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ATOSS Software Aktie Prognose ATOSS Software: Die Bullen stehen in den Startlöchern

News: Aktuelle Analyse der ATOSS Software Aktie

von | |

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der ATOSS Software Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.11.2025 um 11:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Atoss Software zählt zu den leuchtenden Sternen am deutschen Tech-Himmel.
Doch zuletzt mussten Anleger starke Nerven beweisen.

Wiederkehrende Umsätze, starke Margen,
treue Kunden

Atoss Software ist eines der führenden Unternehmen für Workforce Management.

Das Unternehmen liefert Software sowie Beratungslösungen für bedarfsgerechten Personaleinsatz. Das umfasst alle Themen, vom klassischen Arbeitszeitmanagement über Personaleinsatzplanung und HR Analytics bis hin zu strategischer Kapazitäts- und Bedarfsplanung – sowohl in der Cloud als auch vor Ort.

Jedes Unternehmen ab einer gewissen Grösse benötigt Lösungen für das Personalmanagement – und das dauerhaft. Das führt für Anbieter wie Atoss zu wiederkehrenden und planbaren Umsätzen.

Ferner ist das Geschäft mit Software und Cloud-Lösungen in der Regel margenstark und natürlich gut skalierbar. Die Grenzkosten für jeden weiteren Kunden sind gering. Die Herausforderung liegt also vor allem in der Kundenakquise sowie ihrer Kundenbindung.

Eine Erfolgsgeschichte in Zahlen

Derzeit hat das Unternehmen mehr als 18.000 Geschäftskunden, wovon fast 16.000 die Cloud nutzen. In Summe beschäftigen die Kunden von Atoss mehr als 4 Millionen Mitarbeiter.
Die Net Retention Rate lag zuletzt bei 116 %.

Die langfristige Erfolgsbilanz ist mehr als stattlich. In den zurückliegenden zehn Jahren konnte Atoss den Umsatz von 45 auf 171 Mio. Euro vervielfachen.
Gleichzeitig hat sich die operative Marge von 25 auf 37 % deutlich verbessert. Der Gewinn legte in dieser Zeit von 0,48 auf 2,86 Euro überproportional stark zu.

Darüber hinaus wurde die Expansion vollständig aus dem laufenden Cashflow finanziert. Atoss hat keine nennenswerten Schulden, und grössere Kapitalerhöhungen wurden ebenfalls nicht durchgeführt.

Das Unternehmen gehört sicherlich zu den grössten Erfolgsgeschichten auf dem deutschen Börsenparkett.

Ein Dämpfer mit Ansage

Zuletzt kam die Aktie jedoch etwas ins Straucheln. Das Unternehmen hat mit einer schwachen Auftragslage zu kämpfen, woraufhin der Kurs ab Ende Juli abzusacken begann.
Die schwachen Halbjahreszahlen, die am 11. August vorgelegt wurden, befeuerten den Abverkauf weiter.

Im ersten Quartal war die EBIT-Marge im Vergleich zum Schlussquartal bereits von 40 auf 34 % gesunken. Im zweiten Quartal 2025 war der Umsatz dann sogar rückläufig, wenngleich die EBIT-Marge auch bei 34 % gehalten werden konnte.

Dementsprechend kam an der Börse die Sorge auf, dass es zu einer längeren Flaute kommen oder die Erfolgsgeschichte von Atoss sogar zu Ende sein könnte.

Niemand kann die Zukunft sicher vorhersagen, aber statistisch betrachtet können über 80 % aller Unternehmen nach einer Flaute wieder an alte Erfolge anknüpfen. In den meisten Fällen ist es also eine gute Idee, schwache Phasen zu nutzen, um in Unternehmen zu investieren, die in der Vergangenheit sehr erfolgreich waren.

Dass sie in der Vergangenheit erfolgreich waren, ist jedoch die Grundvoraussetzung dafür.

