Irre – was für eine Öl-Rallye! Die Bilanz: Das schwarze Gold steigt in zehn Wochen über 54 Prozent. Und das, trotz verlängerter und immer schärferer Lockdowns. Damit notiert der Ölpreis wieder knapp unter der Marke von 54 USD. So hoch wie zuletzt vor einem Jahr. Ist der Preisanstieg übertrieben? Wenn ja, wo ergeben sich im Rahmen einer Korrektur attraktive Kaufchancen? Antworten erhalten Sie anhand einer Trade-Idee in dieser Öl-Analyse.

Rückblick: Pure Kaufpanik!

Viele erinnern sich noch gut daran, was letztes Jahr im Mai passiert ist. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Öl-Nachfrage komplett eingebrochen. Dann geschah das, womit keiner gerechnet hatte: Negative Preise im Terminkontrakt des Öl-Futures! Die Lager waren voll. Keiner wollte mehr Öl.

Seit Anfang November hat sich die Situation am Ölmarkt um 180 Grad gedreht. Kaum war die US-Wahl vorüber, springt der Ölpreis von einem Hoch zum nächsten! Über 54 Prozent schoss der Preis eines Terminkontrakts mit Laufzeit März 2021 (Kürzel: CLH1) in den letzten zehn Wochen nach oben. Das ist ein Plus von fast 19 USD (vgl. Chart unten).

Vergangene Woche markierte der Ölpreis bei 53,91 USD ein neues Jahreshoch. Von dort prallte der Preis dann in den letzten Handelstagen drei Mal nach unten ab (vgl. Chart oben). Zwar konnten im Verlauf dieser Handelswoche die Verluste der Vorwoche fast wieder wettgemacht werden, jedoch scheint die Öl-Rallye zwischen 52 USD und 54 USD erstmal eine Pause einzulegen.

Jetzt fragt man sich, ist das nur ein kurzes Luftholen, bevor die Rallye weiterläuft, oder sind das die ersten Anzeichen für eine grössere Korrektur?

Um ein genaueres Bild von der aktuellen Situation zu gewinnen, zoomen wir erst ein wenig heraus und schauen, wie sich der oben beschriebene Kursverlauf in das grosse Chartbild einfügt.

Überblick: Aufwärtstrends signalisieren steigende Kurse

Mit dem neuen Jahreshoch bei 53,91 USD, hat Crude Oil den seit Anfang November laufenden Aufwärtstrend fortgeführt. (vgl. Chart unten). Verdeutlicht wird das einerseits durch eine Abfolge von höheren Hochs und höheren Tiefs auf der Kurs-Achse. Andererseits notiert der aktuelle Kurs derzeit deutlich über dem einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der letzten 50 und 200 Handelstage. Wobei sowohl der 50er SMA (blaue Linie im Chart unten), wie auch der 200er SMA (rote Linie im Chart unten) ansteigen.

Zudem wurde mit einem Wochenschlusskurs über der Marke von 45 USD auch ein übergeordneter Aufwärtstrend bestätigt. Das zeigen die mit grünen Kreisen markierten höheren Hoch- und Tiefpunkte im Chart.

Die technische Grosswetterlage ist somit ganz klar „bullisch“.
Passt das auch zu den fundamentalen Rahmenbedingungen?

Trotz der schärferen Corona-Massnahmen und der Risiken rund um Covid-19, ist die Nachfrage nach Öl derzeit extrem hoch. Wichtigster Preistreiber ist wohl der erwartete Konjunktur-Boom nach Corona. Obwohl es noch Monate dauern wird, bis sich die weltweiten Impfungen in sinkenden Coronavirus-Fallzahlen niederschlagen, erwartet der Markt einen deutlichen Wirtschafsaufschwung. Davon profitieren zyklische Rohstoffe wie Öl und Kupfer.

