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Die Aktie des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH beendete den Freitag mit +4,52 Prozent als zweitstärkster Wert im Euro Stoxx 50. Zwei Faktoren schoben den Kurs an. Und beide könnten sich als tückisch erweisen, daher: Das könnte schiefgehen für die Bullen.
Louis Vuitton Moet Hennessy startete bereits mit einer Aufwärts-Kurslücke in den Freitag. Auslöser waren starke Bilanzdaten des italienischen Modeherstellers Moncler. Man war nur zu gerne bereit, hier eine „Sippenhaft“ im positiven Sinne zu verhängen, und schloss von Moncler auf die gesamte Branche. Auch Hermès konnte beispielsweise kräftig zulegen. Das alleine ist riskant, denn Moncler steht vor allem für hochpreisige Outdoor-Mode. Welchen Rückschluss könnte man da, nüchtern betrachtet, auf die Absatzperspektive von Champagner, Uhren, Schmuck, Parfum und Haute Couture ziehen?
Der zweite Impuls kam am Freitag um 16 Uhr, als bekannt wurde, dass der Supreme Court, das oberste US-Bundesgericht, urteilte, dass US-Präsident Trump nicht befugt war, die vergangenes Jahr verhängten „reziproken Zölle“ gegen andere Länder und die Zusatzzölle wegen angeblichen Fentanyl-Handels anzuordnen. Auch da wartet eine Falle. Denn erstens ging es nur darum, ob Mr. Trump das alleine hätte entscheiden dürfen, nicht darum, ob solche Zölle an sich zulässig wären. Zweitens kam es bereits am Freitagabend zu einer Retourkutsche Trumps, mit der man eigentlich hätte rechnen müssen:
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Expertenmeinung: Er kündigte umgehend weitere Zölle auf sämtliche Einfuhren in die USA in Höhe von zehn Prozent an, hält die bestehenden Zölle zugleich aufrecht und drohte allgemein mit noch weit höheren Zöllen. Der Gedanke, der die Käufer direkt nach der Supreme Court-Entscheidung umgetrieben haben dürfte, nämlich, dass die US-Regierung diese Einfuhrzölle jetzt zurücknimmt und Unternehmen wie LVMH dadurch wieder eine bessere Absatzperspektive in den USA hätten, war also voreilig. Was bedeutet:
Das eine Argument, mit dem gekauft wurde, ist nicht stichhaltig, das andere, das die Zölle betrifft, gar nicht vorhanden. Aus rein charttechnischer Sicht war der Kurssprung des Freitags zwar ein markant bullisches Signal. Aber umso problematischer wäre es, wenn es nicht vorhält. Ein Blick auf den Chart:

Wir sehen, dass die LVMH-Aktie ihren nach der Bilanz Ende Januar beschleunigten Abstieg im Wochenverlauf ein kleines Stück über der im vergangenen Sommer etablierten, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie abfangen konnte. Mehr gelang erst einmal nicht, aber mit diesem Freitag schaffte der Kurs den Sprung nicht nur über das markante Zwischenhoch vom Mai 2025, sondern, vor allem, über die 20-Tage- und die 200-Tage-Linie, die im Bereich 539 bis 541 Euro gerade ein negatives Crossover und damit ein bärisches Signal erzeugt hatten. Das ist ein beeindruckender Konter gegen die bärische Tendenz, aber …
… eben nur, wenn die Aktie nicht wieder unter diese Zone 539/541 Euro zurückfällt. Sollte das passieren, weil man in dieser neuen Woche Nachrichten vorgesetzt bekommt, die andeuten, dass Mr. Trump den Zollkrieg jetzt erst recht anheizt, wäre ein Test der bislang auf Distanz gehaltenen, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei momentan 507 Euro nichts, das überraschen sollte.
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