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2025 war ein ungewöhnliches Jahr für den deutschen Aktienmarkt: In einige Aktien wurden extrem positive Erwartungen eingepreist, in andere nahezu ein Worst-Case-Szenario. Die Merck KGaA-Aktie gehört zur zweiten Gruppe. Und könnte daher jetzt einen Blick wert sein.
Bis einschliesslich 2022 konnte der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA (der übrigens mit dem US-Konzern Merck eine weit zurückliegende Vergangenheit und den Namen gemeinsam hat, sonst aber nichts) ein Wachstum wie auf Schienen vorweisen. Seither aber treten Umsatz und Gewinn unter dem Strich auf der Stelle. Die Hoffnung, dass Asien nach den Corona-Jahren die Funktion eines Wachstumsmotors übernehmen würde, erfüllte sich bislang nicht. Und die US-Wirtschaftspolitik kam 2025 als Problem- und Unsicherheitsfaktor noch hinzu.
Momentan rechnen die Analysten im Schnitt damit, dass erst 2027 wieder Zug in die Umsatz- und Gewinnentwicklung kommen wird, sodass man sich sagen könnte, dass es hier in Sachen Einstieg eher nicht eilt. Aber dass der Kurs seit Beginn des vierten Quartals volatiler wurde und Anstalten macht, sich nach oben zu orientieren, zeigt: Das sehen nicht alle so. Hatten diejenigen, die in den vergangenen drei Monaten dafür gesorgt haben, dass sich hier eine Bodenbildung etabliert hat, recht damit, zuzugreifen?
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Expertenmeinung: Als die Merck-Aktie im Sommer in die Region zwischen 100 und 110 Euro zurückfiel, verstärkte sich der Eindruck, dass der Kurs damit nicht nur keine überzogenen Erwartungen mehr beinhaltete, sondern schon einiges an Pessimismus in Bezug auf die kommenden Quartale eingepreist hatte. Zugleich lag das durchschnittliche Kursziel über 150 Euro und die Mehrheit der Analysten stufte Merck KGaA als kaufenswert ein. Dass da einige „bottom fishing“ betrieben, war nachvollziehbar.

Auch jetzt liegen die Kursziele mit einem derzeitigen Schnitt von knapp 144 Euro deutlich über dem Kurs. Und von 17 Analysten, die diese Aktie regelmässig überwachen, stufen 13 die Aktie mit „Kaufen“ ein. Aber solange Merck noch keinen Ausblick liefert, der andeutet, dass das Wachstum schon 2026 wieder Fahrt aufnehmen könnte, würde es an einer tauglichen Grundlage dafür fehlen, dass das Stimmungsbarometer nachhaltig von Skepsis auf Hoffnung dreht. Was mit Blick auf das Chartbild hiesse:
Wir sehen hier zwar eine potenzielle Aufwärtswende-Formation in Form einer „Untertasse“. Aber noch ist sie nicht vollendet. Erst wenn der Kurs die Widerstandszone von 122,16 bis 126,86 Euro (an welcher die Käufer im November gescheitert waren) klar überbietet, wäre die Wende wirklich vollzogen.
Es ist denkbar, dass die oft unmittelbar zu Beginn eines neuen Börsenjahres vollzogene Adjustierung der Portfolio-Schwerpunkte bei Fonds oder Pensionskassen die Vollendung der Formation bewirkt, sofern genug institutionelle Investoren zu der Ansicht kommen, dass die Pharma-/Chemie-Titel insgesamt und Merck KGaA im Besonderen eine höhere Gewichtung verdienen. Und nicht selten haben solche Neuausrichtungen markante Folgen im Chartbild. Aber kommt es nicht so, würde, wer noch unterhalb der entscheidenden Widerstände auf die Wende setzt, leicht mit Zitronen handeln, daher: Ein Befreiungsschlag ist denkbar, aber die Lage ist offen genug, um dem nicht vorzugreifen!
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