Börsenblick

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Analyse:
Alliance Data Systems: Auf vielfachen Wunsch

Alliance Data Systems ist einer der führenden Anbieter datengestützter Marketing- und Loyalitätsprogramme. Das Unternehmen erstellt und implementiert maßgeschneiderte Lösungen, um die Zufriedenheit und Kundenbindung zu steigern.
Das Angebotsspektrum deckt alle gängigen Marketingkanäle von Instore bis Online ab.

Cash ist King

Alliance Data scheint derzeit im Fokus der Anleger zu stehen. Über Guidants erreichten mich zahlreiche Fragen zum Unternehmen. Kein Wunder, es ist ein interessantes Geschäftsmodell und das KGV ist extrem niedrig. Man benötigt nur wenig Kapital und die operative Marge ist mit knapp 25% sehr hoch.

Der Umsatz konnte in den letzten zehn Jahren von 2,79 auf 5,58 Mrd. USD gesteigert werden. Doch das ist ein Understatement. Ohne den Verkauf der Tochter Epsilon läge der Umsatz inzwischen bei nahezu 8,0 Mrd. USD.
Der Gewinn kletterte im selben Zeitraum von 5,86 auf 16,77 USD je Aktie.

Diese Tatsachen haben die Aktie in der Vergangenheit zu einem massiven Outperformer gemacht. Seit einiger Zeit kann davon aber keine Rede mehr sein.
Woran liegt es? Die Bären führen vor allem zwei Argumente ins Feld: Die Schulden sind zu hoch und ADS verfehlt ständig die Erwartungen. Schauen wir uns diese Punkte also an.

Hohe Schulden

Es ist richtig, Alliance Data Systems hat einen erheblichen Schuldenberg. Die Lage ist aber weitaus weniger dramatisch, als es auf den ersten Blick erscheint. Auf den meisten Börsenportalen werden rund 18 Mrd. USD an Schulden ausgewiesen. Rund zwei Drittel davon sind aber tatsächlich Guthaben von Kunden, die bilanziell als Verpflichtung behandelt werden.

Blieben bis vor wenigen Monaten noch immer rund 6 Mrd. USD. Daher forderten Investoren seit langem, dass man die margenschwachen Töchter verkaufen und damit die Schulden tilgen solle.
Man hat sich zwar etwas Zeit gelassen, dafür aber auch einen guten Preis für die Töchter Epsilon und Precima erzielt. Aus meiner Sicht die richtige Entscheidung. Nach Steuern sind dem Konzern rund 3,95 Mrd. USD zugeflossen.
Ein Großteil wurde für die Tilgung von Schulden genutzt. Dadurch sinken die Zinskosten, die Profitabilität steigt. Es ist genau das, was das Unternehmen tun sollte.
Doch auch das hat seinen Preis.

Erwartungen verfehlt

Durch die Tilgung von Schulden hat Alliance Data in den letzten Quartalen durchweg die Erwartungen verfehlt.
Das hört sich paradox an und ist es auch. Durch die vorzeitige Ablösung von Schulden wird eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig. Kurzfristig belastet das das Ergebnis, langfristig spart man aber natürlich – mehr als 50 Mio. USD Zinsen pro Jahr.

Gleiches gilt für Restrukturierungskosten. Verkauft man Töchter mit Milliardenumsätzen, muss man anschließend Anpassungen durchführen. In dem Fall bedeutet das: Man wird schlanker. ADS spart zukünftig mehr als 100 Mio. USD pro Jahr in der Administration.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben diese Maßnahmen den Gewinn um 3,07 auf 11,24 USD je Aktie gedrückt. Operativ hat man also mehr als 14 USD je Aktie verdient.

Man muss sich vergegenwärtigen, welche Ausmaße der Umbau hat. Bei einem Umsatz von 5,58 Mrd. und einem Börsenwert von 3,75 Mrd. USD sind Einsparungen von 150 Mio. USD keine Kleinigkeit. Selbst ohne jegliches Wachstum könnte der Gewinn im gerade begonnen Geschäftsjahr dadurch auf 17 USD oder mehr steigen.
Tatsächlich hat man sogar 20,50 USD je Aktie in Aussicht gestellt.

Je nachdem kommt ADS auf eine forward P/E von 3,9 – 4,7. In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 12,9. Die Bewertung ergibt nur Sinn, wenn man wirtschaftliche Probleme und einen sinkenden Gewinn erwartet.
Danach sieht es aber nicht aus. Das Ergebnis soll ja sogar steigen. Ich würde dem Vorstand zu aggressiven Buybacks raten, leisten könnte man es sich. Derzeit hat das Unternehmen Barmittel in Höhe von 3,87 Mrd. USD, mehr als der Börsenwert.
Selbst wenn man konservativ vorgeht, könnte man 20-30% der eigenen Aktien einziehen.

Charttechnik+

Die Kursentwicklung von Alliance Data Systems ist wirklich bemerkenswert. Die IPO erfolgte 2001, bis zur Finanzkrise hatte sich die Aktie nahezu verzehnfacht.
Nach der Finanzkrise verzehnfachte sich die Aktie innerhalb von vier Jahren abermals. Die Aktie war ein massiver Outperformer.
Seitdem hat ADS drei Viertel an Wert verloren. So etwas sieht man nicht oft.

Bisher ist auch noch kein Boden in Sicht, die Aktie taucht allerdings in eine interessante Region ein. Die Unterstützungen reihen sich zwischen 80 und 68 USD regelrecht auf.
Es ist fraglich, ob man in das fallende Messer greifen sollte. Es besteht aber die berechtigte Hoffnung, dass sich endlich ein Boden ausbildet.

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Chart vom 04.03.2020 Kurs: 79,68 Kürzel: ADS - Tageskerzen | LYNX Online BrokerChart vom 04.03.2020 Kurs: 79,68 Kürzel: ADS - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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