Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

LVMH Aktie Prognose LVMH: Vorsicht, Falle?

News: Aktuelle Analyse der LVMH Aktie

von | |

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der LVMH Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.01.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Dienstagabend legte der französische Luxusgüterkonzern LVMH das Ergebnis des Jahres 2025 vor. Am Mittwoch startete die Aktie mit einer Abwärts-Kurslücke und wurde zum grössten Verlierer im Euro Stoxx 50. Dabei waren die Zahlen gar nicht so schlecht – wo lag das Problem?

Ein Rückgang des Umsatzes auf organischer Basis um ein und nominal um fünf Prozent gegenüber 2024, das ist natürlich nicht gerade erfreulich. Aber immerhin gelang im vierten Quartal ein kleines Plus von einem Prozent zum Vorjahreszeitraum, während die Analysten im Schnitt ein leichtes Minus prognostiziert hatten. Auch der Gewinn gab nach. Netto lag er 13 Prozent unter dem Vorjahr, operativ um 9 Prozent niedriger. Die operative Gewinnmarge sank von 30 auf 22 Prozent.

Das war natürlich mager. Aber es war in etwa das, womit die Analysten im Vorfeld gerechnet hatten. Ausserdem hat sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte etwas aufgehellt. Wo also lag das Problem derer, die die Aktie am Mittwoch fallen liessen wie eine heisse Kartoffel? War es der Ausblick, der ja mindestens genauso wichtig wäre wie der Blick zurück?

Expertenmeinung: In gewisser Weise ja. Der „offizielle“ Ausblick auf das neue Jahr fiel in der offiziellen Mitteilung zwar so vage aus wie üblich: Man sei zuversichtlich, hiess es da. Aber konkrete Ziele kann man bei LVMH nicht erwarten, schliesslich hat man hier kein Auftragsbuch wie ein Maschinenbauer. Hier geht es um Konsum im Luxussegment, da ist eine konkrete Prognose unrealistisch. Aber im Rahmen der Live-Präsentation der Zahlen sagte Unternehmens-Chef Bernard Arnault einige Sätze, die manche offenbar verschreckt haben.

Konkret wies er darauf hin, dass man sich mit dem Konzern solide durch ein wirtschaftlich und geopolitisch stark gestörtes Umfeld bewege und auch 2026 kein einfaches Jahr werden würde. Natürlich deutet das darauf hin, dass LVMH im angelaufenen Jahr nicht mit einem immensen Anstieg bei Umsatz und Gewinn rechnet. Und die derzeitige, durchschnittliche Analystenprognose für 2026 sieht einen Umsatzanstieg um etwa zwei und einen um knapp zehn Prozent höheren Gewinn pro Aktie vor. Aber nur, weil Monsieur Arnault ausspricht, was alle wissen, ist das Erreichen solcher insgesamt dennoch bescheidenen Ziele ja nicht ausgeschlossen.

LVMH Aktie: Chart vom 28.01.2026, Kurs 542,80 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 28.01.2026, Kurs 542,80 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

So gesehen wirkt die negative Reaktion in der Tat etwas schreckhaft – aber die Aktie ist jetzt nun einmal an einem Punkt im Chart gelandet, wo effektive Defensivarbeit der bullischen Marktteilnehmer dringend geboten wäre.

Es war bereits auffällig, dass der Kurs als Reaktion auf die Androhung von US-Zusatz-Zöllen in Bezug auf die Grönland-Problematik zwar abrutschte, das Minus aber nicht aufzuholen vermochte, als Mr. Trump seine Drohung zurücknahm. Die Aktie konnte sich nicht effektiv von der wichtigen Supportzone 565,70/582,10 Euro lösen, die sie als Reaktion auf diese 2025er-Bilanz jetzt durchbrochen hat.

Es bleibt indes noch ein „Sprungtuch“, das am Mittwoch hielt, bestehend aus der Nackenlinie der breiten Bodenbildung des Vorjahres bei 541,20 und der 200-Tage-Linie bei 537,85 Euro. Aber erst wenn es gelingt, diese Zone 565,70/582,10 Euro eindeutig und auf Schlusskursbasis zurückzuerobern, könnte man annehmen, dass diese gestrige Reaktion nicht nur etwas überzogen, sondern auch kurzlebig war.

