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SAP Aktie Prognose SAP: Gelingt der Turnaround?

News: Aktuelle Analyse der SAP Aktie

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Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Ausserdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Vorherige Analysen der SAP Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.11.2025 um 20:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Aus der SAP-Aktie wurde im Jahresverlauf kräftig die Luft herausgelassen. Eine zu hohe Bewertung wurde dadurch, befeuert durch die Sorge, KI könnte dem Konzern einen Teil des Wassers abgraben, eine moderate. Aber was noch interessanter ist, ist das aktuelle Chartbild!

„Billig“ ist die Aktie des Software-Riesen mit einem KGV (Kurs-/Gewinn-Verhältnis) von 34 für das laufende Jahr und von 28 für die durchschnittliche 2026er-Gewinnprognose zwar nicht gerade. Für ein Softwareunternehmen ist das eine recht normale Bewertung. Aber sie ist eben auch nicht mehr überbewertet. Was man definitiv unterstellen konnte, als der Kurs der Aktie im Februar mit 283,50 Euro ein neues Rekordhoch hingelegt hatte. Jetzt notiert SAP beinahe 30 Prozent niedriger … und gehört damit zu den schwachen 2025er-Performern im DAX. Vom Frontrunner zum Nachzügler … und wieder zurück? Das ist jetzt die Frage.

Expertenmeinung: Möglich wäre es, denn bislang sieht es nicht danach aus, als würde SAP im Zuge der Fokussierung auf KI-Investitionen einfach im Abseits landen. Zumal der Software-Bereich ja ein mittlerweile massives zweites Standbein mit dem Cloud-Sektor erhalten hat, letzterer ist es, der das Wachstum befeuert. Und das würde für höhere Kurse durchaus ausreichen. Schaut man sich an, was die Analysten zu SAP sagen, sieht man: 22 von 25 Experten sagen „Kaufen“. Und das durchschnittliche Kursziel? Das liegt derzeit bei 287 Euro und damit knapp über dem bisherigen Allzeithoch der Aktie. Also: Wo klemmt es hier?

Wenn eine Aktie erst einmal gegen den Trend fällt, ist es schwer, sie aus dieser gegen den Markt laufenden Tendenz herauszuholen. Es ist umso schwerer, wenn es um eine Aktie geht, die zuvor lange „Everybody’s Darling“ war und dadurch viele nicht beim Bruch des Aufwärtstrends ausgestiegen sind, sondern solange an „ihre“ vormalige Dauerläufer-Aktie geglaubt haben, bis die Gewinne endgültig dahin waren. Da ist man danach besonders misstrauisch. Und noch ist der Abwärtstrend ja auch intakt, nur fällt im Chartbild etwas ziemlich Ungewöhnliches auf:

SAP Aktie: Chart vom 26.11.2025, Kurs 206,70 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SAP Aktie: Chart vom 26.11.2025, Kurs 206,70 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS

Anfang vergangener Woche war die Aktie unter die sehr markante Supportzone 209,70/210,20 Euro gefallen. Das hätte allerhand an Anschluss-Verkäufen auslösen können, ja eigentlich sogar müssen. Immerhin war die Unterstützung unübersehbar, zugleich wurde darunter ein neues Jahrestief erreicht. Aber dieser starke Abgabedruck kam nicht. Im Gegenzug „sammelt“ die Aktie auf engstem Raum Dojis, d.h. wir sehen ungewöhnlich kleine Handelsspannen und oft Schlusskurse, die fast auf Höhe des Eröffnungskurses liegen. Was könnte das bedeuten?

Zum einen, dass die runde Marke von 200 Euro offenbar für genug Akteure ein klarer Einstiegslevel ist, um weitere Abgaben erst einmal zu verhindern. Zum anderen, dass die jetzt als Widerstand fungierende Zone 209,70/210,20 Euro offenbar von den Bären verteidigt wird und/oder dort grössere Verkaufsorders von Marktteilnehmern liegen, die der SAP-Aktie erst einmal nicht mehr zutrauen. Damit ist die Aktie innerhalb dieser Range zwar scheinbar langweilig. Aber diese Spanne ist so schmal, dass sie jederzeit und dann auch deutlich nach oben oder unten verlassen werden könnte:

Eine hoch spannende Ausgangslage für kurzfristige Trades in Ausbruchsrichtung, bei denen man zudem enge Stop Loss setzen könnte. Rein auf charttechnischer Basis wäre ein Kursziel im „Ausbruchsfall“ der Kreuzwiderstand aus 200-Tage-Linie und Oktober-Hoch bei 244 Euro auf der Oberseite und das Hoch des ersten Quartals 2024 bei 184,50 Euro auf der Unterseite.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.11.2025 um 7:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Während der globale Software-Sektor insgesamt weiter in einem stabilen Aufwärtstrend verweilt, tut sich SAP als einer der grossen europäischen Anbieter zunehmend schwer. Ende Juli habe ich meine Einschätzung für die Entwicklung der Aktie auf „bärisch“ herabgestuft – ein Schritt, der sich rückblickend als nachvollziehbar erwiesen hat.

