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Hermes Aktie Prognose Hermès: Das war zu wenig, um zu überzeugen

News: Aktuelle Analyse der Hermes Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Hermes Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.02.2026 um 22:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit dem „Zoll-Crash“ im April 2025 haben viele europäische Aktienindizes neue Rekorde markiert. Nicht so die Luxusgüterbranche. Auch deren Primus Hermès ist weit unterhalb seiner Hochs unterwegs und droht aktuell sogar, weiter abzurutschen. Wo liegt das Problem?

Heute in einer Woche steht die 2025er-Bilanz von Hermès International an. Allzu viel Wachstum erwartet man im Rückblick auf 2025 und beim Blick nach vorne zwar nicht. Vor allem nicht, seit LVMH Ende Januar in seiner Bilanz durchscheinen liess, dass man 2026 dort, beim Branchenkollegen, wieder ein eher schwieriges Umfeld erwartet. Aber:

Dass im letzten Jahr wenig voranging, hatte man ja längst unübersehbar in die Hermès-Aktie eingepreist. Und dass 2026 zumindest aus aktueller Sicht keine massive Belebung der Konsumneigung bringen wird, weiss man auch seitens der Anleger. Aber dass der Umstand, dass sich Hermès im Kreis der grossen Luxusgüterkonzerne seit Jahren am besten schlägt, nicht als Stütze wirkt – ist das nicht überraschend?

Expertenmeinung: Nein, grundsätzlich ist auch das nachvollziehbar, denn die Bewertung der Aktie ist hoch. Und höher als die von LVMH, Kering oder Richemont. Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis, das selbst in dem Fall, dass die aktuelle Analystenschätzung für den 2026er-Gewinn pro Aktie zutrifft und der Gewinn damit gegenüber 2025 um die zehn Prozent steigt, bei 45 läge, ist der „Branchenprimus-Aufschlag“ immer noch da. Nicht mehr so extrem wie in den Vorjahren. Aber gross genug, um bremsend zu wirken. Die Marktteilnehmer wollen erst einmal die Zahlen und den Ausblick sehen und dann entscheiden. Und dagegen ist nichts einzuwenden.

Hermès Aktie: Chart vom 04.02.2026, Kurs 2.035,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hermès Aktie: Chart vom 04.02.2026, Kurs 2.035,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS

Doch aus Sicht der Bullen ist das trotzdem eine unerfreuliche Ausgangslage, denn die Hermès-Aktie hängt mit einem Bein über dem charttechnischen Abgrund. Der Kurs ist aktuell in der Unterstützungszone 1.997 zu 2.051 Euro angekommen. Ein Ausbruch nach unten würde aus rein charttechnischer Sicht den Weg zunächst an die bei momentan 1.945 Euro verlaufende 1.000-Tage-Linie und darunter dann an die Auffanglinie bei 1.888 Euro freigeben. Wäre es einen Gedanken wert, einen Ausbruch nach unten und damit eine Bestätigung der übergeordneten Abwärtstendenz mit einem Short-Trade zu verfolgen?

Da die Hermès-Zahlen nur noch eine Woche entfernt sind, wäre das ziemlich riskant. Denn auch wenn die Bewertung grundsätzlich noch eher teuer ist: Solange Hermès der Branchenprimus bleibt, wäre eine gegenüber den Branchenkollegen höhere Bewertung damit durchaus zu rechtfertigen, was hiesse: Es bräuchte nur einiger zuversichtlich stimmender Zahlen und Aussagen in dieser anstehenden Bilanz und ein möglicher Ausbruch nach unten würde als Bärenfalle enden. Natürlich könnte man, wenn der Bericht enttäuscht, auch richtig liegen, wenn man im Fall eines Bruchs der Zone 1.997/2.051 Euro die Short-Karte zieht. Aber das wäre eben nichts anderes als eine Wette … und da man so etwas an der Börse bleiben lassen sollte, würde es sich unbedingt anbieten, zunächst die Zahlen abzuwarten!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.12.2025 um 20:05 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Weihnachtszeit – Zeit, um sich auch mal etwas zu gönnen. Zum Beispiel vom französischen Luxusgüterkonzern Hermès. Eigentlich müsste diese durchaus gängige Denkweise der Aktie Rückenwind verleihen. Aber in diesem Jahr wirken die Anleger auffallend zögerlich.

