EUR/USD im Kreuzfeuer der Notenbanken – Wie Sie von der aktuellen Situation profitieren können

Rückblick: Standortbestimmung im EUR/USD

Der EUR/USD hat in den letzten zwei Wochen ein neues Jahrestief bei 1,0926 markiert und konnte sich danach etwas stabilisieren.

Am 12.09 testete der Euro nochmal das Tief von Anfang September bei 1,0926. Der Impuls kam vom Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB). Von dort prallte der Kurs des EUR/USD jedoch stark nach oben ab und konnte innerhalb der nächsten Handelsstunden auf über 1,1100 klettern.

Auf diesen Anstieg um 182 Pips oder 1,67 Prozent folgte eine tagelange Konsolidierung. Daran konnte auch eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank (FED) am 18. September nichts ändern.

Wie sich nun der skizzierte Handelsverlauf (vgl. Chart unten) in das große Chartbild einfügt und wie Sie konkret von einer Trade-Idee für die kommenden Handelstage profitieren können, soll die folgende Analyse des EUR/USD aufzeigen.

Chart vom 23.09.2019 Kurs: 1,0989 Kürzel: EUR.USD – 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Überblick: Die Fundamentale Großwetterlage im EUR/USD

Damit Sie mit dem kleinen Ausschnitt oben nicht die Orientierung verlieren, zoomen wir heraus und verschaffen uns im Tageschart einen Überblick auf den Kursverlauf der letzten Monate.

Der Chart unten zeigt die täglichen Preisbewegungen im EUR/USD seit Anfang 2019.

Chart vom 23.09.2019 Kurs: 1,1018 Kürzel: EUR.USD – Tageskerzen | Online Broker LYNX

Wie Sie im Chart oben sehen, hat der Euro gegenüber dem US-Dollar seit dem Hoch im Januar diesen Jahres um 5,57 Prozent an Wert verloren. Fundamental stützt sich die Schwäche des Euros bzw. die Stärke des US-Dollars auf die Zinsdifferenz der beiden Währungen.

Während der US-Leitzins bis Juli noch bei 2,5 Prozent notierte, ist der Leitzins der Euro-Zone schon das ganze Jahr über bei null Prozent. Höhere Zinsen ziehen tendenziell ausländisches Kapital an.

Das Ergebnis: Die erhöhte Nachfrage nach dem US-Dollar treibt den Preis des USD nach oben. Der Kurs des Euro Dollar fällt (vgl. Chart oben).

In den vergangenen zwei Wochen hat nach der EZB auch die FED ihre Zinsen gesenkt. Schauen wir uns also an was genau beschlossen worden ist und wie es den Kurs des Hauptwährungspaares in den kommenden Handelstagen bewegen könnte.

EZB dreht erneut an der Zinsschraube

Am 12. September beschloss die Europäischen Zentralbank (EZB) den Einlagezins von minus 0,4 Prozent auf minus 0,5 Prozent zu senken. Damit fiel die Zinssenkung niedriger aus als von vielen Anlegern erwartet. Den Leitzins behielt die Notenbank dagegen unverändert bei null Prozent.

Darüber hinaus nimmt die EZB die Anleihenkäufe wieder auf. Insgesamt 20 Milliarden Euro wird die Notenbank ab November monatlich in die Märkte pumpen – und das ohne zeitliches Limit.

Als Erleichterungen für Banken soll es in Zukunft Freibeträge geben, für die die Banken keine Zinsen an die Notenbanken bezahlen müssen. Durch eine Staffelung des Einlagezinses (engl. Tiering), sollen die Banken entlastet werden. Neu ist jetzt, dass die Geldhäuser für das Sechsfache ihrer vorgeschriebenen Mindestreserve keine Negativzinsen mehr zahlen müssen.

War das eine versteckte Zinserhöhung?

Durch die höheren Freibeträge sinkt auch der Durchschnittszins, den Banken für ihre Einlagen zahlen müssen. Genau dieser durchschnittliche Zinssatz lag bislang mit 0,37 Prozent auch schon über dem Einlagenzinssatz von minus 0,4 Prozent.

Der Grund: Die Mindestreserve war vom Strafzins ausgenommen.

Jetzt wird der Einlagenzinssatz auf minus 0,5 Prozent gesenkt, zugleich werden jedoch die Freibeträge erhöht. Damit soll der Durchschnittszins, den die Banken zu zahlen haben, bei minus 0,26 Prozent liegen. Also tatsächlich etwas weniger weit im Minus.

Die Märkte haben den Staffelzins de facto als Zinserhöhung gewertet.