Saudi-Arabien kürzt Fördermenge

Neben der steigenden Öl-Nachfrage trägt auch die Förderpolitik Saudi-Arabiens seinen Teil zu Ölpreis-Rallye bei. Es wurde seitens des Golfstaates nämlich zu Jahresbeginn angekündigt, das Angebot um eine Million Barrel pro Tag zu verknappen.

Der durch das geringere Angebot entstehende Nachfrageüberhang (vgl. Grafik unten), macht für die kommenden Wochen und Monate einen weiteren Preisanstieg wahrscheinlich.

Terminkurve zeigt die grosse Öl-Nachfrage

Öl-Kontrakte werden mit unterschiedlichen Laufzeiten gehandelt. Aufgrund der Öllagerkosten, die monatlich bei ca. 25 bis 30 Cent pro Fass liegen, kommt es in der Regel zu einem Preisaufschlag bei späteren Lieferterminen. Sind diese Preisaufschläge gar nicht vorhanden, dann befindet sich die Terminkurve in einer „Backwardation“. Hier muss, im Gegensatz zu den Haltekosten in einem Contango, eine Verfügbarkeitsprämie gezahlt werden. Genau das ist die aktuelle Situation im Öl-Future und verdeutlicht die starke Nachfrage nach dem schwarzen Gold. (vgl. Grafik unten).

Damit ist klar…

Solange der Aufwärtstrend intakt ist und die Förderquoten nicht erhöht werden, sind eine Trendfortsetzung und damit eine weitere Bewegungswelle nach oben wahrscheinlicher. Aus Chance-Risiko Gesichtspunkten ist es deshalb sinnvoll Kursschwäche zu kaufen.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo ist ein gutes Einstiegsniveau mit einem attraktiven Chance-Risiko Verhältnis für einen Long-Trade?

Ausblick: Wo könnte man Öl kaufen?

Wenn wir weiter in das aktuelle Marktgeschehen hinein zoomen, dann sehen wir im Chart oben, dass sich der Ölpreis derzeit auf einem entscheidenden Preisniveau befindet. Für höhere Preise müssen die Öl-Bullen zunächst mal den Widerstand im Bereich 54 USD per Tagesschlusskurs überwinden. Danach wäre der Weg bis 60 USD frei. Ob das bereits in den kommenden Tagen passiert, bleibt zu bezweifeln. Denn nach einem schnellen 54-Prozent-Anstieg wird auch gerne mal Kasse gemacht.

Aktuell befindet sich der Preis des „Frontmonats“ März im Crude Oil-Future (Kürzel: CLH1) bei 53,06 USD. Also knapp unter dem Jahreshoch bei 53,91 USD. Sollten kurzfristige Käufer ausbleiben, könnte der Preis weiter Richtung 49,50 bis 50 USD korrigieren.

Das saisonale Muster im Crude Oil

Darüber hinaus signalisieren uns die saisonalen Daten kurzfristig eine mögliche Korrektur im Ölpreis. Ein Blick auf den Chart unten macht klar…

Die Wahrscheinlichkeit für fallende Kurse im WTI Crude Oil ist bis Anfang Februar höher als für steigende Kurse. Wenn wir uns den durchschnittlichen Kursverlauf der letzten 20 Jahre in der Grafik oben näher anschauen dann sehen wir, dass statistisch gesehen in den nächsten zwei bis drei Wochen eher mit fallenden Kursen im Öl-Future gerechnet werden kann. Ab dem 09. Februar bläst der statistische Rückenwind der Saisonalität dann wieder in Richtung des intakten Aufwärtstrends – also nach oben. Bis Anfang April hat der Preis des Crude Oil-Futures in den letzten 20 Jahren durchschnittlich um gut 8 Prozent zugelegt.

Sollte der Kurs unter die Marke von 51,80 USD rutschen, wäre im Bereich 50 USD das nächste Auffangbecken. Dafür sprechen folgende technischen Signale:

Diese technische Kaufsignale sollten Sie nicht ignorieren

Erstens verläuft bei 49,84 USD das 61,8er Fibonacci Retracement der letzten Aufwärtsbewegung seit 4. Januar. Für viele technisch orientierte Anleger ist nach einer dynamischen Bewegung eine Korrektur auf das 61,8er Fibonacci-Level ein sehr interessantes Einstiegs-Niveau. Dieses Preisniveau könnte auch Käufer anziehen, die bisher noch an der Seitenlinie stehen und geduldig auf ein attraktives Einstiegslevel warten.