Hermès war jahrelang im Kreis der drei „Grossen“ der Branche. Neben Hermès gehören dazu LVMH und Kering, der unangefochtene Branchenprimus. Wo die anderen unter Druck gerieten, wuchs Hermès weiter. Dieser Vorteil verwandelte sich indes im Jahr 2025 in einen Nachteil, denn vergleicht man die Kursentwicklung dieser drei Aktien, stellt man fest: Hermès hat die rote Laterne. Was ging denn da schief?

An den Zahlen lag es nicht. Zwar rechnen die Analysten für das Jahr 2025 mit einem nur knapp behaupteten Gewinn pro Aktie. Aber dieser Stillstand folgt auf eine jahrelange Serie wie an der Schnur gezogen steigender Gewinne. Das Problem ist ein anderes: die Bewertung.

Denn es ist zwar ebenso sinnvoll wie folgerichtig, dass ein Anleger sich innerhalb einer Branche vorzugsweise das am besten laufende Unternehmen für seine Investments aussucht. Aber wenn das zu viele tun, bedeutet das: Der Branchenprimus steigt durch die höhere Nachfrage weit stärker als die Aktien der anderen Unternehmen – und dann steigt der Kurs oft auch deutlich schneller als der Gewinn. Das Ergebnis in diesem Fall: Hermès hatte eine markante Überbewertung erreicht, LVMH und Kering hingegen konnte man als eher günstig einordnen. Das führte zu einer Schere im Kursbild, die sich jetzt schliesst. Der Effekt:

Expertenmeinung: Während Kering und LVMH seit dem Spätsommer wieder Boden gutmachen, läuft Hermès in einer Seitwärtsspanne. Die Frage ist: Reicht dieses „Verharren“ in Relation zu den Kursanstiegen der Branchenkollegen schon aus, um Hermès wieder attraktiv für den Einstieg zu machen?

Da sind nicht wenige Analysten noch skeptisch, nur die Hälfte der gut 20 Hermès regelmässig überwachenden Experten rät derzeit zum Kauf, der Rest mehrheitlich nur dazu, die Aktie zu halten. Und die Skeptiker hätten durchaus Argumente:

Zum einen ist das Konsumumfeld weiterhin nicht ideal. Das sähe anders aus, wenn sich die positiven Signale, die man in China im dritten Quartal beim Umsatz registrierte, im entscheidenden, jetzt laufenden vierten Quartal verfestigen und sich auch entsprechend bei Marge und Gewinn niederschlagen würden. Diese Zahlen kommen aber erst in der ersten Februarhälfte.

Zum anderen ist Hermès durch das Wassertreten des Kurses seit Anfang August zwar nicht mehr so absurd teuer bewertet wie noch zu Beginn des Jahres, als der Kurs in der Spitze beinahe 3.000 Euro erreichte. Aber mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von knapp 50 auf Basis der durchschnittlichen 2025er-Gewinnschätzung der Analysten ist man da allemal noch sportlich unterwegs. „Billig“ ist die Aktie also noch lange nicht, das wäre also weiterhin noch kein Kaufargument.

Trotzdem dürfte es sich lohnen, die Aktie im Auge zu behalten, denn wenn Hermès seinen Status als Branchenprimus auch im laufenden Weihnachtsgeschäft bestätigen sollte, wäre ein Ausbruch aus der Bodenbildungs-Spanne jederzeit denkbar. Der Chart zeigt, was dafür gelingen müsste: Es gälte, die Widerstandszone 2.224 zu 2.268 Euro, die derzeit auch die 200-Tage-Linie einschliesst, auf Schlusskursbasis zu überwinden. Was wie gesagt jederzeit gelingen könnte, aber nicht muss … einem solchen Befreiungsschlag vorzugreifen, wäre daher hoch riskant.

