Mit einem ETF in den belgischen Aktienmarkt investieren

Der vorgestellte ETF ermöglicht es einfach in den belgischen Leitindex BEL20 zu investieren und sich somit die 20 führenden Aktiengesellschaften in Belgien mit einer einzigen Investition ins Depot zu holen.

Informationen zum Referenzindex Brussels Stock Exchange BEL20 Private Return Index Closing

Der Brussels Stock Exchange BEL20 Private Return Index Closing (Bloomberg-Ticker: BELPRX) ist ein Performanceindex. Der Administrator des Index ist die Euronext Brussels und das Index-Management betreibt die Euronext Index Operations. Der BEL 20 ist ein den Streubesitz und die Marktkapitalisierung gewichtender Index, der die Wertpapiere der 20 grössten Aktiengesellschaften, die an der Wertpapierbörse Euronext Brussels notieren, bündelt. Damit gilt der BEL 20 auch als belgischer Leitindex.

Der Index weist in Bezug auf die jeweilige Einzelgewichtung eine Kappungsgrenze von 12 Prozent auf. Diese wird bei den quartalsweise im März, Juni, September und Dezember stattfindenden Überprüfungen des Index gegebenenfalls angepasst. Der Index wird einmal jährlich im März auf seine Zusammensetzung hin überprüft. Der BEL 20 wird in den Varianten eines Kurs-, sowie eines Net Return und Gross Return Index an der Euronext Brussels berechnet und vertrieben. Die Berechnung erfolgt alle 15 Sekunden. Diese drei Indexvarianten haben allesamt eine Basis von 1.000,00 Punkten mit dem Startwert des 30. Dezember 1990. Der BEL 20 wurde am 18. März 1991 lanciert, der BEL 20 NR und der BEL 20 GR jeweils am 02. März 1994.

Lyxor BEL 20 TR (DR) UCITS ETF im Detail

Der ETF kann mittels des Handelssymbols BEL über die Euronext Brussels in der Handelswährung Euro erworben werden, diese entspricht auch der Fondswährung. Die jährliche Pauschalgebühr beträgt 0,50 Prozent und die Ertragsverwendung des Fonds ist ausschüttend. Die Ausschüttung erfolgt halbjährlich jeweils im Juli und Dezember. Die letzten beiden Ausschüttungen betrugen 0,35 EUR und 1,30 EUR. Der ETF nutzt die vollständig physische Replikationsmethode, wurde am 30. Juli 2002 aufgelegt und hat mit dem Stichtag des 15. Juni 2020 ein NAV (Net Asset Value) in Höhe von 61,2 Mio. Euro.

Top-Positionen des ETFs

Da der ETF die vollständig physische Abbildungsmethode verwendet, weist dieser im direkten Vergleich zum Referenzindex eine kaum abweichende Portfoliostruktur auf. Die Top-10 sind hier mit 13,65 Prozent ING Groep, mit 13,44 Prozent Anheuser-Busch Inbev NV, mit 10,04 Prozent KBC Groep, mit 9,09 Prozent UCB SA, mit 7,16 Prozent Umicore, mit 6,81 Prozent Argenx SE, mit 5,93 Prozent Galapagos NV, mit 4,80 Prozent Ageas, mit 4,35 Prozent Groupe Bruxelles Lambert SA und mit 3,97 Prozent Solvay SA. Diese Top 10 weisen eine Gewichtung von 79,24 Prozent auf. Demnach ist nicht gerade von einer ausreichenden Diversifikation auszugehen. (Daten in Bezug auf den ETF gemäss LYXOR vom 12. Juni 2020)

Sektoren-, Länder- und Währungsallokation des ETFs – Finanzsektor übergewichtet

In Bezug auf die Länderallokation befindet sich der Anteil Belgiens bei 78,51 Prozent, der Anteil der Niederlande bei 20,45 Prozent und der Luxemburgs bei 1,04 Prozent. Der Währungsanteils des Euros (EUR) liegt bei 100,00 Prozent.