Zweitens befindet sich im Bereich 49,50 USD eine mögliche Unterstützungszone. War dieser Preisbereich im Dezember noch zu teuer für weitere Anschlusskäufe, diente er im Januar nach dem Durchbruch als Unterstützung (vgl. Chart oben).

Drittens könnte die im Chart oben eingezeichnete Aufwärtstrendlinie in Kombination mit der horizontalen Unterstützung zur Kreuzunterstützung werden. Das könnte weitere Käufer anziehen.

Einblick: Trade-Idee mit einem CRV von 1,56 für einen Long-Einstieg in den Öl-Future

Ein möglicher Test der psychologisch wichtigen Marke von 50 USD im Ölpreis, könnte Ihnen den perfekten Einstieg für einen Long-Trade liefern. Damit könnten Sie von einer weiteren Aufwärtsbewegung im Öl-Future profitieren (vgl. Chart unten).

Als professioneller Trader lege ich mich täglich auf die Lauer. Ich warte geduldig bis sich Trading-Chancen am Markt mit einem attraktiven Chance-Risiko-Verhältnis ergeben, ohne blind den Kursen hinterher zu rennen.

Wie oben erläutert, befindet sich die Preis-Zone im Chart Öl-Futures mit Laufzeit März 2021 für eine mögliche Unterstützung im Bereich von 49,50 bis 50 USD. Sollte es zu einer Korrektur kommen, könnte von dort erneut eine Bewegung im Aufwärtstrend starten.

Sollten Sie sich für einen Long-Trade entscheiden, könnten Sie bei 49,84 USD einsteigen und sich mit einer Stopp-Loss Order bei 47,19 USD absichern. Damit würde auch die aktuelle Volatilität im Öl-Future berücksichtigt werden.

Ein erstes mögliches Gewinnziel könnte bei 54 USD liegen. Natürlich können Sie bei einem starken Momentum auch die Gewinne weiterlaufen lassen und den Stopp-Loss Schritt für Schritt nachziehen. Weitere Kursziele wären 56 USD und danach 60 USD.

Sobald nach einem möglichen Einstieg das Kurslevel von 51,40 USD erreicht wird, kann der Stopp-Loss der Position auf den Einstieg nachgezogen werden. Damit wird das Restrisiko auf null reduziert.

Fazit der WTI Crude Oil-Analyse:

Die aktuelle Analyse des Öl-Futures zeigt: Eine mögliche Korrektur in dem aktuellen Aufwärtstrend könnte zu einer attraktiven Chance für einen Long-Trade führen. Ein möglicher Umkehrpunkt im Chart könnte knapp unter 50 USD liegen.

Falls es im WTI Crude Oil Future zu einer Fortsetzung des Aufwärtstrends kommt, könnten Sie als Leser dieser Analyse von der oben vorgestellten Trade-Idee profitieren. Geht diese auf, könnten Sie für jeden eingesetzten Euro 1,56 Euro zurückerhalten.

Doch bitte denken Sie immer daran, der Kursverlauf kann sich jederzeit auch anders entwickeln und zu Verlusten führen. Ein aktives Risiko- und Trademanagement sind daher ebenfalls sehr wichtig.

Am einfachsten und vor allem kostengünstigsten können Sie die vorgestellte-Trade-Idee mit Futures umsetzen. Je nach Kontogrösse und Risikoeinstellung können Sie z.B. den CL-Future (Symbol: CLH1) oder den kleineren QM-Future (Symbol: QMH1) mit Laufzeit März 2021 dafür einsetzen.

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Andreas Fink, Futures-Händler | LYNX Börsenexperten
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