Quellenangaben: Bilanz 2025, 27.01.2026: https://www.lvmh.com/en/financial-calendar/2025-full-year-results

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.01.2026 um 20:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zum Wochenstart stufen die Analysten von Morgan Stanley LVMH von „Übergewichten“ auf „mit dem Gesamtmarkt gewichten“ herunter, und die Aktie fällt. Das wirkt logisch, aber der Schein trügt. Hier geht es nicht um Kursziele, sondern um gleich drei andere Faktoren!

Bei Morgan Stanley ist man der Ansicht, dass die Aktie der Ertragslage zu weit vorausgelaufen ist, daher hat man die Einschätzung, dass Anleger die Aktie in ihrem Depot übergewichten könnten, zurückgenommen. Aber das Kursziel blieb bei 635 Euro. So gesehen wäre es eher überraschend, dass der Kurs von Louis Vuitton Moët Hennessy, wie die LVMH-Aktie korrekt heisst, deswegen am Montag so deutlich unter die Räder kam. Zumal die Bank of America da ganz anderer Meinung ist und ihr Kursziel gerade erst am Freitag von 675 auf 750 Euro nach oben genommen hatte.

Das herbe Minus zum Wochenstart dürfte vielmehr auf drei anderen Aspekten basieren: auf der charttechnischen Situation, auf der für Unternehmen wie LVMH, für die der US-Markt wichtig ist, äusserst unguten Zoll-Drohung des US-Präsidenten vom Wochenende und auf der anstehenden Bilanz des zweiten Halbjahres 2025. Der Reihe nach:

Expertenmeinung. Charttechnisch ist LVMH ein „Abpraller“: Nach einem durchwachsenen Jahresstart stiess der Kurs an das markante Herbst-Hoch bei 654,70 Euro. Dort gingen der Aktie offensichtlich die Käufer aus. Erste Gewinnmitnahmen weiteten sich aus … und schon ging es erst einmal bergab. Dass die Charttechnik gerade eine grössere Rolle spielt als die Analysten-Kursziele, sieht man auch daran, dass der Kurs bereits seit mehreren Tagen kräftig abrutscht und auch die obengenannte Kursziel-Anhebung der Bank of America daran nichts zu ändern vermochte.

LVMH Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs 582,80 Euro, Kürzel: MC | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs 582,80 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Zweitens bedeutet die erneute Zoll-Drohung aus den USA für LVMH ein markantes Risiko. Denn ein Viertel des Umsatzes der ersten drei Quartale 2025 wurde in den USA erzielt. Zwar haben einige Firmen des Konzerns ihren Sitz dort, aber das Gros eben nicht. Und man müsste durchaus damit rechnen, dass ein zusätzlicher Aufschlag von zehn Prozent nicht von den Importeuren und den Kunden alleine getragen würde, sodass hier entweder Margendruck, sinkende Verkaufszahlen oder beides zu befürchten wären.

Und drittens erscheint die Herabstufung durch Morgan Stanley ausgerechnet jetzt ebenso wenig sinnvoll wie die deutliche Kursziel-Anhebung durch die Bank of America, denn aktuell weiss man nicht nur nicht, wie der Umsatz im wichtigen vierten Quartal gelaufen ist. Man weiss auch nicht, wie sich Gewinnmarge und Gewinn seit dem 1. Juli entwickelt haben, weil LVMH die kompletten Bilanzzahlen – wie alle französischen Konzerne – nur nach einem kompletten Halbjahr meldet. Und diese Meldung steht am 27. Januar, sprich in genau einer Woche, an.

Dann erst werden die Weichen für die kommende Trendrichtung gestellt. Ob die jetzt angelaufene Unterstützungszone 565,70/594,70 Euro hält und die Aktie im Vorfeld der Zahlen wieder Richtung 654,70 Euro läuft oder nach unten in Richtung der Unterstützung bei 541 und der 200-Tage-Linie bei 536 Euro abrutscht: Im Vorfeld der Bilanz wäre das alles nur vorläufig. Hier sollte man sich besser nicht von der jetzt hohen Volatilität zu vorschnellen Aktionen verleiten lassen, sondern die Zahlen abwarten, die LVMH für den 27.1. avisiert!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.12.2025 um 18:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die LVMH-Aktie steht an der Schwelle zu einem charttechnischen Befreiungsschlag: Der Kurs schickt sich an, über die seit Frühjahr 2024 bestehende Abwärtstrendlinie zu laufen, an der er Mitte November noch gescheitert war. Wie stehen die Chancen?

