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MDAX Prognose MDAX: Warnsignal!

News: Aktuelle Analyse des MDAX Index

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des MDAX Index

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.01.2026 um 11:27 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Auf das Gesamtjahr 2025 gerechnet konnte der MDAX mit der DAX-Performance zwar nicht mithalten, im vierten Quartal lagen beide Indizes aber gleichauf. Und besonders in den letzten Wochen kommt der MDAX stark daher. Könnte er 2026 womöglich zum Outperformer werden?

Grundsätzlich könnte er das. Zwischen 2009 und 2021 einschliesslich legte der MDAX mehr als doppelt so stark zu wie der DAX. In diesem „Index der zweiten Reihe“ finden sich exportstarke Unternehmen und eine breite Mixtur aller Branchen. Das klingt nach starkem Wachstum. Aber seit 2021 ist es vorbei mit dieser relativen Stärke, seither kommt der MDAX gegenüber dem DAX nicht so recht ins Laufen. Was sich vor allem im Chart auf Monatsbasis manifestiert:

MDAX: Monats-Chart vom 02.01.2026, Kurs 30.979,74 Euro, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
MDAX: Monats-Chart vom 02.01.2026, Kurs 30.979,74 Euro, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS

Während der DAX 2025 von einem Rekordhoch zum nächsten lief, hätte der MDAX bis zu seinem Allzeithoch, welches er im Spätsommer 2021 bei 36.429 Punkten erreichte, noch ein gutes Stück des Weges vor sich. Und dass der Index seither nicht so lief, wie sich das bullische Lager das wohl vorgestellt haben dürfte, hat Gründe. Gründe, die man als „erledigt“ einordnen müsste, wenn man darauf setzen wollte, dass der MDAX den DAX im neuen Börsenjahr abhängen wird.

Expertenmeinung: Momentan dominieren drei Sektoren den MDAX: Unternehmen aus dem Immobiliensektor, aus dem Anlagen- und Maschinenbau im weiteren Sinne und einige Unternehmen aus dem Verteidigungssektor. Letztere waren für die (gegenüber den Vorjahren zumindest solide) Performance des Index im Jahr 2025 eine wichtige Stütze: Hensoldt, die RENK Group, thyssenkrupp bzw. jetzt vornehmlich TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems).

Aber bei den Immobilienaktien ging nichts voran, im Industriesektor/Maschinenbau nur wenig. Das müsste sich ändern, ohne dass die Verteidigungstitel zugleich zurückkommen, um dem MDAX mittelfristige, nachhaltigere Schubkraft zu verleihen. Und das ist angesichts der eher mageren Lage beim Export und in Sachen Immobilienmarkt nichts, das man einfach als gegeben unterstellen könnte. Wollte man 2026 stärker auf den MDAX setzen, wäre es daher zu überlegen, auf den Index als solches zu schauen und da dann konsequent entlang charttechnischer Wegweisungen zu agieren. Denn so liesse es sich zügig erkennen, wenn die zuletzt wieder optimistischer wirkende Tendenz den Boden unter den Füssen verlieren sollte.

Gut ist, dass der Index im November einen kurzzeitigen Ausbruch nach unten knapp über der im Chart auf Monatsbasis blau markierten 1.000-Tage-Linie abfing und sich wieder über die wichtige Supportzone 29.438/29.815 Punkte retten konnte. Von der gälte es jetzt, sich zügig nach oben zu lösen. Dass es zur Jahreswende gelang, die mittelfristige, im Juli etablierte Abwärtstrendlinie zu überwinden, ist ein erster, wichtiger Schritt in diese Richtung, aber:

Angesichts des früher kurstreibenden, jetzt aber das Fortkommen bremsenden Branchenmix im MDAX sollte man immer mit einem Auge nach unten schauen und mit jeder überbotenen Charthürde bestehende Stop Loss Long nachziehen. Denn ja, derzeit macht sich der MDAX tadellos, aber wie lange das so weitergeht, ist derzeit definitiv nicht absehbar.

MDAX: Tages-Chart vom 02.01.2026, Kurs 30.979,74 Euro, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
MDAX: Tages-Chart vom 02.01.2026, Kurs 30.979,74 Euro, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.12.2025 um 21:56 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Anfang letzter Woche hatte ich an dieser Stelle über eine potenziell bullische Candlestick-Formation beim MDAX berichtet. Dieser sogenannte „Morning Star“ hatte sich tatsächlich kurstreibend ausgewirkt. Aber jetzt hat er seine Kraft verbraucht. Wird es wieder eng?