Die Top-Sektoren sind mit 39,82 Prozent Finanzen, mit 21,82 Prozent Gesundheit/Pharma, mit 15,87 Prozent Basiskonsumgüter, mit 12,17 Prozent Materialien. Der Rest verteilt sich auf Immobilien, Telekommunikation und IT. (Daten in Bezug auf den ETF gemäss LYXOR vom 12. Juni 2020)

Performance langfristig mit einer Reihe europäischer Indizes vergleichbar

Der Referenzindex fiel seit dem Jahresanfang 2020 um 15,89 Prozent. Im Vergleichszeitraum sackte der ETF um 16,08 Prozent ab. Schaut man auf die vergangenen Jahre erhält man die folgenden Zahlen (Werte in Klammern zeigen die Performance des ETFs). Im Jahr 2016 lag das Plus bei mickrigen 0,23 Prozent (-0,17 Prozent), in 2017 bei +13,21 Prozent (+13,05 Prozent), in 2018 bei einem Minus von 16,24 Prozent (-16,46 Prozent) und in 2019 bei einem Zugewinn von 25,08 Prozent (24,52 Prozent). Vom 04. Januar 2010 bis zum 08. Juni 2020 betrug die Performance des Referenzindex 75,5 Prozent und die des ETFs 69,8 Prozent. Die Performancedifferenz ist hauptsächlich mit Gebühren und Transaktionskosten zu erklären. (Daten gemäss LYXOR vom 12. Juni 2020)

Expertenmeinung

Wer die internationalen Corona-Statistiken wälzt, der wird erkennen wie gut Deutschland bis dato durch die Pandemie gekommen ist. Im Vergleich zu den 9.663 Corona-Toten in Belgien hat Deutschland nur 8.814 Corona-Tote zu beklagen (Johns-Hopkins-Universität, Stand 16.06.2020). Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Belgien nur 11,46 Millionen Einwohner hat, Deutschland aber 83,02 Millionen. Nach belgischen Verhältnissen hätten wir demnach rund 64.000 Corona-Tote. Damit wäre Deutschland noch stärker betroffen, als Spanien und Italien zusammen. Ein paar Dinge liefen folglich in Deutschland doch richtig und in Belgien offensichtlich falsch, könnte man zumindest meinen.

In Zeiten rund um die Corona-Krise wird also schnell eines klar, nämlich dass diese schlimmste Wirtschaftskrise seit über 70 Jahren natürlich auch nicht an Belgien und damit Belgiens Wirtschaft vorbeizieht. Das belgische Federal Planning Bureau sieht die belgische Wirtschaft auf dem grössten Schrumpfkurs seit dem zweiten Weltkrieg und mit dem Stand des 05. Juni 2020 geht man davon aus, dass die belgische Volkswirtschaft in 2020 einen BIP-Einbruch von 10,8 Prozent wird verkraften müssen. Damit geht das Federal Planning Bureau im Vergleich zum Durchschnittswert von zwei OECD-Szenarien für Belgien, die einen Einbruch von 10,05 Prozent vorhersagen, sogar von einem stärkeren Einbruch aus – das erste Szenario mit einer Corona-Welle spräche von einem Einbruch von 8,9 Prozent, im Falle einer weiteren Corona-Welle wäre mit einem Einbruch von 11,2 Prozent zu rechnen. Zum Vergleich: Die OECD prognostiziert für Deutschland im Falle des ersten Szenarios mit einer Corona-Welle einen BIP-Einbruch von 6,6 Prozent, im Falle einer weiteren Corona-Welle wäre mit einem Einbruch von 8,8 Prozent zu rechnen.

Blickt man auf die am wahrscheinlich am schwersten durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffenen Länder, so findet sich Belgien nach Spanien, Frankreich, Italien, Grossbritannien, Tschechien und Portugal bereits an siebter Stelle (OECD-Daten vom Juni 2020). Auch die National Bank of Belgium (NBB) sieht das belgische BIP in 2020 um 9,0 Prozent absinken, für 2021 geht man von einer Erholung um 6,4 Prozent aus. Die Frühjahrsprognose der Europäischen Kommission mit dem Stand des Mai 2020 sieht Belgiens BIP um 7,2 Prozent in 2020 abnehmen und in 2021 um 6,7 Prozent ansteigen.