Der Geldmarktzins steigt

Denn der Geldmarktzins, zu dem sich die Banken untereinander kurzfristig Geld leihen, ist seit den Beschlüssen der EZB nicht etwa gefallen, sondern gestiegen. Innerhalb weniger Tage hat dieser Zinssatz um 0,05 bis 0,15 Prozentpunkte zugelegt (vgl. Grafik unten).

Chart vom 23.09.2019 Euro Zone Geldmarkt EONIA - Zinskurve | Online Broker LYNX

„Der beste Weg, es zusammenzufassen, ist, dass wir so etwas wie eine kleine Zinsanhebung gesehen haben, verbunden aber mit einem klaren Ziel und neuen Anleihenkäufen“, zitiert Reuters Kacper Brzezniak, Portfoliomanager bei Allianz Global Investors.

Wie reagiert die US-Notenbank eine Woche später darauf?

Die FED kontert mit der erwarteten Zinssenkung

Eine Woche später senkt auch die FED den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Die angestrebte Bandbreite liegt damit zwischen 1,75 und 2 Prozent für die Übernachtausleihungen zwischen Banken.

Die Fed begründete diesen Schritt mit der nachgebenden Weltkonjunktur, dem geringen Inflationsdruck und den aus der Handelspolitik resultierenden rückläufigen Exporten und Investitionen.

Der Chef der Federal Reserve, Jerome Powell, stellte in der Pressekonferenz jedoch auch klar, dass er keine Rezession, sondern weiter ein moderates Wirtschaftswachstum erwarte. Sollte sich das Wachstum weiter abschwächen, schloss er auch größere Zinsschritte nicht aus.

OECD erwartet schwächstes Wachstum seit 2008

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet für die Weltwirtschaft das schwächste Wachstum seit der Finanzkrise. In dem jüngst veröffentlichten Ausblick heißt es, dass das globale Bruttoinlandsprodukt 2019 nur noch um 2,9 und 2020 um 3,0 Prozent zulegen wird. Im Mai noch war die OECD noch von 3,2 und 3,4 Prozent ausgegangen (vgl. Grafik unten).

Chart vom 23.09.2019 OECD – Prognose globales BIP-Wachstum | Online Broker LYNX

Die FED ist zunehmend gespalten

Laut den Projektionen der US-Notenbank erwarten sieben von 17 Zentralbankern noch eine weitere Zinssenkung in diesem Jahr. Die anderen zehn hielten das Leitzinsniveau für angemessen oder gar für zu niedrig.

Die Mehrheit im FED-Ausschuss stützt sich dabei auf den robusten Arbeitsmarkt und die deutlich höheren Konsumausgaben.

So ist die US-Arbeitslosenrate mit 3,7 Prozent fast auf dem tiefsten Stand der letzten 10 Jahre (vgl. Grafik unten).

Chart vom 23.09.2019 US-Arbeitslosenrate der letzten 10 Jahre | Online Broker LYNX

Das sorgt für gute Stimmung unter den Konsumenten. Die mehr als 300 Millionen Amerikaner shoppen, was das Zeug hält, gern auch auf Pump. Das hält den Konjunkturmotor am Laufen. Denn der private Verbraucher steuert fast zwei Drittel zur US-Wirtschaftsleistung bei.

Die Verbraucherausgaben lagen im 2. Quartal 2019 mit einer Steigerung von plus 4,7 Prozent über den Erwartungen (vgl. Grafik unten).

Chart vom 23.09.2019 US-Verbraucherausgaben der letzten 10 Jahre | Online Broker LYNX

Überblick: Die Technische Großwetterlage

Abwärtstrend im Tageschart

Egal ob Sie den Trend mit Trendlinien, gleitenden Durchschnitten oder anhand der Markttechnik bestimmen – Sie kommen immer zum gleichen Ergebnis: Der Euro befindet sich übergeordnet weiter im Abwärtstrend (vgl. Chart unten).

Chart vom 23.09.2019 Kurs: 1,0985 Kürzel: EUR.USD – Tageskerzen | Online Broker LYNX

Daran konnte auch der Rallyversuch am 12.09 nichts ändern. Am Tag der EZB-Zinssenkung konnte der Kurs innerhalb weniger Stunden um 182 Pips oder 1,67 Prozent auf über 1,1100 zulegen.

Am Kreuzwiderstand, dort wo sich der horizontale und vertikale Widerstand kreuzen, war jedoch Schluss. Von dort prallte der Kurs wieder nach unten ab.

Wichtige Unterstützungs- und Widerstandszonen

Für die Bullen im Euro hat die Unterstützung bei 1,0925 derzeit eine hohe Bedeutung. Genau dort wurden sie in den letzten Wochen zwei Mal punktgenau durch weitere Käufer unterstützt.

Beim ersten Test der Marke (Anfang September), formierte sich ein Hammer – ein bullisches Kerzenmuster im Tageschart. Der Hammer wird von vielen technischen Analysten nach einem ausgeprägten Abwärtstrend als möglicher unterer Umkehrpunkt gewertet.

