Die besten Schweizer Aktien

Der Schweizer Aktienmarkt und wie Sie von dessen Entwicklung 2020 profitieren können

Obwohl die Schweiz für viele europäische Investoren eigentlich „um die Ecke“ liegt, denken eher wenige daran, dort auch in Aktien zu investieren. Die Schweiz taucht selten in der medialen Berichterstattung der Märkte auf, da dominiert die Wall Street mit ihren grossen Namen. Ausserdem wirkt es ja irgendwie, als bliebe man in der Schweiz auch in Bezug auf die Börse lieber unter sich. Was man oft als Begründung hört, warum Anleger der Schweiz als Investment-Ziel fernbleiben, sind folgende Argumente:

  • Die Schweiz ist ja nicht in der EU oder gar in der Eurozone, wer weiss, was da für Regeln gelten.
  • Da die Schweiz nicht in der Eurozone ist, gibt es ein Währungsrisiko.
  • Der Schweizer Aktienmarkt läuft nicht gut, der SMI hinkt dem DAX meilenweit hinterher.

Das Problem mit diesen Argumenten ist: Sie entsprechen nicht der Realität! Wir zeigen Ihnen im Folgenden, dass der Börsenplatz Schweiz ganz im Gegenteil ein ausserordentlich interessantes Ziel für Ihr Kapital ist.

Ein Hinweis zum Handel mit Schweizer Aktien an den Börsen der Eurozone

Aktuell ist der Handel von Schweizer Aktien an EU-Handelsplätzen nicht möglich

Aufgrund von Unstimmigkeiten über ein gemeinsames Rahmenabkommen, das langfristige Beziehungen verschiedener Art zwischen der EU und der Schweiz klären soll, hat die EU ein anderes Abkommen mit der Alpenrepublik, welches die Schweizer Börsenplätze als gleichwertige Handelsplätze ausgezeichnet hätte, auslaufen lassen. Seitdem dürfen Händler aus der EU in Zürich nur noch eingeschränkt handeln. Die Schweiz hat dafür im Gegenzug den Handel von Schweizer Wertpapieren an europäischen Handelsplätzen wie der Deutschen Börse oder der London Stock Exchange verboten.

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Da Sie als LYNX Kunde die Möglichkeit haben, direkt in der Schweiz zu traden, können Sie über die Schweizer Börse weiterhin Aktien handeln.

Vier Charts, die den Börsenplatz Schweiz in einem anderen Licht zeigen

Die Schweiz hat weitaus mehr zu bieten als Berge, Banken, Uhren und Käse. Nicht umsonst rangiert das kleine Land in der Liste der Länder mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf Platz drei hinter Luxemburg und Irland (Stand 2019). Die Lebenshaltungskosten dort sind hoch, keine Frage. Aber das ist, wenn Sie in Schweizer Aktien investieren, nicht Ihr Problem. Und weshalb sich das lohnen kann, zeigen wir Ihnen in den folgenden vier Charts.

Stabiles Wachstum

Zum einen liegt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schweiz recht deutlich über dem der Eurozone (die aktuellsten Daten beleuchten jeweils das zweite Quartal 2020). Gerade beim derzeitigen Einbruch der Volkswirtschaften im Zuge der Corona-Krise ist dieser Unterschied sehr deutlich zu sehen. Zum anderen zeigt dieser Chart seit Ende 1999, dass das Wachstum der Schweiz sich deutlich weniger volatil gestaltet. Hier geht es also weit weniger stürmisch zu als in der umliegenden Eurozone, was für mittel- und langfristige Investoren von Vorteil ist.

Währungsrisiko Schweizer Franken? Im Gegenteil!