Ein „Morning Star“ ist, idealerweise nach einem Abwärtsimpuls, eine Kombination aus einer roten, negativen Kerze, einem Doji, der ein kurzfristiges Gleichgewicht zwischen Bullen und Bären indiziert, und einer grünen Kerze, die andeutet, dass die Bullen jetzt das Ruder übernehmen könnten. Diese drei Kerzen tauchten am 20., 21. und, nach dem Wochenende, am 24. November auf. Eine solche Formation ist aber nicht für sich alleine stehend bullisch, laut Regelwerk sollte, idealerweise sofort am nächsten Handelstag, eine weitere grüne Kerze folgen, die diese kurzfristige Aufwärtswende-Formation bestätigt. Genau das passierte auch.

In den Folgetagen ging es mit dem MDAX wie an der Schnur gezogen aufwärts … bis zum fünften Tag nach Entstehung des Morning Stars. Das Problem dabei: Diese Formationen haben laut den Candlestick-Regeln nur eine begrenzte Reichweite in Bezug auf ihre Wirkung.

MDAX Index: Tageschart vom 03.12.2025, Kurs 29.326,19 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
MDAX Index: Tageschart vom 03.12.2025, Kurs 29.326,19 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS


Soll es danach weiter aufwärts gehen, bräuchte es andere Faktoren, die die Rolle des Zugpferds übernehmen, seien es positive Nachrichten, seien es charttechnisch bullische Signale oder, idealerweise, beides. Und genau da klemmte es dann, wie der Chart auf Tagesbasis zeigt:

Expertenmeinung: Mitte November war der Index beim Versuch, die im Oktober noch als Unterstützung funktionierende 200-Tage-Linie zu überwinden, gescheitert. Diesmal sah es so aus, als würde die Kraft des Morning Stars möglich machen, was zuvor misslang. Aber schon einen Tag, nachdem der MDAX diese im Tageschart schwarz gehaltene Linie am vergangenen Freitag überwunden hatte, kam Abgabedruck auf. Der Index rutschte umgehend wieder unter diese Linie und sitzt jetzt den dritten Handelstag in Folge auf der oberen Begrenzung der Unterstützungszone 28.988 zu 29.303 Punkte auf. Damit muss jetzt eine Entscheidung her:

Mit etwas gutem (bullischem) Willen könnte man diesen Rücksetzer noch als einen den Ausbruch bestätigenden Pullback ansehen. Aber das wird er nur, wenn er nicht weiterführt, sondern der MDAX von diesem Support aus zügig und mit Schwung über das letzte Verlaufshoch vom vergangenen Freitag (29.956 Punkte) und damit automatisch auch wieder über die 200-Tage-Linie läuft. Und auch dann bliebe die Charttechnik noch in der Pflicht, denn das Verlaufshoch des Novembers bei 30.109 Punkten und, vor allem, die mittelfristige Abwärtstrendlinie bei derzeit 30.620 Punkten sind nahe gelegene und für ein glaubwürdig bullisches Signal zwingend zu meisternde Hürden.

MDAX Index: Monatschart vom 03.12.2025, Kurs 29.326,19 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Das kann gelingen. Aber momentan haben die Bullen erst einmal damit zu tun, die Basis für solche Erfolge aufrechtzuerhalten. Sollte der MDAX diese jetzt unverhofft erneut im Feuer stehende Unterstützungszone 28.988 zu 29.303 Punkte durchbrechen, wäre ein bullisches Setup fürs Erste vom Tisch.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.11.2025 um 20:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Kerzen der letzten drei Handelstage bilden beim MDAX einen sogenannten „Morning Star“. Nach dem kräftigen Abstieg seit Anfang Oktober wirkt das wie eine perfekte Chance, die Bären abzuschütteln. Aber da gibt es einiges, was man im Hinterkopf behalten sollte.

Eine rote Kerze, dann ein sogenannter „Doji“ (bei dem Eröffnungs- und Schlusskurs so nahe beieinander liegen, dass diese Kerze wie ein Kreuz wirkt), danach als Drittes eine grüne Kerze: Diese Kombination nennt man Morgenstern oder Morning Star. Und der MDAX lieferte jetzt eine perfekte Version davon ab: Aufgetreten nach längerer Abwärtsbewegung … und der Doji von der roten und grünen Kerze jeweils mit einer Kurslücke abgetrennt: Was kann da für die Bullen schon noch schiefgehen?

