Nikola Aktie Prognose Nikola: Gehen da jetzt die Lichter aus?

News: Aktuelle Analyse der Nikola Aktie

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Nikola
ISIN: US6541101050
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Zur Nikola Aktie

Geschichten wie Nikola erlebt man an der Börse selten, vielleicht gab es nie etwas Vergleichbares.

Ein Unternehmen, gegründet von einem Mann mit äusserst zweifelhafter Vergangenheit, dem es trotzdem gelungen ist, mit nicht viel mehr als einigen Computer-Grafiken Milliarden an Vorbestellungen für einen Elektro-Truck einzusammeln.

Inzwischen steht der Firmengründer Trevor Milton vor Gericht. Ihm werden mehrere Fälle von Betrug sowie die Irreführung von Investoren zulasten gelegt.
Die US-Börsenaufsicht SEC hat Anklage wegen Wertpapierbetrug erhoben.

Dass wir bereits bei Kursen von 57 USD und auf dem Weg nach unten immer wieder gewarnt haben, ist Geschichte.

Der Klageschrift zufolge hat Milton „in fast allen Aspekten gelogen.“

Das ist harter Tobak. Normalerweise sollten Anleger an diese Stelle ganz schnell den Notausgang suchen.
Man musste bereits vor Monaten zu dem Schluss kommen, dass möglicherweise ein Totalverlust droht.

Trotzdem halten viele Kleinanleger dem Unternehmen die Treue, irgendwer muss die Aktien mit einem Gesamtwert von 3,55 Mrd. USD schliesslich im Depot haben.

Grossinvestoren und Fonds sind es nicht, die haben längst das Weite gesucht und auch Milton selbst hat über Monate hinweg wieder und wieder Aktien abgestossen.

Chart vom 20.01.2022 Kurs: 8,63 Kürzel: NKLA - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 20.01.2022 Kurs: 8,63 Kürzel: NKLA – Tageskerzen

Der nächste Sargnagel könnte nun die Charttechnik liefern. Am Mittwoch wurde die letzte verbliebene Unterstützung bei 9,00 USD durchbrochen, ein neues Allzeittief markiert und ein Verkaufssignal ausgelöst.

Aus Sicht der Bullen muss umgehend eine Rückkehr über 9,00 USD erfolgen, sonst droht ein Abverkauf.
Die nächstgelegenen Kursziele liegen bei 8,00 sowie 7,50 USD.

Wer sich hier auf der Short-Seite engagieren will, sollte allerdings Produkte nutzen, bei denen der mögliche Verlust gedeckelt ist. Bei all den Problemen des Unternehmens, droht dennoch ein Short-Squeeze, denn der Short-Float ist mit 25,77% ausserordentlich hoch.

Eine neue Ära

Nikola hat also einiges an Gepäck und es wird sehr schwer werden, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.
Darüber hinaus hat man auch schon eine ganze Reihe von Geschäftspartnern verprellt.

Ich frage mich auch ernsthaft, was aus den Anzahlungen für die Elektro-Pickups geworden ist.
Inzwischen ist der Nikola Pickup-Truck nicht mal mehr auf der Seite des Unternehmens zu finden.

Nikola muss sich wahrlich neu erfinden, könnte nach dem Abgang von Trevor Milton aber sogar eine Chance haben.

Man scheint sich wohl vorerst auf Elektro-LkWs zu konzentrieren, hat wohl einige Fortschritte erzielt und neue Partner an Land gezogen.
Das grösste Problem ist, ob man den Aussagen des Unternehmens noch vertrauen kann. Mir persönlich fällt das sehr schwer.

Es ist nicht so, dass nur Milton sich falsch verhalten hat. Andere Mitarbeiter müssen ebenfalls gewusst haben, dass man teilweise nicht mehr als Versprechungen und heisse Luft vorweisen kann.

