Mit einem ETF auf eine Erholung der brasilianischen Wirtschaft setzen | ETF der Woche | Online Broker LYNX

Der präsentierte ETF bietet dem Anleger die Möglichkeit, sich einen einfachen, transparenten, kostengünstigen und direkten Zugang zu einer Fülle brasilianischer Wertpapiere zu verschaffen, die an der brasilianischen Börse in São Paulo gehandelt werden. Der ETF verfolgt dabei das Anlageziel, den Referenzindex MSCI Brazil Index (USD) so detailgetreu wie möglich nachzubilden.

Informationen zum Referenzindex MSCI Brazil Index (USD)

Der Referenzindex MSCI Brazil Index (USD) ist ein in US-Dollar berechneter Index und beinhaltet die führenden Large- und MidCaps des brasilianischen Aktienmarktes. Der Referenzindex besteht aus insgesamt 55 Einzeltiteln, die bereits 85 Prozent des brasilianischen Aktienuniversums abdecken und eine Gesamtmarktkapitalisierung von 246,37 Milliarden US-Dollar aufweisen. Schon die Top-10-Positionen erreichen eine Marktkapitalisierung in Höhe von rund 134 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Proctor & Gamble aus dem Dow Jones hat eine Marktkapitalisierung von rund 284,5 Milliarden US-Dollar.

Der Index wurde am 01. Januar 2001 erstmals veröffentlicht und wird quartalsweise im Februar, Mai, August und November auf seine Zusammensetzung hin überprüft und mittels einer halbjährlichen Überprüfung im Mai und November ausbalanciert. (Daten gemäss MSCI-Factsheet vom 30. April 2020)

iShares MSCI Brazil UCITS ETF im Detail

Der ETF kann über die Amsterdam Stock Exchange in der Handelswährung Euro erworben werden. Die Fondswährung ist allerdings der US-Dollar. Aus diesem Grund besteht für Anleger des Euroraums bei einer Investition neben dem allgemeinen Kursrisiko auch ein Währungsrisiko. Alternativ steht der ETF auch über Xetra und viele weitere Handelsplätze zur Verfügung. Der ETF könnte auch direkt in London in US-Dollar (USD) gehandelt werden. Die jährliche Pauschalgebühr liegt bei 0,74 Prozent und die Ertragsverwendung des Fonds ist ausschüttend. Die Ausschüttungsrendite betrug mit dem Stand des 22. Mai 2020 3,89 Prozent. Zuletzt wurden am 13. März 2020 0,3393 USD an die Investoren ausgeschüttet. Die Ausschüttungen finden quartalsweise statt.

Der ETF nutzt die vollständige physische Replikationsmethode und erwirbt die Aktien demnach direkt. Der ETF wurde am 18. November 2005 aufgelegt und hat mit dem Stichtag des 22. Mai 2020 ein Anteilsklassenvermögen in Höhe von 152,773 Mio. US-Dollar.

ETF-Portfolio

Wie bereits erwähnt erwirbt der ETF die Wertpapiere direkt Aus diesem Grund besteht zwischen dem ETF-Portfolio und der Zusammensetzung des Referenzindex kaum eine Abweichung. Die grössten Positionen des ETFs sind mit 11,02 Prozent Cia Vale Do Rio Doce, mit 8,06 Prozent Itau Unibanco Holding, mit 6,64 Prozent B3 Brasil Bolsa Balcao, mit 6,18 Prozent Banco Bradesco mit 5,68 Prozent Petroleo Brasileiro, mit 5,25 Prozent Petrobras, mit 4,02 Prozent Ambev, mit 3,06 Prozent Magazie Luiza, mit 2,83 Prozent Itausa Investimentos Itau und mit 2,23 Prozent Lojas Renner.

Diese Top-10 weisen eine Gesamtgewichtung von 54,97 Prozent auf. Im Vergleich zu den Top-10-Positionen des Deutschen Aktienindex DAX, die rund 64 Prozent der Gesamtgewichtung auf die Waage bringen, ist hier also nicht unbedingt von einem Klumpenrisiko auszugehen. Obendrein besteht das ETF-Portfolio ja noch aus 53 weiteren Positionen (neben 55 Einzeltiteln befinden sich noch weitere Cash- und Derivate-Positionen im Portfolio). (Daten gemäss iShares vom 25. Mai 2020)