Auf der Oberseite müssen die Abwärtstrendlinie bei 1,1050 und der horizontale Widerstand bei 1,1110 überwunden werden. Erst mit einem Schlusskurs über 1,1110 wäre Platz für eine weitere Erholung. Mögliche Aufwärtsziele wären 1,1190 bis 1,1215. Genau dort befindet sich mit dem Point of Control (POC) ein weiterer Widerstand. Der POC ist der Preis, zu dem das höchste Volumen seit Juni 2019 gehandelt wurde und den die Bären im Euro aufs Äußerste verteidigen werden.

Ausblick: Handelsszenario für den EUR/USD

Ausgehend von der fundamentalen und technischen Großwetterlage ist folgendes Handelsszenario im EUR/USD für die nächsten Tage denkbar.

Szenario: Möglicher Test der letzten Tiefs als Long-Einstieg nutzen

Um eine konkrete Trade-Idee im EUR/USD für die nächsten Handelstage zu finden, springen wir in eine tiefere Zeiteinheit – dem 4-Stundenchart.

In diesem Szenario gehen wir davon aus, dass der Kurs zunächst noch ein wenig in Richtung der letzten Tiefs bei 1,0926 läuft. Diese aber nicht nachhaltig nach unten durchbricht. In diesem Fall würde bei 1,0958 im EUR/USD ein Harmonisches Muster vervollständigt (vgl. grünes Muster im Chart unten).

Chart vom 23.09.2019 Kurs: 1,0993 Kürzel: EUR.USD – 4-Stundenkerzen | Online Broker LYNX

Basierend auf über 1.000 Echtgeld Trades der Harmonischen Muster, gehören wir über eine große Anzahl von Trades in ca. 58 % der Fälle zu den Gewinnern. Gepaart mit einem Chance-Risiko-Verhältnis wie in diesem Fall von über 2:1, liefern diese Kennzahlen uns einen handfesten statistischen Gewinnvorteil.

Die Preis-Zone im Euro-Chart für eine mögliche Unterstützung befindet sich zwischen 1,0945 und 1,0925. Unsere Stopp-Loss Order legen wir deshalb unter Punkt X auf 1,0903.

Der Einstieg erfolgt aufgrund des Harmonischen Musters bei 1,0958.

In dieser möglichen Umkehrzone haben wir einen statistischen Gewinnvorteil für eine Preis-Bewegung in Richtung unseres Gewinnziels bei 1,1077.

Sollte der Preis das Kurs-Level von 1,1077 per Stundenschluss durchbrechen, bevor die Trade-Idee im EUR/USD bei unserem Einstiegspreis vervollständigt ist, löschen wir die Orders.

Der Grund:

Die Trade-Idee im EUR/USD ist dann ungültig und unser statistischer Vorteil ist weg.

Unser Ziel für nachhaltige Trading-Gewinne:

Wir wollen nur im Markt aktiv sein, wenn wir einen Gewinnvorteil haben.

Future Trade Idee EUR/USD

KriteriumTrade-Details
Trade StatusTrade möglich
BasiswertEUR/USD
HandelsinstrumentFuture oder Forex
OdergültigkeitGood Till Canceled
EinstiegKauf-Limit 1,0958
Stopp-LossVerkauf-Stopp 1,0903
GewinnzielVerkauf-Limit 1,1077
BedingungWenn Stundenschlusskurs >= 1,1077, dann Order löschen

Fazit: Long-Chance im EUR/USD mit 58 Prozent Trefferquote und einem CRV von größer 2:1

Aufgrund der aktuellen EUR/USD-Analyse wird eins klar: Ein Harmonisches Preismuster im Euro, das die nächsten Tage komplettiert werden könnte, bietet risikofreudigen Anlegern einen Long-Einstieg mit statistischem Gewinnvorteil. Geht die Trade-Idee auf, gibt es für jeden riskierten Euro mehr als zwei Euro zurück.

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Andreas Fink

Andreas Fink

Der Allgäuer Diplom Betriebswirt und Diplom Wirtschaftsingenieur Andreas Fink hat als professioneller Vollzeit-Trader seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. In den letzten 20 Jahren hat er sein eigenes Trading-System über tausende Trades hinweg stetig optimiert. Seine Trading-Strategie für das Day- und Swingtrading an den internationalen Futures- und Devisenmärkten wurde dadurch immer profitabler. Als persönlicher Trading-Guide teilt er heute sein Wissen und seine Erfahrungen in Form von Artikeln, Videos und Live-Webinaren. Das gibt Privatanlegern wie Ihnen mehr Orientierung und Sicherheit im täglichen Börsenumfeld.

 

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