Dass Währungen zueinander schwanken, ist klar. Dass man dann auch mal Verlust machen könnte, wenn man in ausländische Aktien investiert, weil die dortige Währung zur eigenen fällt, ist ein Aspekt, den man immer im Hinterkopf haben muss. Aber ausgerechnet der Schweizer Franken ist wirklich keine Währung, bei der man damit rechnen müsste, dass sie zum Euro auf einmal dramatisch abwertet. Natürlich gibt es auch in der Relation Schweizer Franken zum Euro immer mal wieder kräftige Impulse. Aber dieser folgende Chart, der abbildet, wie viel Euro man für einen Schweizer Franken bezahlen muss, zeigt:

Der Trend weist seit über 30 Jahren nach oben. Der Franken bewegt sich zum Euro in einem Aufwärtstrend, so dass man langfristig zu den Kursgewinnen am Aktienmarkt auch noch Gewinne über den steigenden Wert der Frankens verbuchen konnte. Und derzeit gibt es keine tauglichen Argumente dafür, dass sich dieser Aufwärtstrend des Frankens grundsätzlich umkehren würde.

Im Gegenteil finden sich gleich drei Argumente, die für den Schweizer Franken sprechen. Zum einen die ausgeprägte Wachstumsschwäche der Eurozone. Dann der immer noch im Raum stehende Handelskrieg mit den USA. Darüber hinaus die offene Frage, ob es zu einer dauerhaften, auch für die EU vorteilhaften Einigung mit Grossbritannien kommt. Argumente, die erwarten lassen, dass der Franken eine gute Chance hat, gegenüber dem Euro auch mittelfristig weiterhin deutlich begehrter zu sein und tendenziell zu steigen.

Meist Vorteile in der Dividendenrendite

Neben dem Aktienkurs und der Tendenz der Währung zum Euro ist für einen Investor natürlich auch die Dividendenrendite ein wichtiger Aspekt. Im Durchschnitt liegt die Dividendenrendite der 30 Aktien des Dow Jones derzeit gerade einmal bei 1,72 Prozent. Das ist spürbar weniger als am deutschen Aktienmarkt, bei dem der Dividenden-Schnitt aktuell, im September 2020, bei 2,76 Prozent liegt. Das in Verbindung mit dem kräftig schwankenden Euro/US-Dollar-Kurs ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor, wenn man als deutscher Anleger in US-Aktien investiert. Und was hat die Schweiz zu bieten? Sehen Sie selbst:

Mit 3,07 Prozent liegt die durchschnittliche Dividendenrendite in der Schweiz im September 2020 sogar noch über der ohnehin ansehnlichen deutschen Durchschnittsrendite. Das ist besonders positiv zu werten, weil die Grösse, die zur Berechnung der Dividendenrendite nötig ist, nämlich der Kurs der Aktien, in der Schweiz höher ist als hierzulande. Denn der Schweizer Aktienmarkt hat sich entgegen der landläufigen Meinung, dieser sei ziemlich „lahm“, in Wahrheit besser entwickelt als der deutsche, wie Sie im Folgenden sehen werden.

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich tadellos entwickelt

Der Swiss Market Index, kurz SMI, ist der für den Börsenplatz Schweiz entscheidende Index, denn die in ihm gelisteten 20 Aktien repräsentieren 90 Prozent der Marktkapitalisierung der in der Schweiz börsennotierten Unternehmen. Andere Aktien sind also im Vergleich echte „Small Caps“ und daher für ausländische Investoren aufgrund der naturgemäss geringeren Liquidität nicht ideal. Aktien, die im SMI notiert sind, müssen äusserst strenge Kriterien erfüllen, was die Berichtspflichten angeht. Da gibt es keinen Grund zur Sorge. Dass die Schweiz nicht in der EU ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Wir werden uns im Folgenden die in diesem Index notierten 20 Aktien genauer ansehen, zunächst aber zum SMI selbst. Das Argument, der Index laufe nicht recht, der DAX sei da weitaus dynamischer, ist schlichtweg falsch. Warum? Weil all diejenigen, die dieses Argument ins Feld führen, Äpfel mit Birnen vergleichen. Denn der DAX, den wir aus den Medien kennen, ist ein sogenannter Performanceindex, der SMI jedoch ein Kursindex. Der Unterschied? Immens, denn:

Bei einem Performanceindex werden die Dividenden mit eingerechnet, zählen also zur Performance hinzu. Das macht über die Jahre hinweg einen grossen Unterschied gegenüber einem sogenannten Kursindex aus, der ausschliesslich die Kursveränderungen der im Index enthaltenen Aktien misst. Und da der SMI ein Kursindex ist, ist der Vergleich mit der üblichen Darstellung des DAX als Performanceindex falsch.