Sektoren- Währungs- und Länderallokation – Finanzsektor übergewichtet

Die wichtigsten Sektoren sind mit 31,58 Prozent Finanzen, mit 15,01 Prozent Materialien, mit 12,49 Prozent Energie, mit 10,92 Prozent Nichtzyklische Konsumgüter und mit 9,57 Prozent Zyklische Konsumgüter. Auf den weiteren Plätzen finden sich noch die Sektoren Industrie, Versorger, Gesundheitsversorgung, Kommunikation und Cash/Derivate. Da der ETF nur in brasilianische Aktien investiert (Einzeltitel gehören grösstenteils auch dem Leitindex Ibovespa – Índice Bovespa in São Paulo an), liegt der Währungs- und Länderanteil Brasiliens bis auf den Anteil der Cash-Bestände im Portfolio bei nahezu 98,79 Prozent. (Daten gemäss iShares vom 25. Mai 2019)

Der Corona-Crash hinterliess besonders in den letzten Monaten deutliche Spuren

Der Referenzindex verlor seit Anfang des Jahres um 47,54 Prozent, während der ETF im Vergleichszeitraum um 47,48 Prozent abgab. Auf Sicht der letzten 10 Jahre fiel der Index kumulativ um 51,54 Prozent, während der ETF im gleichen Zeitraum 55,82 Prozent verlor.

Die von iShares ausgewiesenen Performance-Vergleiche beziehen sich auf die US-Dollar Performance. Durch die Handelswährung Euro (EUR) kann die ETF-Performance zusätzlich beeinflusst werden. Aufgrund der 0,74 Prozent TER-Quote hält sich die Abweichung in Grenzen. Abweichungen gehen üblicherweise auf das Konto von weiteren Gebühren, sowie Transaktionskosten. (Performancedaten in Bezug auf den ETF und den Referenzindex gemäss iShares mit dem Stand des 30. April 2020)

Expertenmeinung – Brasilien in der Corona-Krise im freien Fall – Spekulation auf den Turnaround

Investoren, die beabsichtigen ein Engagement am brasilianischen Aktienmarkt einzugehen, sollten sich bewusst sein, dass Brasilien zu den Emerging Markets zählt. Im Vergleich zu den USA, Japan oder den meisten Märkten Europas können Aktienmärkte in den Emerging Market eher volatiler sein. Zudem könnte die politische Instabilität zu möglichen Schwierigkeiten und bis hin zu Ausfällen bei Investments führen. Besonders in vielen mittel- und südamerikanischen Ländern ist Korruption und Rechtsunsicherheit leider seit Jahrzehnten ein Standortrisiko. Bis auf absehbare Zeit scheint sich diesbezüglich – vor allem während der Amtszeit von Jair Bolsonaro – nicht viel zu ändern.

Brasilien gehört heute zu den am stärksten durch die Corona-Pandemie getroffenen Ländern der Welt. Gemäss den Daten der Johns Hopkins Universität liegt Brasilien mit rund 375.000 bestätigten Fällen direkt hinter den USA, die mit 1,67 Millionen Fällen die am meisten bestätigten Covid-19-Infektionen aufweisen. Würde man in Brasilien jedoch wesentlich mehr testen, sähe dies vermutlich leider düsterer aus. Rund 24.000 Tote hat Brasilien derzeit zu beklagen – die Dunkelziffer ist gross. Da das Gesundheitssystem des Landes insbesondere in den hintersten Dschungelregionen des Amazonas kaum bis gar nicht vorhanden ist, wird man wohl nie eine vollständige Covid-19-Statistik aus Brasilien erhalten.

Die Wirtschaftsaussichten in dem von der Corona-Krise geplagten Land sind wie bei vielen anderen Ländern rund um den Erdball eher desaströs. Im Jahr 2020 soll das BIP den Projektionen des Internationalen Währungsfonds nach um 5,3 Prozent fallen. Eine Verschlechterung nach den Daten des zweiten Quartals ist durchaus denkbar. Für 2021 geht der IWF von einem Wachstum von 2,9 Prozent aus. Die brasilianische Wirtschaft lief jedoch schon ein paar Jahre vor der Corona-Krise nicht besonders rund. Von 2007 bis 2018 lag das BIP-Plus im Durchschnitt bei 1,9 Prozent. Vergleichbare Emerging Markets wie China oder Indien haben Brasilien da enorm auf die Plätze verwiesen. Die politische Instabilität und die Korruption plagten das Land in den letzten Jahren immer wieder von Neuem. Dies trug auch zu einem Verfall der Landeswährung – dem Real – bei. Vor zehn Jahren waren für einen US-Dollar noch im Schnitt 1,70 Real zu zahlen. Mittlerweile muss man für einen US-Dollar rund 5,45 Real auf die Theke legen.