LVMH Aktie: Chart vom 02.12.2025, Kurs 636,20 Euro, Kürzel: MC | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 02.12.2025, Kurs 636,20 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Es ist immer ein wenig riskant, eine auf kurzfristiger Ebene besser als erwartete Entwicklung auf einen mittel- und langfristigen Zeithorizont zu projizieren. Aber es kann funktionieren, wenn ein möglicher Beweis des Gegenteils noch nicht anstehen kann, wie im Fall von Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH:

Mitte Oktober hatte der französische Luxusgüterkonzern Umsätze zum dritten Quartal vorgelegt, die zwar nur ein Prozent über denen des Vorjahreszeitraums lagen, man hatte aber seitens der Analysten im Schnitt mit einem Rückgang von 0,6 Prozent gerechnet. Das war also schon mal gut. Zudem berichtete LVMH von Zuwächsen in allen Geschäftsbereichen, das sah nach einer Rückkehr des Wachstums auf breiter Front aus. Aber wie könnte man sich sicher sein, dass das so bleibt, sprich dass das dritte Quartal der Startschuss für eine Rückkehr tragfähigen Wachstums in der Branche oder zumindest bei LVMH war?

Expertenmeinung: Man kann es nicht. Diejenigen, die zuletzt ihre Kursziele anhoben, so z. B. die Deutsche Bank (von 635 auf 715 Euro), die UBS (von 680 auf 725 Euro) oder die Royal Bank of Canada (von 575 auf 650 Euro), unterstellen das. Aber wissen können sie es nicht. Der Vorteil dieses Optimismus: Wie das für die Luxusgüterbranche so wichtige Weihnachtsgeschäft gelaufen ist, erfahren die Anleger erst am 22. Januar. Und erst dann – und das ist zusätzlich bedeutsam – erfährt man auch, wie sich Margen und Gewinn entwickelt haben. Denn wie alle französischen Unternehmen meldete LVMH im Oktober nur die Umsatzentwicklung, die vollständigen Ergebnisse kommen immer erst nach einem kompletten Halbjahr. Will heissen:

Hier wurden Kursziele angehoben, ohne dass es neue Fakten gab. Was höhere Kursziele unterstützt, ist eine steigende Hoffnung auf die Rückkehr des Wachstums. Und dafür ist die aktuelle Phase natürlich perfekt. Denn was, wenn nicht das Weihnachtsgeschäft, wäre für die grossen Marken des Konzerns wie Dior, Fendi, Dom Perignon, Louis Vuitton, Hublot und die vielen anderen eine ideale Zeit für steigende Umsätze bei steigenden Margen?

Nur muss es eben auch so kommen … und das in einem Ausmass, das einen aktuell immerhin bereits 45 Prozent über dem „Krisentief“ vom Juni (436,60 Euro) liegenden Kurs unterfüttert. Aber wie gesagt: Falls man sich da überhoben hätte, würde man das erst am 22. Januar erfahren. Daher hätte die LVMH-Aktie, wenn sie die jetzt erneut angegangene 2024er-Abwärtstrendlinie überwindet und das vorherige Zwischenhoch bei 654,70 Euro (das entstand, als die Linie das erste Mal und vergeblich attackiert wurde) bezwingt, erst einmal weiter Luft nach oben. Aber ob die Hoffnung über die Skepsis siegt, wird sich eben erst zeigen, wenn dieses letzte Hoch überboten ist … noch ist das ein „Kann“, wenngleich sich dieser Versuch, sich nach oben abzusetzen, bislang gut anlässt.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein Kurssprung um ganze 12,22 Prozent hinterlässt den Eindruck, dass die am Dienstagabend gemeldeten Umsatzergebnisse des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH eine Offenbarung gewesen sein müssen. Waren sie das wirklich?

Nein, sie können nüchtern betrachtet eine gewisse Hoffnung erzeugen, dass das Tal der Tränen in der Branche womöglich bald durchschritten ist. Aber mehr war das nicht. Konkret legte der Umsatz im Sommerquartal um ein Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2024 zu. Mehr nicht.

