Die besten Schweizer Aktien 2019

Der Schweizer Aktienmarkt und wie Sie von dessen Entwicklung 2019 profitieren können

Obwohl die Schweiz für viele europäische Investoren eigentlich „um die Ecke“ liegt, denken eher wenige daran, dort auch in Aktien zu investieren. Die Schweiz taucht selten in der medialen Berichterstattung der Märkte auf, da dominiert die Wall Street mit ihren großen Namen. Außerdem wirkt es ja irgendwie, als bliebe man in der Schweiz auch in Bezug auf die Börse lieber unter sich. Was man oft als Begründung hört, warum Anleger der Schweiz als Investment-Ziel fernbleiben, sind folgende Argumente:

  • Die Schweiz ja nicht in der EU oder gar in der Eurozone, wer weiß, was da für Regeln gelten.
  • Da die Schweiz nicht in der Eurozone ist, gibt es ein Währungsrisiko.
  • Der Schweizer Aktienmarkt läuft nicht gut, der SMI hinkt dem DAX meilenweit hinterher.

Das Problem mit diesen Argumenten ist: Sie entsprechen nicht der Realität! Wir zeigen Ihnen im Folgenden, dass der Börsenplatz Schweiz ganz im Gegenteil ein außerordentlich interessantes Ziel für Ihr Kapital ist.

Aktuell ist der Handel von Schweizer Aktien an EU-Handelsplätzen nicht möglich

Aufgrund von Unstimmigkeiten über ein gemeinsames Rahmenabkommen, das langfristige Beziehungen verschiedener Art zwischen der EU und der Schweiz klären soll, hat die EU ein anderes Abkommen mit der Alpenrepublik, welches die Schweizer Börsenplätze als gleichwertige Handelsplätze ausgezeichnet hätte, zum 1. Juli auslaufen lassen. Seitdem dürfen Händler aus der EU in Zürich nur noch eingeschränkt handeln. Die Schweiz hat dafür im Gegenzug den Handel von Schweizer Wertpapieren an europäischen Handelsplätzen wie der Deutschen Börse oder der London Stock Exchange verboten.

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Da Sie als LYNX Kunde die Möglichkeit haben, direkt in der Schweiz zu traden, können Sie über die Schweizer Börse weiterhin Aktien handeln.

Vier Charts, die den Börsenplatz Schweiz in einem anderen Licht zeigen

Die Schweiz hat weitaus mehr zu bieten als Berge, Banken, Uhren und Käse. Nicht umsonst rangiert das kleine Land in der Liste der Länder mit dem höchsten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf Platz zwei hinter Luxemburg. Die Lebenshaltungskosten dort sind hoch, keine Frage. Aber das ist, wenn Sie in Schweizer Aktien investieren, nicht Ihr Problem. Und weshalb sich das lohnen kann, zeigen wir Ihnen in den folgenden vier Charts.

Stabiles Wachstum

Zum einen liegt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schweiz recht deutlich über dem der Eurozone (die aktuellsten Daten beleuchten jeweils das erste Quartal 2019). Zum anderen zeigt dieser Chart seit Ende 1999, dass das Wachstum der Schweiz sich deutlich weniger volatil gestaltet. Hier geht es also weit weniger stürmisch zu als in der umliegenden Eurozone, was für mittel- und langfristige Investoren von Vorteil ist.

Währungsrisiko Schweizer Franken? Im Gegenteil!

Dass Währungen zueinander schwanken, ist klar. Dass man dann auch mal Verlust machen könnte, wenn man in ausländische Aktien investiert, weil die dortige Währung zur eigenen fällt, ist ein Aspekt, den man immer im Hinterkopf haben muss. Aber ausgerechnet der Schweizer Franken ist wirklich keine Währung, bei der man damit rechnen müsste, dass sie zum Euro auf einmal dramatisch abwertet. Natürlich gibt es auch in der Relation Schweizer Franken zum Euro immer mal wieder kräftige Impulse. Aber dieser folgende Chart, der abbildet, wie viel Euro man für einen Schweizer Franken bezahlen muss, zeigt:

Der Trend weist seit über 30 Jahren nach oben. Der Franken bewegt sich zum Euro in einem Aufwärtstrend, so dass man langfristig zu den Kursgewinnen am Aktienmarkt auch noch Gewinne über den steigenden Wert der Frankens verbuchen konnte. Und derzeit gibt es keine tauglichen Argumente dafür, dass sich dieser Aufwärtstrend des Frankens grundsätzlich umkehren würde. Im Gegenteil sind das „Problemkind“ Italien, der immer noch offene Ausstieg der Briten aus der EU und vor allem der zu erwartende Handelskonflikt mit den USA in diesem Sommer 2019 gleich drei Argumente, die erwarten lassen, dass der Franken eine gute Chance hat, gegenüber dem Euro deutlich begehrter zu sein und tendenziell zu steigen.

ch Per ETF in den SMI investieren? So funktioniert’s! 