Schwache Konjunktur, starkes Fundament

Dafür spricht unter anderem, dass die laufende Umstellung von einem Lizenzgeschäft auf die Cloud die Geschäftszahlen belastet. Dass das zu einigen vermeintlich schwachen Quartalen führen kann, konnte man bereits bei etlichen anderen Unternehmen beobachten. Veränderung verursacht Reibung.

Hinzu kommt die anhaltend schwache Konjunktur in Deutschland und weiten Teilen Europas, die kein hausgemachtes Problem von Atoss ist.

Im dritten Quartal hat das Unternehmen gezeigt, dass die Unkenrufe womöglich verfrüht waren.
Der Konzernumsatz konnte auf Jahressicht um 12 % auf 47,24 Mio. Euro gesteigert werden. Das Ergebnis verbesserte sich um 6 % auf 0,77 Euro je Aktie.

In Summe kletterte der Umsatz in den ersten neun Monaten um 11 % auf 139,3 Mio. Euro und der Gewinn von 2,07 auf 2,14 Euro je Aktie.
Das Kerngeschäft (Cloud & Subscriptions) verzeichnete ein Umsatzplus von 28 % auf 67,6 Mio. Euro.

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Hat das Comeback längst begonnen?

Für das laufende Geschäftsjahr stellt das Unternehmen einen Anstieg der Umsätze von 171 auf 190 Mio. Euro und eine EBIT-Marge von 34 % in Aussicht.

Dieser Ausblick und die Ergebnisse der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres stehen in einem gewissen Widerspruch zu den Konsensschätzungen, die für 2025 einen leichten Rückgang des Gewinns von 2,86 auf 2,84 Euro je Aktie vorsehen.

Bei einer gleichbleibenden Steuerquote würde der Ausblick einem Ergebnis von 2,87 Euro je Aktie entsprechen. Darüber hinaus legt Atoss natürlich Prognosen vor, die man auch mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllen kann.
Es wäre also kein Wunder, wenn der Gewinn am Ende eher bei 2,90 – 3,00 Euro je Aktie liegen würde.

Aktuell entspricht das einem KGVe von 39,2. Das ist auf den ersten Blick sicherlich nicht wenig, in Anbetracht der hohen Profitabilität, Wachstumsraten und Kapitalrenditen jedoch vertretbar. In den letzten fünf Jahren lag das KGV durchschnittlich bei 53.

Ein mögliches Investment zielt aber vor allem darauf ab, dass es in den kommenden Jahren wieder zu einer Beschleunigung des Wachstums kommen wird. Derzeit wird erwartet, dass der Gewinn 2026 um 13 % zulegen wird.
Dadurch würde das KGV auf 34,7 sinken, was dem niedrigsten Stand seit dem Crash von 2020 entsprechen würde.
Grössere Rücksetzer dürften sich daher als Gelegenheit herausstellen.

Atoss Aktie: Chart vom 03.11.2025, Kurs: 115,70 EUR - Kürzel: AOF | Online Broker LYNX
Atoss Aktie: Chart vom 03.11.2025, Kurs: 115,70 EUR – Kürzel: AOF | Quelle: TWS

Fällt die Aktie jetzt unter 110 Euro, könnte das eine Korrektur in Richtung 103 oder sogar in den Bereich zwischen 95 und 100 Euro auslösen. In diesem Bereich ist mit vermehrtem Interesse durch antizyklische Anleger zu rechnen.

Gelingt hingegen ein nachhaltiger Ausbruch über das Widerstandsband bei 120 – 122 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 130 und 138 Euro.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Halbjahreszahlen des Workforce-Spezialisten ATOSS Software waren zu mager, um die Aktie auf ihrem hohen Niveau zu halten. Es kam zu einem Kurseinbruch, der sich bis gestern dynamisch fortsetzte. Und damit kommt es jetzt aus charttechnischer Sicht zum Schwur.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) war im zweiten Quartal leicht unter dem des Vorjahresquartals gelandet. Der Umsatz war zwar gestiegen, die EBIT-Gewinnmarge aber gefallen. Damit hatten die Trader, die den Kurs der ATOSS-Aktie kurz vor der Vorlage dieser Zahlen am 24. Juli bis an das bisherige, im September 2024 erreichte Rekordhoch gezogen hatten, nicht gerechnet – entsprechend drastisch war die Reaktion.

