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Aktienanalyse:
Covestro: Da darf man noch ein wenig misstrauisch sein …

Aktuelle Analyse der Covestro Aktie

Die Aktie des Spezialchemieunternehmens Covestro stieg am Mittwoch als Reaktion auf das am Morgen vorgelegte Ergebnis des vierten Quartals und des Gesamtjahres 2019 sowie den mitgelieferten Ausblick auf das laufende Quartal und das Gesamtjahr. Die Frage stellt sich indes, ob diese Käufe auf neuer Zuversicht basierten, auf einem „es hätte ja schlimmer kommen können“ oder darauf, dass Ergebnis und Ausblick nur nicht schwach genug waren, um Short-Positionen nahe des kurz zuvor verteidigten Jahrestiefs 2019 offen zu lassen. Nur im Fall, dass die erste Variante dominiert, wäre wirklich Optimismus hinsichtlich weiterer Kursgewinne nennenswert und damit ein charttechnischer Befreiungsschlags opportun.

Und wirklich gut waren weder die 2019er-Bilanz noch der Ausblick. Covestro musste 2019 einen Umsatzrückgang von 15 Prozent und eine Halbierung des EBITDA (des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) hinnehmen. Dass die Analysten genau das erwartet hatten, macht das Ergebnis nicht besser, es war aber zumindest keine böse Überraschung. Doch dass Covestro für 2020 mit einem weiteren Gewinnrückgang kalkuliert (Prognosespanne 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro nach 1,604 Milliarden in 2019), ist nicht unbedingt motivierend. Dass die Aktie am Mittwoch trotzdem 2,94 Prozent zulegte, wirkt zwar, als würde seitens der Anleger der Optimismus zurückkehren, aber:

Expertenmeinung: Aus charttechnischer Sicht ist mit diesem Kursanstieg noch nichts gewonnen, denn noch bleibt die Aktie damit unter den kurz- und mittelfristig entscheidenden Widerständen. Erst, wenn diese eindeutig bezwungen würden, ließe sich unterstellen, dass das gestrige Plus mehr war als Käufe zum Zweck des Schließens von Leerverkäufen. Erst, wenn Covestro solche Widerstände überwinden würde, wäre daraus abzulesen, dass das Bären-Lager solche Marken, die normalerweise konsequent über Leerverkäufe verteidigt werden, aufgegeben hat und damit weiterer Spielraum nach oben gegeben wäre.

Es ist zwar eine gute Basis für eine Trendwende, dass Covestro Anfang des Monats genau auf Höhe des im August markierten 2019er-Jahrestiefs drehte. Aber Schwung als Reaktion darauf kam vor dem gestrigen Kursanstieg nicht auf. Und dieser Anstieg um knapp drei Prozent gestern hat die Aktie nur an, aber nicht über die Hürden gehoben, die es eindeutig zu bezwingen gälte. Die Aktie schloss an der im Chart violett gehaltenen, langfristigen Abwärtstrendlinie, die ihren Ursprung im Frühjahr 2018 hat. Das Tageshoch lag genau auf Höhe der knapp darüber liegenden, mittelfristigen Oktober-Abwärtstrendlinie. Und selbst, wenn diese beiden Linien überwunden wären, müsste Covestro auch noch an der aktuell bei 42,23 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie vorbei, bevor man unterstellen könnte, dass die Aktie wirklich auf dem Weg in Richtung einer auch mittelfristig relevanten Trendwende nach oben wäre. Bis dahin darf man in Sachen Wende noch ein wenig misstrauisch sein.

Covestro Aktie: Chart vom 19.02.2020, Kurs 40,61 Euro , Kürzel 1COV | LYNX Online BrokerOffenlegung möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier bzw. Basiswert zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Analyse nicht investiert.

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