Hochtief Aktie aktuell Hochtief: Es bleibt eine winzige Chance …

News: Aktuelle Analyse der Hochtief Aktie

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Hochtief
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Zur Hochtief Aktie

Die Aktie des Baukonzerns Hochtief war jahrelang brenzlig hoch bewertet, weil viele dachten, die Gewinne würden angesichts des allgemeinen Baubooms zwangsläufig explodieren. Die steigen zwar auch, aber Kurs/Gewinn-Verhältnisse von über 25 waren einfach nicht durchzuhalten. Bereits im Frühjahr 2017 und damit weit früher als der Gesamtmarkt begann die Hochtief-Aktie nach und nach an Boden zu verlieren. Das führte dazu, dass die Aktie auf Basis der 2019er-Analystenschätzungen nur noch ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um 12 aufwies. Das war, eingedenk der allgemeinen Erwartung, dass der Gewinn pro Aktie auch 2020 weiter steigen werde, nicht zu teuer. Und dann kam Hochtief am Donnerstagmorgen mit der Meldung, dass man die eigene Gewinnprognose für 2019 erfüllt habe – und die Aktie bricht um acht Prozent ein. Verrückte Welt?

Nein, denn diese Meldung hatte einen Haken. Hochtief erklärte nämlich, dass es ohne einen Sondereffekt gelungen sei, die eigene Prognose zu erreichen. Und dieser Sondereffekt hat es in sich. Der operative Gewinn soll 2019 etwa bei 660 Millionen Euro liegen, so das Unternehmen, aber: Eine Neubewertung der Minderheitsbeteiligung der Hochtief-Tochter Cimic an der im mittleren Osten operierenden BIC Contracting führe zu einer einmaligen Ergebnisbelastung in verblüffender Höhe. Um die offizielle ad hoc-Meldung von Hochtief zu zitieren: „Der Hochtief-Konzern wird in seinem Abschluss für 2019 eine einmalige Ergebnisbelastung nach Steuern und Minderheiten in Höhe von etwa 0,8 Mrd. Euro ausweisen. Dieser Effekt wird zu einem erwarteten Cashabfluss nach Steuern in Höhe von zirka 0,4 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2020 führen.“ Dass die Aktie da in die Knie ging, ist nicht wirklich überraschend.

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Expertenmeinung: Immerhin bedeutet das, dass das Ergebnis im abgelaufenen ebenso wie im neuen Jahr heftig belastet wird. Und es ist nicht auszuschliessen, dass gerade der Umstand, dass Hochtief betonte, dass es ja eigentlich alles gut gelaufen wäre, wenn nicht da etwas schief gelaufen wäre und man zugleich wie zur Beruhigung avisierte, die 2019er-Dividende anzuheben, viele nervös machte. Und ein Blick auf den Chart dürfte diese Nervosität nicht lindern, im Gegenteil:

Hochtief Aktie Chart vom 23.01.2020, Kurs 108,60 Euro, Kürzel HOT | Online Broker LYNX

Hochtief war gerade erst am Montag aus einer aufwärts gerichteten Keilformation nach oben ausgebrochen. Der dann folgende Doji und die rote Kerze des Mittwochs, die den Kurs wieder an die obere Begrenzung des Keils führte, war zunächst „nur“ ein Warnsignal. Aber dadurch, dass Hochtief diese ad hoc-Meldung in der Nacht veröffentlichte und die Anleger dadurch am Morgen erschrocken reagierten, nicht wenige ihre Aktien wohl unlimitiert in den Markt gaben, wurde das dem Warnsignal folgende Verkaufssignal ein äusserst drastisches. Die Aktie eröffnete bereits unterhalb des Keils und schloss sogar knapp unter der aktuell bei 114,60 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie. Eine winzige Chance bliebe den Bullen indes noch:

Der Kurs erholte sich ein wenig von seinem Tagestief und hielt dadurch die Supportzone 107/108 Euro. Würde die Aktie ihre 200-Tage-Linie jetzt sehr schnell zurückerobern, bestünde eine Chance auf eine Stabilisierung. Sollte Hochtief indes heute oder kommende Woche unter dem gestrigen Tagestief von 106,50 Euro schliessen, wäre auch diese letzte Chance vertan.

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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