Vergleicht man den SMI mit dem DAX Kursindex, der Darstellungsform des DAX, die ebenfalls nur die Kursveränderungen der Aktien misst, ergibt sich, wie der folgende Chart ab dem Jahr 2000 zeigt, ein ganz anderes Bild. Da schlägt der SMI den DAX. Und das deutlich. Und bedenken Sie: In der Schweiz ist die durchschnittliche Dividende, die es noch „obendrauf“ gibt, auch noch, zumindest meistens, höher als am deutschen Aktienmarkt.

Interview mit Börsenstratege Ulrich W. Hanke

Welche Schweizer Aktien zu empfehlen sind und was grundsätzlich zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Interview.

Die aktuell zehn besten Schweizer Aktien

Aber was wäre als Investment am Schweizer Aktienmarkt interessant, welches sind die besten Aktien? Die drei mit Abstand grössten, am schwersten gewichteten Aktien sind Nestlé, Roche und Novartis. Sie machen zusammen über 50 Prozent in der Gewichtung des SMI aus. Und der wiederum bildet, wie eingangs erwähnt, 90 Prozent der Marktkapitalisierung aller Schweizer Aktien ab. Aber die grössten Aktien müssen nicht die besten sein. Daher haben wir für Sie ein Ranking der aus unserer Sicht derzeit interessantesten zehn Aktien erstellt, und zwar nach folgenden Kriterien:

Wir haben die mittelfristige Performance der 20 Aktien des SMI über ein Jahr ebenso verglichen wie die langfristige Performance über fünf Jahre. Die zehn im Schnitt dieser beiden Kriterien besten SMI-Aktien wurden ausgewählt, um sich den drei weiteren Kriterien zu stellen:

Die aktuelle Dividendenrendite auf Basis der Dividendenauszahlung für 2019 (je höher, desto besser)in Relation zum heutigen Kurs, das erreichte Gewinnwachstum im Jahr 2019 und die Bewertung über das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des Kurses vom 10.09.2020 und des 2019 erzielten Gewinns (je niedriger, desto besser). Die jeweils beste Aktie einer Kategorie erhielt zehn Punkte, die schwächste einen Punkt. Der Saldo entscheidet über die Reihenfolge dieser zehn besten der zwanzig Aktien des Swiss Market Index SMI.

Die besten zehn Aktien im Schweizer SMI-Index

Schweizer AktieBranchePerformance 5 JahrePerformance 1 JahrGewinnwachstumDividendenrenditeBewertung/KGVSaldo
Nestlé S.ANahrungsmittel66105734
Zurich Insurance GroupVersicherung337101033
Lonza Group AGChemie/Pharma101081130
Sika AGChemie/Pharma9962329
Geberit AGSanitär7754528
RocheChemie/Pharma2296827
SGS S.APrüfungen/Kontrollen5528626
Givaudan SAChemie/Pharma8833224
Swisscom AGTelekommunikation1149924
ABB LtdTechnologie4417420
10 Punkte: beste Aktie in dieser Kategorie … 1 Punkt: schwächste Aktie in dieser Kategorie

Sie sehen: In unseren Top Ten sind einige grosse, bekannte Unternehmen wie Crédit Suisse, Novartis oder die UBS gar nicht dabei. Was nicht heisst, dass es sich da um „schlechte“ Aktien handeln würde. Aber im Saldo unserer fünf Kriterien finden sich derzeit eben genau diese zehn Aktien aus dem SMI-Index. Lohnt sich da derzeit der Einstieg?