Seit dem Sommer verzeichnete die SAP-Aktie nur einen ernstzunehmenden Erholungsversuch. Der kurzfristig vielversprechende Ausbruch im Oktober über die Widerstandszone bei rund 242 EUR entpuppte sich jedoch rasch als Fehlausbruch. Seither rutschte die Aktie erneut unter die 20- und 50-Tage-Linie. Das Chartbild bleibt schwach.

Expertenmeinung: Ein Test der Unterstützung bei rund 210 EUR rückt nun zunehmend in den Fokus. Solange SAP nicht wieder nachhaltig über die Zone von 242 EUR ansteigen kann, bleibt das Risiko einer fortgesetzten Korrektur bestehen. Kritisch wäre insbesondere ein Bruch des September-Tiefs – in diesem Fall könnte eine weitere Verkaufswelle ausgelöst werden.

Erst ein deutlicher Anstieg über die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 würde das technische Bild vorübergehend stabilisieren.

Aussicht: NEUTRAL

SAP Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs: 218.40 EUR, Kürzel: SAP | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SAP Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs: 218.40 EUR, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Ausserdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.10.2025 um 21:36 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Wer auf eine positive Überraschung hoffte, wurde enttäuscht: Das Quartalsergebnis von SAP lag, wenngleich minimal, unter den Prognosen. Oft werden Aktien für solche „Verfehlungen“ drastisch abgestraft, doch die SAP-Aktie holte zeitweilige Verluste auf. Warum?

Erstens, weil die Prognosen nur geringfügig unterschritten wurden und trotzdem solides, dynamisches Wachstum vermeldet wurde. So lag der Umsatz im dritten Quartal mit 9,08 Milliarden zwar einen Hauch unter der durchschnittlichen Prognose von 9,09 Milliarden Euro.

Aber das war trotz allem ein Umsatzanstieg um sieben Prozent. Das wichtige Cloud-Geschäft erreichte ein Umsatzplus von 22 Prozent. Ebenfalls einen Tick weniger als gedacht, aber eben nicht mehr als das.

Ausserdem legte die operative Marge von 26,5 auf 28,3 Prozent zu, der operative Gewinn stieg um 14, der Nettogewinn sogar um 42 Prozent. Vielleicht hatten einige mehr erhofft, aber schlecht war das eben nicht. Auch nicht, dass SAP die Gesamtjahresprognose für die entscheidenden Umsätze im Cloud-Sektor zwar beibehielt, jetzt aber eher das untere Ende der Spanne anpeilt. Denn die ist mit 21,6 bis 21,9 Milliarden so eng, dass das nicht wirklich etwas ändert.

Expertenmeinung: Diese Zahlen hätten zwar trotzdem schlecht aufgenommen werden können, aber da greift dann „Zweitens“. So etwas führt vor allem dann zu einem Abverkauf, wenn zu viele zu lange und zu stark auf eine positive Überraschung gewettet und die Aktie dadurch im Vorfeld erheblich höher gezogen haben. Und das ist hier, wie Sie im Chart sehen, nicht der Fall gewesen. Zwar hatte der Kurs zuletzt nach der Verteidigung des April-Tiefs bei 210 Euro wieder Boden gutgemacht. Aber er blieb im Abwärtstrend, unter der 200-Tage-Linie. Von spekulativen Vorkäufen im Vorgriff auf positive Überraschungen bei der Quartalsbilanz konnte keine Rede sein. Kurz: Die Bullen waren im Vorfeld nicht zu mutig gewesen.

SAP Aktie: Chart vom 23.10.2025, Kurs 242,00 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SAP Aktie: Chart vom 23.10.2025, Kurs 242,00 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS

Zunächst reichte das aber nur, um Abschläge moderat zu halten, im Minus lag SAP trotzdem. Was wohl entscheidend dazu beitrug, dass hier ein positiver Intraday-Turnaround gelang, waren Aussagen im Rahmen der an die Bilanzvorlage angeschlossenen Telefonkonferenz. Hier erklärte CEO Klein, dass man für das vierte Quartal sehr zuversichtlich sei, es befänden sich viele schwebende Verträge in der Pipeline, die Perspektive sei dahingehend so solide wie seit Langem nicht.

