Aurubis Aktie Prognose Aurubis: Der Befreiungsschlag blieb aus

News: Aktuelle Analyse der Aurubis Aktie

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Die am Montag umgegangenen Gerüchte haben sich am Dienstag bestätigt: Drei Vorstände des Kupferproduzenten Aurubis werden bis 30.9. vorzeitig den Stuhl räumen. Aber wer sich von diesem „Trainerwechsel“ ein Durchstarten der Aktie erwartete, wurde enttäuscht.

2,04 Prozent legte die Aurubis-Aktie am Dienstag als Reaktion auf die Meldung zu, dass drei der vier Vorstände ihre Posten nach Gesprächen mit dem Aufsichtsrat vorzeitig räumen werden. Das erinnerte ein wenig an einen Trainerwechsel beim Fussball, mit dem man hofft, Mannschaft und Fans aufrütteln zu können. Dort, im Sport, hat das oft nicht den erwünschten Effekt, und hier, bei Aurubis, blieb der zumindest mit Blick auf die Aktie bislang ebenso aus. Denn ja, gut zwei Prozent Plus wirken besser als nichts. Bedenkt man jedoch, dass die Gerüchte um das Vorstands-Karussell die Aktie am Vortag um vier Prozent gedrückt hatten, ist das kaum mehr als nichts. Vor allem angesichts des brisanten Chartbilds.

Aurubis Aktie: Chart vom 23.01.2024, Kurs 65,00 Euro, Kürzel: NDA | Online Broker LYNX
Aurubis Aktie: Chart vom 23.01.2024, Kurs 65,00 Euro, Kürzel: NDA | Quelle: TWS

Denn der Versuch, die deutlich gedrückten Gewinne als Folge eines im Spätsommer bekannt gewordenen, immensen Diebstahls von Rohstoffen als ärgerliche, aber einmalige Problematik zu sehen und die Aktie aufzufangen, droht jetzt komplett zu scheitern. Als diese Meldung Ende August umging, brach die Aurubis-Aktie ein, da gelang es aber, das Minus noch am selben Tag deutlich einzugrenzen. Nach einer Stabilisierungsphase setzte dann im Oktober eine kräftige Erholung ein. Doch die endete im November und Dezember beide Male knapp über der 200-Tage-Linie. Und jetzt, Sie sehen es im Chart, ist der Kurs beinahe wieder an den Level bei 62,50 Euro gerutscht, der am 1. September das Tief der Reaktion auf den grossen Kupfer-Diebstahl markierte. Das sieht ganz und gar nicht gut aus.

Expertenmeinung: Und wer hoffte, die Analysten würden den Austausch dreier Vorstände positiv honorieren, sah sich getäuscht: Noch am gestrigen Dienstag reduzierte die LBBW ihr Kursziel für Aurubis von 80 auf 70 Euro und senkte die Einstufung von „Kaufen“ auf „Halten“, ODDO BHF senkte das Ziel von 82 auf 73 Euro. Beide Ziele liegen zwar über dem Dienstags-Schlusskurs. Aber ob das die Anleger aus der Reserve lockt, ist zumindest fraglich.

Immerhin wäre da dann immer noch die Frage, wie es insgesamt für Aurubis laufen wird und ob das Rollen von Köpfen etwas daran ändern würde. Der Kupferpreis dümpelt derzeit deutlich unterhalb der Hochs der vergangenen Jahre vor sich hin. Und viel Dynamik würde der magere Ausblick der Volkswirte auf das weltweite Wachstum in 2024 nicht avisieren.

Zwar liesse sich der kleine Doji im Chart nach der langen roten Kerze des Montags als „Bullish Harami“ interpretieren, zugleich wäre die Aktie markttechnisch überverkauft. Aber das entscheidende Tief vom vergangenen September ist nahe … und die am Dienstag ausgebliebene „Befreiungs-Rallye“ könnte das bärische Lager mutig machen. Wer hier nicht hoch spekulativ traden, sondern investieren will, sollte besser abwarten, bis das Chartbild der Aurubis-Aktie wirklich bullisch ist. Und das wäre aus aktueller Sicht noch ein weiter Weg, denn dazu müsste der Kurs nicht nur die Widerstandszone 70,50/72,00 Euro, sondern auch die die 200-Tage-Linie einschliessende Zone 75,80/77,00 Euro überwinden und diesmal dann länger als nur wenige Tage darüber bleiben.

