Die Top 7 Trading-Strategien

Viel zu viele Anleger handeln ohne ein konkretes System – und viele erleiden dadurch hohe Verluste. Man kauft mal hier, mal da, oft auf Basis von Tipps anderer, aus einer Laune heraus oder weil etwas gerade „billig“ wirkt. Das Ergebnis: Ein völlig unstrukturiertes und nicht sinnvoll überwachtes Depot, in dem Gewinne nicht zur rechten Zeit realisiert und Verluste einfach laufen gelassen werden. Dabei ist es leicht zu vermeiden, dass Aktien für einen Anleger zum Verlustbringer werden.

Entscheidend, um erfolgreich zu investieren, ist als erster Schritt, eine Struktur ins Investment zu bringen. Eine Trading-Strategie muss her, die Sie als Anleger wie ein Rückgrat begleitet. Es gibt eine Vielzahl möglicher Strategien. Doch nicht jede ist für jeden Investor geeignet. Es findet sich in der Palette möglicher Strategien sogar die eine oder andere, die nur gut klingt, aber nicht effektiv funktioniert oder längst von der Entwicklung der Märkte überholt ist. Wir stellen Ihnen in diesem Artikel sieben funktionierende Strategien vor, um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, welche dieser Vorgehensweisen Ihnen liegen könnte.

Die Dividendenstrategie

Die Dividendenstrategie basiert auf der Grundidee, dass Unternehmen, die auf ihre Aktien hohe Dividenden zahlen, damit nicht nur aufgrund dieses aus der Dividende resultierenden zusätzlichen Gewinns lukrativ sind, sondern auch, weil sie solide sind, auf sehr stabilen Füßen stehen, denn ansonsten könnten sie diese hohen Dividenden nicht zahlen.

Gerade in unsicheren Börsenphasen kann diese Dividendenstrategie daher sehr vorteilhaft sein, während man in Phasen starken Wirtschaftswachstums und dynamischen Aufwärtstrends am Aktienmarkt eher auf wachstumsstärkere Unternehmen setzt, die ob des schnellen Wachstums zwar wenig oder keine Dividende zahlen, dafür aber höhere Kursgewinne erwarten lassen.

Informationen zu besonders dividendenstarken Aktien finden Sie in diesem aktuellen Beitrag: „Die 15 besten Dividenden-Aktien Deutschlands“.

Steckbrief Dividendenstrategie:

  • Zeithorizont: mittel- und langfristig
  • Risiko: niedrig bis mittel
  • Gewinndynamik: mittel
  • Zugehörigkeit: fundamentale Analyse
  • Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand: niedrig

Die Value-Strategie

Mit der Value-Strategie setzt ein Investor auf Aktien, deren Unternehmen besonders „wertvoll“ in dem Sinne sind, dass die Aktien im Verhältnis zum Wert des Unternehmens besonders günstig sind. Hierzu setzt man den Buchwert, d.h. den Wert aller dem Unternehmen zugehörigen Werte, in Relation zum Wert aller ausgegebenen Aktien. Bei „Value-Aktien“ liegt der Buchwert des Unternehmens höher als der der ausgegebenen Aktien, diese lassen sich also in dieser Hinsicht als unterbewertet ansehen.

Die Value-Strategie geht auf den Wirtschaftswissenschaftler und Investor Benjamin Graham zurück. Heutzutage ist Warren Buffett einer der bekanntesten Großinvestoren, die nach dieser Strategie agieren. Mehr zu ihm und diesem Systemansatz lesen Sie in diesem Beitrag über die Investorenlegende: „Warren Buffett: Der nette Milliardär von nebenan“.

Steckbrief Value-Strategie:

  • Zeithorizont: langfristig
  • Risiko: niedrig bis mittel
  • Gewinndynamik: mittel bis hoch
  • Zugehörigkeit: fundamentale Analyse
  • Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand: mittel

Die Bottom Fishing-Strategie

Wie der Name es schon andeutet, geht es bei dieser Strategie darum, nach Möglichkeit einen „Bottom“, einen Boden, zum Einstieg zu erwischen. Dabei geht es weniger um kurzfristige Korrekturen oder Rücksetzer, sondern um Böden, die sich bei Aktien nach größeren und/oder längeren Abwärtsbewegungen herausbilden.

Diese Strategie fußt auf der technischen Analyse, speziell der Charttechnik. Der Anleger sucht gezielt noch vollendeten Trendwendeformationen, die die Wahrscheinlichkeit eines neuen Aufwärtstrends erhöhen und es ihm erlauben, auf günstigem Niveau in Aktien einzusteigen und diese mittelfristig, im Idealfall auch langfristig, zu halten.

Mehr zum Thema in diesem Beitrag: „Die Bottom Fishing Strategie: Geduld wird belohnt“.

