Die besten Schweizer Aktien 2019

Der Schweizer Aktienmarkt und wie Sie von dessen Entwicklung 2019 profitieren können

Obwohl die Schweiz für viele europäische Investoren eigentlich „um die Ecke“ liegt, denken eher wenige daran, dort auch in Aktien zu investieren. Die Schweiz taucht selten in der medialen Berichterstattung der Märkte auf, da dominiert die Wall Street mit ihren großen Namen. Außerdem wirkt es ja irgendwie, als bliebe man in der Schweiz auch in Bezug auf die Börse lieber unter sich. Was man oft als Begründung hört, warum Anleger der Schweiz als Investment-Ziel fernbleiben, sind folgende Argumente:

  • Die Schweiz ja nicht in der EU oder gar in der Eurozone, wer weiß, was da für Regeln gelten.
  • Da die Schweiz nicht in der Eurozone ist, gibt es ein Währungsrisiko.
  • Der Schweizer Aktienmarkt läuft nicht gut, der SMI hinkt dem DAX meilenweit hinterher.

Das Problem mit diesen Argumenten ist: Sie entsprechen nicht der Realität! Wir zeigen Ihnen im Folgenden, dass der Börsenplatz Schweiz ganz im Gegenteil ein außerordentlich interessantes Ziel für Ihr Kapital ist.

Vier Charts, die den Börsenplatz Schweiz in einem anderen Licht zeigen

Die Schweiz hat weitaus mehr zu bieten als Berge, Banken, Uhren und Käse. Nicht umsonst rangiert das kleine Land in der Liste der Länder mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf Platz zwei hinter Luxemburg. Die Lebenshaltungskosten dort sind hoch, keine Frage. Aber das ist, wenn Sie in Schweizer Aktien investieren, nicht Ihr Problem. Und weshalb sich das lohnen kann, zeigen wir Ihnen in den folgenden vier Charts.

Stabiles Wachstum

Derzeit liegt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schweiz (hier liegen aktuell nur Daten bis zum dritten Quartal 2018 vor, das BIP des vierten Quartals wird Ende Februar veröffentlicht) zwar nur leicht über dem der Eurozone. Aber dieser Chart seit Ende 1999 zeigt, dass das Wachstum der Schweiz sich deutlich weniger volatil gestaltet und im langfristigen Durchschnitt doch relativ deutlich über dem der Eurozone liegt.

Währungsrisiko Schweizer Franken? Im Gegenteil!

Dass Währungen zueinander schwanken, ist klar. Dass man dann auch mal Verlust machen könnte, wenn man in ausländische Aktien investiert, weil die dortige Währung zur eigenen fällt, ist ein Aspekt, den man immer im Hinterkopf haben muss. Aber ausgerechnet der Schweizer Franken ist wirklich keine Währung, bei der man damit rechnen müsste, dass sie zum Euro auf einmal dramatisch abwertet. Natürlich gibt es auch in der Relation Schweizer Franken zum Euro immer mal wieder kräftige Impulse. Aber dieser folgende Chart, der abbildet, wie viel Euro man für einen Schweizer Franken bezahlen muss, zeigt:

Der Trend weist seit über 30 Jahren nach oben. Der Franken bewegt sich zum Euro in einem Aufwärtstrend, so dass man langfristig zu den Kursgewinnen am Aktienmarkt auch noch Gewinne über den steigenden Wert der Frankens verbuchen konnte. Und derzeit gibt es keine tauglichen Argumente dafür, dass sich dieser Aufwärtstrend des Frankens grundsätzlich umkehren würde.

ch Per ETF in den SMI investieren? So funktioniert’s! 

Klarer Vorteil in der Dividendenrendite

Neben dem Aktienkurs und der Tendenz der Währung zum Euro ist für einen Investor natürlich auch die Dividendenrendite ein wichtiger Aspekt. Im Durchschnitt liegt die Dividendenrendite der 30 Aktien des Dow Jones derzeit gerade einmal bei 2,18 Prozent. Das ist spürbar weniger als am deutschen Aktienmarkt, bei dem der Dividenden-Schnitt aktuell bei 3,65 Prozent liegt. Das in Verbindung mit dem kräftig schwankenden Euro/US-Dollar-Kurs ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor, wenn man als deutscher Anleger in US-Aktien investiert. Und was hat die Schweiz zu bieten? Sehen Sie selbst:

Mit 3,76 Prozent liegt die durchschnittliche Dividendenrendite in der Schweiz noch einmal über der des deutschen Aktienmarkts. Da kommt dann immer wieder der Einwand, dass das wenig hilft, wenn der Schweizer Aktienmarkt so müde daherkommt. Aber das Argument des kraftlosen SMI-Index ist falsch, wie wir gleich feststellen werden:

