Patrick Industries Aktie Prognose Klein, aber oho: Warum Anleger auf kleine Unternehmen setzen sollten

News: Aktuelle Analyse der Patrick Industries Aktie

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Patrick Industries
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Wie viele Unternehmen kennen Sie, die den Gewinn binnen einer Dekade verzehnfachen konnten und für ein KGV von unter zehn gehandelt werden?

Auf die Grösse kommt es an

An der Börse gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen der Wachstumsgeschwindigkeit von Unternehmen, ihrer Grösse und der Bewertung.

Dass für schnell wachsende Unternehmen ein höheres Kurs-Gewinn- oder Kurs-Umsatz-Verhältnis gezahlt wird, dürfte allgemein bekannt sein.
Aber wussten Sie auch, dass Unternehmen mit demselben Wachstum je nach Grösse auf eine andere Bewertung kommen?

US-Small Caps mit einem Börsenwert von 250 Mio. bis 2 Mrd. USD und durchschnittlichen Gewinnsteigerungen über 10 % p. a. kommen meistens auf ein KGV von knapp über 20.
Mid-Caps mit einem Börsenwert von 2 bis 10 Mrd. USD und ähnlichen Wachstumsraten werden mit einem KGV von über 30 bewertet und Large Caps sogar mit einem KGV von über 40.

Wenn man also möglichst viel für sein Geld bekommen will, muss man sich unter den kleineren Unternehmen umschauen.

Der Top-Performer im Small-Cap-Segment

Unter den Top-Performern in diesem Segment steht Patrick Industries mit an der Spitze. In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich der Kurs verzehnfacht und das nicht grundlos.
Der Gewinn hat sich in dieser Zeit auch mehr als verzehnfacht.

Im letzten Jahr hat man mehr als dreimal so viel verdient wie noch 2019 oder 2020, trotzdem kommt die Aktie nicht vom Fleck. Es scheint schlichtweg niemanden zu interessieren.
Das dürfte eine ganze Reihe von Gründen haben.

Patrick Industries ist mit einem Börsenwert von 1,43 Mrd. USD für US-Verhältnisse winzig.
Aus deutscher Sicht ist das schwer verständlich, aber in den USA gibt es 2.157 Unternehmen mit einem höheren Börsenwert. Bis irgendein Anleger also bei Patrick landet, muss er lange suchen.

Warum Patrick Industries trotz Erfolg übersehen wird

Darüber hinaus kann man sich unter dem Unternehmensnamen nichts vorstellen und wenn man sich trotzdem mit Patrick Industries beschäftigt, wird es nicht besser.
Der Konzern erscheint wie ein obskures Sammelsurium von Geschäftsaktivitäten in den verschiedensten Branchen.

Patrick Industries gliedert sich in vier Sparten: Recreational Vehicles, Marine, Manufactured Housing sowie Industrial.
Auf den ersten Blick fragt man sich, wie das alles zusammenpassen soll.

Im Bereich Recreational Vehicles stellt man eine Vielzahl von Komponenten und Bauteile für Wohnmobile & Co. her, darunter alles von Armaturenbrettern, vorgefertigten Arbeitsplatten, elektrischen Baugruppen bis hin zu Kraftstoffsystemen, Hartholztüren und Beleuchtung.
So ähnlich sieht es im Marine-Segment aus, nur dass es sich um Komponenten für Boote und Wassersport handelt.

Die Sparten Manufactured Housing und Industrial stellen ebenfalls zahllose Produkte her, darunter massgefertigte Schränke, Arbeitsplatten, Beleuchtungssysteme, Trockenbauwände, Wasserhähne, Kamine, Spiegel, Hartholzformteile, Badewannen, Duschen, Wand- und Deckenpaneele, Ventilatoren und so weiter.

Vielleicht ist es ihnen schon aufgefallen. Patrick Industries stellt zwar eine Vielzahl von Produkten her, doch viele sind ähnlicher Natur und werden in verschiedenen Varianten in mehreren Branchen eingesetzt.

Eine ungewöhnliche Strategie

Die Geschäftsaktivitäten von Patrick Industries sind weit weniger verzettelt als es den Anschein hat.
Vielmehr macht man sich in einigen Nischen breit, die sich gegenseitig ergänzen und kauft ständig zu, um die eigene Position zu stärken.