Einiges. Zunächst einmal ist ein Morning Star eine der Formationen in der Candlestick-Lehre, die einer Bestätigung bedürfen. Das heisst, die Formation wäre erst dann gültig und als bullisches Signal anzusehen, wenn ihr idealerweise umgehend am Folgetag, spätestens aber am zweiten Tag, eine weitere grüne Kerze folgt, die den Kurs, hier also den MDAX, noch ein gutes Stück höher trägt.

Darüber hinaus haben solche Formationen normalerweise nur eine Reichweite von vier bis fünf Handelstagen. Dann hätte der Morning Star seine Schuldigkeit getan und andere bullische Signale müssten übernehmen, um den Kurs weiter zu tragen. All das kann gelingen. Aber noch ist es eben nicht passiert. Wie stellen sich diese drei Kerzen im charttechnischen Gesamtkontext dar?

MDAX: Monats-Chart vom 24.11.2025, Kurs 28.618,54 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
MDAX: Monats-Chart vom 24.11.2025, Kurs 28.618,54 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Einen Pluspunkt zugunsten des bullischen Lagers sehen wir im Chart des MDAX auf Monatsbasis: Der Index hat knapp über der derzeit bei 27.688 Punkten verlaufenden 1.000-Tage-Linie nach oben gedreht. Diese Linie hatte zuletzt 2023 und Anfang 2025 als Widerstand gedient, sodass sie noch im Fokus recht vieler Marktteilnehmer steht und diesmal als Support fungieren könnte. Auch kann der Umstand, dass die markttechnischen Indikatoren auf Tagesbasis nach dem vorangegangenen Abstieg eher im überverkauften Bereich rangieren, Rückenwind bieten. Damit wird es dann aber auch schon eng mit den für ein Durchschlagen des Morning Stars hilfreichen Faktoren.

Denn „geliehene“ Argumente wie eine letztlich höchst vage Hoffnung auf einen Erfolg des US-Friedensplans oder eine nicht minder vage Chance darauf, dass die US-Notenbank den Leitzins im Dezember gleich ein drittes Mal nacheinander senkt, tragen selten weit. Und hierzulande bleibt die Perspektive trübe. Die höheren US-Zölle haben nun einmal ihre Auswirkungen. Und der gestern veröffentlichte ifo-Geschäftsklimaindex fiel ein weiteres Mal schwach aus.

MDAX: Tages-Chart vom 24.11.2025, Kurs 28.618,54 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
MDAX: Tages-Chart vom 24.11.2025, Kurs 28.618,54 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS

Daher sollte man diese Candlestick-Formation besser mit der rein vom Chartbild her auch angebrachten Vorsicht geniessen. Sie sehen im MDAX-Chart auf Tagesbasis, dass sich oberhalb des Montags-Schlusskurses ab 28.988 bis hinauf auf 29.668 Punkte (die 200-Tage-Linie) eine ganze Phalanx an Widerstandslinien ballt. Bis dorthin könnte der Morning Star, sofern er durch eine weitere grüne Kerze bestätigt wird, den Index durchaus tragen. Aber für einen charttechnischen Befreiungsschlag reicht sein Prognosehorizont normalerweise nicht, da müssten dann andere Aspekte die Käufer bei Laune halten.

In eine solche Formation hinein einfach auf Verdacht Short zu gehen, wäre zwar äusserst riskant. Aber bereits jetzt das „All-in“ auf der Long-Seite auszurufen, wäre kaum weniger gewagt: Warten wir besser erst einmal ab, was diese Formation in den kommenden Handelstagen zuwege bringt.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.11.2025 um 22:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Kann ein Index im Plus schliessen und trotzdem ein potenziell bärisches Signal abliefern? Ja, das geht. Und genau das passierte gestern beim MDAX. Das kleine Plus des Donnerstags dürfte die Bullen ziemlich nervös machen, weil es am Morgen noch ein grosses gewesen war.

Am Morgen hatte der MDAX noch starke 1,8 Prozent zugelegt. Zum Handelsende blieben davon noch 0,12 Prozent übrig. Dabei hatte der Index zum Handelsstart eine kleine Aufwärts-Kurslücke generiert, was dazu führte, dass er sogar noch unter dem Eröffnungskurs schloss. Damit sehen wir hier einen perfekten „Gravestone Doji“. Der hätte zwar eine noch unerfreulichere Bedeutung, wenn er am Ende einer langen Aufwärtsbewegung auftauchen würde und nicht, wie hier, im Zuge einer Korrektur. Aber ob vorherige Rallye oder nur der Versuch, sich – wie im aktuellen Fall – aus einer Korrektur zu befreien: Die Grundaussage dieses Dojis ist, dass die Bullen hier womöglich die Beerdigung ihrer Ambitionen erleben.