Meist Vorteile in der Dividendenrendite

Neben dem Aktienkurs und der Tendenz der Währung zum Euro ist für einen Investor natürlich auch die Dividendenrendite ein wichtiger Aspekt. Im Durchschnitt liegt die Dividendenrendite der 30 Aktien des Dow Jones derzeit gerade einmal bei 1,99 Prozent. Das ist spürbar weniger als am deutschen Aktienmarkt, bei dem der Dividenden-Schnitt aktuell bei 3,36 Prozent liegt. Das in Verbindung mit dem kräftig schwankenden Euro/US-Dollar-Kurs ist ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor, wenn man als deutscher Anleger in US-Aktien investiert. Und was hat die Schweiz zu bieten? Sehen Sie selbst:

Mit 3,30 Prozent liegt die durchschnittliche Dividendenrendite in der Schweiz zwar Stand Ende Juni 2019 erstmals seit Jahren eine Winzigkeit unterhalb der deutschen Durchschnittsrendite. Aber das liegt nicht daran, dass die Schweizer Unternehmen auf einmal mit ihren Dividenden knausern würden. Es liegt daran, dass die andere Größe, die zur Berechnung der Dividendenrendite nötig ist, deutlich besser gelaufen ist: die Aktienkurse. Da gilt es, der weit verbreiteten Ansicht, der Schweizer Aktienmarkt sei „lahm“, mit Fakten entgegenzutreten, denn der Markt läuft im Gegenteil außerordentlich gut, wie Sie im Folgenden sehen werden.

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich tadellos entwickelt

Der Swiss Market Index, kurz SMI, ist der für den Börsenplatz Schweiz entscheidende Index, denn die in ihm gelisteten 20 Aktien repräsentieren 90 Prozent der Marktkapitalisierung der in der Schweiz börsennotierten Unternehmen. Andere Aktien sind also im Vergleich echte „Small Caps“ und daher für ausländische Investoren aufgrund der naturgemäß geringeren Liquidität nicht ideal. Aktien, die im SMI notiert sind, müssen äußerst strenge Kriterien erfüllen, was die Berichtspflichten angeht. Da gibt es keinen Grund zur Sorge. Dass die Schweiz nicht in der EU ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Wir werden uns im Folgenden die in diesem Index notierten 20 Aktien genauer ansehen, zunächst aber zum SMI selbst. Das Argument, der Index laufe nicht recht, der DAX sei da weitaus dynamischer, ist schlichtweg falsch. Warum? Weil all diejenigen, die dieses Argument ins Feld führen, Äpfel mit Birnen vergleichen. Denn der DAX, den wir aus den Medien kennen, ist ein sogenannter Performanceindex, der SMI jedoch ein Kursindex. Der Unterschied? Immens, denn:

Bei einem Performanceindex werden die Dividenden mit eingerechnet, zählen also zur Performance hinzu. Das macht über die Jahre hinweg einen großen Unterschied gegenüber einem sogenannten Kursindex aus, der ausschließlich die Kursveränderungen der im Index enthaltenen Aktien misst. Und da der SMI ein Kursindex ist, ist der Vergleich mit der üblichen Darstellung des DAX als Performanceindex falsch.

Vergleicht man den SMI mit dem DAX Kursindex, der Darstellungsform des DAX, die ebenfalls nur die Kursveränderungen der Aktien misst, ergibt sich, wie der folgende Chart ab dem Jahr 2000 zeigt, ein ganz anderes Bild. Da schlägt der SMI den DAX. Und das deutlich. Und bedenken Sie: In der Schweiz ist die durchschnittliche Dividende, die es noch „obendrauf“ gibt, auch noch, zumindest meistens, höher als am deutschen Aktienmarkt.

Interview mit Börsenstratege Ulrich W. Hanke 

Welche Schweizer Aktien zu empfehlen sind und was grundsätzlich zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Interview.

Die aktuell zehn besten Schweizer Aktien

Aber was wäre als Investment am Schweizer Aktienmarkt interessant, welches sind die besten Aktien? Die drei mit Abstand größten, am schwersten gewichteten Aktien sind Nestlé, Roche und Novartis. Sie machen zusammen über 50 Prozent in der Gewichtung des SMI aus. Und der wiederum bildet, wie eingangs erwähnt, 90 Prozent der Marktkapitalisierung aller Schweizer Aktien ab. Aber die größten Aktien müssen nicht die besten sein. Daher haben wir für Sie ein Ranking der aus unserer Sicht derzeit interessantesten zehn Aktien erstellt, und zwar nach folgenden Kriterien:

Wir haben die mittelfristige Performance der 20 Aktien des SMI über ein Jahr ebenso verglichen wie die langfristige Performance über fünf Jahre. Die zehn im Schnitt dieser beiden Kriterien besten SMI-Aktien wurden ausgewählt, um sich den drei weiteren Kriterien zu stellen:

Die aktuell zu erwartende Dividendenrendite für 2019 (je höher, desto besser), das aktuelle Gewinnwachstum auf Basis der durchschnittlichen Analystenprognose für 2019 und die Bewertung über das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis des Kurses vom 24.06.2019 und der Gewinnprognose für 2019 (je niedriger, desto besser). Die jeweils beste Aktie einer Kategorie erhielt zehn Punkte, die schwächste einen Punkt. Der Saldo entscheidet über die Reihenfolge dieser zehn besten der zwanzig Aktien des Swiss Market Index SMI.