Je mehr man sich mit dem Unternehmen beschäftigt, desto mehr erinnert die Strategie an Roper oder Danaher. Beide Unternehmen sind im Endeffekt Spezialisten für Übernahmen.
Die einzelnen Töchter agieren semi-autonom, doch das Kapital wird auf Konzernebene verwaltet.
Der Cashflow der bestehenden Töchter wird genutzt, um immer wieder neue und erfolgreiche Nischenplayer zu erwerben. Gemeinsam werden die Schulden abgetragen und dann die nächsten Zukäufe getätigt.
So verfährt man bereits seit Jahrzehnten.

Bei Patrick Industries scheint man dieses Konzept erfolgreich nachzuahmen und übernimmt teilweise auch mal ein Dutzend Unternehmen in einem Jahr.
Für einen Zukauf gibt man in der Regel einen zweistelligen Millionenbetrag aus.
Die einzelnen Übernahmen haben für sich genommen kaum Gewicht und genau so soll es auch sein.

Von vergleichsweise grossen Zukäufen hält man Abstand, Kapitalerhöhungen zur Finanzierung der Deals werden nicht durchgeführt.
Eine gewisse Verschuldung nimmt man aber in Kauf, derzeit belaufen sich die langfristigen Verpflichtungen auf 1,33 Mrd. USD.

Lohnt sich eine Investition in Patrick Industries?

In den zurückliegenden zehn Jahren konnte Patrick Industries den Umsatz von 595 Mio. auf 4,88 Mrd. USD steigern.
Gleichzeitig verbesserte sich die Profitabilität und die Zahl der ausstehenden Papiere wurde von 24 auf 22 Millionen Stück reduziert.
In Summe führte das dazu, dass der Gewinn von 1,17 auf 13,49 USD je Aktie gesteigert wurde.

Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Gewinn allerdings spürbar einbrechen, da die Nachfrage im Wohnmobilsegment nach dem Hype von 2020 und 2021 spürbar nachgelassen hat.
In der Housing-Sparte sieht es dank der Abkühlung am Immobilienmarkt auch nicht viel besser aus.
Im Marine-Segment läuft es hingegen hervorragend.

Unter dem Strich hat da dazu geführt, dass der Umsatz im ersten Quartal um 33 % auf 900 Mio. USD gesunken ist.
Der Gewinn ist sogar um etwa 70 % auf 30 Mio. USD respektive 1,35 USD je Aktie eingebrochen.

Das Ende der Fahnenstange?

Zunächst wirkt die aktuelle Geschäftsentwicklung katastrophal und das dürfte viele Anleger abschrecken.
Die Probleme sind aber nicht hausgemacht und mit grosser Wahrscheinlichkeit vorübergehend. Die Bauaktivität wird nicht ewig gedämpft bleiben, die Nachfrage im Bereich Wohnmobile dürfte es ebenfalls nicht.

Was wir erleben, ist eine Art Korrektur. Nach zwei Jahren erhöhter Nachfrage war der Markt übersättigt, das wird jetzt ausgeglichen. An den zugrundeliegenden Trends ändert es wenig.

Ausserdem dürfte Patrick Industries in diesem schwierigen Jahr trotzdem noch etwa 7 USD je Aktie verdienen und am Ende des Tages ist genau das der Knackpunkt.
Patrick Industries kommt auf eine forward P/E von 9,4.
Um das zu rechtfertigen, muss man keinerlei organisches Wachstum unterstellen. Kann Patrick jedoch an die alten Erfolge anknüpfen, ist die Aktie attraktiv bewertet.

Patrick Industries Aktie: Chart vom 09.05.2023, Kurs: 65,71 - Kürzel: PATK | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Patrick Industries Aktie: Chart vom 09.05.2023, Kurs: 65,71 – Kürzel: PATK | Quelle: TWS

Die Aktie entzieht sich der technischen Analyse weitestgehend, denn es gibt kaum relevante Umkehrpunkte, die mehrfach angesteuert werden und eine Wirkung entfalten.

Übergeordnet ist die Aktie leicht bullisch und perspektivisch sind neue Höchststände zu erwarten.
Fällt Patrick Industries jedoch unter 65 USD, muss zuvor noch mit einer Ausdehnung der Korrektur gerechnet werden. Mögliche Anlaufstellen liegen beispielsweise bei 62,50 sowie 60 und 56 USD.

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