Es ist zwar ein besser als erwartetes Ergebnis, weil die Analysten im Schnitt mit einem Minus von 0,6 Prozent gerechnet hatten. Und man kann positiv vermerken, dass die Umsätze in Asien ausserhalb Japans, sprich vor allem in China, endlich wieder ansteigen. Nach -11 Prozent im ersten und -6 Prozent im zweiten Quartal wurden hier +2 Prozent zum Vorjahresquartal gemeldet. Aber dass das die Lage im positiven Sinne auf den Kopf stellt, wie man das angesichts der drastischen Reaktion der Aktie denken könnte, kann man nicht behaupten, zumal:

Auf die ersten drei Quartale insgesamt gerechnet bleibt es bei einem Umsatzminus zum Vorjahreszeitraum von 2 Prozent. Da wurden 58,09 Milliarden erreicht, im Vorjahr waren es bis 30. September 60,753 Milliarden gewesen. Und das Hauptgeschäft mit Mode und Lederwaren, das die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht, legte im Gegensatz zu anderen Bereichen wie Spirituosen oder Uhren und Schmuck im 3. Quartal nicht zu, hier blieb es bei einem Umsatzrückgang von 2 Prozent zum Vorjahresquartal. Hinzu kommt, und das ist noch entscheidender:

Die Anleger gackern hier über ein nur halb gelegtes Ei, denn es wurden ja nur die Umsätze gemeldet, keine Gewinnmarge, kein Gewinn. Dazu kommen erst wieder im Januar Zahlen, weil französische Unternehmen die kompletten Bilanzdaten nur zu einem Halbjahresende vorlegen. Ob und wie deutlich diese leichte Verbesserung des Umsatzes auch die Gewinne befeuert hat, weiss man also schlicht nicht.

Expertenmeinung: So gesehen war dieser Kurssprung einer, der aus einer Mücke einen Elefanten gemacht hat, als wäre jetzt die Wende zum Positiven in Stein gemeisselt. Die Wende im Aktienkurs war bereits gelungen, zumindest der Grundstein gelegt, indem die LVMH-Aktie Anfang des Monats die Zwischenhochs der Vormonate sowie die aktuell bei 546 Euro verlaufende 200-Tage-Linie überbot. Die Anschlusskäufe kamen, mündeten aber erst einmal in einen Rücksetzer, der den Kurs Anfang der Woche sogar kurz wieder unter die 200-Tage-Linie drückte, bevor am Dienstagabend dann diese Quartalsmeldung kam, die die Aktie am Mittwoch nach oben katapultierte.

LVMH Aktie: Chart vom 15.10.2025, Kurs 597,90 Euro, Kürzel: MC | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 15.10.2025, Kurs 597,90 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Rein charttechnisch gesehen ist damit ein perfekter, trendbestätigender Pullback abgeschlossen, der LVMH auch über den Widerstandsbereich 565/582 Euro trug, an dem die Aktie zuvor nicht vorbeigekommen war. Die nächste Hürde wäre das Zwischentief vom Jahresanfang bei 609,60 Euro, das gestern im Tageshoch schon touchiert wurde. Das sieht, rein vom Chartbild her, gut aus. Nur dass da eben ein Elefant gefeiert wird, der auch eine Mücke mit kurzer Lebensdauer sein könnte. Da kann es nicht schaden, abseits der Freude über diesen Satz nach oben mal zu schauen, was die Analysten über diese Zahlen denken.

Alle Analysten, die auf diese Umsatzzahlen bislang reagierten, hoben ihre Kursziele an, das ist gut. Weniger gut ist aber, dass nur die LBBW mit 655 Euro ein Kursziel ausrief, das über dem aktuellen liegt. Die anderen, neuen Kursziele liegen bei 530, 570 und 575 Euro, der Schnitt aller momentan als aktuell anzusehenden Ziele findet sich bei 580 Euro … und damit unter dem gestrigen Schlusskurs.

Das heisst nicht zwingend, dass die LVMH-Aktie überzogen hat und wieder zurückkommen muss, aber es sollte deutlich machen, dass man das einkalkulieren sollte. Wer aggressiv bullisch tradet, könnte den Bereich knapp unter 585 Euro als Stoppmarke wählen, wo die Aktie gestern ihr Tagestief sah und wo der Kurs seine vorherige Rallye beendet hatte. Aber für mittelfristige Positionen müsste man schon bis 527 Euro heruntergehen, wo die Aktie am Dienstag ihr Tief sah und wo knapp darüber die 20-Tage-Linie verläuft, die LVMH am Dienstag aufgefangen hatte. Das ist unerfreulich weit weg, so gesehen:

Wer hier hoch investiert ist, könnte sich durchaus überlegen, bei einem Teil der Position den Gewinn mitzunehmen, denn das, was der gestrige Kurssprung suggeriert, diese Gewissheit, dass die Wende zurück zum Wachstum vollzogen ist, ist keineswegs gewiss.