Der Blick auf die Aktie am Tag nach den Zahlen, d.h. am 25.7., hatte folgendes Fazit: „Es wird darauf ankommen, ob es gelingt, den Kreuzsupport aus 200-Tage-Linie und Mai-Tief bei 125,40/126,20 Euro zu halten. Klappt das nicht, wäre ein Test des unteren Endes der Handelsspanne im Bereich 107/108 Euro ein durchaus mögliches Szenario, daher: Aktuell lieber nicht zu früh über den Einstieg nachdenken, sondern abwarten, wie sich die Aktie an dem jetzt erreichten Unterstützungsbereich verhält.“

Sie sehen es im Chart: Dieser Kreuzsupport brach zügig, die Aktie rutschte immer weiter ab und das untere Ende der seit Frühjahr 2024 geltenden Handelsspanne bei 107/108 Euro wurde tatsächlich jetzt erreicht. Jetzt gilt‘s also für die Bullen:

Expertenmeinung:

Schaffen sie es, die Aktie hier zu stabilisieren? Einen erfolgreichen Touchdown auf der Unterstützungszone hinzulegen und den zum Sprungbrett einer neuen Aufwärtsbewegung mit erstem Ziel auf Höhe der aktuell bei 125 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie zu machen – oder nicht?

Das ist auf jeden Fall noch keine beschlossene Sache. Und sollte die jetzt erreichte Unterstützungszone durchbrochen werden, wäre das nächste Kursziel bei 97,40 Euro (das Jahres-Verlaufstief 2024) weit genug entfernt, um es sich genauestens zu überlegen, ob man hier umgehend aktiv werden will, nur, um im Fall eines Aufwärtsschwenks ein maximales Aufwärtspotenzial „abzugreifen“.

Denn jetzt sorgt man sich darum, ob nicht womöglich die ganze Branche ein Problem hat bzw. bekommt, nachdem zu Wochenbeginn das US-Unternehmen monday.com, das ebenfalls im Bereich Arbeitsablauf- und Arbeitszeitmanagement agiert, wegen diverser Haare in der Bilanz-Suppe heftig abverkauft wurde … was auf die ATOSS-Aktie ausgestrahlt hat.

Und die Bewertung ist eben hoch. Auch jetzt noch, nach diesem markanten Abstieg der Aktie, käme man beim Kurs-/Gewinn-Verhältnis für die durchschnittliche 2025er-Gewinnprognose der Analysten auf 40. Weit weniger teuer als am Hoch, als das KGV bei 54 lag, aber immer noch zu hoch, um aus der Aktie rein von der Bewertung her einen Kauf zu machen. Vor allem, wenn das Wachstum der Branche tatsächlich an Schwung verlieren sollte, daher:

Eine kräftige Gegenreaktion nach oben könnte jederzeit auftreten, aber ob daraus auch mehr wird und es zu einer tragfähigen Aufwärtswende kommt, ist in dieser Gemengelage fraglich genug, um es sich zweimal zu überlegen, ob man in dieses fallende Messer wirklich hinein greifen möchte.

ATOSS Software Aktie: Chart vom 12.08.2025, Kurs 108,40 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ATOSS Software Aktie: Chart vom 12.08.2025, Kurs 108,40 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zu Wochenbeginn hatten sich die Trader noch an neuen Rekordhochs versucht, am Donnerstag war das Thema dann durch: Mit -8,74 Prozent wurde die ATOSS-Software-Aktie zum Tagesverlierer im TecDAX. Wohl ausgelöst von einer Bilanz, die nicht überzeugen konnte.