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich tadellos entwickelt

Der Swiss Market Index, kurz SMI, ist der für den Börsenplatz Schweiz entscheidende Index, denn die in ihm gelisteten 20 Aktien repräsentieren 90 Prozent der Marktkapitalisierung der in der Schweiz börsennotierten Unternehmen. Andere Aktien sind also im Vergleich echte „Small Caps“ und daher für ausländische Investoren aufgrund der naturgemäß geringeren Liquidität nicht ideal. Aktien, die im SMI notiert sind, müssen äußerst strenge Kriterien erfüllen, was die Berichtspflichten angeht. Da gibt es keinen Grund zur Sorge. Dass die Schweiz nicht in der EU ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Wir werden uns im Folgenden die in diesem Index notierten 20 Aktien genauer ansehen, zunächst aber zum SMI selbst. Das Argument, der Index laufe nicht recht, der DAX sei da weitaus dynamischer, ist schlichtweg falsch. Warum? Weil all diejenigen, die dieses Argument ins Feld führen, Äpfel mit Birnen vergleichen. Denn der DAX, den wir aus den Medien kennen, ist ein sogenannter Performanceindex, der SMI jedoch ein Kursindex. Der Unterschied? Immens, denn:

Bei einem Performanceindex werden die Dividenden mit eingerechnet, zählen also zur Performance hinzu. Das macht über die Jahre hinweg einen großen Unterschied gegenüber einem sogenannten Kursindex aus, der ausschließlich die Kursveränderungen der im Index enthaltenen Aktien misst. Und da der SMI ein Kursindex ist, ist der Vergleich mit der üblichen Darstellung des DAX als Performanceindex falsch.

Vergleicht man den SMI mit dem DAX Kursindex, der Darstellungsform des DAX, die ebenfalls nur die Kursveränderungen der Aktien misst, ergibt sich, wie der folgende Chart ab dem Jahr 2000 zeigt, ein ganz anderes Bild. Da schlägt der SMI den DAX. Und das deutlich. Und bedenken Sie: In der Schweiz ist die durchschnittliche Dividende, die es noch „obendrauf“ gibt, auch noch höher als am deutschen Aktienmarkt.

Interview mit Börsenstratege Ulrich W. Hanke 

Welche Schweizer Aktien zu empfehlen sind und was grundsätzlich zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Interview.

Die aktuell zehn besten Schweizer Aktien

Aber was wäre als Investment am Schweizer Aktienmarkt interessant, welches sind die besten Aktien? Die drei mit Abstand größten, am schwersten gewichteten Aktien sind Nestlé, Roche und Novartis. Sie machen zusammen über 50 Prozent in der Gewichtung des SMI aus. Und der wiederum bildet, wie eingangs erwähnt, 90 Prozent der Marktkapitalisierung aller Schweizer Aktien ab. Aber die größten Aktien müssen nicht die besten sein. Daher haben wir für Sie ein Ranking der aus unserer Sicht derzeit interessantesten zehn Aktien erstellt, und zwar nach folgenden Kriterien:

Wir haben die mittelfristige Performance der 20 Aktien des SMI über ein Jahr ebenso verglichen wie die langfristige Performance über fünf Jahre. Die zehn im Schnitt dieser beiden Kriterien besten SMI-Aktien wurden ausgewählt, um sich den drei weiteren Kriterien zu stellen:

Aktuell zu erwartende Dividendenrendite für 2018 (je höher, desto besser), aktuelles Gewinnwachstum auf Basis der durchschnittlichen Analystenprognose für 2018 bzw., sofern dazu bereits Zahlen vorlagen, der Unternehmensbilanz (je höher, desto besser) und die Bewertung über das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des Kurses vom 01.02.2019 und der Gewinnprognose (bzw., falls bereits gemeldet, tatsächlich bilanzierten Gewinne) für 2018 (je niedriger, desto besser). Die jeweils beste Aktie einer Kategorie erhielt zehn Punkte, die schwächste einen Punkt. Der Saldo entscheidet über die Reihenfolge dieser zehn besten der zwanzig Aktien des Swiss Market Index SMI

Sie sehen: In unseren Top Ten sind große Unternehmen wie Crédit Suisse oder die UBS gar nicht dabei. Was nicht heißt, dass es sich da um „schlechte“ Aktien handeln würde. Aber im Saldo unserer fünf Kriterien finden sich derzeit eben genau diese zehn Aktien aus dem SMI-Index. Lohnt sich da derzeit der Einstieg?

Lohnt sich aktuell der Einstieg in Schweizer Aktien?

Sehen wir uns dazu zunächst den SMI-Index an, danach werfen wir einen Blick auf die drei aus unserer Sicht aktuell spannendsten Aktien unseres Rankings.