Quellen:
Pressemeldung zum Wechsel im Vorstand, 23.01.2024: https://www.eqs-news.com/de/news/adhoc/aurubis-ag-unternehmensleitung-wird-2024-neu-aufgestellt/1982251
Analysten-Kursziele: https://www.aurubis.com/investor-relations/aurubis-aktie/analysten-und-bewertungen

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Vorherige Analysen der Aurubis Aktie

Dass einem Unternehmen Metall im Wert von 185 Millionen Euro abhandenkommen kann, hätte wohl niemand gedacht. Aurubis war das passiert … und die Aktie brach ein. Aber jetzt ist der Schaden verbucht, der Blick geht nach vorne. Schafft die Aktie jetzt die Wende?

Als Anfang September bekannt wurde, dass dem Kupferproduzenten Aurubis Material in dreistelliger Millionenhöre gestohlen wurde, brach die Aktie zunächst zwar haltlos ein, reduzierte das Minus aber noch am selben Tag erheblich, wie der Chart zeigt. Das Argument derer, die umgehend die Hand aufhielten: Das war ein einmaliges Ereignis, das zwar den Gewinn des Geschäftsjahres 2022/2023 erheblich drücken wird, das aber nichts mit dem operativen Geschäft als Basis zukünftiger Gewinne zu tun hat.

Grundsätzlich ist das auch richtig. Und immerhin ist die Sache jetzt im Prinzip ausgestanden. Nach einer ausserordentlichen Inventur bezifferte Aurubis den Schaden auf 185 Millionen Euro, ggf. noch verringert durch Versicherungsleistungen und sichergestellte Vermögenswerte, die im mittlerweile beendeten letzten Quartal des am 30.9. beendeten Geschäftsjahres 2022/2023 verbucht werden. Die Gewinnprognose für dieses beendete Geschäftsjahr wurde von zuvor 450 bis 550 Millionen auf 310 bis 350 Millionen gesenkt. Das wird am 6. Dezember dann im Jahresabschluss zu sehen sein und ein optimistischer Ausblick in die Zukunft das Thema endgültig vergessen machen – so könnten die Bullen argumentieren. Doch alle scheinen davon offenbar nicht überzeugt zu sein, denn:

Aurubis Aktie: Chart vom 12.10.2023, Kurs 72,12 Euro, Kürzel: NDA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aurubis Aktie: Chart vom 12.10.2023, Kurs 72,12 Euro, Kürzel: NDA | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Der Chart zeigt zwar, dass die Aktie zu Wochenbeginn den Widerstandsbereich bei 70,74/72,00 Euro bezwungen hat, der seit dieser „Verlustmeldung“ Anfang September die Obergrenze einer seitwärts gerichteten Bodenbildung war. Aber wirklich „durch“ wäre eine Wende erst, wenn die Aktie das „Gap Down“, d.h. die Anfang September entstandene Abwärts-Kurslücke, geschlossen hätte. Die bildet zusammen mit der unteren Begrenzung der Seitwärtsbewegung vom Juni und Juli bei 75,80/75,90 Euro einen Widerstand. Und statt den umgehend in Angriff zu nehmen, sah die Aurubis-Aktie nach dem Ausbruch über 70,74/72,00 Euro bereits Gewinnmitnahmen.

Diese Zone muss der Kurs in jedem Fall auch noch nehmen. Dann wäre aus charttechnischer Sicht Spielraum in den Bereich 85,40/86,60 Euro. Aber der Kupferpreis als wichtige Grundlage für das Gewinnpotenzial des Unternehmens will nicht recht in Fahrt kommen, sondern droht derzeit im Gegenteil sogar, eine Toppbildung zu vollenden und weiter abzurutschen. Daher ist es fraglich, ob genug Trader nicht nur diesen Vorfall mit den immensen Material-Fehlbeständen vergeben und vergessen, sondern auch hinsichtlich der Gewinnaussichten optimistisch genug sind, um diesen charttechnischen Befreiungsschlag in Angriff zu nehmen.