Das sind übrigens nicht meine Worte. Zeitweise hatte man mit Powercell AB zusammengearbeitet. Ein Sprecher des Volvo-Ablegers hatte die Brennstoffzellen-Technologie von Nikola nach dem Ende der Kooperation als „heisse Luft“ bezeichnet.

Erste Auslieferungen, neue Aufträge

Den Angaben von Nikola zufolge hat man im Dezember die ersten Fahrzeuge ausgeliefert.

Darüber hinaus konnte man zuletzt mehrere Aufträge an Land ziehen.

USA Truck hat 10 LkWs bestellt, inklusive einer Option auf 90 weitere. SAIA beabsichtigt wohl bis zu 100 Fahrzeuge zu kaufen oder zu leasen.
Covenant scheint Interesse an 50 Stück zu haben.

Jetzt muss Nikola abliefern, im wahrsten Sinne des Wortes.

Damit das gelingt, hat man am Dienstag bekannt gegeben, dass man eine Kooperation mit Proterra geschlossen hat, die die dafür notwendigen Batterien liefern werden.

Auf den ersten Blick eine gute Nachricht, die Aktie gab als Reaktion darauf allerdings um 6,50% nach und rutschte unter den Support bei 9,00 USD.

Die Erklärung dafür ist simpel. Dereinst hatte man bei Nikola behauptet, die beste Batterietechnologie der Welt zu haben. Jetzt kauft man plötzlich bei anderen Herstellern ein.

Fazit

Was soll man noch grossartig dazu sagen? Unter dem Strich erscheint mir das Chance-Risiko-Verhältnis nach wie vor schlecht zu sein.

Selbst wenn es sich um ein herausragendes Unternehmen ohne fragwürdige Geschichte handeln würde, würde man mit Blick auf die charttechnische Lage derzeit nicht kaufen.

Darüber hinaus muss man bedenken, dass Nikola auch heute noch auf einen Börsenwert von 3,55 Mrd. USD kommt.
Dem steht faktisch kein operatives Geschäft gegenüber. Der Umsatz liegt derzeit noch bei 0,00 und dürfte nach den ersten Auslieferungen vermutlich nicht mal die Millionengrenze überschreiten.
Gleichzeitig hat man in den letzten 12 Monaten einen Verlust von 687 Mio. USD eingefahren.

Im Vergleich dazu sind Bestellungen über 250 LkWs ein Tropfen auf den heissen Stein.

Wie man es dreht und wendet, Nikola wird nicht um weitere Kapitalerhöhungen herumkommen.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Stabilität in stürmischen Zeiten. Bei LYNX selbstverständlich.

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Vorherige Analysen der Nikola Aktie

Inzwischen steht der Nikola -Gründer und Ex-Chef wegen Betrugs vor Gericht. Gleichzeitig verkauft er in grossem Stil Aktien. Er wird wissen, warum. Der Klageschrift zufolge habe er „in fast allen Aspekten gelogen.”

Eine irre Story

Die Aktionäre von Nikola müssen ein gehöriges Mass an Leidensfähigkeit mitbringen.
Seitdem der erste Hype um die Aktie vorüber ist, geht es tendenziell nur noch abwärts.

Zur fundamentalen Lage möchte ich mich gar nicht grossartig äussern, das habe ich bereits mehrfach getan.
Glücklicherweise haben wir Nikola immer wieder kritisch hinterfragt und das bereits bei einem Kurs von 57 USD vor der Aktie gewarnt:
Nikola: Der Tesla-Killer?

Oder hier bei 33 USD, hier bei 20 USD und so weiter. Eine ausführliche Analyse mit all den Vorwürfen finden Sie hier:
Nikola: Betrug? Kollabiert die Aktie jetzt?

Glauben Sie nicht mir

Aber Sie, lieber Leser, müssen meine negative Einschätzung der Lage nicht teilen. Sie müssen mir auch nicht glauben. Vielleicht glauben Sie Unternehmen, die realwirtschaftliche Entscheidungen treffen.
Es gibt gute Gründe, warum mehrere Kooperationspartner nach kürzester Zeit wieder abgesprungen sind.