MDAX: Chart vom 13.11.2025, Kurs 29.610,57 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
MDAX: Chart vom 13.11.2025, Kurs 29.610,57 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS

Zumal dieser Abverkauf von eingangs kräftigen Kursgewinnen nicht im charttechnischen Niemandsland stattfand. Dass der MDAX dadurch die zeitweise schon überbotene, kurzfristige Abwärtstrendlinie nicht bezwang, ist das kleinere der Probleme, mit denen sich die Bullen jetzt konfrontiert sehen. Weitaus kritischer ist, dass der Index im Vorfeld an die wichtige 200-Tage-Linie herangelaufen war, diese dann gestern überbot, deutlich weiter stieg und am Ende wieder von oben auf diesen gleitenden Durchschnitt zurückfiel. Kurz: Hier ist ein Ausbruchsversuch komplett misslungen. Und das dritte Problem ist:

Expertenmeinung: Diejenigen, die am Donnerstag in die anfänglichen Gewinne hinein ausstiegen, haben durchaus taugliche Argumente auf ihrer Seite. Zum einen drückten den Index Abgaben bei im Vorfeld sehr stark gelaufenen Werten wie Aixtron, Nordex oder der Auto1 Group, bei denen diese Gewinnmitnahmen durchaus noch ein wenig weitergehen könnten. Vor allem aber sorgte der Umstand für Unruhe, dass in den USA zwar der bislang längste Shutdown der Geschichte endlich vorbei ist, der Jubel an den US-Aktienmärkten aber ausblieb und im Gegenteil Verkäufe das Bild an der Wall Street bzw. am Times Square, wo die Nasdaq ihren Sitz hat, bestimmten.

Aussagen der Sprecherin des Präsidenten und eines seiner Wirtschaftsberater, dass einige entscheidende Konjunkturdaten des Oktobers wie Inflations- und Arbeitsmarktdaten nicht verspätet, sondern gar nicht veröffentlicht werden könnten, beunruhigen die Akteure jenseits des Atlantiks, aber natürlich auch hierzulande. Denn wenn solche Andeutungen von ohne Not „einkassierten“ Daten auftauchen, sagt sich wohl so ziemlich jeder, dass da irgendetwas höchst Ungutes im Busch sein könnte.

Noch ist der MDAX durch diese Bullen-Pleite nicht bärisch. Dazu müsste nicht nur die 200-Tage-Linie, sondern auch das Zwischentief bei 28.770 Punkten brechen und damit aus der vermeintlichen Bärenfalle (die man konstatieren konnte, nachdem der MDAX sofort nach diesem letzten Tief am vergangenen Freitag wieder über die Supportzone 28.988/29.266 Punkte hinaus anzog) doch noch einen Sieg der Bären machen. Aber das Risiko, dass es so kommt, ist nicht unbedingt klein. Denn ein solcher „Gravestone Doji“ als Ergebnis des Versuchs, die 200-Tage-Linie mit Schwung zu bezwingen, dürfte die Zahl derer, die sofort mit eigenem Geld nachsetzen und die kritische Situation damit bereinigen wollen, vermutlich deutlich eingrenzen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der MDAX beendete den September fast genau dort, wo er ihn begann. Eine derart öde Seitwärtsbewegung sieht man selten, das verleitet dazu, den Index aus dem Blick zu verlieren. Aber jetzt sollte man lieber wieder hinsehen, bald kann neuer Schwung in den Index kommen.

Ein Index, der in einem Quartal so gut wie keine Performance vorweisen kann, ist Richtung Quartalsende kein Ziel für Window Dressing, d. h. für eine Optimierung der Performance durch Fonds, die dazu stark gelaufene Titel im Index übergewichten, die Verlierer dafür dann untergewichten. Das lohnt den Aufwand einfach nicht.

Aber ein Nullsummen-Quartal ist oft Sprungbrett für eine im Folgequartal umso markantere Performance, weil sich so manche grosse Adresse sagt: Da wäre jetzt noch etwas zu holen bzw. nachzuholen. Das könnte auch für den MDAX gelten, womöglich sogar ab sofort, immerhin beginnt heute ein neues Quartal. Die Frage ist: In welche Richtung könnte er davonziehen?