Bezogen auf das zweite Quartal war es mit dem Wachstum des Workforce-Software-Spezialisten nicht allzu weit her. Der Umsatz stieg zwar um 9,2 Prozent. Aber die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) rutschte von 37 auf 34 Prozent ab, wodurch der EBIT-Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um gut ein Prozent niedriger ausfiel – das erste Quartal war da noch klar besser gelaufen.

Im Bericht war dabei von einer „insgesamt zurückhaltenden Nachfrage nach neuen Software-Lösungen“ die Rede. Zwar zeigte sich ATOSS Software zuversichtlich, die bestehenden 2025er-Ziele zu erreichen, die einen Umsatz von um die 190 Millionen Euro (2024: 170,6 Mio.) und eine EBIT-Marge von mindestens 31 Prozent vorsieht (2024: 37 Prozent), aber der Spielraum für positive Überraschungen wird nach diesem verhaltenen, zweiten Quartal eben geringer. Doch die Bewertung ist so hoch, dass genau das nötig wäre, um das vor der Reaktion auf die Zahlen erreichte Kursniveau zu rechtfertigen und Luft nach oben zu bieten.

Expertenmeinung: Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von gut 50 auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnschätzung für 2025 ist ATOSS Software für eine Software-Aktie teuer. Zwar kann die Ausrichtung auf ein Spezialgebiet – wie in diesem Fall der Bereich Arbeitsmanagement – ein Argument für eine höhere Bewertung sein. Aber nur, wenn das auch entsprechend dynamisches Wachstum nach sich zieht.

Und da die 2025er-Ziele des Unternehmens zwar mehr Umsatz, aber weniger Gewinnmarge beinhalten, ist für 2025 nicht mit Gewinnwachstum zu rechnen. Und die momentanen Prognosen der Analysten sehen im Schnitt einen Gewinnanstieg von jeweils 15 Prozent für die Jahre 2026 und 2027 – auch das wäre für ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von gut 50 zu wenig.

Solange eine Aktie kräftig steigt und der Aufwärtstrend intakt ist, stören sich die wenigsten Anleger an solchen Dingen. Wenn die Rallye aber Probleme bekommt, sieht das anders aus. Und das könnte durchaus dazu führen, dass die Aktie, die mit der Reaktion auf das Zahlenwerk am Donnerstag schlagartig vom oberen Ende der seit einem Jahr bestehenden Handelsspanne in deren Mitte gerutscht ist, weiter nachgibt. Denn „billig“ ist die Aktie auch jetzt noch nicht.

ATOSS Software Aktie: Chart vom 24.07.2025, Kurs 127,40 Euro, Kürzel: AOF | Online Broker LYNX
ATOSS Software Aktie: Chart vom 24.07.2025, Kurs 127,40 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS

Es wird darauf ankommen, ob es gelingt, den Kreuzsupport aus 200-Tage-Linie und Mai-Tief bei 125,40/126,20 Euro zu halten. Klappt das nicht, wäre ein Test des unteren Endes der Handelsspanne im Bereich 107/108 Euro ein durchaus mögliches Szenario, daher: Aktuell lieber nicht zu früh über den Einstieg nachdenken, sondern abwarten, wie sich die Aktie an dem jetzt erreichten Unterstützungsbereich verhält.

Quellen:
Ergebnis 2. Quartal / 1. Halbjahr 2025, 24.07.2025:https://www.atoss.com/de/unternehmen/investor-relations/nachrichten/quartalsmitteiliung-q2-2025
https://backend.atoss.com/sites/default/files/2025-07/atoss-quartalsmitteilung-q2-2025.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die am Freitag vorgelegte Bilanz von ATOSS Software wirkte überzeugend: Der Umsatz stieg, die Marge legte zu, der Gewinn stieg damit überproportional, zudem soll das Wachstum 2025 weitergehen. Die Aktie zog an – und fiel wieder zurück. Wo war das Haar in der Suppe?

