Gold: Jetzt einsteigen? Ist die Korrektur im Gold schon vorbei?

Rückblick: Die Standortbestimmung im Gold

Nach dem Jahreshoch bei 1.566,20 US-Dollar (USD) folgte im Gold-Future die überfällige Korrektur. Ein Preisanstieg von fast 25 Prozent seit Mai dieses Jahres erhöhte den Anreiz bei kurzfristigen Spekulanten auch mal Gewinne mitzunehmen.

Zwar kam es in der zweiten Hälfte im September nochmal zu einem Versuch das Jahreshoch zu testen, dieser endete jedoch bei 1.543,40 USD. Leider kurz vor dem vorgestellten Short-Einstieg aus meiner letzten Gold-Analyse.

Danach setzte sich die Korrektur fort. Anfang Oktober wurde bei 1.465 USD das bisherige Monatstief markiert. Es folgte ein rascher Preisanstieg auf 1.525,80 USD.

Wie sich der Verlauf der letzten Handelstage in das große Gold Chartbild einfügt und welche konkreten Trade-Ideen sich auf kleineren Zeitebenen für die kommenden Handelstage ergeben könnten, soll die folgende Goldanalyse aufzeigen.

Überblick: Die Fundamentale Großwetterlage

Bevor wir anhand der technischen Analyse konkrete Ein- und Ausstiege ermitteln, werfen wir zunächst einen Blick auf die fundamentale Großwetterlage. Schließlich ist es immer von Vorteil einen Überblick über das aktuelle Geschehen zu haben und damit die Risikofaktoren zu kennen.

Notenbanken kaufen weiter Gold

Nach den neuesten Zahlen des World Gold Council (WGC) stocken die Zentralbanken ihre Goldreserven weiter auf. Spitzenreiter unter den Käufern sind die türkischen Geschäftsbanken sowie die türkische Zentralbank mit insgesamt 41,8 Tonnen Gold im August 2019, gefolgt von Russland mit +11,3 Tonnen.

Die People’s Bank of China (PBOC) hat im September 5,9 Tonnen Gold gekauft. Das zeigten die vom chinesischen Amt für Devisen SAFE veröffentlichten Daten. Waren es im August noch 1.942,4 Tonnen, sind die Goldbestände im September auf 1.948,3 Tonnen (+5,9 Tonnen) angestiegen.

Eskalation im Handelsstreit und Brexit-Drama treiben Anleger in Gold

Die großen Gold-Spekulanten sind weiterhin stark long positioniert. Das belegt ein Blick auf den aktuellen Commitment of Traders (CoT) Report. Dort werden jeden Freitag die Positionen der meldepflichtigen Händlergruppen von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlicht. Nach den CoT-Daten vom 01.10.2019 ist die Long-Positionierung mit 268.993 Kontrakten immer noch extrem groß.

Gründe dafür liegen auf der Hand. Angesichts des Brexit-Dramas hedgen sich viele Marktteilnehmer mit Gold vor einem weiteren Wertverfall des Britischen Pfundes.

Darüber hinaus sorgen die neuesten Entwicklungen im globalen Handelskrieg der USA für Unsicherheit und Angst. Emotionen, die Anleger in die “Angstwährung” Gold treibt.

Gerade erste letzte Woche hat die USA in ihren Bemühungen ihr Handelsdefizit zu verringern Strafzölle auf EU-Importe im Wert von 7,5 Mrd. USD erhoben. Diese sollen schon am 18. Oktober in Kraft treten. Wie die EU auf diese von der Welthandelsorganisation legitimierten Strafabgaben reagiert ist offen.

Unsicher ist auch wie die für Donnerstag und Freitag dieser Woche angesetzten Gespräche im Handelsstreit zwischen China und den USA laufen werden.

Zieht man den aktuellen Wechselkurs des USD/Yuan als Indikator für eine bevorstehende Einigung heran, dann ist klar: Die Chancen für einen großen Deal zwischen China und den USA werden von den Marktteilnehmern aktuell als gering gesehen. Denn mit 7,1488 für einen USD steht der Yuan fast an seinem Hoch von Anfang September. Als es in den zwei Wochen danach zu einer Annäherung zwischen Trump und China kam, fiel der Wechselkurs fast wieder unter die Marke von 7,000.