Die SAP-Aktie drehte ins Plus und hält damit die Chance für einen charttechnischen Befreiungsschlag aufrecht. Aber der muss eben erst noch erfolgen, dafür war das gestrige Plus von 2,17 Prozent bei Weitem noch nicht genug. Die Aktie müsste über die 200-Tage-Linie bei derzeit 250 und die Februar-Abwärtstrendlinie bei aktuell 260 Euro hinaus, erst dann wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht frei. Und da gnädig aufgenommene Zahlen nicht zwingend bedeuten, dass die Käufer in den kommenden Wochen weiter zugreifen, wäre es auf jeden Fall zu überlegen, einen solchen Ausbruch nach oben abzuwarten.

Quellenangaben: Ergebnis des 3. Quartals 2025, 22.10.2025:
https://www.sap.com/investors/de/financial-documents-and-events/recent-results.html

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

2023 und 2024 waren immens starke Jahre für die SAP-Aktie. Das Papier mauserte sich im DAX zum Super-Schwergewicht, die Analysten waren durchweg bullisch, die Aktie lief wie auf Schienen. 2025 jedoch wurde SAP zum Klotz am Bein des DAX. Ändert sich das gerade?

Was für ein Unterschied doch zwei Handelstage machen können. Am Dienstagabend hatte die Aktie des Softwareunternehmens auf dem April-Tief bei 210,20 Euro aufgesetzt, war sogar mit 209,70 Euro schon leicht darunter gerutscht. Am Donnerstagabend notierte die Aktie fast zehn Prozent über diesem Tief. Begründet wurde das mit der optimistischen Aussage eines Analysten. Aber war das wirklich die treibende Kraft hinter den Käufen?

Eher nicht. Erstens, weil dieses Statement am Donnerstag kam – da hatte die Aktie schon einen Tag zugelegt. Zweitens, weil der betreffende Analyst bei Jefferies zwar sein „Kaufen“-Rating nebst Kursziel 290 Euro bestätigte. Aber dasselbe hatte JPMorgan eine Woche zuvor auch getan, ohne dass das die Aktie gestützt hätte. Und nach den Quartalszahlen Ende Juli wurden sogar Kursziele von 310 Euro ausgelobt. Geholfen hatte es der Aktie, wie der Chart zeigt, nicht. Warum also sollte jetzt verfangen, was vorher niemanden interessierte? Die Basis der Käufe dürfte eine andere sein:

SAP Aktie: Chart vom 18.09.2025, Kurs 229,50 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SAP Aktie: Chart vom 18.09.2025, Kurs 229,50 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS

Die Kombination aus dem Aufsetzen auf einem wichtigen Support, einer überverkauften Markttechnik und dem heutigen Abrechnungstermin an der Terminbörse. Aber erst einmal andersherum, zu den Fundamentals.

Expertenmeinung: Eigentlich ist die SAP-Aktie nicht mehr über Gebühr teuer. Das Wachstum passt auch, wenngleich es derzeit langsamer läuft, als sich das viele Bullen wohl wünschen. Das Problem ist das gleiche wie bei allen Aktien, bei denen man so lange weiterkaufte, bis der Kurs die Bodenhaftung zu den realen Zahlen in der Bilanz verlor:

Irgendwann geht den Käufern die Luft aus, dann schwindet das Momentum. Die Akteure fangen an, sich für die Zahlen zu interessieren, die sie vorher ignorierten, erkennen eine eher teure Bewertung und verkaufen. Mit diesem „Schicksal“ steht SAP nicht alleine – das ist bei sehr lange und sehr stark gelaufenen Aktien durchaus normal. Aber dann, wenn es erst einmal abwärts geht, ist es wiederum vor allem der Trend, den die Anleger beachten, sodass eine günstiger gewordene Bewertung und lobende Worte von Analysten oft nicht genug sind, um eine Aktie aufzufangen und zu drehen. Da muss dann mehr kommen. Mehr … so wie jetzt?

Möglich. Möglich wegen der Umstände, die wir jetzt sehen. SAP wäre womöglich gar nicht erst an das April-Tief gefallen, wäre da nicht die Sache mit der Reaktion auf die grandiosen Quartalszahlen von Oracle gewesen. Zuerst war die SAP-Aktie mitgestiegen, drehte dann aber ab, als diejenigen in die Rallye verkauften, denen klar war, dass man SAP und Oracle schon lange nicht mehr – wie in früheren Jahren – in einen Topf werfen kann. Das führte zu einem dramatischen Intraday-Turnaround nach unten und beschleunigte den Abwärtsimpuls.

Das war aber eine überzogen negative Entwicklung – und das dürfte auch einigen bärischen Tradern klar geworden sein. Der Touchdown auf dem April-Tief war damit eine perfekte Gelegenheit, Short-Positionen zu schliessen. Und da das erfordert, die Aktie zu kaufen, um sich gegenüber den vorherigen Leerverkäufen neutral zu stellen, zog der Kurs an. Der kräftige Satz der Aktie am Donnerstag dürfte daher weniger die Reaktion auf die Wiederholung einer positiven Einschätzung durch Jefferies gewesen sein als das hurtige Schliessen weiterer Short-Trades durch bärische Trader, die von diesem Aufwärtsschwenk überrumpelt wurden und reagieren mussten. Denn heute werden die Optionen mit September-Laufzeit abgerechnet – da dürften manche in letzter Minute in eine Schieflage geraten sein – ein typischer Short Squeeze also.