Hermès Aktie: Chart vom 16.12.2025, Kurs 2.159,00 Euro, Kürzel: RMS | Online Broker LYNX
Hermès Aktie: Chart vom 16.12.2025, Kurs 2.159,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Primus in der Luxusgüterbranche lieferte mal wieder ab: Hermès überzeugte mit seinen Umsatzzahlen zum dritten Quartal … eigentlich. Aber wenn sehr viel erwartet wird, ist „gut“ oft nicht gut genug. Trotz guter Zahlen gelang es nicht, die Aktie ins Plus zu ziehen. Ein Problem?

Es kann eines werden. Denn der Chart zeigt, dass die Aktie im Vorfeld der am Mittwoch vorgelegten Ergebnisse über die seit Anfang August geltende Seitwärtsspanne zwischen 1.997 und 2.187 Euro hinauslief, dabei auch noch die Widerstandslinie bei 2.224 Euro überbot, am Mittwoch aber wieder an diese alte Range zurückfiel. „An“ heisst zwar nicht „in“, aber die Chance, sich nach oben zu lösen, ist jetzt erst einmal vertan. Wo lag das Problem?

Hermès Aktie: Chart vom 22.10.2025, Kurs 2.199,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hermès Aktie: Chart vom 22.10.2025, Kurs 2.199,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS

Hermès wartete, wie alle französischen Unternehmen, zum Ende des dritten Quartals nur mit der Umsatzentwicklung auf, zu Marge und Gewinn kommt erst etwas im Januar, dann für das zweite Halbjahr sowie das Gesamtjahr 2025. Aber die Umsatzentwicklung war, eigentlich, tadellos:

Es ging auf Basis konstanter Wechselkurse, d. h. wenn man so tut, als sei der Euro nicht – für europäische Unternehmen mit internationaler Ausrichtung ungünstig – gestiegen, um 9,6 Prozent aufwärts. Allerdings de facto nur um 4,8 Prozent, wenn man die Wechselkurse eben nicht anpasst, sondern so nimmt, wie sie nun einmal gelaufen sind. Was den Umsatzanstieg in Euro wegen der Schwäche anderer Währungen nun einmal reduziert. Man kam damit auf einen Umsatz von 3,88 Milliarden Euro im Sommerquartal. Und da lag der Haken: Die Analysten hatten im Schnitt 3,9 Milliarden prognostiziert. Und schon war man bei diesem „gut, aber nicht gut genug“. Und so ganz schief läge man damit auch nicht, denn:

Expertenmeinung: Die Aktie hat zwar ihre zuvor noch viel drastischere Bewertung durch den Abstieg seit Februar moderiert. Aber ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 51 für die durchschnittliche Gewinnschätzung der Analysten für 2025 ist immer noch äusserst happig. Und auch, wenn das durchschnittliche Kursziel der Experten höher liegt als der gestrige Schlusskurs: Mit derzeit 2.400 Euro liegt es eben nur moderat höher, knapp über der Zone, die der Hermès-Kurs überbieten müsste, um ein echtes, auch mittelfristig bullisches Signal abzuliefern.

Es geht um die Rückkehr in den alten, seit Sommer 2022 geltenden und Ende Juli gebrochenen Aufwärtstrend und die aktuell bei 2.357 Euro verlaufende 200-Tage-Linie. Da müsste die Aktie drüber, vorher wären die Bemühungen der Käuferseite letztlich nur Stückwerk. Das Problem:

Man hatte die Aktie ja bereits im Vorfeld eine Etage höher gesetzt, als Reaktion auf die am 15. Oktober gelieferten, überraschend gut ausgefallenen Ergebnisse des Branchenkollegen LVMH. Man hat also gute Zahlen vorweggenommen, so gesehen ist es nicht wirklich überraschend, dass man diese eigentlich winzige Verfehlung der Prognose negativ bewertete. Und da die Chance, das einfach vom Tisch zu wischen und die Aktie bullisch zu halten, jetzt erst einmal vergeben wurde, sollte man es sich besser zweimal überlegen, ob man es wagen will, diesen Ausbruch über die vorgenannten, mittelfristigen Widerstände vorwegzunehmen.