Der SMI zeigt in diesem langfristigen Chart auf Monatsbasis ein äußerst bemerkenswertes Bild. Im Bereich 9.500/9.550 Punkte findet sich ein Widerstand, der dem Index seit 2007 und damit seit über einem Jahrzehnt (!) einen Deckel aufsetzt. Anfang 2018 gab es einen Versuch, diesen Deckel zu sprengen, aber der SMI wurde erneut nach unten abgewiesen. Doch diesmal nicht allzu weit. Aktuell bewegt sich der Schweizer Leitindex erneut auf diese Widerstandszone zu. Und diese nach oben zu durchbrechen, wäre jetzt durchaus denkbar, denn:

Ob es die Sorgen vor den Konsequenzen des sich hinziehenden Handelskriegs sind, die allgemein zunehmenden geopolitischen Spannungen oder der BrExit und seine möglichen Auswirkungen auf die EU: Die Schweiz ist von all dem, wenn, dann eher in zweiter Linie betroffen. Die Chance, dass mehr und mehr Investoren den Schweizer Aktienmarkt als „Reduit“, als Fluchtpunkt sehen, ist damit gegeben – und damit auch die Chance, dass dem SMI den Sprung über diese Super-Hürde bei 9.500/9.550 Punkten gelingt. Zumal der Chart zeigt, dass der Index zwar im Dezember den seit 2011 geltenden Aufwärtstrend durchbrach, sich im Januar aber sofort wieder über diese Linie retten konnte – ein positives Signal!

Die drei spannendsten Schweizer Aktien im Detail

3. Platz: Swiss Re

Auf dem dritten Platz, aber punktgleich mit Roche, steht in unserem aktuellen Ranking die Swiss Re (ISIN: CH0126881561 – Symbol SREN – Währung CHF), Europas zweitgrößter Rückversicherer. Zwar hatte die Aktie insofern „Glück“, als ein Gewinneinbruch 2017 dazu führte, dass die Erholung der Gewinne ein dreistelliges Gewinnwachstum bedeutete und die Aktie dadurch in dieser Kategorie auf dem ersten Platz landete. Aber auch sonst überzeugt die Swiss Re durchaus, vor allem mit der mit 5,77 Prozent mehr als ansehnlichen Dividendenrendite.

Der Chart ist bemerkenswert, denn wir sehen hier ein auffälliges Muster: Oft zu Jahresbeginn, aber bis auf 2018 immer im Herbst, ging es mit der Aktie deutlich aufwärts, Richtung Sommer aber dann bergab. Basis dieses Phänomens dürfte zum einen die hohe Dividende sein, die in der Regel gegen Ende April ausgezahlt wird. Zum anderen die dann noch offene Frage, ob es zu größeren Leistungsfällen im Jahresverlauf kommen könnte oder nicht. Im Herbst, wenn sich abzeichnet, dass die Erstversicherer, die sich hier rückversichern, nicht ungewöhnlich viele Schäden zu bereinigen haben, steigt man gelassener wieder ein. Ein Rhythmus, dem man sich, sofern man hier den Einstieg erwägt, anschließen könnte.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

2. Platz: Roche

Platz zwei in der Hitparade der derzeit besten Schweizer Aktien belegt der Chemie- und Pharmariese Roche (ISIN: CH0012032048 – Symbol ROG – Währung CHF). Der Chart zeigt es schon: In der längerfristigen Performance war Roche durchaus nicht umwerfend unterwegs, hat in dieser Kategorie auch nur einen Punkt in unserem Ranking erreicht. Aber ansonsten sind die Daten überzeugend:

Für 2018 sahen wir ein Gewinnwachstum knapp über 20 Prozent, die Dividendenrendite liegt mit 3,57 Prozent gut über dem Durchschnitt. Und vor allem in den letzten zwölf Monaten, in denen es mit der großen Masse der Aktien bergab ging, lief Roche beeindruckend stur in die Gegenrichtung: nach oben. Solange Roche sich über der Kreuzunterstützung aus der Aufwärtstrendlinie vom Sommer 2018 und der 200-Tage-Linie hält, die per Anfang Februar um 240 Schweizer Franken verläuft, bleibt die Aktie bullisch.

1. Platz: Swiss Life Holding

Den ersten Platz in unserem aktuellen Ranking, das auf Anfang Februar datiert, belegt der Finanzdienstleistungs- und Versicherungskonzern Swiss Life (ISIN: CH0014852781 – Symbol SLHN – Währung CHF), bei dem sich eine starke mittel- und langfristige Performance mit einem recht niedrigen Kurs/Gewinn-Verhältnis und einer hohen Dividendenrendite vereinen.

Im Gegensatz zum Gesamtmarkt, ob nun bezogen auf den Schweizer SMI oder den Aktienmarkt weltweit, gehörte die Swiss Life zu den wenigen Aktien, die sich im allgemein extrem schwachen vierten Quartal sehr gut behaupten konnten, trotzdem aber im Januar mit dem Gesamtmarkt deutlich zulegten. Solange die Schlüsselzone um 360 Schweizer Franken hält, ist diese Aktie als bullisch einzustufen.

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.

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