Diese Daten sind den Marktteilnehmern nicht erst seit gestern bekannt und gelten aus diesem Grund als bereits eingepreist oder wie es die Dow-Theorie auch besagt als bereits diskontiert. Die Unwägbarkeit liegt nun darin, ob es tatsächlich in Belgien zu einer zweiten Corona-Welle kommen könnte und vor allem inwieweit diese den belgischen Arbeitsmarkt weiter belasten wird. Die EU-Kommission sieht für Belgien in 2020 eine Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent und in 2021 eine Besserung auf 6,6 Prozent (die National Bank of Belgium (NBB) prognostiziert hier eine Arbeitslosenquote in 2020 von 7,3 Prozent und 8,3 Prozent in 2021).

Dies ergäbe kein deutliches Erholungspotential und wäre für Belgien eine Schlappe, denn in 2019 betrug sie 5,4 Prozent. Die volkswirtschaftliche Situation wäre zusätzlich kritisch zu beäugen, denn Belgien gehört mit zu den am stärksten in der Eurozone verschuldeten Ländern. Schon in 2019 betrug die öffentliche Verschuldung in Relation zum BIP 98,6 Prozent. Durch die Corona-Krise steigt dieser Wert auf 113,8 Prozent in 2020 und wird in 2021 wohl nur auf 110,0 Prozent zurückfallen.

Nun die gute Nachricht zum Schluss, denn wer in den hier präsentierten ETF investiert, der investiert in die belgischen Champions und die sind international tätig. In erster Linie wird deren Performance nur zu einem geringeren Teil in Belgien selbst gemacht, sondern hauptsächlich innerhalb der EU und je nach Konzern auch stark weltweit (man ziehe hier einmal Einzeltitel wie Anheuser-Busch-Inbev, ING Groep oder Solvay heran). Die belgischen internationalen Konzerne entkoppeln sich also – natürlich jeweils von Konzern zu Konzern unterschiedlich – von der belgischen Wirtschaftslage.

Wer hier in den ETF investiert, der muss auch auf die Dividenden der 20 grössten belgischen Aktiengesellschaften nicht verzichten. Die durchschnittliche Dividendenrendite des BEL20 betrug mit dem Stand des 11. Juni 2020 rund 3,9 Prozent – das kann sich im Vergleich zur EZB-Nullzinspolitik doch wahrlich sehen lassen.

Mögliches Setup

Mit einem ETF in den belgischen Aktienmarkt investieren | ETF der Woche | Online Broker LYNXNeupositionierungen wären erst nach einem Rücksetzer als sinnvoll zu erachten. Alternativ zur Einzelpositionierung wäre die Strategie des schrittweisen Akkumulierens in Betracht zu ziehen. Im Fall der Einzelpositionierung: Eine Position könnte bei 47,95 EUR eröffnet werden. Das Kursziel könnte bei 57,95 EUR liegen. Die Position könnte mit einem Stoploss bei 44,95 EUR zur Verlustbegrenzung abgesichert werden. Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) liegt bei diesem Setup bei 3.33. (Das Setup ist rein indikativ)

Über den Emittenten LYXOR: Der Emittent LYXOR ist eine Marke der Société Générale Group. Der erste ETF von LYXOR wurde bereits 2001 lanciert. Mit der Verschmelzung von Comstage (Lyxor erwarb die EMC-Division der Commerzbank) bietet Lyxor eine Auswahl aus weit über 300 Fonds an. Mit dem Stand Januar 2020 haben Anleger den ETFs von LYXOR 78,3 Mrd. Euro anvertraut. Lyxor Asset Management weist ebenfalls mit dem Stand Januar 2020 insgesamt ein AUM in Höhe von 168,0 Mrd. Euro auf.

Nähere Angaben zur Euronext und Euronext Brussels: Die Euronext Brussels ist ein Bestandteil der Mehrländerbörse Euronext. Diese paneuropäische Börse namens Euronext besteht aus den Börsenplätzen Amsterdam, Brüssel, Dublin, Lissabon, London, Oslo und Paris. Gemäss den Angaben der Euronext werden 97 Prozent der Marktvolumina an der Euronext Brussels von ausländischen Handelspartnern generiert. Als Aufsicht wirkt die Belgische Nationalbank (Belgian National Bank – BNB) und die belgische Finanzmarktaufsicht (Financial Services and Markets Authority – FSMA).

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