Quellenangaben: Quartalsmeldung 3. Quartal 2025, 22.10.2025:
https://assets-finance.hermes.com/s3fs-public/node/pdf_file/2025-10/1761060760/hermes_22102025_ca3t_fr.pdf?VersionId=I5F6IvnWrdyVPGDUcKvvzOac0ZygeNw9

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Auch im Luxus-Sektor ist der Wind mittlerweile rauer geworden. Aber Hermès vermochte, sich bislang besser gegen den Wind zu stemmen als andere Unternehmen der Branche. Das gelang auch im 1. Halbjahr 2025. Die Aktie fiel … aber manchen ist gut eben nicht gut genug.

Richtig ist: Der Nettogewinn kam in den ersten zwei Quartalen dieses Jahres gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024 leicht zurück, von 2,37 auf 2,25 Milliarden Euro. Der Gewinn pro Aktie lag dadurch bei 21,39 Euro nach 22,58 im Vorjahreszeitraum. Da die Analysten derzeit im Schnitt mit einem minimal über 2024 liegenden Gewinn für das Gesamtjahr rechnen, ist das zumindest nicht ideal.

Aber Hermès wächst trotzdem … und die grossen Konkurrenten Kering und LVMH tun es derzeit nicht. Hermès‘ Umsatz legte im ersten Halbjahr um gut sieben Prozent zu. Und auch, wenn die operative Gewinnmarge leicht von 42,0 auf 41,4 Prozent nachgab: Im Schnitt hatten die Analysten im Vorfeld mit nur 40,4 Prozent gerechnet. Dadurch konnte der Gewinn operativ, wenngleich nur leicht, von 3,15 auf 3,33 Milliarden Euro zulegen. Dass es unter dem Strich, beim Nettogewinn pro Aktie, leicht weniger wurde, das wirkt daher – passend zur Branche und den Problemen der Konkurrenz – wie ein „Luxusproblem“.

Expertenmeinung: Dass das trotzdem manchen Anlegern zu wenig war, mag daran liegen, dass Hermès aufgrund seiner Bewertung eigentlich positive Überraschungen braucht. Denn es ist ein nicht unwesentliches Risiko, dass die Aktie aufgrund ihrer starken Marktposition so sehr bevorzugt wurde, dass sie in Bezug auf das Kurs-/Gewinn-Verhältnis viel höher bewertet ist als Kering oder LVMH. Konkret liegt dieses KGV für die derzeitige 2025er-Analysten-Gewinnschätzung bei 54 … das ist brisant teuer. Vor allem, weil das Wachstum derzeit zwar noch vorhanden, für eine solche Bewertung aber zu gering ist.

Hermès Aktie: Chart vom 30.07.2025, Kurs 2.270,00 Euro, Kürzel: RMS | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Aber das wäre ja bei leicht höher ausgefallenen Nettogewinnen auch nicht anders gewesen. Daher ist es keineswegs ausgemachte Sache, dass das gestrige Minus von 4,54 Prozent der Beginn eines neuen, grösseren Abwärtsimpulses wird. Zwar ist es ungünstig, dass die Aktie dadurch an der mittelfristigen Abwärtstrendlinie abgewiesen wurde und durch diesen Abschlag deutlicher unter der bis Dienstag noch umkämpften 200-Tage-Linie notiert. Aber die Aktie hat dadurch in eine solide wirkende Unterstützungszone zwischen 2.224 und 2.277 Euro zurückgesetzt, die noch durch die bis in den Sommer 2022 zurückreichende, übergeordnete Aufwärtstrendlinie verstärkt wird.

Grundsätzlich könnte zwar auch diese Unterstützungszone brechen. Aber da die Ergebnisse grundsätzlich Hermès‘ Rolle als Branchenprimus bestätigen, besteht eine taugliche Chance, dass dieser grosse Pluspunkt trotz der immer noch eher teuren Bewertung die kleine Enttäuschung eines leicht unter den Erwartungen liegenden Nettogewinns aufwiegen kann.

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Halbjahres 2025, 30.07.2025:
https://assets-finance.hermes.com/s3fs-public/node/pdf_file/2025-07/1753810479/hermes_20250730_cp_resultatspremiersemestre_vf.pdf?VersionId=oD.bEgO3VTgMcDrBkC8_71PjXWQYVDQP

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Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Morgen in einer Woche, am 30. Juli, steht die Halbjahresbilanz des Luxusgüter-Konzerns Hermès an. Im Vorfeld der Zahlen präsentiert sich der Aktienkurs ziemlich schwach, die Akteure scheinen nicht viel Gutes zu erwarten. Aber genau das kann am Ende positiv wirken.