Expertenmeinung: Dazu muss man eine Frage beantworten: Hat der MDAX Nachholbedarf gegenüber dem DAX? Letzterer hat das 2021er-Hoch längst meilenweit überboten, der MDAX notiert noch deutlich darunter. Und eigentlich hätte der MDAX ja auch Zugpferde der Couleur, wie sie den DAX ab April auf neue Hochs gezogen haben: Renk, Hensoldt und thyssenkrupp im Rüstungsbereich, Bilfinger und Hochtief in Bezug auf Infrastruktur. Aber:

Die hier genannten Aktien haben dafür gesorgt, dass der MDAX nicht noch tiefer steht, sie sind bereits die grossen Gewinner des bisherigen Jahres und stark gelaufen. Und konjunktursensible Aktien sind, im MDAX ebenso wie im DAX, die Verlierer der ersten drei Quartale. Und auch, wenn der MDAX gegenüber dem DAX nicht mitziehen konnte: Billig ist er von der Bewertung her deswegen nicht, nur der DAX im Gegenzug untypisch teuer.

Zwar könnte der „Index der zweiten Reihe“ einiges zulegen, wenn sich die bisherigen Zugpferde halten und die konjunktursensiblen Aktien aufwärts drehen. Doch dafür gibt es seitens der Konjunkturdaten bislang keine Argumente. Es könnte also, theoretisch, einfach noch für Wochen so weitergehen mit dieser langweiligen Seitwärtsbewegung. Nur: Trader wollen Trends. Und sie können sie selbst erschaffen. Dafür sind Starts in neue Quartale typische Ausgangspunkte. Vor allem, wenn sich davor so wenig getan hat wie diesmal. Bleibt die Richtung.

MDAX: Monats-Chart vom 30.09.2025, Kurs 30.267,49 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
MDAX: Monats-Chart vom 30.09.2025, Kurs 30.267,49 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS

Aber die vorhersagen zu wollen, wäre nicht gerade sinnvoll, immerhin müsste man letzten Endes raten. Rein charttechnisch betrachtet hätten die Bullen jetzt eine Chance, Richtung Jahresende Zeichen zu setzen. Wenn wir uns dazu den Monatschart anschauen, sehen wir, dass der MDAX im Mai über die wichtige Widerstandszone 29.438 zu 29.815 Punkte hinauskam, sich von ihr aber nicht wirklich lösen konnte. Im September hatte der Index dann in diese Zone zurückgesetzt, sie zum Monatsende aber unter sich gelassen. Das könnte man als einen Pullback an den Ausbruchslevel und damit bullisch werten, vorausgesetzt, der Index startet jetzt durch.

Spielraum nach oben hätte er rein vom Chartbild her dann allemal, bis zum Rekordhoch bei 36.429 Punkten würde sich kein grösserer Widerstand in den Weg stellen. Was muss dazu gelingen? Als erster Schritt der Ausbruch über die am Dienstag bereits angelaufene August-Abwärtstrendlinie. Als zweiter dann der Sprung über das bisherige, im Juli markierte Jahres-Verlaufshoch bei 31.753 Punkten. Gelänge das, würden grundsätzlich berechtigte Zweifel an der Tragfähigkeit eines grösseren Aufwärtsimpulses zumindest vorerst wohl durch ein solides Aufwärts-Momentum überlagert.

MDAX: Tages-Chart vom 30.09.2025, Kurs 30.267,49 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
MDAX: Tages-Chart vom 30.09.2025, Kurs 30.267,49 Punkte, Kürzel: MDAX | Quelle: TWS

Auf der Unterseite hätte der Index noch Luft, bevor es brenzlig wird. Aber in diesem von den Rahmenbedingungen so offenen und zugleich hoch komplexen Umfeld kann es nicht schaden, die kritische Zone immer im Blick zu behalten, für den Fall, dass sich die Bullen nicht blicken lassen oder mit ihren Ambitionen scheitern.

Es geht um die Unterstützungszone zwischen 28.950 und 29.567 Punkten, die auf der Unterseite durch die 200-Tage-Linie begrenzt wird. Würde dieser Bereich unterboten, wäre ein über Monate hinweg ausgebildetes Topp vollendet. Und solange nicht eine Seite zum Start ins vierte Quartal klar dominiert, wären beide Szenarien möglich. Es dürfte sich daher lohnen, den MDAX in den kommenden Handelstagen im Auge zu behalten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.