Die besten zehn Aktien im Schweizer SMI-Index (Stand 24.06.2019)

UnternehmenBranchePerformance 5 JahrePerformance 1 JahrGewinnwachstumDividendenrenditeBewertung/KGVSaldo
Swiss LifeVersicherung81078740
Swiss ReVersicherung331010935
Zurich Insurance GroupVersicherung42691031
NestléNahrungsmittel5955529
GivaudanChemie/Pharma7793127
SikaChemie/Pharma9582226
RocheChemie/Pharma1637825
NovartisChemie/Pharma2826624
Lonza GroupChemie/Pharma10441322
GeberitSanitär6114416
10 Punkte: beste Aktie in dieser Kategorie … 1 Punkt: schwächste Aktie in dieser Kategorie

 

Sie sehen: In unseren Top Ten sind große Unternehmen wie Crédit Suisse oder die UBS gar nicht dabei. Was nicht heißt, dass es sich da um „schlechte“ Aktien handeln würde. Aber im Saldo unserer fünf Kriterien finden sich derzeit eben genau diese zehn Aktien aus dem SMI-Index. Lohnt sich da derzeit der Einstieg?

Lohnt sich aktuell der Einstieg in Schweizer Aktien?

Sehen wir uns dazu zunächst den SMI-Index an, danach werfen wir einen Blick auf die drei aus unserer Sicht aktuell spannendsten Aktien unseres Rankings.

Im vorstehenden Vergleich mit dem DAX konnte man es angedeutet bereits sehen: Der Schweizer Leitindex SMI ist im Juni 2019 auf Rekordhochs gelaufen. Die auch symbolisch wichtige, runde Marke von 10.000 Punkten wurde erstmals erreicht, nachdem es im April gelang, die hartnäckige und bis ins Jahr 2007 zurück reichende Widerstandszone um 9.500 Punkte zu bezwingen. Dem kurzen, schnell „reparierten“ Bruch des langfristigen Aufwärtstrends Ende 2018 folgte damit ein äußerst beeindruckender Konter der Bullen. Aus charttechnischer Sicht ist der SMI ohne Einschränkung bullisch!

Unsere drei besten Schweizer Aktien im Detail

3. Platz: Zurich Insurance Group

Die Zurich Insurance Group (ISIN: CH0011075394 – Symbol ZURN – Währung CHF) hat seit Anfang 2019 einen „Lauf“ und hat sich so den dritten Platz in unserer Liste der derzeitigen Schweizer Top-Aktien gesichert. Das Allround-Versicherungsunternehmen, das lückenlos weltweit agiert, überzeugt aber über dieses kurzfristige Bild einer guten Performance vor allem durch ein recht günstiges Kurs/Gewinn-Verhältnis und eine äußerst attraktive Dividendenrendite von derzeit 5,8 Prozent.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

2. Platz: Swiss Re

Auf dem zweiten Platz landet in unserem aktuellen Ranking die Swiss Re (ISIN: CH0126881561 – Symbol SREN – Währung CHF), Europas zweitgrößter Rückversicherer. Diese Aktie zeigt eine sehr volatile Kursentwicklung und landete in unserer Einstufung der Performance über ein und fünf Jahre nicht gerade weit vorne. Aber dafür bietet die Swiss Re eine günstige Bewertung, ein für 2019 prognostiziert starkes Gewinnwachstum und, vor allem, eine herausragende Dividendenrendite von beinahe sechs Prozent: In dieser Kategorie landet die Swiss Re in unserem Ranking regelmäßig ganz vorne.

1. Platz: Swiss Life Holding

Den ersten Platz in unserem aktuellen Ranking per Ende Juni 2019 belegt der Finanzdienstleistungs- und Versicherungskonzern Swiss Life (ISIN: CH0014852781 – Symbol SLHN – Währung CHF), bei dem sich eine starke mittel- und langfristige Performance mit einem recht günstigen Kurs/Gewinn-Verhältnis und einer attraktiven Dividendenrendite vereinen. Auffällig ist bei dieser Aktie, dass sie das allgemein schwache Aktienjahr 2018 mit gutem Gewinn beendete und seit Anfang 2019 trotzdem rasant durchstartete: Eine äußerst beeindruckende Aktie!

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Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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