Der Turnaround in Brasilien hängt wie in den restlichen Ökonomien der Welt an der Entwicklung der Corona-Fälle. Noch steigen die Fälle in Brasilien an und auch die Todesraten. Die brasilianische Bank Itau berichtete in ihrem wöchentlichen Research von hohen Corona-Fallzahlen und hohen Todesraten vor allem in der Region nördlich von Rio de Janeiro und im nördlichen Bundesstaat Ceará. Noch zeichnet sich kein Trend zu einer Besserung ab.

Die Performance der brasilianischen Wirtschaft hängt neben ausländischen Direktinvestitionen vor allem auch an der Performance der Weltwirtschaft und der der USA. Erholen sich die USA, China, Japan und grosse Teile Europas besser als erwartet, könnte auch Brasiliens Wirtschaft profitieren.

Nach all den recht negativen Schlagzeilen sollte aber eines nicht unterschlagen werden, nämlich die tatsächlich recht guten Chancen für einen Turnaround. Vor allem am Aktienmarkt diskontierten die insbesondere seit Anfang März teils brutalen Kursabschläge die Auswirkungen der Pandemie grösstenteils. Mit den jüngsten Tiefstständen erscheint die Pandemie demnach als recht gut eingepreist. Man darf nicht vergessen, dass der MSCI Brazil Index (USD) sich seit Anfang des Jahres nahezu im Wert halbiert hat. Ein weiterer Kursabschlag sollte zumindest einigermassen im Rahmen bleiben und nicht unbedingt zu neuen Tiefs führen. Obendrein könnten Investoren von einem zusätzlichen Währungsturbo aufgrund des bis dato schwachen Real profitieren. Anleger sollten jedoch auf jeden Fall die politische Entwicklung rund um Präsident Jair Bolsonaro aufmerksam verfolgen.

Mögliches Setup

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Nach einer erneuten Konsolidierungswelle wäre eine Transaktion zu lancieren. Ein Kauf könnte bei 17,85 EUR erfolgen, der das Ziel bei 26,00 EUR hätte. Die Position wäre mit einem Stoploss zur Verlustbegrenzung von 15,85 EUR eng abzusichern. Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) liegt bei diesem Setup bei 4.00. Das Setup soll beispielhaft sein. Aufgrund der aktuell sehr volatilen Marktsituation könnte mitunter ein gestaffelter Positionsaufbau zielführender sein.

Näheres zum Emittent iShares

Die den ETF auflegende Gesellschaft iShares gehört zur US-Investmentgesellschaft BlackRock, der global grössten Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Assets under Management (AuM) in Höhe von 6,47 Billionen US-Dollar (Stand 1. Quartal 2020). Die Emittentin iShares ist weltweit führend bei börsengehandelten Indexfonds und bietet mehr als 800 ETFs an. iShares verwaltete mit dem Stand des 31. März 2019 rund 1,9 Billionen US-Dollar an Vermögen, hat über 20 Jahre Erfahrung im Bereich der ETF-Anlagen und ist die Nummer 1 in der ETF-Branche.

Näheres zum Indexanbieter MSCI

Das Unternehmen MSCI entwickelte und lizensierte bereits im Jahr 1969 das erste Indexprodukt des Hauses. Die Abkürzung MSCI setzte sich aus den alleinigen Eigentümern Morgan Stanley und Capital International zusammen, die im Jahr 2007 beim Börsengang auch die einzigen Grossaktionäre waren. Morgan Stanley trennte sich dann vollständig von MSCI. Im Mai 2009 wurde das Unternehmen dann vollkommen eigenständig. Über die Jahre akquirierte MSCI eine Reihe von Firmen, wie zum Beispiel Barra, RiskMetrics Group, Measrisk, IPD und InvestorForce. MSCI gibt eine Reihe von weltbekannten Aktienindizes heraus. Der wohl marktbreiteste und bekannteste ist der MSCI World Index, der in der Investmentbranche auch als internationale Benchmark herangezogen wird. Der MSCI World Index wird genutzt, um die eigene Performance darzustellen und zu vergleichen.

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