Hermès ist, was Umsatz und Gewinn angeht, immer noch der Primus in der Luxusgüterbranche, trotzdem pendelt die Aktie derzeit in Bezug auf die bisherige 2025er-Performance um die Nulllinie und steht noch schlechter da als ihr Heimatindex CAC40 … und der ist, im Vergleich zu anderen grossen Indizes weltweit, schon schwach. Warum will diese Aktie, die jahrelang ein „Dauerläufer“ war und gerade erst im Februar 2025 mit 2.957 Euro ein neues Rekordhoch markierte, derzeit offenbar kaum jemand kaufen?

Die Analysten erwarten für 2025 einen gegenüber dem Rekordgewinn-Jahr 2024 gehaltenen Gewinn pro Aktie, das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt ein gutes Stück über dem derzeitigen Kurs und der optimistischste Experte sieht die Aktie immerhin wieder bei 2.800 Euro. Die Anleger scheinen das mehrheitlich anders zu sehen, die Frage ist, wer da am Ende recht bekommt. Am 30. Juli wird dahingehend ein ziemlich massiver Vorhang gelüftet, denn:

Expertenmeinung: Da französische Unternehmen immer nur am Ende eines Halbjahres vollständige Bilanzdaten liefern, weiss man zwar, dass Hermès‘ Umsatz im ersten Quartal um sieben Prozent zugelegt hat. Man weiss aber nicht, ob und wie sich das beim Gewinn positiv niedergeschlagen hat. Dahingehend fahren die Trader also seit Vorlage der 2024er-Bilanz „blind“ … am 30.7. weiss man dann mehr. Und dann liesse sich auch absehen, ob man mit dem grössten Haken, den diese Aktie aufweist, leben kann bzw. will: der Bewertung.

Da Hermès immer noch deutlich besser dasteht als die beiden anderen, grossen französischen Luxusgüterkonzerne LVMH und Kering, hat sich das Anlegerkapital auf den Primus konzentriert. Grundsätzlich sinnvoll und folgerichtig, aber mit der Nebenwirkung behaftet, dass die Aktie dadurch teuer bewertet ist. Und das nicht nur ein bisschen: Für die 2025er Konsens-Gewinnschätzung steht hier, trotz der bereits nennenswerten Distanz zum Februar-Rekordhoch, ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 54 zu Buche. LVMH und Kering sind da erheblich günstiger.

Eine derart teure Bewertung wäre hinnehmbar, wenn der Unternehmensgewinn deutlich wächst und man davon auch für die kommenden Jahre ausgehen kann. Aber im derzeitigen Umfeld, das noch zusätzlich durch die offene Frage erschwert wird, wie es mit dem US-Markt weitergeht, ist das mit dem Wachstum eben so eine Sache.

Es braucht also überzeugende Halbjahreszahlen. Aber sollten die kommen, kann die derzeitige Zurückhaltung der Aktie durchaus helfen, denn wenn die Anleger mehrheitlich nicht viel erwarten, würde die Aktie nicht vergleichbar stark wegrutschen, wenn man auch nicht viel bekommt, als wäre sie im Vorfeld von Spekulanten in Erwartung perfekter Bilanzdaten nach oben getrieben worden.

So aber notiert die Hermès-Aktie nahe an der markanten Auffangzone 2.226 zu 2.277 Euro, die am unteren Ende auch noch durch eine bereits im Sommer 2022 etablierte und bislang mehrfach erfolgreich verteidigte Aufwärtstrendlinie verstärkt wird. Die Chance, dass diese Linie trotz teurem KGV verteidigt wird und idealerweise sogar zum Ausgangspunkt eines neuen Aufwärtsimpulses wird, ist also gerade wegen der derzeitigen Vorsicht der Akteure nicht schlecht. Aber abwarten, ob diese Bilanz auch das liefert, was es für neuen Mut unter den Tradern braucht, sollte man besser trotzdem!

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.