Die Chance ist da, aber die kann man eben auch liegenlassen, daher sollte man hier Vorsicht walten lassen, bevor die Aktie nicht zumindest diesen nächsten Widerstand bei 75,80/75,90 Euro überboten hat.

Quellenangaben:
Neue Prognose für das Geschäftsjahr 2022/2023, 19.09.2023:
https://www.aurubis.com/medien/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2023/aurubis-ag-sonderinventur-abgeschlossen-und-neue-prognose-fuer-geschaeftsjahr-2022-23

Gestern legte der Kupferproduzent Aurubis klare Zahlen zu den am 31. August gemeldeten Fehlbeständen vor. Zugleich wurde die neue 2023er-Prognose veröffentlicht. Der Schaden ist damit fixiert, die Anleger hätten wieder klare Sicht. Aber ein Kurssprung folgte dennoch nicht.

Nachdem wie angekündigt eine ausserordentliche Inventur durchgeführt wurde, ist jetzt klar: Der durch Betrug entstandene Schaden beläuft sich auf 185 Millionen Euro, wird aber vermutlich durch Versicherungsleistungen und die Rückgabe von durch die Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Vermögenswerten abgeschwächt. Dieser Schaden wird im vierten, am 30.9. endenden Quartal des jetzt endenden Geschäftsjahres verbucht. Die neue Gewinnprognose von Steuern und Zinsen (EBIT) für dieses Geschäftsjahr 2022/2023 liegt jetzt bei 310 bis 350 Millionen, zuvor hatte der Ausblick bei 450 bis 550 Millionen gelegen.

Damit ist also klar, wovon man es zu tun hat. Zugleich wird die Sache umgehend verbucht, so dass das neue, am 1. Oktober beginnende Geschäftsjahr 2023/2024 unbelastet starten kann, zumal Aurubis versichert, dass man Vorsorge getroffen habe und weiter treffen werde, damit sich Derartiges nicht wiederholt. Aber allzu begeistert reagierten die Anleger nicht … wo klemmte es?

Expertenmeinung: Was die Käufer zurückgehalten haben dürfte, ist der Umstand, dass die ersten, massiven Verkäufe am 1.9. als Reaktion auf diese völlig unverhofft gemeldeten Fehlbestände zum grossen Teil sofort aufgeholt wurden, so dass die Aktie auch vor dieser neuen Prognose relativ nahe an dem Level notierte, der galt, bevor die Sache ruchbar wurde. Warum also sofort kaufen, wenn jetzt ein Blick nach vorne eine unsichere Phase offenbart, in der eine wacklige weltweite Konjunktur Druck auf die Metallpreise auslösen könnte?

Aurubis Aktie: Chart vom 19.09.2023, Kurs 69,34 Euro, Kürzel: NDA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aurubis Aktie: Chart vom 19.09.2023, Kurs 69,34 Euro, Kürzel: NDA | Quelle: TWS

Hinzu kam, dass die Aktie trotz der Aufholjagd am Tag der „bad news“ unter und nicht über entscheidenden Chartmarken notierte. Wir sehen das im Chart: Aurubis war durch die wichtige, durch mehrere bis in den August 2022 zurückreichende Wendepunkte definierte Supportzone 70,74/72,00 Euro gefallen. Zwar wurde versucht, diese Zone sofort zurückzuerobern, aber das scheiterte. Stattdessen lief die Aktie unterhalb dieses Bereichs seitwärts. Aktuell wird dieser Widerstandsbereich auch noch durch die 20-Tage-Linie und die Anfang August etablierte Abwärtstrendlinie verstärkt und wird damit zu einer „Beton-Hürde“.

Sollte es gelingen, diese Zone zu überwinden, wäre das immerhin aus charttechnischer Sicht bullisch, zugleich hätte man auf der Long-Seite die Möglichkeit, Stop Loss-Absicherungen nahe, knapp unter diese dann wieder als Unterstützung fungierende Zone, zu platzieren. Aber auch dann sollte man einen solchen Trade eher als rein charttechnische Angelegenheit betrachten und einem solchen Signal vor allem nicht vorgreifen. Denn dass die Aktie am Dienstag nach der Klarstellung der Schadenshöhe nebst neuer Prognose daran nicht vorbeikam, sollte zur Vorsicht anhalten.