Schwache US-Konjunkturdaten: Senkt die FED erneute die Zinsen?

Die Unsicherheit wegen des Handelsstreits und des Währungskriegs hinterlässt Spuren in der US-Wirtschaft. Nach dem verarbeitenden Gewerbe schwächelt jetzt auch der amerikanische Dienstleistungssektor. Der ISM Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe befindet sich mit 47,8 Punkten auf dem tiefsten Stand seit fast zehn Jahren.

Hat der Dienstleistungssektor bisher relative Stärke gezeigt, geht es aktuell auch hier bergab. Die letzte Woche veröffentlichten Daten blieben mit 52,6 Punkten deutlich hinter den Erwartungen (55,5 Punkte) zurück.

Gefolgt von fallenden Erzeugerpreisen (-0,3 Prozent im September) steigt die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung am 30. Oktober auf aktuell 86,1 Prozent weiter an. Vor einer Woche lag diese noch bei 77 Prozent. Vor einem Monat bei 60,7 Prozent (Quelle: cmegroup.com).

Eine weitere Zinssenkung würde auch Präsident Trump in die Karten spielen. Schließlich will er ja im November 2020 wiedergewählt werden. Einen weiteren Konjunkturabschwung kann er dafür nicht gebrauchen. Niedriger Zinsen könnten die Wirtschaft wieder anschieben.

Negative Realzinsen: Gold wird immer attraktiver

Die Zinshöhe ist einer der wichtigsten Einflussfaktoren auf den Goldpreis. Zwar wirft ein Gold-Investment keine laufenden Erträge ab, ist aber im Marktumfeld negativer Realzinsen trotzdem attraktiv. Die zweijährigen US-Staatsanleihen werfen derzeit noch eine Rendite von 1,43 Prozent ab. Bei einer Inflationsrate in den USA von derzeit 1,7 Prozent ist der Realzins trotzdem negativ. Sprich, der Anleihen-Besitzer verliert unterm Strich Kaufkraft.

Im Euro-Raum sind sogar die Anleiherenditen schon negativ. Die Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit liefert aktuell eine negative Rendite von -0,59 Prozent. Gepaart mit einer Inflationsrate von 0,9 Prozent zieht das immer mehr europäische Anleger in das Edelmetall. Die Anleger profitieren sogar doppelt. Denn auch der US-Dollar gewinnt weiter an Stärke. Bei einem Verkauf würden sie dadurch zusätzliche Euros in der Tasche haben.

Fundamental gibt es somit gute Argumente für einen weiteren Preisanstieg im Gold.

Jetzt stellt sich die Frage: “Wo ist ein guter Einstiegszeitpunkt im Gold?”

Eine Antwort soll uns eine aktuelle Chartanalyse im Gold liefern. Dabei werden konkrete Ein- und Ausstiege sowohl für risikofreudige als auch für eher konservative Anleger vorgestellt.

Überblick: Die Technische Großwetterlage im Gold

Gold hat mit einem Bruch der Unterstützung im Bereich 1.490 – 1.495 eine erfolgreiche Trendumkehr vollzogen. Aktuell befindet sich Gold in einem Abwärtstrend. Dieser ist übergeordnet eine Korrektur des dynamischen Preisanstiegs von Mai bis September.

Im Zuge der Korrektur bildet sich derzeit eine bullische Flagge aus. Eine Chartformation, die bei einem Ausbruch nach oben, einen Test der Jahreshochs und potenziell neue Hochs signalisieren würde.

Gold: Jetzt einsteigen? Ist die Korrektur im Gold schon vorbei?: Chart vom 10.09.2019 Kurs: 1.516 Kürzel: GC – Tageskerzen | Online Broker LYNX

Ausblick: Handelsszenarien im Gold

Szenario 1: Risikofreudige Anleger nutzen einen möglichen Test des Vorwochentiefs für einen Long-Einstieg

In diesem Szenario gehen wir davon aus, dass der Kurs im Gold-Future nochmal die Tiefs von letzter Woche bei 1.465 USD testet. Impulse könnten hierfür u.a. von den FOMC Meeting Minutes kommen oder durch Nachrichten bzgl. anstehender Handelsgespräche zwischen den USA und China.