Lohnt sich aktuell der Einstieg in Schweizer Aktien?

Sehen wir uns dazu zunächst den SMI-Index an sich an, danach werfen wir einen Blick auf die drei stärksten Aktien unseres Rankings.

Wie oben bereits dargelegt, hat sich der Swiss Market Index (SMI) über die vergangenen 20 Jahre deutlich besser entwickelt als der Dax, wenn man diesen als Kursindex betrachtet und den SMI damit auf der korrekten Berechnungsebene vergleicht.

Der Corona-Crash vom Februar und März 2020 ging auch am Schweizer Aktienmarkt nicht vorbei. Aber Sie sehen, dass es gelang, die langfristige, im Jahr 2011 etablierte Aufwärtstrendlinie auf Monats-Schlusskursbasis zu halten und schnell wieder über die langfristig wichtige Zone 9.450/9.550 Punkte zu laufen. Seither konnte der SMI mehrere Monate in Folge zulegen. Aber natürlich sollte man als Anleger hier jederzeit mögliche Rückschläge einkalkulieren, denn noch haben wir in diesem September 2020 eine Situation, in der die Investoren eine vollständige Erholung der Wirtschaft vorwegnehmen, so dass Enttäuschungen immer möglich sind.

Werfen wir jetzt einen kurzen Blick auf die drei Aktien aus dem SMI-Index, die in unserem Ranking im September 2020 am stärksten abgeschnitten haben, beginnend mit dem dritten Platz. Die abgebildeten Charts decken alle einen Zeitraum von fünf Jahren ab.

Unsere drei besten Schweizer Aktien im Detail

3. Platz: Lonza Group

Die Lonza Group (ISIN: CH0013841017 – Symbol LONN – Währung CHF) gehört zu den weltweit grössten Pharmaunternehmen. Während der SMI selbst noch einiges an Spielraum zu seinem bisherigen Rekordhoch aufweist, hat die Lonza Group-Aktie im August neue Rekordhochs erklommen und war nicht nur über ein Jahr, sondern auch über fünf Jahre der absolute Spitzen-Performer unter den Aktien des SMI. Auch beim Gewinnwachstum erreichte das Unternehmen vordere Plätze. Diese Super-Rallye führte aber dazu, dass die Aktie im Vergleich zu den anderen Aktien aus den Top 10 ein hohes Kurs/Gewinn-Verhältnis hat, d.h. bereits teuer bewertet ist und eine niedrige, weit unter dem Schnitt der Schweitzer Aktien liegende Dividendenrendite hat, weshalb es in unserer Gesamtbewertung „nur“ für Platz drei reichte.

2. Platz: Zurich Insurance Group

Die Zurich Insurance Group (ISIN: CH0011075394 – Symbol ZURN – Währung CHF) lag, das sehen Sie auch auf den ersten Blick im Chart, bei der Performance nicht auf den vorderen Plätzen. Aber in Sachen Dividendenrendite und Kurs/Gewinn-Verhältnis belegte das Allround-Versicherungsunternehmen, das lückenlos weltweit agiert, jeweils den Spitzenplatz. Bei solchen Vorzügen bietet sich diese Aktie vor allem für langfristig denkende Investoren an.

1. Platz: Nestlé

Nestlé (ISIN: CH0038863350 – Symbol NESN – Währung CHF) ist einer der Riesen unter den Nahrungsmittelherstellern dieser Welt. Nestlé ist vor Roche die „schwerste“ Schweizer Aktie, hat also die höchste Marktkapitalisierung. Nestlé hatte 2019 ein immenses Gewinnwachstum, lag in dieser Kategorie vor allen anderen Aktien unserer Top 10. In den anderen Bereichen war Nestlé zwar nur „gut“. Aber das gilt für die Performance ebenso wie für die Bewertung … und diese insgesamt überzeugende Vorstellung brachte am Ende die meisten Bewertungspunkte und der Aktie das Siegerpodest unter unseren Top-Aktien aus dem SMI im September 2020.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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