Der Umsatz des Anbieters von Arbeitsmanagement-Software legte um 13 Prozent auf 170,6 Millionen Euro zu, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um 22 Prozent auf 63,4 Millionen, gehebelt durch die von 34 auf 37 Prozent gestiegene EBIT-Gewinnmarge. Für 2025 bleibt man weiter zuversichtlich, ATOSS peilt einen Umsatz von mindestens 190 Millionen Euro bei einer EBIT-Marge von mindestens 31 Prozent an.

Damit lag man 2024 über den eigenen Zielen und will die Aktionäre daran mit einer deutlich von 1,69 auf 2,13 Euro angehobenen Dividende beteiligen. Dass die Aktie daraufhin zulegte, überraschte nicht. Aber am Ende standen, nachdem die Aktie zeitweise mit +6,45 Prozent deutlich mehr aufgeboten hatte, nur noch mickrige +0,87 Prozent zu Buche. Dabei startete sie, wie der Chart zeigt, gleich am Tageshoch und traf umgehend auf Gewinnmitnahmen. Könnte das aus bullischer Sicht zum Problem werden?

ATOSS Software Aktie: Chart vom 31.01.2025, Kurs 115,60 Euro, Kürzel: AOF | Online Broker LYNX
ATOSS Software Aktie: Chart vom 31.01.2025, Kurs 115,60 Euro, Kürzel: AOF | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Das könnte es tatsächlich. Das Haar in der Suppe, das mutmasslich der Ausgangspunkt dafür war, dass einige den Kurssprung nutzten, um zu verkaufen, obgleich die Aktie in den vergangenen Monaten schon weit höher notiert hatte, könnte in zwei Aspekten liegen.

Zum einen könnte man sich erinnert haben, dass zwei Grossinvestoren nahe an den Hochs Aktien verkauft hatten. Was man nicht macht, wenn man davon ausgeht, dass der Kurs kurzfristig noch viel Luft nach oben hätte.

Zum anderen las man im Ausblick auf 2025 zwar von einem von jetzt 170,6 auf mindestens 190 Millionen Euro steigenden Umsatz, aber auch von einer EBIT-Gewinnmarge von „mindestens 31 Prozent“ … die aber 2023 bei 34 und 2024 sogar bei 37 Prozent gelegen hatte. Sicher, „mindestens 31 Prozent“ könnten am Ende auch 37 oder mehr Prozent werden, aber natürlich stellt sich die Frage, wieso man so tief ansetzt. Denn würde es so kommen und die Marge so weit nach unten rücken, würde der Gewinn eben auch bei einem auf 190 Millionen steigenden Umsatz gegenüber 2024 niedriger ausfallen. Und das wäre für das Kurspotenzial der Aktie ein Problem, immerhin ist sie schon jetzt nicht gerade niedrig bewertet.

Ob diese Gedanken die Bullen aber nur für den Moment oder doch nachhaltiger irritieren, muss sich erst weisen, noch könnte der Sprung über das Freitags-Hoch und mit ihm über einen entscheidenden Kreuzwiderstand aus September-Abwärtstrendlinie, 200-Tage-Linie und Oktober-Tief im Bereich 122,00/123,40 Euro nachgeholt werden. Aber dass die Aktie ausgerechnet dort, an diesem markanten Widerstand, auf Abgaben traf, zeugt davon, dass nicht alle von diesem Ausblick überzeugt waren. Man wäre also gut beraten, einem solchen, weiterhin möglichen Ausbruch nicht vorzugreifen.

Quellen:
Ergebnis des Geschäftsjahres 2024, 31.01.2025: https://www.atoss.com/de/unternehmen/investor-relations/nachrichten/geschaeftsjahr-2024

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.