Quellenangaben:
Neue Prognose für das Geschäftsjahr 2022/2023:
https://www.aurubis.com/medien/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2023/aurubis-ag-sonderinventur-abgeschlossen-und-neue-prognose-fuer-geschaeftsjahr-2022-23

Die Aktie des Kupferproduzenten Aurubis beendete den Freitag mit einem herben Minus von 6,07 Prozent. Und doch war dieses Minus ein Erfolg für das bullische Lager, denn im Tief hatte der Kurs ganze 18,25 Prozent verloren. Was war da los – und wie ist die Aufholjagd zu werten?

Dass mal jemand in einem grösseren Unternehmen etwas mitgehen lässt, ohne dass es auffällt, kommt vor. Aber bei Aurubis geht es um Dimensionen, die dazu führten, dass man die bisherige Jahresprognose komplett kassierte. Das Problem ist: Bislang ist man nicht imstande zu erkennen, wie viel gestohlen wurde, aber man schrieb in der am Donnerstagabend nach Handelsende versendeten adhoc-Meldung, dass es sich um einen niedrigen, dreistelligen Millionenbereich handeln könnte. Genaueres aber, so Aurubis, wisse man erst nach einer ausserordentlichen Inventur, deren Ergebnis man Ende September erwartet.

Bereits im Juni waren Diebstähle aufgefallen, da ging es aber um niedrigere Beträge. Hier indes ist eine Grössenordnung erreicht, bei der man sich nicht nur fragt, wie sich das auf die Bilanz auswirken wird, sondern vor allem, wie das möglich war, ohne bemerkt zu werden. Die Analysten hatten bis Freitagabend noch nicht reagiert … die Marktteilnehmer aber sehr wohl:

Expertenmeinung: Die Aktie eröffnete den Handel des Freitags mit einer dramatischen Abwärts-Kurslücke um 13,65 Prozent tiefer, sackte dann bis in der Spitze -18,25 Prozent durch und begann dann eine immense Aufholjagd. Am Ende des Handels lag nicht nur das Minus bei „nur“ noch gut sechs Prozent, es war darüber hinaus gelungen, durch das Aufkaufen der Verluste eine immens wichtige, charttechnische Unterstützungszone zu halten.

Aurubis Aktie: Chart vom 01.09.2023, Kurs 71,82 Euro, Kürzel: NDA | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Aurubis Aktie: Chart vom 01.09.2023, Kurs 71,82 Euro, Kürzel: NDA | Quelle: TWS

Sie sehen es im Chart: Es geht um den Bereich 70,74 zu 72,00 Euro, eine Zone, die in den vergangenen Monaten mehrfach als effektive Unterstützung fungierte. Auf Schlusskursbasis schaffte es die Aktie wieder in diese Zone hinein … aber bedeutet das, dass das Abwärtsrisiko vom Tisch und der Weg nach oben wieder frei ist?

Davon abgesehen, dass die Aktie nur an, nicht über diese Zone gelaufen ist, bleibt Aurubis jetzt trotz dieser Aufholjagd ein hoch riskanter, weil absolut nicht berechenbarer Trade. Es ist zwar richtig, dass sich vielleicht herausstellen könnte, dass der Schaden durch die Diebstähle geringer ist als jetzt angedeutet. Aber es könnte genauso noch schlimmer sein. Und dass man im Unternehmen Fehlbestände einer solchen Dimension nicht bemerkte, ist nicht gerade etwas, das ein vertrauensvolles Investment unterfüttern würde.

Hier ist bis zu den Ergebnissen der ausserordentlichen Inventur – und sobald die vorgelegt werden erst recht – nichts unmöglich. Wer da jetzt aktiv würde, müsste glatt würfeln, ob es denn ein Long- oder ein Short-Trade sein soll, daher wäre für alle, die nicht unbedingt zocken wollen, angeraten, die Aktie erst einmal bis zur Klärung der Lage zu meiden.

Quellenangaben:
adhoc-Meldung vom 31.08.2023:
https://www.eqs-news.com/de/news/adhoc/aurubis-ag-aurubis-hat-starke-indizien-fuer-fehlbestand-an-metallen-festgestellt/1890867