Quellen:
Umsatzergebnis des 3. Quartals, 14.10.2025:
https://www.lvmh.com/fr/publications/amelioration-des-tendances-au-troisieme-trimestre-2025
https://lvmh-com.cdn.prismic.io/lvmh-com/aO5reZ5xUNkB184B_LVMHQ32025_Presentation.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Weiterhin ist zwar Hermès der Primus im Bereich der Luxusgüterkonzerne. Aber LVMH bleibt einigermassen dran. Der Rückgang des Ergebnisses im ersten Halbjahr fiel überschaubar genug aus, um die Chance zu bieten, schnell wieder auf Touren zu kommen. Und die Aktie?

Die reflektiert diese Chance zwar, aber bislang eher verhalten. Man ist vorsichtig, immerhin war man bei Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH, in den vergangenen Jahren Rückgänge bei Umsatz und Nettogewinn nicht gewohnt. Ein organisches Umsatzminus von drei und ein Rückgang des Nettogewinns von 22 Prozent könnten einen Konzern wie LVMH zwar zügig wieder in Wachstumsdynamik verwandeln. Aber eben auch nur, wenn die Kunden mitspielen.

Was sie zuletzt eben nicht taten, auch und gerade im so wichtigen, grossen Markt China nicht. Da hilft es nichts, dass die Begüterten auch in Krisen begütert bleiben und sich jederzeit ein wenig Luxus leisten können. Die Kunden, die man für Wachstum braucht, sind Neukunden oder die, die selten etwas wirklich Luxuriöses kaufen, einfach, weil man zwar recht vermögend ist, aber nicht im Geld schwimmt. Das sind oft Selbständige mit kleinen und mittleren Unternehmen. Und das sind damit auch diejenigen, die momentan wegen des Wegfalls jedweder Planungssicherheit wegen der US-Handelspolitik vorsichtiger konsumieren als sonst. Woraus man ableiten kann:

Expertenmeinung: Für neue Dynamik muss sich die Gesamtsituation aufhellen, da kann LVMH selbst nicht einmal so unbedingt viel tun. Aber da dieses Unternehmen bislang noch jede schwierige Phase gut überstanden hat und stärker aus ihr hervorging als zuvor, ist ein gewisser Optimismus langsam im Kurs erkennbar. Nicht zuletzt, weil zwei Aspekte es fördern:

Zum einen ist die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis mit derzeit 22 auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnerwartung für 2025 deutlich niedriger als in früheren Jahren. Was richtig so ist, weil das Wachstum derzeit durch Abwesenheit glänzt, was aber „billig“ wäre, sobald es zurückkehrt. Zum anderen sind die Analysten wieder etwas optimistischer. Zwar zeigt die Spanne der nach der Halbjahresbilanz vergebenen Ziele am unteren Ende mit 450 Euro auch einen Kurs nahe des Jahrestiefs der Aktie. Aber das höchste neue Ziel lag bei 600 Euro – und der Schnitt der aktuelleren Kursziele findet sich um 550 Euro und damit ein gutes Stück über dem letzten Kurs.

Aber noch tasten sich die Käufer vorsichtig voran – und das ist grundsätzlich gut so, denn eine wilde Spekulationswelle würde deutlich mehr Rückschlagrisiken generieren als diese vorsichtige Bodenbildung. Gut ist auch, dass der langsam kletternde Kurs im Chartbild einige „Steighaken“ hätte, die, wenn man daran vorbei ist, Halt bieten können.

LVMH Aktie: Chart vom 27.08.2025, Kurs 501,40 Euro, Kürzel: MC | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 27.08.2025, Kurs 501,40 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Wichtig wäre es jetzt, die bereits angegangene Widerstandslinie bei 502,90 Euro zu überwinden. Dann wäre der erste Schritt hin zu einer mittelfristigen Aufwärtswende gelungen, der Bereich um 500 Euro könnte dann als Support und Basis für nachgezogene Stoppkurse dienen. Das nächste Kursziel danach wäre das Mai-Hoch bei 541,10 Euro. Darüber wäre die auf den Kurs zulaufende, derzeit bei 561 Euro liegende 200-Tage-Linie das Ziel.

Ja, es geht langsam voran. Aber wenn neue Zuversicht auch von Vorsicht begleitet ist, hat sie grössere Chancen, am Ende auch belohnt zu werden, als wilde Kaufwellen ohne Substanz. Solange LVMH nicht unter das letzte Zwischentief bei 450,40 Euro rutschen sollte, bleibt das Szenario einer an Kontur gewinnenden Aufwärtswende realistisch.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.