Steckbrief Bottom Fishing-Strategie:

  • Zeithorizont: mittel- bis langfristig
  • Risiko: mittel
  • Gewinndynamik: mittel bis hoch
  • Zugehörigkeit: technische Analyse
  • Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand: mittel

Die Trendfolge-Strategie

Die Trendfolgestrategie ist eine bewährte Vorgehensweise für Anleger auf allen Zeitebenen. Die Grundidee: Wer mit dem Trend agiert und nicht gegen ihn, wird zwar nie genau am Tief ein- und genau am Hoch aussteigen, da sich ein Trend immer erst einmal etablieren muss und es eine Zeit lang dauert, bis ein solcher Trend nach einem Hoch wirklich bricht. Aber dafür agiert man „mit dem Strom“, folgt also der Mehrheit der Investoren und der übergeordneten Richtung der Kursbewegung.

Der Vorteil dabei ist, dass die den Trend ausmachenden Leitlinien sukzessive dem Trend nachfolgen, so dass es möglich ist, die Absicherung der Position z.B. parallel zu einer steigenden Trendlinie, die einen Aufwärtstrend definiert, sukzessiv enger zu ziehen.

Zum Thema der Trendfolge finden Sie in diesen Beiträgen weitere Informationen: Trading mit Systemen (1): Trendfolge-Indikatoren und Trading mit Systemen (2): Gleitende Durchschnitte.

Steckbrief Trendfolge-Strategie:

  • Zeithorizont: alle Zeithorizonte möglich
  • Risiko: je kürzer der Zeithorizont desto höher
  • Gewinndynamik: mittel bis hoch
  • Zugehörigkeit: technische Analyse
  • Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand: je kürzer der Zeithorizont desto höher

Die Swing Trading-Strategie

Die Grundidee des Swing Tradings ist eine Kombination aus der Bottom Fishing- und der Trendfolgestrategie. Der Anleger agiert strikt trendfolgend, indem er ausschließlich in Richtung des vorherrschenden Trends agiert und dabei Gelegenheiten zum Einstieg nutzt, bei denen der Kurs nahe an die den Trend begleitende charttechnische Führungslinie heranläuft, sei es eine Trendlinie oder ein gleitender Durchschnitt. Er setzt darauf, dass dieser Leitstrahl auch diesmal zum Sprungbrett für einen neuen Trendimpuls wird. Der Vorteil des Swing Tradings ist, dass der Investor nahe an der für den Trend entscheidenden Zone einsteigt und dadurch in die Lage versetzt wird, mit engen Stoppkursen zu arbeiten.

Zum Thema Swing Trading werden wir in Kürze einen ausführlicheren Beitrag bereitstellen.

Steckbrief Swing Trading-Strategie:

  • Zeithorizont: kurz- bis mittelfristig
  • Risiko: mittel bis hoch
  • Gewinndynamik: mittel bis hoch
  • Zugehörigkeit: technische Analyse
  • Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand: mittel bis hoch

Die Momentum- oder auch Top/Flop-Strategie

Die Momentum-Strategie ist eine sehr effektive Strategie, mit der Trader den Schwung eines Impulses nutzen, egal, ob es sich da um Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffe handelt. Da, wo die stärkste Intensität einer Bewegung, d.h. das höchste „Momentum“, vorliegt, springt man auf den Zug auf und versucht, diesen Impuls maximal auszureizen. Das bedeutet, dass man gezielt bei den stärksten Werten Long, zugleich aber auch bei den schwächsten Werten Short geht.

Das erfordert Erfahrung und absolute Disziplin. Daher wäre dies eine Strategie, die erfahrenen Marktteilnehmern vorbehalten sein sollte, zumal man hier grundsätzlich eher kurzfristig agiert und mit einem höheren Zeitaufwand zu rechnen hat.

Zum Thema der Momentum-Strategie werden wir Ihnen in Kürze einen ausführlicheren Beitrag bereitstellen.

Steckbrief Momentum-Strategie:

  • Zeithorizont: kurz- bis maximal mittelfristig
  • Risiko: hoch
  • Gewinndynamik: hoch
  • Zugehörigkeit: technische Analyse
  • Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand: hoch

Die Scalping-Strategie

„Scalping“ bezeichnet die kurzfristigste aller Trading-Strategien. Der Trader nutzt ganz kurzfristige Gelegenheiten, baut eine Position auf und stellt sie sofort wieder glatt, sobald ein Gewinn erreicht ist. Um daraus taugliche Profite zu erzielen, agieren „Scalper“ meist mit hohem Kapitaleinsatz. Man findet die „Scalper“ vor allem im Bereich des Rohstoff- und Devisen-Tradings, aber auch bei Aktienmarkt-Futures wird diese Strategie häufig eingesetzt.

„Scalper“ arbeiten ausschließlich auf Basis der Technischen Analyse und mit sehr kurzfristigen Zeithorizonten. Dementsprechend ist diese Vorgehensweise sehr erfahrenen und disziplinierten Tradern vorbehalten, denn so reizvoll und spannend diese Strategie auch ist, sie beinhaltet von allen hier vorgestellten Strategien auch das höchste Risiko.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie hier: „Scalping – eine Strategie für aktive Daytrader“.

Steckbrief Scalping-Strategie:

  • Zeithorizont: kurzfristig
  • Risiko: hoch
  • Gewinndynamik: hoch
  • Zugehörigkeit: technische Analyse
  • Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand: hoch

 

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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