen zufolge ist der Umsatz 2020 um 23% auf 650 Mio. Euro eingebrochen.
Das EBIT dürfte sich von 231 auf 107 Mio. Euro mehr als halbiert haben.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Bisher hatten Anleger aber wohl die Hoffnung, dass die Probleme bald überwunden sein werden.
So wie es aussieht, dürfte das 2021 aber noch nicht der Fall sein.

Rational erwartet in diesem Jahr nur ein leichtes Umsatzwachstum und eine unveränderte EBIT-Marge (Link).
Das würde bedeuten, dass 2021 nicht viel besser als das Krisenjahr 2020 wird.

Wer sich hier engagieren möchte, sollte also einen langen Atem mitbringen. Auf der anderen Seite sind die Erwartungen jetzt dermassen im Keller, dass positive Überraschungen nicht schwer sein dürften.

Mittelfristig sollte das Unternehmen wieder an alte Erfolge anknüpfen und dementsprechend wären grössere Rücksetzer wohl eine Gelegenheit.

Das KGV von Rational liegt seit Jahren meist über 40. Das war und ist eine grenzwertig hohe Bewertung.
Aber der Markt gesteht es diesem Unternehmen eben zu.

Nimmt man den Gewinn aus 2019 an Grundlage, würde ein KGV von 40 einem Kurs von 600 Euro entsprechen.
Erst auf diesem Niveau wird es für langfristige Investoren interessant.

Chart vom 23.02.2021 Kurs: 692 Kürzel: RAA - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 23.02.2021 Kurs: 692 Kürzel: RAA – Wochenkerzen

RATIONAL ist ein Hersteller hochwertiger Systeme zur thermischen Speisezubereitung. Profan liesse sich das als „Herd“ bezeichnen, aber hier geht es um ausgefeilte Systeme, die sehr gezielt mit Heissluft und Dampf arbeiten (Combi-Dämpfer-Technologie). RATIONAL beliefert die Gastronomie, Grossküchen und Hotels und verbucht dabei seit Jahren konstant steigende Umsätze. Bis auf das Jahr 2020 natürlich. Denn wenn die Kundschaft derartige Probleme hat, kann es dem Zulieferer nicht besser gehen. Das Unternehmen selbst hat keine Prognose für das Gesamtjahr 2020 gestellt, die Ergebnisse des vierten Quartals stehen noch aus. Aber was bislang auf dem Tisch liegt, macht klar, dass Umsatz, Marge und Gewinn in ein tiefes Tal geworfen wurden, aus dem herauszukommen Zeit brauchen wird.

Die Analysten sehen für 2020 im Schnitt einen Gewinnrückgang um 60 Prozent und die Rückkehr zu den Rekordgewinnen des Jahres 2019 erst 2022 oder 2023. Was angesichts der Situation, in der sich die potenziellen Kunden von RATIONAL befinden, nachvollziehbar ist. Doch wer denkt, dass eine solche Aktie am Boden liegen müsste, irrt: Das Hoch vom 28. Januar bei 888 Euro war ein Verlaufsrekord. Und damit sehen wir hier eine Aktie, bei der man sich genau überlegen sollte, ob man womöglich recht lange ausharren will, bis dieser Kurslevel, so er denn gehalten werden könnte, von den der Bilanz unterfüttert wird – oder ob man nicht doch besser Kasse macht, zumal:

Expertenmeinung: Derzeit könnte man sich nicht, wie es oft der Fall ist, an vereinzelte Analystenmeinungen hängen, die positiv nach oben abweichen, um ein Ausharren zu begründen. Denn selten sind sich die Analysten so einig wie hier: die Aktie ist zu teuer. Deutlich zu teuer. Von den neun die Aktie beobachtenden Analysten bewertet die Aktie momentan keiner mit „Übergewichten“ oder „Kaufen“. Halten ist die beste Note … und die ist nur zweimal vertreten. Dabei sind sechs dieser Eistufungen recht aktuell, stammen allesamt aus den letzten zwei Wochen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei ca. 510 Euro und damit sehr weit unter dem aktuellen Aktienkurs. Damit nicht genug, mahnt auch die Charttechnik zur Vorsicht:

Die Aktie läuft in einem mittelfristigen Aufwärtstrendkanal. An dessen oberer Begrenzung ist RATIONAL beim Erreichen des Verlaufsrekords Ende Januar abgeprallt. Dass dieser Tag, an dem neue Rekorde markiert wurden, mit einem „Shooting Star“ im Minus endete, ist auffällig. Und nicht minder auffällig ist, dass die letzten beiden Hochs von Ende November und Ende Januar keine neuen Hochs im unten im Chart eingeblendeten RSI-Indikator markierten, d.h. wir sehen hier eine potenziell bärische negative Divergenz. Charttechnisch bärisch wäre diese Aktie erst bei Kursen unter 700 Euro. Aber das wäre vom derzeitigen Kurs aus ein weiter Weg nach unten, daher wäre es eine Überlegung wert, sich hier zumindest mit einem Teil der Position zu verabschieden.

Chart vom 03.02.2021, Kurs 828,50 Euro, Kürzel RAA | Online Broker LYNX