Es ist gar nicht mal so selten, dass so etwas den Grundstein einer Aufwärtswende legt, weil dadurch die Aufmerksamkeit der Trader auf die Aktie gelenkt wird und so mancher die beeindruckende Schere zwischen dem aktuellen Kurs und den Einschätzungen der Analysten bemerkt. Von den 15 Analysten, die SAP regelmässig einstufen, werten sie 13 als kaufenswert. Und das durchschnittliche Kursziel liegt bei 344 Euro – also meilenweit über dem aktuellen Kurs.

Zwar wäre die Aktie auf diesem Level, bei 344 Euro, dann schon wieder zu teuer. Aber dass diese zwei starken Tage die Basis bilden, dass sie sich zumindest in diese Richtung aufmacht, ist gut denkbar. Solange dieses Wochen-Verlaufstief bei 209,70 Euro nicht auf Schlusskursbasis unterboten würde, steht diese Chance im Raum.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
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Die herausragend starken Quartalszahlen von Oracle sorgten bei SAP am Mittwochmorgen für eine Eröffnung in der Gewinnzone, denn Oracle hob KI als Wachstumstreiber hervor, SAP-Produkte nutzen diese immer mehr. Doch am Ende des Tages gab es lange Gesichter.

Wenn Oracle (siehe die heutige Analyse zu dieser US-Aktie) eine von Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) befeuerte, immens gestiegene Nachfrage sieht, müsste der deutsche Softwarekonzern SAP, der gerade im Zuge einer Technologie-Konferenz in San Francisco für die kommenden Jahre eine Umsatz- und Gewinnmargenoffensive mithilfe der Cloud- und KI-Entwicklung ausgerufen hat, von diesem Trend eigentlich profitieren.

So sahen es zumindest diejenigen, die die Aktie am Mittwochmorgen unter dem Eindruck der Oracle-Zahlen mit einer Aufwärts-Kurslücke von gut zwei Prozent in den Börsentag schickten.

Doch zum Handelsende stand ein herbes Minus von 2,87 Prozent zu Buche, das die SAP-Aktie zum Tagesverlierer im DAX machte und den Index selbst aufgrund der hohen Index-Gewichtung dieser Aktie ins Minus zog. Dadurch wurde die Chance, die laufende Korrektur des Kurses zu beenden, vergeben, im Gegenteil:
Durch diesen bärischen Intraday-Turnaround wurde der Kurs im Bereich der wie so oft bei Korrekturen als „Leitstrahl“ fungierenden 20-Tage-Linie abgewiesen und produzierte ein per se schon negatives „bearish engulfing pattern“, bei dem eine lange, rote Kerze den Kerzenkörper des Vortages komplett einhüllt. Damit ist der Weg an das nächste Kursziel auf der Unterseite in Form des April-Tiefs bei 210,20 Euro weiterhin frei. Aber warum fing die Aktie so stark an und liess dann umso stärker nach?


Expertenmeinung: Der Grund könnte darin liegen, dass man im Irrtum wäre, würde man die immens gestiegene Nachfrage nach Rechenkapazität im Cloud- und KI-Bereich bei Oracle einfach 1:1 auf SAP übertragen. Denn SAP ist weiterhin ein Software-Unternehmen, während Oracle, einstmals auf einer sehr ähnlichen Schiene unterwegs, längst auch den Bereich von Rechenzentren abdeckt, während die SAP-Cloud vor allem die Rechenzentren anderer Unternehmen nutzt.

Zugleich wurde auf der obengenannten Technologie-Konferenz zwar ein Durchstarten für die kommenden Jahre verkündet, für das Hier und Jetzt klangen die Töne aber zurückhaltender. So klang z. B. durch, dass die weltwirtschaftlichen Belastungsfaktoren auch im laufenden Quartal anhalten. So betrachtet ist die SAP-Aktie nicht „falsch abgebogen“, als zuerst die Gewinne des Tages schwanden und der Kurs dann mit Beginn des US-Handels ins Minus abdrehte: Es war letztlich nur die „Korrektur“ eines in sich nicht stichhaltigen Versuchs, im Kielwasser der Zahlen eines nicht vergleichbaren Unternehmens das Ruder herumzureissen. Der Abwärtstrend bleibt damit intakt, das April-Tief unverändert das wahrscheinlichste, nächste Kursziel.

SAP Aktie: Chart vom 10.09.2025, Kurs 223,70 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
SAP Aktie: Chart vom 10.09.2025, Kurs 223,70 Euro, Kürzel: SAP | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.