In diesem Fall könnte im 4-Stundenchart ein Harmonisches Muster vervollständigt werden. Harmonische Muster signalisieren uns mögliche Zonen für Wendepunkte im Preischart. In diesem Fall liefern uns eine historische Trefferquote von 59 Prozent und ein Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) von 2:1 einen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Gold: Jetzt einsteigen? Ist die Korrektur im Gold schon vorbei?: Chart vom 10.09.2019 Kurs: 1.516 Kürzel: GC – 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Die Preis-Zone im Chart für mögliche Unterstützung befindet sich zwischen 1.472 USD und 1.465 USD bzw. 1.460 USD (untere Trendkanal-Unterstützung).

Unsere Stopp-Loss Order legen wir deshalb unter Punkt X auf 1.444 USD.

Der Einstieg erfolgt aufgrund des Harmonischen Musters bei 1.472 USD.

In dieser möglichen Umkehrzone haben wir einen statistischen Gewinnvorteil für eine Preisbewegung in Richtung unseres Gewinnziels bei 1.525 USD.

Sollte der Preis die Marke von 1.525 USD per Stundenschluss durchbrechen, bevor die Trading-Idee im Gold bei unserem Einstiegspreis vervollständigt ist, löschen wir die Orders.

Der Grund: Die Trading-Idee im Gold ist dann ungültig und unser statistischer Vorteil ist weg.

Unser Ziel für nachhaltige Trading-Gewinne: Wir wollen nur im Markt aktiv sein, wenn wir einen Gewinnvorteil haben.

Szenario 2: Konservativer Anleger warten weiter unten auf einen Long-Einstieg

Sollten China und die USA in Sachen Handelsstreit zu positiven Ergebnissen kommen, könnte das die Preiskorrektur im Gold beschleunigen. Ein Preisrutsch könnte das Edelmetall schnell in Richtung 1.400 USD bewegen. Genau dieses Kursniveau kann, wie auch schon in der letzten Analyse vorgestellt, für einen Long-Einstieg genutzt werden. Technische begründet sich der Einstieg auf einer horizontalen Unterstützung und dem 200er EMA bei 1.394.

Gold: Jetzt einsteigen? Ist die Korrektur im Gold schon vorbei?: Chart vom 10.09.2019 Kurs: 1.516 Kürzel: GC – Tageskerzen | Online Broker LYNX

Um auf ein attraktives CRV von ca. 3:1 zu kommen, können die Ausstiege bei ca. 1.357 USD (Stopp-Loss) und bei 1.525 USD (Gewinnziel) geplant werden.

Fazit: Zwei mögliche Long-Einstiege im Gold (CRV 2:1 und 3:1)

Die Gold-Analyse zeigt: Fundamental spricht vieles für weitere Preisanstiege. Korrekturen können zum Einstieg genutzt werden.

Konkret bietet risikofreudigen Anlegern ein mögliches Harmonisches Preismuster einen statistischen Gewinnvorteil für einen Long-Trade im Gold. Geht die Trade-Idee auf, gibt es für jeden riskierten Euro zwei zurück.

Konservative Anleger warten einen potenziell größere Preiskorrektur für einen preiswerteren Einstieg in Gold ab. Die oben vorgestellten Ein- und Ausstiege liefern ein attraktives CRV von 3:1.

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Andreas Fink

Andreas Fink

Der Allgäuer Diplom Betriebswirt und Diplom Wirtschaftsingenieur Andreas Fink hat als professioneller Vollzeit-Trader seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. In den letzten 20 Jahren hat er sein eigenes Trading-System über tausende Trades hinweg stetig optimiert. Seine Trading-Strategie für das Day- und Swingtrading an den internationalen Futures- und Devisenmärkten wurde dadurch immer profitabler. Als persönlicher Trading-Guide teilt er heute sein Wissen und seine Erfahrungen in Form von Artikeln, Videos und Live-Webinaren. Das gibt Privatanlegern wie Ihnen mehr Orientierung und Sicherheit im täglichen Börsenumfeld.

 

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