Am eindrucksvollsten ist aber die Aussage des ehemaligen Partners Powercell AB. Ein Sprecher des Volvo-Ablegers bezeichnete die Brennstoffzellen-Technologie von Nikola als „heisse Luft“.

Wenn Sie weder das, noch ein Skandal um gefälschte Videos von Prototypen, der Ausstieg von Grossaktionären, Ermittlungen durch die SEC und der Rücktritt des CEO abschreckt…

Dass der Vorstand von Nikola gelogen hat, ist unterdessen sicher.
In mehreren Interviews und in einer Präsentation vor hunderten Zuschauern behauptete Ex-Nikola-Chef Milton, er habe die Kosten für die Wasserstoff-Herstellung um über 80% gesenkt.
Einen Beweis dafür blieb er bis heute schuldig. An Dreistigkeit kaum zu überbieten.

Hätte er eine derartige Technologie entwickelt, wäre er über Nacht einer der reichsten Menschen der Welt. Worauf wartet Milton?

Rette sich, wer kann!

Der inzwischen wegen Betrugs angeklagte Nikola -Gründer macht unterdessen das einzig richtige. Er versilbert seine Aktien. Rette sich, wer kann.

Die letzte Meldung stammt vom 30. November. Milton hat an dem Tag 1,58 Mio. Aktien zu einem Preis von 10,18 USD verkauft.
Einen Tag zuvor waren es 1,71 Millionen Aktien.

Die Woche zuvor hatte er bereits knapp 8,4 Millionen Papiere abgestossen. Gesamtwert über 90 Mio. USD.
Die Woche davor trennte er sich von 3,30 Millionen Aktien mit einem Wert von 39,46 Mio. USD.

Eventuell erkennen Sie ein gewisses Muster?

Wenn man sich die Anklageschrift zu Gemüte führt, weiss man auch warum. Demnach soll Milton in „fast allen Aspekten des Unternehmens“ gelogen haben.

Bewahrheiten sich diese Vorwürfe, hätte er eine drastische Strafe verdient. Milton wäre auf dem Rücken von anderen Anlegern reich geworden. Kein Cent sollte ihm bleiben.

Was bleibt

Am Ende bleibt ein Unternehmen ohne einen Cent an Umsatz und einem Verlust von -687 Mio. USD in den letzten zwölf Monaten.
Das entspricht fast einem Sechstel des Börsenwerts.

Die Aktienbasis wird dementsprechend in enormem Tempo verwässert, denn die einzige Geldquelle sind Kapitalerhöhungen.
Wer die zeichnet, entzieht sich mir.

Die Zahl der ausstehenden Aktien ist im Jahresverlauf jedenfalls von 336 auf 400 Millionen Stück gestiegen.

Chart vom 10.12.2021 Kurs: 10,09 Kürzel: NKLA - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.12.2021 Kurs: 10,09 Kürzel: NKLA – Tageskerzen

Daher ist es auch kein Wunder, dass Nikola kurs- und charttechnisch am Abgrund steht. Man fragt sich, warum der Börsenwert noch bei 4,23 Mrd. USD liegt.

Aus technischer Sicht steht die Aktie am Abgrund. Sollte Nikola unter 9 USD fallen, käme es zu einem prozyklischen Verkaufssignal. Wie tief es dann geht, kann kaum gesagt werden.

Antizyklische Verkaufsgelegenheiten ergeben sich nahe 11,75 sowie 13,00 USD.
Aus Sicht der Bären sollte die Aktie möglichst nicht mehr über 13,00 USD steigen.

Wer shorten möchte, sollten dringend Instrumente mit begrenztem Verlustpotenzial verwenden, da der Short-Float mit 23,67% bei diesem Insolvenz- und Betrugskandidaten zurecht sehr hoch ist.